Beiträge von terriers4me

    Der furchterregendste Mix, der mir bis jetzt begegnet ist, war Deutsche Dogge mal Pitbull-Typ.

    Eine Hündin mit Größe und Kraft einer Dogge, sehr menschenfreundlich, aber richtig bös aggressiv gegenüber Artgenossen beiden Geschlechts und jeder Größe. Zusammen mit einem Halter, der das weder kontrollieren konnte noch wollte, war das eine Kombination, der man besser weit aus dem Weg ging, wenn man Wert auf einen heilen Hund legte.

    Nach mehreren heftigen Beißvorfällen und den entsprechenden Anzeigen gingen die zum Glück nicht mehr hier im Revier - keine Ahnung, was aus dem Hund geworden ist.

    Geringere Größe hat wirklich enorme praktische Vorteile: Meine 47-Zentimeter-Hündin ließ sich notfalls im Schutz einer tief gehaltenen Aktentasche mit Mantel drüber an dem einzigen meckrigen Pförtner vorbeischmuggeln, oder liegend mal unter einem großen Pullover verbergen.
    Der Doggenmix meiner Kommilitonin flog da regelmäßig auf...*g*

    Ich hab anno dazumal auch mit Hund studiert un0d fand es NUR genial. Aus meiner praktischen Erfahrung würde ich dir aber raten, dich weniger auf eine Rasse festzulegen, sondern auf einen bestimmten Hundetyp: sehr gelassen und umweltsicher, menschenfreundlich bis zum Geht-nicht-mehr, nett anzusehen und - das fand ich wichtig - nicht größer als mittel.

    Wenn du so einen noch gut erziehst, hast du nämlich die Chance, den auch noch mitbringen zu dürfen, wo Hunde eigentlich verboten sind - er darf eben nur nicht auffallen, höchstens positiv. Dann hast du nach dem Studium vielleicht sogar die Möglichkeit, ihn noch viel in den Beruf mitnehmen zu können, bei uns hat das tatsächlich geklappt.

    Insofern würde ich persönlich Labrador und Collie von der Liste streichen, weil die zu einfach groß sind, so viel Hund wirkt oft schon zu bedrohlich. Leute, die eigentlich Angst haben, nehmen viel weniger Anstoß, wenn der Hund unter deinem Stuhl liegen, mal auf deinem Schoß sitzen und sich notfalls "unsichtbar" machen kann - das gibt automatisch Sympathiepunkte. Ich würde für den ersten Hund also auch eher unter den kleineren, rundum praktischen, nicht zu lebhaften Modellen suchen.

    Meine Uni-Hündin war ein Pudeldackel-Terrierschnauzer-Mix. Terrier & Schnauzer würde ich eher ausschließen, wenn du mit einem Welpen anfangen willst, die einen wegen des Temperaments, die anderen wegen der Bellfreudigkeit - aber Pudel und Dackel wären vielleicht die richtige Richtung?

    Es kann ganz einfach die Schwüle sein, die ihn von Zeit zu Zeit nach einem angenehmeren Platz suchen läßt - Obergeschoß ist ja meist deutlich wärmer. Kombiniert damit, daß im Moment draußen nachts mehr los ist und er deshalb dann gleich mal Revier-Patrouille geht.

    Wenn er sich sonst normal benimmt, würde ich mir da keinerlei Gedanke machen - meine Hunde hatten alle mal solche Phasen, vor allem im Sommer, wenn unten das kühle Terrakotta lockt. Wenn der Hund gequält und angespannt wirken würde, keine Ruhe fände, dich bedrängen würde, ständig rausmüßte, dann wäre es was ganz anderes, aber so, wie du das beschreibst, klingt es wirklich völlig normal: Er ist jetzt drei, damit ist er erwachsen und hat eventuell das Bedürfnis nach mehr Abstand und einem Schlafplatz seiner Wahl, von dem aus er mehr im Blick hat. Er hat ein eigenes Revier bekommen, und da macht er jetzt seinen Erwachsene-Hunde-Job.

    Sowas würde ich auch nicht unter Kontrollzwang einordnen, sondern unter "Verwendungszweck" - Hunde waren ja ursprünglich mal dafür da, daß ihre Besitzer ruhig schlafen konnten.

    Ich barfe zwar nicht im sozusagen religiösen Sinn, sondern füttere einfach seit 17 Jahren frisch, aber die Vorteile wären vergleichbar: Erstmal, denke ich, spielt der Spaßfaktor für Hund & Halterin eine Riesenrolle: Ich seh einfach gerne zu, wie's dem Terrier schmeckt und freue mich daran, daß meine drei frisch gefütterten Hunde im Fell deutlich besser aussehen/aussahen als ihre beiden Fertigfutter-Vorgänger und der "Hundegeruch" sic hauf ein Minimum reduziert hat.

    Zum zweiten ist frisches Futter für mich wesentlich preiswerter als auch nur halbwegs akzeptables "fertig", weil außer dem Frischfleisch eh fast alles in Menschen-Küche & Garten abfällt.

    Und drittens ich weiß gern genau, was drin ist und stelle die Ration nach Bedarf zusammen: wird der Hund etwa zu dürr, gibt's mehr Getreide, legt er zu sehr zu, wird eben der Gemüseanteil größer. Finde ich superpraktisch, weil man die Erfolge so schnell sieht.

    Eine Religion würde ich aus einer Fütterungsweise allerdings nie machen, ich denke, bei einem gesunden Hund führen viele Wege nach Rom, dafür sind die Viecher einfach vielseitig genug - insofern liegt die Futterfrage auch viel an den Prioritäten des Besitzers.

    Auf meine stoffwechselkranke Hündin wäre das allerdings nicht zugetroffen, die vertrug nicht mal mehr irgendein Spezialfutter vom Tierarzt - wenn wir da nicht die frischen Zutaten einzeln ausprobiert hätten, hätte ich sie nicht am Leben erhalten können. Aber das war nun wirklich ein Sonderfall.

    Ich glaube auch nicht, daß er gezielt "testet". Nach deinen Schilderungen liest es sich eher, als hätte ihr euch da gegenseitig in einen Teufelskreis aus Angst Unsicherheit und Fluchtversuchen reingesteigert und fändet da jetzt beide nicht mehr raus. Du denkst vor jedem Spaziergang "bitte bloß nicht wieder", dein Hund bekommt diese Unsicherheit mit und zieht daraus die für seinen kleinen Hundeverstand logische Konsequenz, daß Spaziergänge mit einem so unsicheren Frauchen derart gefährlich sind, daß er das nicht haben muß. Er fürchtet sich, versucht aus der Situation zurück in Sicherheit zu fliehen, wiederum dich nervös macht, du verstärkst mit deiner Reaktion seine Angst - und so weiter...

    Soweit ich mich ernnere, hatte ihr ein ähnliches Problem doch auch schon in Hausnähe, oder? Hast du damals seine Augen überprüfen lassen? Schlecht sehende Hunde zeigen ja draußen oft solche extremen Angst- und Fluchtraktionen. Ansonsten würde euch wohl wirklich am besten ein guter Trainer helfen, der sich das Ganze nicht nur ansieht, sondern euch allen beiden auch die nötige Sicherheit vermitteln kann.

    So, wie du es beschreibst, hat der kleine Kerl bis jetzt im Grunde nichts kennengelernt als Frust: Herrchen läßt ihn arbeitslos durch die Gegend stratzen und seine Beschäftigung selbst suchen, Frauchen hält ihn an der Flexi.

    Insofern wirst du sein kleines, großes Terrier-Herz sicher sehr schnell damit gewinnen, daß du ihm zeigst, daß du spannende Aufgaben zu bieten hast, die ihr gemeinsam löst und bei denen er seine Talente einsetzen darf. Auf ihre etwas andere Weise sind gerade diese Hunde ja total verrückt darauf, mit ihren Menschen was zu tun. Chilli ist ein schönes Beispiel dafür, mit welchem Feuereifer so ein geborener Arbeitshund an einfach alles gehen kann, was seine Leute ihm bieten.

    Wenn der kleine Graf - leider - schon so viel Chaos gewohnt ist, wird dir aber nichts übrigbleiben, als ihn erstmal lückenlos zu sichern. Jedenfalls so lange, bis du merkst, daß er sich draußen wirklich auf dich bezieht, nicht auf das Auto am Horizont, alles andere wäre wirklich lebensgefährlich.

    Aber, wie gesagt: diese Burschen habe so einen pfiffigen, charmanten Arbeitseifer, daß ihr auch an konzentrierterten Jobs viel Vergnügen haben werdet, sobald er einmal kapiert hat, daß Spaß und Anerkennung jetzt von dir kommen und er da nicht mehr auf sich selbst gestellt ist. Sieh dir doch auch mal den Thread von Foxi hier im Forum an - da kannst du richtig verfolgen, wie so ein Hund ins Strahlen kommt.

    ...und vor allen Dingen haben die Burschen den Vorteil, zu ihrer Cleverness sehr flexiblel und entsprechend lange lernfähig zu sein.

    Mit zwei Jahren, also mitten im allerbesten Teenie-Alter, sollte er noch so ziemlich alles mitmachen, und pfiffig, wie diese Hunde sind, wird er vermutlich mit Feuereifer bei der Sache sein, sobald du ihm Anregungen bietest und er was lernen DARF.

    Ich wünsch euch einfach mal jede Menge Spaß dabei - aber ich denke, den werdet ihr haben!