Beiträge von terriers4me

    Du hast ja schon richtig gute Tips gekriegt, aber wie sieht es denn generell mit körperlicher Bewegung aus?

    Die braucht so ein Typ Hund ebenso nötig wie geistige Anregung, vor allem in diesem jugendlichen Alter. Er muß es da auch mal richtig krachen lassen können, und es klingt eher nicht, als könnte sein Frauchen ihm da viel ermöglichen?

    Insofern würde ich wohl erstmal so am Grundgehorsam arbeiten, bis du den Grafen frei laufen lassen kannst, dann mit ihm auf ein ungefährliches, offenes Feld fahren. Jetzt gibt's Stoppeln, und über Herbst/Winter findet sich eigentlich überall ein Platz dafür.

    Da würde ich dann da Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Zusammen mit dem Hund richtig Gas geben, so daß er nach Herzenslust schnüffeln und rennen kann, und dabei immer besseren und schnelleren Abruf üben. Erst damit, daß du ihn ranpfeifst/rufst und belohnt, dann damit, daß du das aus immer größerer Entfernung tust. Dabei kannst du auch wunderbar Abliegen auf immer größere Distanz üben, immer abwechselnd mit Abrufen oder so, daß der Hudn leigen muß, bis du ihn abholst.

    Dann steigerst du das Ganze damit, daß du sofort nach dem Ruf/Pfiff wegläufst, der Hund also richtig Gas geben muß, um dich zu "erwischen". Und schließlich unser Terrier-Lieblingsspiel: Du versuchst, "abzuhauen", sobald der Hund anderweitig beschäftigt ist und belohnst ihn, wenn er blitzschnell reagiert und dich sofort einholt.

    Wir haben an unseren privaten Stoppelfeld-Rennen immer einen Riesenspaß...

    Externer Inhalt img5.fotos-hochladen.net
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    ....und für meine große weiße Jägerin ist es immer noch DAS Lieblingsspiel, weil sie da zwei ganz große Russell- Stärken vereinen darf: Reaktionsschnelligkeit und Renntempo.

    Ich hab doch ausdrücklich geschrieben: mit den Leuten, bei denen eine Frage echtes Interesse ist, unterhalte ich mich gerne und hab gerade bei dem Blinder-Hund-Thema auch sehr viele gute Gespräche mit netten Leuten geführt.

    Aber es gab da eben auch regelmäßig diese anderen, bei denen du schon am Ton so einer mal eben hingerotzen Frage ablesen konntest, daß da alles andere im Spiel war als Interesse amThema - und sowas würge ich inzwischen generell rigoros ab, weil ich einfach keine Lust mehr habe, erst meine Zeit zu vergeuden und mich nachher auch noch über solche Gegenüber zu ärgern. Und jemand, der mich aufdringlich nach dem Preis meines Hundes fragen würde, um sich hinterher daran hochzuziehen, fiele für mich in die gleiche Kategorie.

    "Habe mir das halt bildlich vorgestellt, wie der Jäger vor seinem Hund mit dem Gewehr steht und auf ihn zielt. Dabei kann ich mir vorstellen (vielleicht zu menschlich gesehen), dass der Hund weiß, was nun auf ihn zukommt..."

    Das ist wirklich zu menschlich gedacht, der Hund kann ja nicht abstrakt denken und ein Gewehr mit dem eigenen Tod verknüpfen. Auf einen ausgebildeten Jagdhund träfe ja ohnehin eher das Gegenteil zu: dem bedeutet Herrchens angelegtes Gewehr genau dasselbe wie einem anderen Hund der gezückte Futterdummy, nämlich das Signal für: "Gleich kriegst du RICHTIG Spaß!"

    Wenn man es kann, wäre sowas - vertraute Umgebung, vertraute Menschen, blitzschneller Tod - sicher ein sehr humanes Ende und wesentlich streßfreier für den Hund als der Tierarzt mit der Spritze und vielleicht sogar noch die Praxis. Ich hab von mehreren alten Jagdhunden gehört, mit denen ihr Besitzer nochmal zur "Jagd" aufbrach, also zu dem, wofür sie immer gelebt hatten, um sie dann nach einem letzten glücklichen Moment draußen zu erschießen.

    Sowas wäre tatsächlich der härteste Dienst, den man einem alten Freund erweisen könnte. Aber irgendwie kann ich mir schwer vorstellen, daß man bei seinem eigenen Hund wirklich eine ausreichend ruhige Hand hätte?

    Irgendwie bewundere ich ja die Leidensfähigkeit, mit der ihr mit völlig Fremden über Dinge diskutiert, die sie nichts angehen.

    Ich meine jetzt natürlich nicht nette, wirklich interessierte Leute, mit denen rede ich auch immer gern. Aber auf die ganz blöden Hunde-Fragen ("Wieso geben Sie sich so viel Mühe mit einem blinden Hund und kaufen sich keinen neuen?") antworte ich inzwischen in freundlichstem Ton: "Darf ich mal zurückfragen, was Sie das eigentlich angeht....?"

    Damit hat sich sowas erledigt, und nach dem Preis meines Hundes hat noch kein Fremder gefragt - nur danach, was das denn für ein netter Mix wäre.

    Genau so hab ich es mit den Rüden auch gehandhabt: bei Fremdhundesichtung ging's ins "Fuß", erstmal nicht nur, damit sie in der Nähe waren, sondern auch, damit sie gleich was zu tun hatten: sich auf mich konzentrieren. Dann einfach zügig vorbei, es sei denn, die Menschen entschieden es anders. Mit befreundeten Artgenossen durften sie natürlich Kontakt haben, einfach zu Fremden hinlaufen war nicht. Punkt.

    Da sowas früher mit einander fremden, ausgewachsenen Rüden allgemein üblich war ("sozial" sein soll jeder mit jedem erst seit so roundabout 15 Jahren), gab's auch eher selten Probleme.

    Das wäre auch mein Tip, so aus der Ferne: der Hund wird gerade erwachsen und kann auf Fremde von jetzt an gut verzichten.

    Völlig normal - nur muß er nun auch lernen, daß er seiner Abneigung nicht etwa freien Lauf lassen und alles verjagen darf, was ihm vor die Zähne kommt, sondern sich zivisiert zu benehmen hat, während du den Umgang regelst.

    Die ach so gut "sozialisierten" Hunde, die dann prinzipiell von sich aus jeden Artgenossen lieben, sind eher Menschentraum als Hundewirklichkeit - bei normalen Erwachsenen sieht das nun mal anders aus.