Beiträge von l'eau

    Am 28.10. hab ich die Anzeige gemacht.

    Das ist wirklich noch nicht lange her - die Zeit läuft in unsren Justizbehörden "etwas" langsamer als in der normalen Welt; je nachdem, wie gut oder schlecht die jeweilige Behörde besetzt ist, sogar noch langsamer.

    Im Strafverfahren - wie in deinem Fall - bist du "nur" Zeuge, d.h. du wirst auch nicht über die einzelnen Ermittlungsschritte informiert. Du erfährst mWn (in meiner Kanzlei wird kein Strafrecht gemacht, daher bin ich hier nicht 100% sicher) erst etwas, wenn die deine Aussage brauchen (also vmtl. wenn die Verhandlung angesetzt wird).

    Kurz: außer Abwarten kannst du nichts tun. Solange du nicht einen Brief bekommst, dass das Verfahren eingestellt wurde, kannst du hoffen (und im Falle eines solchen Briefes könntest du von einem RA prüfen lassen, ob es sich lohnt, hiergegen vorzugehen).

    Ich persönlich habe nie behauptet/gedacht, dass das bei jedem Hund/Halter so wäre, ich sehe es nur immer wieder bei den Videos zu Agility Wettkämpfen.. daher meine Frage für welche Rassen / Charaktere das eher sinnvoll ist oder wo mans lieber bleiben lassen sollte.

    Hm, Wettkämpfe muss man mMn immer etwas bei der Beurteilung ausklammern: hier ist der Stresspegel deutlich höher als im Training. Zum einen der Stresspegel des Hundeführers, zum andren das ganze Drumrum (viele fremde Menschen und Hunde, die gesamte Atmosphäre) und der Hund selber auch.

    Warum man trotzdem auf Turniere geht? Weil's trotz des Stresses Spaß macht. Und kein (gesundes) Lebewesen an mal ein bisschen Stress stirbt.

    Trotzdem ja: es gibt beim Agi immer wieder Hunde, die durch den Sport zu arg gestresst werden. Seh ich auch fragwürdig. Aber ich sehe auch sehr viele Hunde, die wahnsinnig viel Spaß an dem Sport haben. Das Teamwork zwischen Hund und Mensch ist beim Agi extrem eng, gleichzeitig hat jede Partei auch eigene Entscheidungen zu treffen und ggf. blitzschnell auf die Entscheidungen der andren Partei zu reagieren.

    Heute war unser erster Arbeitstag diese Woche und ich wurde mehrfach besorgt angesprochen, ob es Jin arg schlecht ginge, weil man sie ja gar nicht sehen würde, sie nicht vorbei käme.

    Nunja: Jin ist Dienstag kastriert worden. Damit sie nicht in einem unbeaufsichtigten Moment an die Fäden geht, ist sie ausnahmsweise an ihrem Platz angebunden, sie kann also gar nicht ihre üblichen Runden drehen. Hätte ich den Kollegen vielleicht direkt morgens mitteilen sollen xD

    Ich hoffe, die Wunde heilt schnell, damit ich bald die Fäden ziehen kann - es nervt schon etwas, von allen Seiten traurige Blicke zu bekommen :hust:

    Mir geht es viel mehr darum zu sagen warum muss es denn ein Border sein?

    Da hast du definitiv recht. Der Border gehört zu den Rassen, die leider sehr in Mode sind, aber gleichzeitig extrem schnell unter unpassender Haltung "stumm" leiden.

    Aus meiner Sicht gehören Border zu den Rassen, die sich am wenigsten anpassen können. Die meisten anderen Rassen kommen mit einer ganzen Bandbreite von Haltungsvarianten klar. Bei Bordern ist diese Bandbreite deutlich eingeschränkter.

    Da der Border aber - für Halter und Umwelt - oft nicht gefährliche Problemverhalten zeigt, ist das Nicht-Sehen oder gar Schönreden dieser Verhaltensweisen sehr viel einfacher, als wenn z.B. der Windhund Nachbars Katze fleddert. Und so werden viele verhaltensauffällige Border unauffällig gehalten und gehen sogar in die Zucht - was dann über die Epigenetik immer tiefer in die Rasse eingebrannt wird...

    Die Borders aus dem Bekannten-/Freundeskreis, die ich beim Gassi beobachten konnten, zeig(t)en nie solche Verhaltensweisen. Jin zeigt mit dem Border-Rüden meiner Agi-Lehrerin zusammen auch ganz normales Spielverhalten (ok, je nach Hormonstatus ist da auch von beiden Seiten Flirtverhalten dabei).

    Heißt nicht, dass ich sowas nicht schon gesehen habe. Bei mir völlig fremden Hunden (ob das immer Border waren oder vllt auch mal Aussis, kann ich nicht sagen) hab ich das durchaus schon gesehen. Ich bzw. mein Auto oder Jin waren auch schon hin und wieder das "Opfer".

    Mir tun diese Hunde unendlich leid. Aber ich glaube nicht, dass das am fehlenden Hüten liegt, sondern an der generell unpassenden Haltung - und evtl. auch unpassenden Zucht (sei es, dass sie einfach aus dubioser Vermehrung stammen oder von (Show-)Züchtern, die zu wenig aufs Wesen achten). In dem einen Video von flying-paws sieht man ja, dass auch manche Züchter das Verhalten offenbar nicht als problematisch wahrnehmen. Gibt es so leider bei praktisch allen Rassen (dann halt mit andren Verhaltensweisen - praktisch jede Rasse hat ja so ihre "Problemzonen").

    Wir machen Mantrailing und er macht das super, er macht das gerne und er freut sich riesig drüber ABER es ist auch kein Geheimnis, dass er niemals nie so glücklich nach dem Mantrailing ist, wie er er nach dem hüten war.

    Jin ist beim und nach dem Coursing auch anders glücklich, als beim/nachm Agi oder im sonstigen Alltag. Also, schon glücklicher - Coursing (Windhundsport) ist das, wofür sie gezüchtet ist. Nach einer echten Kaninchenjagd wäre sie evtl. noch ein Quentchen glücklicher. Aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass Jin jetzt, wo sie nicht mehr courst, unglücklich ist. Jin ist mit ihrem alltäglichen Leben glücklich. Das "perfekte Glück" des Coursings fehlt halt. Aber muss Hund denn immer "perfekt glücklich" sein?

    Ich habe schon oft von Bordern gehört, die obwohl sie hüten, Zwangsstörungen zeigen. Heißt für mich: der Hund ist zwar mit Hüten glücklicher, das hindert ihn aber nicht daran, bei ansonsten unpassender Haltung, Zwangsstörungen zu entwickeln. Also sind aus meiner Sicht Zwangsstörungen beim Border kein zwingender Hinweis darauf, dass der Hund hüten braucht, sondern darauf, dass es schwieriger ist, den Border passend zu halten.