Beiträge von terriers4me

    Irgendwie bewundere ich ja die Leidensfähigkeit, mit der ihr mit völlig Fremden über Dinge diskutiert, die sie nichts angehen.

    Ich meine jetzt natürlich nicht nette, wirklich interessierte Leute, mit denen rede ich auch immer gern. Aber auf die ganz blöden Hunde-Fragen ("Wieso geben Sie sich so viel Mühe mit einem blinden Hund und kaufen sich keinen neuen?") antworte ich inzwischen in freundlichstem Ton: "Darf ich mal zurückfragen, was Sie das eigentlich angeht....?"

    Damit hat sich sowas erledigt, und nach dem Preis meines Hundes hat noch kein Fremder gefragt - nur danach, was das denn für ein netter Mix wäre.

    Genau so hab ich es mit den Rüden auch gehandhabt: bei Fremdhundesichtung ging's ins "Fuß", erstmal nicht nur, damit sie in der Nähe waren, sondern auch, damit sie gleich was zu tun hatten: sich auf mich konzentrieren. Dann einfach zügig vorbei, es sei denn, die Menschen entschieden es anders. Mit befreundeten Artgenossen durften sie natürlich Kontakt haben, einfach zu Fremden hinlaufen war nicht. Punkt.

    Da sowas früher mit einander fremden, ausgewachsenen Rüden allgemein üblich war ("sozial" sein soll jeder mit jedem erst seit so roundabout 15 Jahren), gab's auch eher selten Probleme.

    Das wäre auch mein Tip, so aus der Ferne: der Hund wird gerade erwachsen und kann auf Fremde von jetzt an gut verzichten.

    Völlig normal - nur muß er nun auch lernen, daß er seiner Abneigung nicht etwa freien Lauf lassen und alles verjagen darf, was ihm vor die Zähne kommt, sondern sich zivisiert zu benehmen hat, während du den Umgang regelst.

    Die ach so gut "sozialisierten" Hunde, die dann prinzipiell von sich aus jeden Artgenossen lieben, sind eher Menschentraum als Hundewirklichkeit - bei normalen Erwachsenen sieht das nun mal anders aus.

    Lavinia
    GENAU so würde ich (ebenfalls Terrierhalterin...) das auch sehen, und deshalb eben auch überhaupt nicht auf die Idee kommen, den Halter des anderen Hundes heranzuziehen.

    Wen ich persönlich hier in die Pflicht nehmen würde, wäre der Sitter - den bezahle ich ja eigentlich dafür, auf meinen Hund aufzupassen, und nicht, um ihn (und dann auch noch mit Schleppleine!) eben genau nicht in solche Situationen geraten zu lassen. Das finde ich schon sehr leichtfertig, zumal du als Halter ja letztlich dafür geradestehen müßtest, wenn dein Hund irgendwas anrichtet.

    Mein jetziger Hund wäre der Idealtyp zum Klauen: Moderasse, klein, niedlich, leicht einzuschüchtern & hübsch genug, daß der Wiederverkaufswert entsprechend wäre - also ist Anbinden oder irgendwo Alleinlassen ohnehin ein absolutes no go. Da hätte ich viel zu viel Angst.

    Die Größeren hab ich schon mal kurz vor Apotheke/Bäcker etc sitzen lassen, wo ich sie im Blick hatte - aber selbst da ist es mir Anno 1974 schon passiert, daß plötzlich ein aus dem Buggy gehobenes Kleinkind auf den am Fahrradständer direkt vor der Glastür sitzenden jungenden Hund loswackelte und dem kräftig einen Anorak überdrosch. Ich kam immerhin gerade noch früh genug raus, um den Hund daran zu hindern, sich seiner Haut zu wehren - wär das weiter weg gewesen, hätte es ganz böse ausgehen können. Stolze Mutter stand übrigens daneben und sagte auf meinen Wutanfall: "Er muß sich doch durchsetzen lernen!"

    Danach hatte ich einen Hund, der sehr mißtrauisch auf fremde Kinder reagierte - und habe noch viel seltener einen irgendwo angebunden.

    Was ich am deiner Stelle allerdings ganz bestimmt täte wäre, ein ernsthaftes Wort mit dem Gassigänger reden - ich wäre stinkstocksauer, wenn einem Schleppleinen-Hund erlaubt würde, auf meinen zuzulaufen und rumzuprollen. Wenn die sich dann in die Flicken kriegen - was ja passiert ist - ist die Schleppleine saugefährlich. Da hätte sich auch einer der Kontrahenten verwickeln können, was die Beißerei dann wirklich gefährlich und erbittert gemacht hätte - was ja zum Glück nicht passiert ist.

    Aber das ist eine Situation ,die wirklich gar nicht geht - entweder du hast das Ding dran und hältst den Hund dann entsprechend von Körperkontakten ab, und du suchst die, dann muß der Hund aber frei laufen. Ich hab als Besitzer des freilaufenden Spielpartners inzwischen so viele Beinahe-Unfälle durch Schleppleine an anderen Hunden zu verzeichnen, daß meine Hündin da grundsätzlich nicht mehr in die Nähe kommt.

    Das würde ich wirklich für die Zunkunft regeln, bevor da ernsthaft was passiert.

    Theoretisch muß wohl der Halter des beschädigenden Hundes haften .Praktisch würde ich es mehr als unfair finden, meinen Rüden erst einen anderen so lange bedrängen zu lassen, bis dem aus gutem Grund der Kragen platzt, und dann auch noch dessen Haltern den Schwarzen Peter zuzuschieben. Was hätten die denn machen sollen, ihren Hund fesseln & knebeln, damit deiner ungefährdet den Larry machen kann?

    Ich würde das Ganze als Lehrgeld sehen, hoffen, daß auch mein Hund was gelernt hat, und ernsthaft an dem Proll-Problem arbeiten.

    Meine Hündin erblindete mit acht Jahren binnen eines Monats, und ja: es war ein Fulltimejob - zumindest das erste halbe Jahr, bis sie den Schock überwunden und sich auf die Behinderung eingestellt hatte. Würde ich nicht zuhause arbeiten, wäre das überhaupt nicht machbar gewesen. Und so, wie sich später auf mich eingespielt hatte, hätte zumindest ich keinen zweiten Hund mehr führen können, weil der Job als "Blindenmensch" volle Konzentration gefordert hat.

    Mit einem Hund, der schon an seine Behinderung gewöhnt und dazu noch jung ist, sieht das sicher anders aus, und sicher kann der von einem "fürsorglichen" Artgenossen enorm profitieren und der Mensch hat's leichter. Aber zu blauäugig, so nach dem Motto: "Das ist einfach ein normaler Hund, der nichts sieht", würde ich da nicht mehr rangehen.

    Vielleicht magst du mal diese, sehr schöne Seite durchgehen, da findest du viel über solche Erfahrungen - kannst aber auch zwischen den Zeilen lesen, was es für eine enorme Aufgabe bedeutet, alles so "easy" laufen zu lassen:

    http://www.dreamdogs-trio.de/