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Naja, ich weiß leider nicht, ob die Schleppleine helfen wird, aber sie erscheint mir momentan naheliegend. Die Sache ist die: Bela rennt nicht auf große Distanzen zu anderen Hunden hin, auch kann ich ihn selbst bei etwas kleineren Distanzen davon abhalten, durchzustarten. Das einzige Problem ist bei ihm gerade, wenn andere Hunde zu ihm kommen. Wenn er merkt, es ist ein Rüde, dann baut er sich schon auf. Verpasse ich einen bestimmten Punkt, ist es zu spät zum Eingreifen (wenn er nicht an der Leine ist), weil er dann einfach das Raufen anfängt und sich dabei seeeeehr schwer kontrollieren lässt. Mit der Schleppleine möchte ich erreichen, dass ich ihn an einem bestimmten Punkt, nämlich, wenn er sich schon aufbaut, einfach mitnehme und eine andere Richtung einschlage, um ihm zu zeigen: Hey, gehen wir einfach weg, du MUSST dich nicht prügeln! Geh lieber mit mir mit. Und natürlich möchte ich damit den Rückruf absichern. Da sowas eh im Radius um mich rum passiert, brauche ich nur ne 5m-Leine, alles was weiter weg ist, kann ich eher kontrollieren. Das Hauptproblem ist nämlich, dass Bela seine Ressource "Frauli" verteidigen will und deshalb alle Rüden von mir fernhalten möchte. UND dazukommt, dass er, wenn sowas ist, immernoch die Tendenz hat, sich von mir zu entfernen, um Ärger zu vermeiden, weil er merkt, dass ich aufgeregt bin.
Wie würdest du sowas lösen? Ohne Schleppleine wäre es mir natürlich lieber 
Lösen, joah, da wär ich für Tipps auch empfänglich 
Grisu ist grundsätzlich ähnlich. Sehr auf Ressourcen verteidigen aus (wobei das eher Lucy ist, weniger ich), und bei Rüden auch sehr prollig mit Neigung zum explodieren. Wenn Lucy dabei ist, hat er keinen Kontakt zu fremden Rüden. Ich kann es nicht haben, meinen Hund beim raufen zu sehen. Mir wäre lieber, ich könnte ihm "sagen" bleib gelassen, auch bei direktem Kontakt. Ob es an mir liegt, ob es an ihm liegt... es funktioniert nicht zuverlässig genug, also gibt es keinen Kontakt, wenn ich mir unsicher bin. Das funktioniert bei uns mittlerweile gut und wenn doch mal etwas fremdes auf uns zu stürmt, hetze ich Lucy darauf :devil2: . Mit ihr lässt sich kaum ein Hund auf eine Auseinandersetzung ein... 
Wir haben da so in etwa diese Grundpfeiler aufgebaut in den letzten Jahren, mit denen ich gut leben kann:
Grisu ist aufgeregt, wenn ein fremder Rüde auf ihn zu stürmt. Das ändert sich nicht, indem ich Grisu "deckel". Tatsächlich könnte ich mein Sensibelchen in dem Moment in Grund und Boden stampfen, das Adrenalin in ihm macht ihn zu Superhund... es perlt an ihm ab... Wir haben nun diese Alternative: melde den blöden Hund!! Melden tut er gerne, mit mir zusammen arbeiten auch. Es ist das gleiche Prinzip wie wir es bei Wild haben: entdecken und melden ist toll, Aufmerksamkeit Richtung Wild lenken ist im Ansatz Scheiße! So eine Art ja/nein-System, wobei man da eben am Anfang sehr früh eingreifen muss und sehr schnell umschalten muss. Und er hat die Chance, seine Aufregung abzubauen, eben eine "Alternativ-Aufgabe" zu haben.
Bei Hundebegegnungen spielt da natürlich noch mit rein, worum geht es dem Hund? Reagiert er aus Unsicherheit über, steht und fällt obiges System damit, ob man selbst möglichst immer alles im Griff hat. Bei Grisu ist es bei Rüden keine Unsicherheit, was zwar bedeutet, dass ich sicher agieren muss, damit er mich ernst nimmt, dass es aber kein Drama ist, wenn doch mal ein fremder Rüde "angriffslustig" bei uns ankommt.
Meine Erfahrung ist auch diese: 95% (eher mehr) aller fremden freilaufenden, an uns interessierten Hunde drehen wieder ab, wenn meine Hunde und ich uns geschlossen, ohne den anderen Hund anzusehen oder was auch immer, von ihm weg bewegen. Der mag dann noch ein paar Meter versuchsweise hinter uns her laufen oder noch was aufgeplustert bellen oder was auch immer in der Richtung... Aber er läuft fast nie in uns drei rein. Wenn ich den Kontakt also nicht will und der andere HH will oder kann seinen Hund offensichtlich nicht abrufen, drehe ich ab und nehme meine Hund mit. Grisu hat am Anfang, als ich dieses "System" neu für mich entdeckt hatte, durchaus mal nach hinten geknurrt/geschaut/ist stehen geblieben... für den Ansatz dessen gab es einen Anschiss, jede Orientierung zu mir wurde dann sofort wieder hoch gelobt. Wenn Bela ohne Schlepp nicht folgen würde, mag diese dann helfen?!
Mit Grisu habe ich auch ein sicheres (und nicht rein positiv aufgebautes) hinter mir laufen eingeführt. Und eine absolut sichere Ablage. Diese beiden "Tools" helfen dann, wenn sonst alle Stricke reißen.
Grisu hatte auch eine Phase, in der er auf Verdacht erst mal alles "komische" angebellt hat. Das ist völlig vorbei. In erster Linie dadurch, dass ich mich in den Situationen wie Lucy verhalten habe
. Sie war eine gute Lehrmeisterin. Es scheint sich bei euch ein wenig wie ein roter Faden durchzuziehen: Da ist eine aus Belas Sicht kritische Situation, also übernimmt er. Das würde ich nicht mit: er kümmert sich halt gerne und ist eine Aussie mit Wachtrieb etc. erklären. Es ist eine Frage von Kompetenz, Zuständigkeiten, Vertrauen... Und im Moment ja für euch beide mit einigem Stress verbunden.
Bei mir ist es sicher auch nicht optimal. Eine blöde Situation hatten wir zwar schon länger nicht mehr, aber ich "muss" mich kümmern, damit es gut klappt. Wenn ich es einfach laufen ließe mit fremden Rüden, wenn Lucy dabei ist... Wenn bei Grisu erst mal der Schalter umgelegt ist, kann ich ihn nur noch vom anderen Hund runter pflücken...