Beiträge von terriers4me

    Wir sind da mit schlichter Erziehung ziemlich weit gekommen, mit Unterstützung der Hündin übrigens. Wir hatten neun Jahre lang Rüde & Hündin, Mutter & Sohn, beide intakt, und soooo ein Riesenproblem waren die Läufigkeiten nicht.

    Wir haben sie in der Standhitze komplett getrennt gehalten, was über so etwa zehn Tage ja durchaus machbar ist. Den Rest der Zeit gingen sie getrennt spazieren, blieben nie alleine in einem Raum, und sobald der Rüde aufdringlich zu werden versuchte, wurde er konsequent auf seinen Platz geschickt. Die Hündin natürlich auch. So konnte er sich gar nicht erst groß reinsteigern.

    Das funktionierte gut, weil dieser Rüde zwei Dinge sehr genau wußte: machte er seiner Mutter ernsthafte Annäherungsversuche, kriegte er von ihr gewaltig das Fell voll - die duldete ihn nicht mal in ihrer Nähe. Versuchte er, irgendwelche Einrichtingsgegenstände zu rammeln, gab's Ärger mit uns. Auf die Idee, Menschen zur Triebabfuhr zu nutzen, wäre er eh nicht gekommen. Und siehe da: Er konnte sich da durchaus "zusammenreißen" und manierlich benehmen, von nächtlichem Heulen mal abgesehen - aber das ist ja auch legitim.

    Zusätzlich zur Disziplin kriegte er auch noch eine doppelte Dosis Sport: Joggen morgens, Joggen abends, zwei lange Touren, und hatte so nicht mehr allzuviel überschüssige Kräfte. Wir haben das Ganze also nicht als besonders furchbar erlebt - wenn eine seiner aushäusigen Favoritinnen läufig wurde, war das Theater sehr viel größer.

    Mir fällt da gerade, angeregt durch Björns Thread, noch einer ein: vor vielen Jahren hat mich ein im Spiel voll aufdrehender Bernhardiner/Rottweilermix schlichtweg in die Ems gekegelt. DEM Anflug hatte ich absolut nichts entgegenzusetzen.

    War in keiner Weise böse gemeint, wir hatten da gerade mit mehreren Leuten & Hunden gebadet und gekaspert - und da haben die roundabout sechzig animierten Kilo dann eben mal so richtig Anlauf genommen...

    Ich bin mit meinen Welpen immer an einer bestimmten Stelle länger geblieben, beim Losgehen, bis sie pinkelten, und zum Spaziergangs-Ende auch nochmal. Dann habe ich darauf geachtet, daß es dem Welpen so richtig langweilig wurde. Notfalls habe ich mich einfach ein bißchen hingesetzt und die Kleinen durch die Gegend schnüffeln lassen.

    Solange Welpen abgelenkt sind, halten sie nämlich gern draußen dicht und pinkeln anschließend prompt in die Bude, sobald sie zur Ruhe kommen. Kommen sie aber draußen schon ein bißchen zur Ruhe und zum ruhigen Rumschnüffeln, fällt ihnen beim Entspannen fast immer ein, daß sie ja nochmal pinkeln müssen.

    Sie machen also quasi schon draußen ,was euer Welpe jetzt noch in der Wohnung macht, und wenn sie erstmal ein bißchen älter sind, verknüpfen sie solche Plätze bald mit "Toilette", und alles geht deutlich schneller.

    In den Nächten ist ja auch alles rundum deutlich ruhiger und entspannter, da kann er sich eher auf seine volle Blase konzentrieren. Am Tag wird seinem kleinen Hirn so viel Abwechslung geboten, daß so ein Winzling nicht immer rechtzeitig daran "denkt", daß er schon wieder muß.

    Geht ihm mit Sicherheit auf dem Spaziergang auch so: jede Menge zu sehen (und für Welpen ist ja erstmal alles neu und aufregend), daß er hinterher noch dermaßen angeregt ist, daß er gleich wieder muß.

    Aber für neun Wochen klingt das alles doch schon super - wenn ihr erst ein bißchen mehr Routine im Alltag habt, klappt der Rest sicher auch bald!

    Ich würd sie auch nur zwei und zwei toben lassen, weil ein Hund sich auf einen Kontrahenten noch prima einstellen kann. Kommen die Kumpels von zwei oder gleich allen Seiten angetobt, wird gezieltes Ausweichen schwieriger und das Verletzungsrisiko potenziert sich.

    Die Lektion hab ich auf Kosten meines an und für sich enorm geschicken ersten Russells lernen müssen: die hat bei so einer Vierer-Toberunde einen Großhunde-Massensturz angezettelt, indem sie den voranrennenden Labbi am Vorderbein packte. Der überschlug sich dann auf sie drauf, und die anderen drei Großen konnten nicht mehr bremsen oder ausweichen. Meine Hündin ist nur knapp mit einem Schock und schweren Prellungen davongekommen, das hätte sie ebensogut das Leben kosten können. Natürlich ist es noch eine andere Situation, wenn acht Kilo unter viermal vierzig kommen - aber ist war schon erschreckend, was bei vier großen Hunden für Kräfte aufeinanderknallen.

    Ganz unterbinden würde ich den buchstäblich rüden Spaß sicher nicht, weil die Kerle das ja offenbar wirklich zum Dampfablassen brauchen - aber den Rahmen hielte ich lieber übersichtlich, damit die Hunde halbwegs auf sich selbst aufpassen und notfalls eben ausweichen können, ohne daß ihnen Nr. 3 dabei im Weg ist.

    Ich weiß schon, weshalb mir Schleppleinen nicht an den Hund kommen - aber hingefallen bin ich auch schon ohne.

    Einmal im eigenen Hausflur, als ich den Hund ausgehfertig machen wollte: Ich hab mich mit dem Halsband gebückt, der junge Airedale wollte begeistert reinspringen, und in der doppelten Bewegung hat Terrierschädel Kinnspitze erwischt. Ich saß dann plötzlich auf dem Boden und habe tatsächlich Sterne gesehen.

    Fieser war das Ding mit dem dicken jungen Labbi, der im Park mit Karacho angeschossen kam, mir, ehe ich noch reagieren konnte, gegen die Brust sprang, mir ebenfalls den Schädel gegens Kinn knallte und meine hingestreckte Halbleiche dann begeistert abschleckte, während mein angeleinter Russell kläffte, was die Kehle hergab.

    Das Herrchen vom Labbi fand es einfach nur zum Totlachen, wie freundlich der Hund doch war, ich weniger - aber bevor ich mich halbwegs wieder aufgerappelt hatte, waren die beiden dann vorsichtshalber ganz fix verschwunden. Danach haben mir die Knochen ein paar Tage richtig gut wehgetan.

    Ich würde mich da gar nicht bis zu Amokläufern versteigen. Als Feldversuch würde es doch reichen, einfach mal ganz spontan ins Chefbüro eines möglichst hierarchisch organisierten Unternehmens zu schlendern. Natürlich kämst du da wg. Rangordnung gar nicht hin, aber wir nehmen's jetzt mal versuchshalber an. Da setzt du dich als Versuchsperson ganz unbefangen auf die Schreibtischkante und verkündest fröhlich: "Ey Alter, ich hab mit dem ganzen Rudel- und Dominanzgedöns sowas von nichts am Hut - bring mir mal fix nen Kaffee."

    Wollen wir wetten, daß darauf eine sehr eindrucksvolle und auch wirksame Lektion in menschlichem Rangordnungs- Rudelchef- und Dominanzverhalten folgen würde - egal, ob die VP nun gerade dominiert werden möchte oder nicht?

    Hast du die Haferflocken aufgekocht? Roh untergemischt könnten sie für einen besonders empfindlichen Hund schon zu schwer verdaulich sein, besonders wenn's Vollkornflocken waren. Gekocht mit dem magen/darmschonenden Schleim geht's meist besser.

    Was mein superempfindlicher Hund sehr gut vertragen hat, waren außer Hirse- auch Buchweizenflocken aus dem Reformhaus, natürlich auch kurz aufgekocht. Buchweizen ist kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Buchweizen

    ...und eignet sich wg.der wertvollen Inhaltsstoffe auch gut zur Hundefütterung. Vielleicht wäre das ja noch was?

    Meine Welpen waren grundsätzlich drinnen nackt, für's kleine Garten-Pinkeln zwischendurch natürlich ebenso. Halsband bzw. Geschirr gab's nur für die "großen" Spaziergänge außerhalb des Reviers. Damit war das Anziehen dann auch gleich positiv besetzt, als Signal für: "jetzt wird's spannend!"