Beiträge von Cassiopeia88

    Ich danke euch!

    Kommt mir recht plausibel vor, was ihr so schreibt.

    Dass Vizsla und Nouska nicht zusammenpassen, war mir relativ schnell aufgefallen. Entweder mobbte Vizsla oder Nouska fing an, sie zu hüten. Nach einigen Monaten des wöchentlichen Zusammengehens meinte ich, ich würde das gern trainieren, Nouska an die Schlepp nehmen und ein bisschen mehr anleiten. "Ach nöö, dann ist ja mein Vizslalein nicht mehr so gut ausgepowert, dann such ich mir jemand anderen", war die ungefähre antwort. 10 Jahre Freundschaft dahin. Und der Faden wurde, trotz Gelegenheiten und Angebot meinerseits, nie wieder aufgenommen. Menschen, ey...

    Ok, staksig war das falsche Wort, merke ich. Sie war fest, angespannt. Im Gewicht absolut regungslos und total nach vorne ausgerichtet. Kein imponieren oder drohen zu erkenne (für mich).

    Und doch, es gibt Hunde, die nicht wissen, was sie mit Beute machen sollen. Meiner zum Beispiel! Hat mal versehentlich und ungeplant eine Maus aus dem Blumenbeet gefangen, weil die ihr halb vor die Füße gerannt ist. Immer wenn das Mäuslein fiepste, ließ Nouska von ihr ab. Sie biss auch nicht heftig zu oder so.

    Unser Dackel früher hat die sofort abgeschluckt.

    Ich bräuchte mal bitte Interpretationshilfe eines Hundeverhaltens.

    Heute Morgen trafen wir auf eine altbekannte Vizsla-Hündin, die kennt Nouska schon seit sie bei uns ist, die Halterin und ich waren mal befreundet. Vizsla ist 5,5 Jahre ca. Nouska 4,5.
    Vizsla hat schon immer sehr mobbig agiert, jagte gern andere Hunde, rempelte Nouska an, hetzte sie immer mal und es war einfach ungut und unausgewogen. Halterin beratungsresistent, der Hund spiele doch so schön und sei dann hinterher so toll müde.

    Nachdem wir uns jetzt also schon 3 Jahre nur noch sporadisch sehen fing Vizsla immer schon von weitem an, Nouska anzustarren, den Kopf zu senken und auf sie loszugehen, immer aber von der Leine zurückgehalten und dann mal bellend mal regelrecht brüllend in der Leine stehend. Nouska war IMMER deeskalierend freundlich, auch wenn ich weiß, dass sie durchaus auch anders kann.

    Heute kam Vizsla jedenfalls frei laufend um die Ecke. Stackste, nahm den Kopf tief, fixierte - soweit, so klar: Jagdverhalten. Nouska deeskalierte, wedelte tief mit der Route, leckte sich den Fang, ging einen Bogen und nahm eine demütige Haltung an. Vizsla völlig unbeeindruckt auf sie los, öffnet den Fang weit und geht immer wieder an Nouskas Hals, die sich direkt auf den Boden geschmissen hat und ihr ergeben war. Vizsla schreit/brüllt dabei und setzt immer wieder nach. Dabei hat sie aber den Fang nie geschlossen sondern weiter offen gehabt, also nicht beschädigt. Ich hab sie weggeschubst, sie kam direkt wieder und erst Herrchen hat sie sich dann gegriffen und dann war Ruhe. Zug auf dem Geschirr, was er in der Hand hatte, aber sie war still.

    Was war denn das? Also das Geschreie mit offenem Fanng? Frust, weil sie nicht mehr weiß, was sie mit so ner Beute machen soll oder was?


    Die Halter sind jedes Mal auf's neue wie vom Donner gerührt, dass ihr Hund so drauf ist, dabei müssten sie es ja langsam wissen. Und Nouska ist jedes Mal auf's Neue enttäuscht und fragt mich mit großen Augen, warum die Vizsla-Freundin so schlechte Laune hatte...

    Sie fühlt sich wohl bei mir, befolgt problemlos die Kommandos die ich ihr beigebracht habe und wenn ich schlafen gehe, rennt sie sofort zu mir, legt sich neben mich und gibt mir noch viele Küsschen

    ich würde bei so heftigem Belecken, wie du es auch im ersten Beitrag beschrieben hast, davon ausgehen, dass sie dich beschwichtigt.

    Zu meinen Gassigänger-Zeiten war im Tierheim so ein kleiner Terrorist. Rehpinscher-Chihuahua-Mix, unberechenbar und bissig wie sonst noch was und unglaublich schnell, den konnte man nicht so einfach greifen. War auch der Grund, aus dem er abgegeben wurde. Und wenn Du gerade die Hände voll hast mit eigenem Hund, dann kannst Du nochmal weniger dosiert und zügig zugreifen.

    Da gibts letztlich nicht so viele Möglichkeiten. Eine ist, den Hund nachhaltig von Euch abzuschrecken, aber das würde tierschutzwidrig und ggf. auch gefährlich für den Hund.

    Die Zweite ist, es entweder den Nachbarn nochmal genau zu erklären, warum die Situation für Euch so blöd und für alle gefährlich ist und sie bitten, den Hund vorm Verlassen der Wohnung garantiert anzuleinen.

    Solltest Du da wenig Erfolgsaussicht sehen, gäbe es als 2 b. noch die Möglichkeit, sie so nachhaltig von Euch abzuschrecken, dass sie lieber anleinen, als weiteren Stress zu riskieren. Ist halt u. U. nicht gut für den Hausfrieden.

    Die Dritte ist das, was Du jetzt schon tust: Deinen Hund im Treppenhaus tragen. Ist Mist, aber die Lösung, die Du am besten beeinflussen kannst.

    Wie oft ist der Kleine denn da?

    Zum Thema Abschreckung: Wasser-Flasche, am Besten die von O2 mit dem Aufsatz. Ja ja ja, Tierschutz, ich weiß, allerdings hab ich unterwegs immer eine dabei und schon erfolgreich "Tut-Nixe" damit vertrieben. Das ist gerade bei einem kleinen Hund minimal-invasiv... kann im Notfall auch auf empörte Halter gerichtet werden 😁

    Muss man dann selber hinterher im Treppenhaus wischen? :see_no_evil_monkey: Apropos: darf ein Hund im Mietshaus überhaupt frei herumlaufen? Dürfen die doch normalerweise nicht... könnte man ja auch mal ansprechen. Ist halt auch wieder nicht förderlich für die gute Nachbarschaft. Aber auch nicht schlechter als ne Wasserflasche

    Das klingt doch ganz gut!
    Denkt bitte daran, den Hund nicht ewig auf seiner Decke fest zu tackern. Die liegen ja doch gern immer mal (wo)anders, zwischendrin auch gern mal kühler oder gemütlich eingekugelt in einer Ecke, wo sie durch Wände oder so begrenzt werden.

    Statt eines Deckenkommandos habe ich meinem Hund beigebracht, dass er nicht dran ist. Heißt bei uns "leg dich irgendwo hin" und bedeutet auch genau das. Mach, was du willst, aber geh mir von den Füßen, es gibt hier nix zu holen. Am Anfang hab ich geholfen und den Hund immer mal irgendwo hingebracht und eingeladen, sich da hinzulegen. Gelobt, weggegangen und ggf. wieder körpersprachlich unterstützt weggeschickt, wenn man mir hinterhergetappt ist. Finde ich irgendwie alltagstauglicher, als ein Deckenkommando, was man entweder verwässert, weil man vergisst, aufzulösen und der Hund dann selber entscheidet, wann er da weg geht oder aber den Hund "quält", weil er ewig da liegt und man verpennt hat, ihn zu erlösen.

    Damit es dir besser geht und du entspannter mit dem Hund raus kannst, solltest du ihm einen Maulkorb aufsetzen. Plastik reicht ja, sollte nur auf jeden Fall tief genug sein, dass Hecheln gut geht. Und dann werden die spaßigen Sachen draußen eben mit Maulkorb gemacht. Leckerlies an der Seite durchschieben geht ja dann trotzdem noch.

    Aber du hast den Fokus dann nicht mehr so auf dem Knirps - der merkt das nämlich vermutlich und gerät schon dadurch unter Druck. Und ich denke, ihr befindet euch schon in so einer unguten Spirale, dass der eine den anderen beobachtet und versucht, schneller zu sein. Entspannung kann da helfen.

    Was ich mich (dich) frage... mag es sein, dass das viele Schnuppern schon irgendwie stressbedingt ist? Macht ihr sehr viel mit dem Hund? Wie sehen eure Tage und Spaziergänge so aus?
    Evtl. ist es sinnvoll, gar nicht viel Strecke zu machen, sondern in einem relativ kleinen Umkreis zu bleiben und da die Umgebung mal echt fertig beschnuppern zu lassen. Macht gar nichts, wenn ihr euch dann nur in einem Areal von 10x10 Meter oder so bewegt. Aber dass mal etwas Ruhe rein kommt.

    Alles Gute euch!