Toller Thread und passt genau zu uns.
Ich hatte wohl ziemlich schlechte Bedingungen für einen Hund aber wusste auch dass ich das hinbekommen werde wenn ich mich richtig reinhänge.
Ein eigener Hund war so gar nicht geplant. Der Familienhund wohnte bei meinen Eltern (zu dem Zeitpunkt war er glaube ich 15 Jahre alt) und ich bin eben täglich noch mit ihm rausgegangen wobei er aufgrund seines Alters und leichter Arthrose sich nicht mehr sooo viel bewegt hat. Er war eben ein richtiger Senior.
Ich spielte schon mit dem Gedanken einen eigenen Hund anzuschaffen weil ich gerne mit meinem Hund unterwegs sein wollte. Ihn überall mit hin nehmen. Lange Waldspaziergänge u.s.w. Ich war eigentlich gerne in der Natur unterwegs-
Unser Senior konnte das nicht mehr. Er war zufrieden mit seinem Platz im Garten und den kurzen Spaziergängen ins Feld.
Zudem war er nicht MEIN Hund sondern der Hund der Familie.
Eine Freundin war im Tierschutz tätig und schickte mir Bilder von einer Franz. Bulldogge mit Welpen die wohl aus schlechter Haltung stammten und die eine Freundin von ihr zur Aufzucht bei sich hatte. Vier kleine Welpen.
Da war ich aber noch standhaft als sie mir anbot mal mitzukommen. (Sie hatte da aber schon durchblicken lassen das sie hoffte das ich einen nehme)
Ich war dann zwar da aber hielt Abstand zu der Welpenkiste. Habe weder gestreichelt noch geschmust weil ich genau wusste das ich dann schwach werde.
Ich hatte da schon immer wieder den Gedanken: "Warum eigentlich nicht? Du kriegst das hin." Ging aber mit dem festen Vorsatz nachhause dass ich keinen eigenen Hund haben werde.
Zuhause dann aber ging die Recherche los: Wie machen das eigentlich andere Vollzeitberufstätigen mit Hund?
Ich fand in meinem Umkreis zwei Hutas und fing an zu rechnen ob ich mir die Betreuung nicht sogar leisten könnte. Sprach mit meinem Arbeitgeber darüber ob ich nicht weniger Stunden arbeiten könnte...
Da war es übrigens Ende November/Anfang Dezember.
Mitte Dezember dann rief ich die Freundin der Freundin an um nachzuhören wie es den Welpen ging. Die sagte mir dann direkt: es ist nur noch ein Welpe da. Das red fawn Mädchen.
Ich erinnerte mich nicht an ein red fawn Mädchen. Ich war eher auf die beiden schwarz weissen Jungs konzentriert die sehr aktiv in der Welpenkiste waren.
Meine Freundin (die normalerweise die Wohnungsabnahme für Tierschutzhunde macht) legte ein gutes Wort für mich ein und schon hieß es "Komm vorbei und schau sie dir doch an. Sie kann ab sofort in ihr neues Zuhause."
Ich fuhr dann hin mit einer gewissen Aufregung in der Magengrube. Kam in das Zimmer ... und da stand bedröppelt ein kleines faltiges Welpenmädchen mit Kulleraugen.
Das Bild habe ich bis heute im Kopf.
Etwas unsicher aber nicht ängstlich.
In dem Moment verstand ich gar nicht warum ausgerechnet dieser Welpe als einziger übrig geblieben ist.
Da war schon klar das ich sie mitnehmen werde.
Ich bekam etwas Futter mit, hatte aber ansonsten wirklich GAR NICHTS zuhause vorbereitet und es war Sonntag.
Zudem war da noch gar nicht klar was mit ihr in den folgenden Wochen passieren sollte. Ich hatte zwar erstmal frei und meine Schwester konnte im Notfall aufpassen aber einen Betreuungsplatz hatte ich für sie noch gar nicht. 
Also im Grunde war viel zu viel ungeklärt. Aber es hat alle geklappt... weil ich mich voll reingehängt habe und im Grunde 100% meiner freien Zeit in den Hund gesteckt habe.
Das war die ersten Wochen/Monate sehr anstrengend. Vorallem weil ich wenige Wochen nachdem ich sie bekam, mitten in einem Umzug steckte.
(Der Zeitpunkt für einen Hund war also richtig schlecht gewählt) Aber ich habe es NIE bereut. Und wenn ich sie heute so bei mir habe... ich wüsste gar nicht wie es ohne sie sein könnte. Es war so etwas wie Schicksal das sie noch da war, einfach weil sie so perfekt zu mir passt.
Ich musste mir viel Kritik von meiner Familie anhören (außer besagter Schwester), die mich für verruückt erklärten und von vornherein sagten das sie mir nicht helfen würden und ich das alleine hinbekommen muss.
Aber es war MEIN Traum und mir war vorher schon klar dass sie das nicht verstehen würden, weil sie nie eine sooo enge Bindung zu Hunden hatten.
Aufgrund meiner Erfahrung bin ich auch der meinung das vieles gehen kann wenn man wirklich mit Herzblut dahinter steht und bereit is gewisse Opfer zu bringen.
Das muss nur eben von vornherein klar sein.