Es ist alles eine Frage des Wollens. Wenn ein Hund der Herzenswunsch ist, dann findet man Möglichkeiten, aber leicht ist es nicht immer.
Ich bin mit unserer Familienhündin ausgezogen und habe dann ein Jahr lang Vollzeit gearbeitet. Während ich in der Arbeit war, sind meine Mitbewohner mit ihr rausgegangen, ich dann wenn ich wieder zuhause war. Darauf hatte ich nicht immer Lust, aber musste sein.
Nach dem Jahr fing ich zum Studieren an. Da war es einfach easy. Ich konnte mir den Stundenplan so einteilen wie ich wollte und bin dann zwischendrin nach Hause gefahren, damit meine Hündin nicht länger als 6h am Stück alleine war. Andere Tage hatte ich dafür dann frei, oder war nur kurz außer Haus. Das schlechte Gewissen hat mich dann aber immer begleitet, so dass ich die Mensabesuche an einer Hand abzählen kann. Ich bin immer nach Hause und ging mit dem Hund raus.
Auch der Nebenjob wurde nach seiner Hundetauglichkeit ausgesucht. Hat alles geklappt, wurde aber vor allem stressig, als meine Hündin sehr alt wurde und nicht mehr so gut Treppen laufen konnte und allgemein nicht mehr so viel Kraft hatte.
Während des Studiums entschied ich dann einen Zweithund aufzunehmen. Ein 2jähriger Tierschutzhund. Vorteil war, dass er echt super alleine blieb, Nachteil, dass die Zeit und der Stressfaktor natürlich nicht weniger wurde.
Dass ich ihn im Studium aufgenommen habe, habe ich nicht bereut, da hatte ich einfach viele Freiheiten.
Ein Notfallplan war auch vorhanden, also hat das gut gepasst.
Nach dem Studium hatte ich dann wieder Glück und durfte meine Hunde mit in die Arbeit nehmen, als Bürohunde. Außerdem konnte ich die Arbeit ziemlich frei einteilen, so dass ich wieder zwischendrin heim konnte.
Meine alte Hündin starb dann mit 16 Jahren und da hätte ich mir schon gewünscht einfach mehr Zeit zu haben um sie besser begleiten und pflegen zu können, ging aber nicht...
Ein Jobwechsel folgte und jetzt habe ich wieder 2 Hunde bei einer Vollzeitarbeit. Geht prima, weil sie mit dürfen und die Arbeit nicht weit von zuhause ist.
Was wichtig ist, dass man einen Plan B hat, wenn mal unvorhergesehene Sachen sind, oder einfach Sachen bei denen der Hund nicht mit kann. Da sollte man sich vor der Anschaffung informieren.
Auch bei der Hundeauswahl muss man gut aufpassen und seine eigenen Vorstellungen vielleicht etwas zurück schrauben, zugunsten des passenden Hundes, also der mit dem Alltag auch klar kommen wird.
Ich würde nach einem erwachsenen Hund schauen.