Beiträge von Julia127

    Was lange währt wird halb gut... oder so. :lol:

    Nach 3 Monaten und 5 Terminen (:muede:) gibt es ein Zwischenergebnis... Es wurde ein Chopo Rottweiler Hündin. Ich bin im großen und ganzen zufrieden.

    (Auch wenn das auf den Bildern nicht so wirkt (weil er im Halsbereich so viel lose Haut hat): an Halsstrebe und Halsriemen hat er genug Platz.)

    Leider hat der Korb (vom Hundekopf aus gesehen) noch einen leichten "rechtsdrall" (sieht man auf dem letzten Bild ein bisschen), so dass das linke Viereck des Nasenpolsters hochrutscht. Das Viereck können wir leider nicht entfernen, da das Nasenpolster genau dort liegen bleiben muss.

    Ich werde in den nächsten Tagen/Wochen noch ein bisschen rumprobieren und biegen. Vllt. kriegen wir den "rechtsdrall" noch raus. Ansonsten akzeptiert Yoshi den Korb schon gut. Er hat ihn zum üben nun zwischendurch beim laufen an der Flexi an und bewegt sich ganz normal. Ich bin ansonsten zufrieden und froh dass das "Projekt" durch ist. :headbash:

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    Vergangenheiten der Hunde werden gewiß auch nicht ausgeklammert.

    Na ja, als sie ihn fragt wie oft er schon gebissen wurde, sagt er, das er bei dem hundersten Biss aufgehört hat zu zählen. Hört sich für mich einfach an, als ob er das Potential von Hunden, die nun mal wegen Vorfällen bei ihm sind, unterschätzt hat. |)

    Ich fand ein bisschen merkwürdig... er erzählt der Frau das der Hund Kim einen Menschen getötet hat. Dann gehen sie in das Gehege von Kim - Die Frau sagt: "Also ich hab Respekt. Definitiv."

    Und er: "Joah. Ist ein Rottweiler. Es gibt viele schlimme Geschichten über Rottweiler. [...] Sind aber tolle Familienhunde. Mit der richtigen Erziehung."

    Äh. Der Respekt der Dame kam nicht daher weil das ein Rottweiler ist und wegen irgendwelcher Geschichten, die sich irgendwelche Leute erzählen. Sondern weil du ihr vor 30 Sekunden erzählt hast, das dieser HUnd einen Menschen getötet hat. Klammert er die Vergangenheit der Hunde gedanklich komplett aus? :???:

    Nachdem wir in der letzten Zeit, ein paar wirklich positive Erfahrungen gemacht haben, hatten wir gestern leider den Supergau, den ich immer fürchte.

    Ich parke, Hunde werden ausgeladen. Wir laufen zu meiner Wohnung und da sehe ich nachdem wir einen Busch passiert haben, das auf der Wiese der kleine schwarze Terrier-Mix sitzt. Das ist ein Rüde der auch sehr gern pöbelt und an der Leine ausflippt. Ich seh ihn und denk schon "och neee". Aber Yoshi guckt und, entweder nimmt er ihn nicht wahr, weil er so still sitzt (sehr wahrscheinlich) oder er will nur schnell nach Hause. Er guckt kurz und läuft weiter.

    Ich feiere schon, lobe und freue mich und höre plötzlich eine Frau laut schreien. Ich schaue nach rechts: Der Terrier ist durchgestartet. Er war offenbar nicht angeleint. :pfeif:

    WARUM? Wir sind hier in einer dicht besiedelten Siedlung und dieser Hund hat nicht nur mit meinem Beef, sondern mit eigentlich allen Rüden hier.

    Auf jeden Fall startet er durch und rennt auf uns zu. Und Yoshi geht verständlicherweise hoch. Ich halte ihn so gut es geht an Geschirr und Halsband und bereite mich auf den anderen Hund vor. Kurz bevor er bei uns ist, fahre ich ein Bein aus und versuche ihn von Yoshi abzuschirmen, so gut es eben geht. Der Hund ist aber scheinbar halbherzig unterwegs, bremst schon recht frühzeitig und kommt nur auf einen Meter ran und kläfft von da aus weiter.

    Patt-Situation. Ich stehe da eben mit meinem ausgefahrenen Bein. Der andere Hund wütend kläffend. Ich sehe aus den Augenwinkeln wie die (ältere) Besitzerin angelaufen kommt aber sie hat noch ein Stück bis zu uns.

    Und dann kommt Molly entspannt von rechts in die Szene. |) In ihrer typischen Art "schiebt" sie sich zwischen mein Bein und den anderen HUnd und versucht freundlich zu blocken. Sie steht einfach stumpf nur da und wartet. :ugly: (Das ist ihre Art Konflikte zu deeskalieren. )

    Der Terrier-Mix geht nicht weg aber man merkt es arbeitet in ihm. So richtig weiss er auch nicht was er machen soll. Er dreht sich um und läuft in die andere Richtung weg. Die keuchende HH ist fast bei uns und schmeißt fluchend ihre Leine hinterher. |)

    Die ganze Szene hätte aus einer Sketch-Show stammen können. Die HHin schreit, ob er lebensmüde wäre und rennt ihm weiter hinterher. :ugly:

    Im Nachhinein weiss ich nicht ob das wirklich eine reine Scheiss-Situation für Yoshi war oder ob er vllt. sogar etwas postives daraus mitgenommen hat. Wir haben ihn im Team eben abschirmen können.

    Zudem kam er danach extrem schnell runter. Wir blieben noch kurz da stehen, um einmal richtig durchzuatmen und ja, er war natürlich aufgeregt und hat geschaut, wo der andere Hund hin ist aber er konnte sich gut runterfahren und war ansprechbar. Und das Sekunden (!!) nach dem Konflikt.

    Ich hatte trotzdem etwas Bedenken, das er wegen des Vorfalls einen Rückschritt gemacht haben könnte. Aber vorhin tauchte plötzlich auf der anderen Straßenseite ein Hund in einer Haustür auf. Yoshi schaute ganz ruhig hin. Ich wartete ohne einzugreifen. Der Hund bewegte sich weg und hinter ein Auto. Ich sprach Yoshi an und er konnte sich entspannt wegorientieren. Das war für ihn schon sehr nah.

    Er macht das aktuell wirklich gut. Wir haben noch einen sehr langen Weg und es gibt definitiv noch klare Grenzen. Z.B. Hunde die frontal auf ihn zukommen, sind schwierig. Aber seine Zündschnur ist länger. Bei ausreichend Abstand, schaut er inzwischen recht lange bevor er reagiert. Damit kann man besser arbeiten wenn man ihn frühzeitig anspricht.

    Habt ihr auch manchmal diese latente Angst, wenn ihr mit eurem Pöbelhund an bestimmten anderen Hunde-Haltergespannen vorbei müsst?

    Oh ja... :lol:

    Die eine HHin mit schwarzem Pudel oder Doodle ist das Paradebeispiel von dem was ich nicht mag. Die kommt immer frontal auf einen zu mit richtig Tempo. Genau wie ihr Hund. Und sie wird nicht langsamer. SIe rennt quasi ungebremst in einen rein. Das macht mich immer total hektisch weil ich versuche mich zu sortieren, Yoshi unter Kontrolle zu bringen (der es HASST wenn ein Hund schnell und frontal auf ihn zukommt) und die Straßenseite zu wechseln. Aber sie sieht einen tobenden großen Hund. Und SIE. WIRD. NICHT. LANGSAMER.:muede:

    Hunde die frontal kommen, fixieren, evtl. bereits bellen. Das ist die ungünstigste Kombi und immer schwierig...

    Dann echauffiert sie sich darüber, dass der Anschaffungspreis höher sein muss bzw. Hundehaltung generell viel teurer.

    Ich finde ihre Widersprüche teils sehr verwirrend... Sie sagt ja, dass sie bei Übernahme von Hunden von Leuten die augenscheinlich nicht viel Geld haben, kein Geld nimmt. Bei "reichen" mit "dickem Auto" aber schon.

    Warum sollen sich Leute mit weniger Geld nicht, zumindest symbolisch, monetär beteiligen wenn der eigene Hund in die Einrichtung kommt? Das müssen ja keine 2000€ sein aber damit nicht morgen der nächste Hund einzieht und verkorkst wird, fände ich es schon angebracht, das ein geringer symbolischer Betrag genommen wird... Und wenn es einfach die Futterkosten des eigenen Hundes sind, die über ein paar Monate (oder während des kompletten Aufenthalts) weiter gezahlt werden. Fände ich nicht verwerflich. Und diese Kosten wären bei den (Vor)Besitzern ja auch eh angefallen. :ka:

    Menschen mit "weniger Geld" gehören genauso in die Verantwortung genommen, wie Menschen mit "viel Geld". Ich fände es ideal wenn KEINER, egal welches Einkommen er hat, den Eindruck bekommt, er könnte problem -und konsequenzlos seinen Hund in so einer Einrichtung abgeben und sich so ganz einfach und kostenlos, seinem "Problem entledigen". Das MUSS imo mit Kosten verbunden sein.

    Nach der Anamnese Anfang Juli, hatte ich inzwischen zwei Termine bei der "Verhaltensberaterin" die nach BAT arbeitet. Und es hilft mir wirklich weiter im Umgang mit Yoshi. =)

    Es war natürlich Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig mit 4 Meter Leine rauszugehen aber man gewöhnt sich dran. :lol:

    Ich habe den Eindruck das sie sehr gute Ansätze für unsere Probleme hat. Z.B. auch zu Yoshis manchmal plötzlich auftretender Nervosität wenn wir unterwegs sind, die ich mir nicht immer erklären kann. Ich hatte ja vorher auch schon zwei Trainer und da merke ich einfach einen Unterschied, schon bei der Herangehensweise an unsere Probleme und dem Verständnis wie dieser spezifische Hund funktioniert. Insbesondere die vorherige Trainerin war ja gut aber sie hat eben mit einem Schema X gearbeitet, das bei "normal sozialisierten Hunden" garantiert erfolgreich ist aber Yoshis Psyche nicht berücksichtigt. Er hat die Basis einfach nicht und das Schema funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt...

    Was ich sehr witzig fand: Yoshi nimmt bei Aufregung ja eigentlich gar keine Leckerlie. Selbst wenn ich damit vor seiner Nase herumfuchtel. Und egal wie hochwertig. Auch das vor die Füße werfen, hat er bisher immer ignoriert. :???:

    Ich hätte daher nie gedacht dass die Verknüpfung des "Leckerlie-werfen" mit einem Signal, so einen Unterschied machen kann. Das gleiche Leckerlie, was er gerade noch nicht aus meiner Hand haben wollte, ist plötzlich mit dem Signal und fallen lassen, doch interessant. (Natürlich hatten wir das vorher entsprechend aufgebaut.) Und da fällt ihm das herunterkommen nach Hundebegegnung oder generell bei unspezifischer Aufregung natürlich viel leichter weil er mit schnüffeln und aufsammeln beschäftigt ist... Ich hatte eigentlich schon ausgeschlossen,das man ihn über Leckerlie bei Aufregung überhaupt bekommt. Einfach weil er sonst so uninteressiert daran ist. |)

    Schon interessant wie so ein Hundegehirn funktioniert. :lol: In jedem Fall habe ich das Gefühl es geht voran. Das kann ich nicht mal an bestimmten SItuationen festmachen. Vllt. fühle ich mich auch einfach gerade sicherer, durch die Unterstützung im Training.

    Ach ja, danke nochmal an Dich BadlyConfused für den BAT Tipp. Egal wie es mit Yoshi weitergeht, mich hat das bisherige Training persönlich schon weitergebracht. :smile: