Beiträge von Lucy_Lou

    Ich bin in dem Thema auch nicht so drin, aber finde es interessant. Überzüchtet heißt wohl erstmal, man züchtet auf ganz bestimmte Merkmale hin, die man toll findet am Hund und deshalb versucht man, dass die Welpen genau diese Merkmale zeigen. Im Prinzip ist das Rassehundzucht: man hat einen Standard vom Aussehen her vom Wesen her, von den Arbeitsleistungen her und züchtet darauf hin. Dadurch bleiben manch anderes Merkmal unbeachtet, dass auch negative Konsequenzen für die Gesundheit des Hundes haben kann. Auffallende Beispiele sind Hunde mit extrem verkürzten Schnauzen oder solche mit extremer Größe/Winzigkeit... etc. Aber weniger offensichtlich ist, um ein einheitliches Rasseaussehen zu bekommen (und Zucht hat heutzutage viel mit passendem Äußeren zu tun), gibt es Inzucht. Und wenn heute versucht wird, Inzucht zu minimieren, am Anfang von sehr vielen Rassen stand sie doch (bei Katzen ist das noch viel extremer). Heute ist es mehr, dass z.B. bevorzugt Deckrüden genommen werden, die einige Ausstellungen gewonnen haben. Das schränkt die Auswahl an Gen-Varianten ein. Und es konzentriert Erbkrankheiten, ganz automatisch. Viele Krankheiten/Anfälligkeiten werden durch verschiedene Gene beeinflusst, auch HD z.B. So fällt es erst in der x-ten Generation wirklich auf, aber dann ist es schon sehr verbreitet. Dazu kommt eine tatsächlich verringerte "Fitness" (im Sinne von Gesundheit/Klarkommen mit Umweltreizen/Leistungsfähigkeit/Fortpflanzungsfähigkeit) bei Inzucht. Ich weiß nicht, ob die Hintergründe mittlerweile bekannt sind, aber je stärker die Inzucht, umso gravierender die Probleme in vielen Bereichen. Die Natur will offensichtlich etwas anderes... Ich muss mich da mal wieder einlesen, eigentlich ein interessantes Feld.

    Wie auch immer: es wird nicht besser durch "gute Zufallsvermehrer" (was soll das sein?!?). Man muss den Inzuchtkoeffizienten und die Anfälligkeiten der Vorfahren/bisherigen Nachzuchten/engen Verwandten kennen, um wirklich etwas zu ändern. Das kann kein Zufallsvermehrer, auch wenn der zufällig mal gesunde Welpen produziert, denn der kann das alles nicht nachvollziehen. Man sollte vielmehr Züchter unterstützen, die da wirklich drauf gucken und im Sinne einer gesunden Rasse züchten.

    Ich war jetzt übers Wochenende in Greetsiel und Norden/Norddeich. Bei dem Wochenend-Wetter und Himmelfahrt war natürlich die Hölle los. In Norddeich zudem das (extrem sehenswerte) Flugdrachen-Festival.

    Ich fand es allerdings allgemein sehr nervig, dass man sehr schnell in jeder Richtung über Hunde-komplett-verboten-Schilder stolpert, wegen Schafzucht... In Greetsiel betraf das nicht nur den Bereich am Meer, sondern auch dahinter am Deich entlang, was blöd war mit Fahrradtouren. Entsprechend geknubbelt haben sich die Hunde an den wenigen Stellen, wo sie zumindest angeleint mit hin durften... Aber gut, selber Schuld, normalerweise achte ich darauf, abseits jeder Saison mit den Hunden am Meer zu sein. Sandstrand war rund um Greetsiel eigentlich gar nicht. Den Hundestrand in Norddeich haben wir uns nicht angesehen. So zum Bummeln sind Greetsiel und Norddeich ganz nett, aber beides hatte für mich nicht dieses Kilometer-Spazier-Sandstrand-Ruhe Feeling. Da fand ich die Ostsee, einige Orte in Holland und selbst Griechenland und Spanien für einen Strandurlaub mit Hund sehr viel angenehmer.

    Ich vermute, der Eindruck hängt sehr von der Saison und der Anzahl von Touristen ab...

    Mir ist wirklich kein besserer Titel eingefallen... Ich hatte schon ein paar mal ähnliche Situationen, ich schilder mal die aktuellste:

    Es war gestern eine Art Trimm-dich/Körpergefühl/Balance-Pfad. Da der Pfad mit Hunden zugänglich war, haben wir ausprobiert, was gemeinsam ging. Da war dann eine Wackelbrücke mit dünnen Bohlen und viel Zwischenraum zwischen den Bohlen. Lucy probierte es als erstes: trat in die Zwischenräume, dann wurde es dafür zu tief, ein vorsichtiger Versuch drauf zu treten, Brücke wackelte und Flucht nach hinten. Dann war Grisu dran: er versuchte es erst vorsichtig, gewann Spaß daran und rannte gleich noch mal drüber. Und bekam von Lucy postwendend einen drüber :hust: . Es gab schon ähnliche Situationen: Grisu gelingt etwas, Lucy schafft es nicht und dafür bekommt er Ärger. Warum? Wirkt er zu "Stolz", zu aufgeplustert? Wobei er durchaus mit Beute Paradelaufen darf oder mit mir freudig arbeiten darf, ohne dass Lucy darauf so reagiert. Was ist es sonst? Selbst wenn ich versuche, es zu "vermenschlichen", fällt mir kein wirklicher Grund ein. Klar, Grisu wird gelobt, aber das stört Lucy in anderen Situationen auch nicht...

    Danke für deine Antwort :smile: . Wobei mich wundert, dass sonst niemand Erfahrungen damit gemacht hat?!

    Zitat

    Interessanterweise hat Chester noch nie Ärger von einem der besagten Rüden bekommen...ich habe den leisen Verdacht, er weiß ganz genau, bei wem er sich´s erlauben kann und bei wem nicht. Kommt nämlich ein offensichtlich "kampfbereiter" Rüde selbstbewusst auf ihn zu, sieht er lieber zu, dass er weg kommt...


    Das kommt mir ja sehr bekannt vor :hust:

    Ich frag mich auch, wie viel Unverträglichkeit ist wirklich Unverträglichkeit und nicht eigentlich normale Kommunikation, die der Mensch nicht aushält oder aber schlimmer macht.

    Letzten Sonntag in Tiere suchen ein Zuhause kam diese Aussage sinngemäß: dieser Rüde ist 2 Jahre alt, verträgt sich im Freilauf kaum mit anderen Rüden, aber da kann man ja noch dran arbeiten. Auch im Forum immer mal wieder die Richtung: verträgt sich nicht mit dem und dem --> arbeite dran (oder auch: habe ich unverträglich übernommen, jetzt klappt es :smile: ). Mir ist klar, es gibt wahnsinnig viele Ursachen für "Unverträglichkeit" mit bestimmten Rassen/Hunden/Geschlecht... Trotzdem würde mich interessieren, wie ihr das geändert habt oder was ihr versucht habt, was nicht geholfen hat oder womit ihr einfach lebt. Mich interessieren hier weniger Schuldfragen, Leinenaggression oder wer einen verträglichen Hund hat, sondern die Annäherung von einem bedingt/nicht verträglichen Hund zu einem "verträglicheren".

    Zur Zucht: Ich denke, es ist sehr vom Richter abhängig und davon, was gerade "in" ist, wie ein Hund bewertet wird. Sonst hätten sich Rassen nicht so krass gewandelt in den letzten Jahrzenten. Für mich persönlich hat eine Rasse auch erst in 2. oder 3. Linie mit dem Äußeren zu tun. Seit wann gibt es "Rassehundezucht"? 100 Jahre? Davor war es Tauglichkeit. Was haben Stehohren oder was mehr oder weniger Fell mit einem "guten" Aussie zu tun :???: . Und wie einsatzfähig er ist (das wird wohl auch beurteilt?! Winkelung, Körperbau...?!), sieht man doch eher im "Einsatz", als auf einer Show... Für mich wird Zuchttauglichkeit zu sehr von einem optischen Rassestandard abhängig gemacht. Wobei das bei einigen anderen Rassen sicherlich eher mehr der Fall ist, als beim Aussie.

    Trotzdem ist da das Argument: (fast) jeder findet seinen Hund toll. Und alleine davon ausgehend, mögen Ausstellungen und allgemein unabhängige Bewertungen die Zucht etwas weniger ausufernd machen.

    Zitat

    Klar gibt es immer Ausnahmen, aber auch Dackel oder Pinscher die ja sehr ausdauernd sind laufen nicht soviel wie ein normaler großer Hund -

    Das halte ich für ein Gerücht, bzw. für Menschen-gemacht. Wenn der Hund keine Beschäftigung/lange Spaziergänge gewohnt ist, dreht er entweder völlig am Rad oder gewöhnt sich halt daran. Ich vermute, bei gleichen Haltungsbedingungen würden die meisten Kleinhunde meine Lucy z.B. (SH 66cm) bewegungstechnisch in die Tasche stecken...