Beiträge von terriers4me

    Zitat

    Ich hätte gern gewusst, wie daß die Verdauung beeinflusst hat.

    Mein Siebenkiloterrier hat vor ein paar Jahren gleich vier von diesen Billig-Meisenknödeln verdrückt, zum Glück ohne Netz. Der Hund sah aus wie eine Schildkröte, rülpste im Körbchen zufrieden vor sich hin, und ich habe helle Panik geschoben - Sonntag, kein Tierarzt offen. Kriegt die jetzt einen Darmverschluß von all der Kleie? Am Ende erreichte ich eine TA-Bekannte, und deren trockener Kommentar lautete: "Entweder kotzt sie alles aus, oder sie kriegt den Durchfall ihres Lebens."

    Erstaunlicherweise passierte dann nichts von beidem, irgendwie hat sie das Zeugs regelrecht verdaut. Allerdings fast eine Woche lang aufgequollene Weizenkörner gesch***.

    Als ich die Knödel noch selbst machte, nur Rindertalg plus Haferflocken, waren nicht nur die Gefiederten regelrecht verrückt drauf, sondern die beiden Airedales stellten bei dem Geruch nahezu Hochsprungrekorde auf. Da brauchte man sich auch keine Sorgen zu machen, wenn sie mal einen erwischten.

    Zitat

    Dieses "Schalter umlegen" (wenn auch immer mit zumindest einem gewissem Anlass) hatte Grisu (Aussie) ja auch. Der hat erst reagiert und dann gedacht. Völlig egal, ob er selbst etwas abbekam. Der hat sich ja mehrfach im Leben ohne jedes Zucken einer lebensgefährlichen Situation ausgesetzt. So für mein Empfinden, hat da jeflicher Selbsterhaltungstrieb gefehlt (braucht man an Rindern vermutlich).

    So sind viele Terrier und andere Arbeitshunde ja auch drauf, wenn es um den Job geht. Meine Seniorin war vorgestern absolut bereit zu jedem Opfer, um dafür die wütende Ratte zu erwischen, so dass ich sie wegtragen musste. Das Supersensibelchen hätte sich die Nase abbeißen lassen und trotzdem weiter zugefasst. Aber da gibt es eben immer einen Grund oder zumindest irgendeinen Auslöser, der bei diesen kranken Wutattacken so total fehlt.

    Es sei denn, man will so weit gehen und bei diesen XL-Bullys unterstellen, ihr Job sei eben das Zusammenbeißen von Menschen....

    Klingt logisch - leider scheint man da sehr wenig Genaues zu wissen.

    Achtung, jetzt kommt pure Spekulation: Bei einem Hundetyp, der viel zu oft von Leuten gezogen wird, die überhöhte Aggression nicht als unerwünscht, sondern als so richtig cool betrachten, könnte die Gefahr sehr viel größer sein, dass so ein vermeintlich voll krasser Beisser sogar noch positiv gesehen wird, die Gestörten also nicht automatisch aus der Zucht genommen werden - eher im Gegenteil.

    Don't feed the troll. Dafür ist diese Diskussion viel zu interessant.

    Ich las eben auf einer amerikanischen Seite, dass diese "sudden onset rage" normalerweise erst zwischen 1-3 Jahren beginnt - was Chris' Frage beantworten würde: den Welpen und Junghunden würde man dann tatsächlich noch nichts anmerken können. Was wieder zu der "er war doch immer so ein netter Familienhund" Schilderung passt.

    Die Diagnose in der Uniklinik lautete damals "sudden onset rage", und es waren Attacken, während derer der Hund anderweitig komplett empfindungslos war - da hätte man mit einem Vorschlaghammer draufschlagen können, er hätte weitergebissen, solange er noch atmete. Daran erinnerte mich eben die Beschreibung, dass auch schwer angeschossene Bullys nicht zu stoppen sind.

    Wie gesagt, wäre die Besitzerin nicht so verzweifelt und zerbissen gewesen, hätte ich sowas bei einem so sanftmütigen 15 Kilo-Schlappohr nie für möglich gehalten - und das übersetzt auf 60 Kilo aufwärts ist einfach Horror pur.

    PS: Die Frau hatte übrigens später einen Retrievermix, der gesund, unauffällig und bestens erzogen war, davor kannte ich sie mit einem ebenso unauffälligen Dackel. An der lag es garantiert nicht.

    Zitat

    Hm, interessante Frage. Gibt es eine Variante der Cockerwut bei den Bully Breeds.

    Ich hatte gehofft, genau das weiß hier jemand: Ist das nur "Cocker"wut (der Besitzerin wurde damals gesagt, sowas käme gelegentlich auch in anderen Rassen vor, Golden Retriever wurden genannt). Oder ist es ein rasseunabhängiges, generelles neurologisches Krankheitsbild, das nur zufällig zunächst bei Cockern so häufig diagnostiziert wurde, das es diesen Namen bekam, das aber auch überall sonst auftauchen kann? Um dann, wie bei den Bullys, durch Inzucht auf einen Träger wie den in dem Artikel genannten, in der Rasse potenziert zu werden?

    Mich erinnert die Schilderung frappierend an eine rote Cockerhündin, die eine Zeitlang mit meinem Russell befreundet war, und deren Besitzerin am Ende nur noch weinend spazierenging, weil sie nicht mehr ein noch aus wußte.

    Die etwa dreijährige Hündin haben wir draußen nur als entzückenden, weichen, schmusigen, komplett normal regierenden Hund ohne Aggressivität in irgendeinen Richtung kennengelernt, aber die Besitzerin hatte immer wieder immer schwerere Bißwunden. Die schilderte das genau so: unvorhersehbar "komischer Blick", und dann eine vehemente Attacke, während der der Hund komplett unansprechbar und körperlich gefühllos war. Danach eine Zeit wie benommen, fast verwirrt, dann wieder lieb wie sonst. Zunehmende Tendenz, kein Auslöser zu finden. Nach einer ganzen Ärzte- und Uniklinik-Odyssee wurde die Hündin mit "sudden onset rage" diagnostiziert und eingeschläfert.

    Langer Rede kurzer Sinn: der verzweifelten Besitzerin wurde damals gesagt, es handele sich um einen Gendefekt, auf jeden Fall vererblich, wenn auch damals noch nicht klar, wie. Irgendwelche familiären Vergleiche gab es leider nicht, der Hund war aus dem TS. Abgegeben wg. Beißvorfall.

    Die Stimme der Frau hab ich heute noch im Ohr: "Sie möchte mich dann wirklich töten." Sowas bei einem 60 Kilo-Muskelpaket mit zusätzlichen Kampfprofi-Genen....unvorstellbar.

    Zitat

    Hundeflöhe gehen doch eher selten auf Menschen über

    Äh - doch, und es gibt sogar Menschen, die bevorzugte Opfer sind, und ich gehöre leider dazu. Sobald der Hund/ der Igel/ Gottweißwer, auch nur einen einzigen Floh anschleppt, ist der ruckzuck bei mir. Was den Vorteil hat, dass wir in Jahrzehnten mit einer unübersehbaren Kollektion an Viechern noch nie einen wirklich ersthaften Befall hatten ,ich merke es immer sofort. Eine meiner Freundinnen ist ähnlich begehrt, nur dass die das Pech hat, in einer Tierarztpraxis zu arbeiten. Da sagen die lieben Kollegen dann: "Du, wir hatten gerade einen total verflohten Kater im Wartezimmer. Gehste bitte mal rum und sammelst die Reste ein....?"

    Ansonsten: keep calm, und der Staubsauger ist jetzt dein bester Verbündeter. Weitaus effizienter und harmloser, als die ganze Bude flächendeckend zu vergiften. Macht nur etwas mehr Arbeit, hilft aber wirklich.