Beiträge von terriers4me

    Lavinia
    GENAU so würde ich (ebenfalls Terrierhalterin...) das auch sehen, und deshalb eben auch überhaupt nicht auf die Idee kommen, den Halter des anderen Hundes heranzuziehen.

    Wen ich persönlich hier in die Pflicht nehmen würde, wäre der Sitter - den bezahle ich ja eigentlich dafür, auf meinen Hund aufzupassen, und nicht, um ihn (und dann auch noch mit Schleppleine!) eben genau nicht in solche Situationen geraten zu lassen. Das finde ich schon sehr leichtfertig, zumal du als Halter ja letztlich dafür geradestehen müßtest, wenn dein Hund irgendwas anrichtet.

    Mein jetziger Hund wäre der Idealtyp zum Klauen: Moderasse, klein, niedlich, leicht einzuschüchtern & hübsch genug, daß der Wiederverkaufswert entsprechend wäre - also ist Anbinden oder irgendwo Alleinlassen ohnehin ein absolutes no go. Da hätte ich viel zu viel Angst.

    Die Größeren hab ich schon mal kurz vor Apotheke/Bäcker etc sitzen lassen, wo ich sie im Blick hatte - aber selbst da ist es mir Anno 1974 schon passiert, daß plötzlich ein aus dem Buggy gehobenes Kleinkind auf den am Fahrradständer direkt vor der Glastür sitzenden jungenden Hund loswackelte und dem kräftig einen Anorak überdrosch. Ich kam immerhin gerade noch früh genug raus, um den Hund daran zu hindern, sich seiner Haut zu wehren - wär das weiter weg gewesen, hätte es ganz böse ausgehen können. Stolze Mutter stand übrigens daneben und sagte auf meinen Wutanfall: "Er muß sich doch durchsetzen lernen!"

    Danach hatte ich einen Hund, der sehr mißtrauisch auf fremde Kinder reagierte - und habe noch viel seltener einen irgendwo angebunden.

    Was ich am deiner Stelle allerdings ganz bestimmt täte wäre, ein ernsthaftes Wort mit dem Gassigänger reden - ich wäre stinkstocksauer, wenn einem Schleppleinen-Hund erlaubt würde, auf meinen zuzulaufen und rumzuprollen. Wenn die sich dann in die Flicken kriegen - was ja passiert ist - ist die Schleppleine saugefährlich. Da hätte sich auch einer der Kontrahenten verwickeln können, was die Beißerei dann wirklich gefährlich und erbittert gemacht hätte - was ja zum Glück nicht passiert ist.

    Aber das ist eine Situation ,die wirklich gar nicht geht - entweder du hast das Ding dran und hältst den Hund dann entsprechend von Körperkontakten ab, und du suchst die, dann muß der Hund aber frei laufen. Ich hab als Besitzer des freilaufenden Spielpartners inzwischen so viele Beinahe-Unfälle durch Schleppleine an anderen Hunden zu verzeichnen, daß meine Hündin da grundsätzlich nicht mehr in die Nähe kommt.

    Das würde ich wirklich für die Zunkunft regeln, bevor da ernsthaft was passiert.

    Theoretisch muß wohl der Halter des beschädigenden Hundes haften .Praktisch würde ich es mehr als unfair finden, meinen Rüden erst einen anderen so lange bedrängen zu lassen, bis dem aus gutem Grund der Kragen platzt, und dann auch noch dessen Haltern den Schwarzen Peter zuzuschieben. Was hätten die denn machen sollen, ihren Hund fesseln & knebeln, damit deiner ungefährdet den Larry machen kann?

    Ich würde das Ganze als Lehrgeld sehen, hoffen, daß auch mein Hund was gelernt hat, und ernsthaft an dem Proll-Problem arbeiten.

    Meine Hündin erblindete mit acht Jahren binnen eines Monats, und ja: es war ein Fulltimejob - zumindest das erste halbe Jahr, bis sie den Schock überwunden und sich auf die Behinderung eingestellt hatte. Würde ich nicht zuhause arbeiten, wäre das überhaupt nicht machbar gewesen. Und so, wie sich später auf mich eingespielt hatte, hätte zumindest ich keinen zweiten Hund mehr führen können, weil der Job als "Blindenmensch" volle Konzentration gefordert hat.

    Mit einem Hund, der schon an seine Behinderung gewöhnt und dazu noch jung ist, sieht das sicher anders aus, und sicher kann der von einem "fürsorglichen" Artgenossen enorm profitieren und der Mensch hat's leichter. Aber zu blauäugig, so nach dem Motto: "Das ist einfach ein normaler Hund, der nichts sieht", würde ich da nicht mehr rangehen.

    Vielleicht magst du mal diese, sehr schöne Seite durchgehen, da findest du viel über solche Erfahrungen - kannst aber auch zwischen den Zeilen lesen, was es für eine enorme Aufgabe bedeutet, alles so "easy" laufen zu lassen:

    http://www.dreamdogs-trio.de/

    Wir sind da mit schlichter Erziehung ziemlich weit gekommen, mit Unterstützung der Hündin übrigens. Wir hatten neun Jahre lang Rüde & Hündin, Mutter & Sohn, beide intakt, und soooo ein Riesenproblem waren die Läufigkeiten nicht.

    Wir haben sie in der Standhitze komplett getrennt gehalten, was über so etwa zehn Tage ja durchaus machbar ist. Den Rest der Zeit gingen sie getrennt spazieren, blieben nie alleine in einem Raum, und sobald der Rüde aufdringlich zu werden versuchte, wurde er konsequent auf seinen Platz geschickt. Die Hündin natürlich auch. So konnte er sich gar nicht erst groß reinsteigern.

    Das funktionierte gut, weil dieser Rüde zwei Dinge sehr genau wußte: machte er seiner Mutter ernsthafte Annäherungsversuche, kriegte er von ihr gewaltig das Fell voll - die duldete ihn nicht mal in ihrer Nähe. Versuchte er, irgendwelche Einrichtingsgegenstände zu rammeln, gab's Ärger mit uns. Auf die Idee, Menschen zur Triebabfuhr zu nutzen, wäre er eh nicht gekommen. Und siehe da: Er konnte sich da durchaus "zusammenreißen" und manierlich benehmen, von nächtlichem Heulen mal abgesehen - aber das ist ja auch legitim.

    Zusätzlich zur Disziplin kriegte er auch noch eine doppelte Dosis Sport: Joggen morgens, Joggen abends, zwei lange Touren, und hatte so nicht mehr allzuviel überschüssige Kräfte. Wir haben das Ganze also nicht als besonders furchbar erlebt - wenn eine seiner aushäusigen Favoritinnen läufig wurde, war das Theater sehr viel größer.

    Mir fällt da gerade, angeregt durch Björns Thread, noch einer ein: vor vielen Jahren hat mich ein im Spiel voll aufdrehender Bernhardiner/Rottweilermix schlichtweg in die Ems gekegelt. DEM Anflug hatte ich absolut nichts entgegenzusetzen.

    War in keiner Weise böse gemeint, wir hatten da gerade mit mehreren Leuten & Hunden gebadet und gekaspert - und da haben die roundabout sechzig animierten Kilo dann eben mal so richtig Anlauf genommen...

    Ich bin mit meinen Welpen immer an einer bestimmten Stelle länger geblieben, beim Losgehen, bis sie pinkelten, und zum Spaziergangs-Ende auch nochmal. Dann habe ich darauf geachtet, daß es dem Welpen so richtig langweilig wurde. Notfalls habe ich mich einfach ein bißchen hingesetzt und die Kleinen durch die Gegend schnüffeln lassen.

    Solange Welpen abgelenkt sind, halten sie nämlich gern draußen dicht und pinkeln anschließend prompt in die Bude, sobald sie zur Ruhe kommen. Kommen sie aber draußen schon ein bißchen zur Ruhe und zum ruhigen Rumschnüffeln, fällt ihnen beim Entspannen fast immer ein, daß sie ja nochmal pinkeln müssen.

    Sie machen also quasi schon draußen ,was euer Welpe jetzt noch in der Wohnung macht, und wenn sie erstmal ein bißchen älter sind, verknüpfen sie solche Plätze bald mit "Toilette", und alles geht deutlich schneller.

    In den Nächten ist ja auch alles rundum deutlich ruhiger und entspannter, da kann er sich eher auf seine volle Blase konzentrieren. Am Tag wird seinem kleinen Hirn so viel Abwechslung geboten, daß so ein Winzling nicht immer rechtzeitig daran "denkt", daß er schon wieder muß.

    Geht ihm mit Sicherheit auf dem Spaziergang auch so: jede Menge zu sehen (und für Welpen ist ja erstmal alles neu und aufregend), daß er hinterher noch dermaßen angeregt ist, daß er gleich wieder muß.

    Aber für neun Wochen klingt das alles doch schon super - wenn ihr erst ein bißchen mehr Routine im Alltag habt, klappt der Rest sicher auch bald!