Wir sind da mit schlichter Erziehung ziemlich weit gekommen, mit Unterstützung der Hündin übrigens. Wir hatten neun Jahre lang Rüde & Hündin, Mutter & Sohn, beide intakt, und soooo ein Riesenproblem waren die Läufigkeiten nicht.
Wir haben sie in der Standhitze komplett getrennt gehalten, was über so etwa zehn Tage ja durchaus machbar ist. Den Rest der Zeit gingen sie getrennt spazieren, blieben nie alleine in einem Raum, und sobald der Rüde aufdringlich zu werden versuchte, wurde er konsequent auf seinen Platz geschickt. Die Hündin natürlich auch. So konnte er sich gar nicht erst groß reinsteigern.
Das funktionierte gut, weil dieser Rüde zwei Dinge sehr genau wußte: machte er seiner Mutter ernsthafte Annäherungsversuche, kriegte er von ihr gewaltig das Fell voll - die duldete ihn nicht mal in ihrer Nähe. Versuchte er, irgendwelche Einrichtingsgegenstände zu rammeln, gab's Ärger mit uns. Auf die Idee, Menschen zur Triebabfuhr zu nutzen, wäre er eh nicht gekommen. Und siehe da: Er konnte sich da durchaus "zusammenreißen" und manierlich benehmen, von nächtlichem Heulen mal abgesehen - aber das ist ja auch legitim.
Zusätzlich zur Disziplin kriegte er auch noch eine doppelte Dosis Sport: Joggen morgens, Joggen abends, zwei lange Touren, und hatte so nicht mehr allzuviel überschüssige Kräfte. Wir haben das Ganze also nicht als besonders furchbar erlebt - wenn eine seiner aushäusigen Favoritinnen läufig wurde, war das Theater sehr viel größer.