Stell dich darauf ein, dass egal wie viel Zeit ins Land geht, du mit ihm nie das Level erreichst wie mit deinen vorherigen Hunden.
Habe am besten keine konkreten Erwartungen und arbeite mit dem was dieser Hund mitbringt.
Auslandshunde lassen sich nicht hier so einfach integrieren, selbst wenn man wahnsinnig viel Arbeit und Zeit investiert. Wenn in der Sozialisation und Prägephase viel schief gelaufen ist, dann hält sich das das ganze Leben. Wenn dein Hund also gelernt hat, dass andere Hunde eine mögliche Bedrohung sind, dann wird er das nicht einfach so ablegen und vor allem nicht, wenn er von dir dafür geschimpft wird. Er muss langsam lernen, dass du ihn beschützt und dass ihm nix passiert. Das ist aber ziemlich schwierig, vor allem wenn man selbst noch nicht weiß wie man mit solchen Situationen umgehen soll und andere Hundehalter auch manchmal Quatsch machen.
Um etwas besser dein Problem einschätzen zu können:
- weißt du etwas über seine Vorgeschichte?
- wie alt ist dein Hund und welche Rasse/Mix?
- wie hast du reagiert als du oder dein Vater angeknurrt wurde?
- wie genau sieht es aus wenn er einen Hund "zerfleischen" will?
- was macht er genau wenn er frei läuft und er auf einen anderen Hund trifft? (du hast ja geschrieben, dass er sich auch im Freilauf nicht mit anderen Hunden versteht. Wie sah das genau aus?)
Hunde dauerhaft meiden wird nicht die Lösung sein, aber ich finde es gut, dass du mit ihm raus fährst, weil er dann nicht so viele Reize verarbeiten muss und evtl. auch mal entspannt rumlaufen kann.
Wie lange gehst du normalerweise Gassi?
Ich habe selbst einen Hund aus Ungarn, der da ziemlich schlecht gehalten wurde. Als ich ihn mir angeschaut habe, war er ein Lämmchen an der Leine und mit anderen Hunden. Einige Zeit später fing die Leinenpöbelei an und nach einem halben Jahr wars dann so arg, dass er mich dabei sogar gebissen hat. Er hat auch schnell sehr gut im Freilauf gehört. Nach einiger zeit ging er dann plötzlich auf Jogger und Radfahrer los. Deswegen denke nicht, dass diese kurzen 4 Wochen irgendwie repräsentativ sind. Stelle dich darauf ein, dass da noch einiges kommen kann.
Wir haben 3 Trainer gebraucht, viel Zeit und einen Umzug in ein sehr viel reizärmeres Gebiet, bis das alles entspannt machbar war. Und inzwischen ist es immer noch so, dass er ab und an pöbelt und ich bei Radfahrern und komischen Menschen aufpasse.