Beiträge von terriers4me

    Offenbar ist es nie zu spät, sich Lebensträume zu erfüllen - Erbse hat knapp vor dem Fünfzehnten endlich den fetten, nervigen Rattenkönig erwischt, der uns (und vor allem sie!) hier seit Wochen ärgert und zu schlau für Gift & Fallen war. Schließlich hat er die letale Dummheit begangen, den Hühnern einen Besuch abstatten zu wollen. DAS Spektakel konnte selbst einem schwerhörigen Terrier nicht entgehen, und als ich dann auf ein kurzes, aber fürchterliches Quieken dazukam, hatte Erbse das Viech schon professionell gehimmelt. Die erste Ratte ihres langen Lebens, entsprechend floss das Jäger-Adrenalin, aber sie hat die Leiche dann, brav wie immer, gegen ein fettes Leberwurstbrot getauscht.

    Also alles schick, aber, Leute: War-mir-schlecht! Das Biest wog über 400 Gramm und hätte mit den Zähnen sonstwas am alten Hund anrichten können. Glück gehabt, wir sind ihn endlich per Sekundentod los, die Hühner sind wieder sicher, Erbses Lepto-Impfung ist auch aktuell. Sie war den ganzen Abend high und brauchte einen langen Spaziergang zum Runterkommen. Und ich hab mir gegen die schlotternden Knie halt wieder mal das Mantra aufgesagt: Ich will ja einen Terrier, ichwilljaeinenTerrier, ichwillja...und so weiter.

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    Nun stellt sich mir die Frage: Kann es sein, dass es für die allermeisten Hunde vor Allem eine Frage der Gewöhnung ist, ob sie mit dem Stadtleben klarkommen?

    Ich würde mich auch nachdrücklich denen anschließen, die gesagt haben, es kommt total auf die Genetik des Hundes an. Entweder er ist für die Stadt geboren, oder er ist es nicht. Meine erste Hündin ,Pudeldackelterrierschnauzer, war ein Landei, das zum ersten Mal Großstadt erlebte, als wir zusammen zum Studium nach Hamburg zogen. Von Null auf hundert - und sie LIEBTE es von Anfang an. Kam überall klar, war entsprechend überall dabei, fand alles großartig und zeigte ihre Prioritäten später sehr deutlich, als wir wieder ruhiger wohnten: Zog ich die "Ab nach draußen!"-Klamotten an, verdrückte sie sich möglichst, aufgebrezelt und Aktentasche hatte ein dringendes "NIMM MICH MIT!!!" zur Folge.

    Die Nachfolgerin, Airedale, erledigte City so brav und unaufgeregt wie alles andere, war aber deutlich lieber draußen. Und für beide Russells wäre dieses Umfeld der absolute Horror gewesen, die hatten/haben schon Probleme mit all den Reizen in der Kleinstadt-Fußgängerzone.

    Mein Fazit daraus wäre wirklich: Stadthunde werden erstmal geboren - sie dann auch entsprechend zu erziehen, ist einfach. Muß man aber sehr viel arbeiten, um den Hund überhaupt nur an dieses Umfeld zu gewöhnen, würde ich mich schon fragen, ob es das richtige ist.

    Ich weiß es, ihr wißt es, die meisten Käufer kümmert es nicht - trotzdem mal wieder ein interessantes, schön nüchternes Video zum Thema BOAS:

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    Allerdings sehr optimistisch, ich finde die auch "improved" noch absolut bedauernswert....

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hat genau dieser Halter schon mindestens eine größere Fläche wegen des Wolfsdrucks aufgeben müssen, könnte also sein, dass er keine Ausweichmöglichkeiten mehr hat. Er hat mit Zaun und Hunden ja schon das Mögliche getan, was soll jetzt noch folgen? Ganzjährige Stallhaltung, makabererweise beginnend mit dem traditionellen Weideaustriebs-Monat? ? Oder gleich ganz aufgeben?