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Sehe ich genauso. Man sollte mal ganz genau die Körpersprache des Hundes beobachten, wenn Hunde unterwegs per Streicheln gelobt werden. Oft legen sie die Ohren an, ziehen den Schwanz ein und finden das megablöd. Auch dshalb weil HF sich über den Hund drüberbeugt und ihn eigentlich bedroht. Da wäre ein Lob per Stimme vermutlich wesentlich effektiver.
Fakt ist, dass wir Menschen sind und ständig uns in Arm nehmen wollen. Das ist unsere Natur. Wir übertragen das auf den Hund, der das so gar nicht richtig findet und es somit als Lob auch nicht wirklich klasse findet.
Dass Hunde gerne schmusen und kuscheln ist eine andere Baustelle und hat mit Lob nichts zu tun.
Sehe ich nicht so, ich persönlich hasse es nämlich, wenn mich Leute in den Arm nehmen, daß gestehe ich nur sehr wenigen Menschen zu, die ich aussuche und da lasse ich mich auch nicht unter Druck setzen. Man merkt mir dann an meiner Körperhaltung an, daß ich so einen Mist nicht will.
Meine Hunde kann ich sogar sehr gut lesen, eben, weil ich mich viel damit beschäftige und genau aus dem Grund weiß ich auch, wann ich körperlich bestätigen kann und wann eben nicht.
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Ich frag mich eh, warum Menschen so wenig ihre Stimme als Lob einsetzen. Ein freudiger Jubel über eine tolle Handlung, ein strahlendes Lächeln nimmt ein Hund doch auch wahr.
Wer sagt denn, daß die Stimme wenig eingesetzt wird. Ich denke, daß die Leute eben sehr gezielt loben und genau das soll ein Lob ja ausmachen. Ein Lob soll nicht lapidar rüberkommen, sondern eben ehrlich und wenn ich vor mich hinlobe, dann hört mein Hund irgendwann nur noch "blablabla".
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Was einem Hund unter Stress sehr hilft ist das Kraulen und Massieren der Ohren.
Paßt ja irgendwie nicht zu Deiner Aussage von oben, oder?
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Ein Hund , der aber Angst hat sollte man tunlichst nicht streicheln, das ist kontraproduktiv und verstärkt die Angst.
Ist auch von Hund zu Hund unterschiedlich und genau da liegt in meinen Augen die Kunst drin.
Beispiel: Meine Große hatte mit den Jahren eine tierische Angst vor Knallern, Schüssen etc. früher alles kein Thema, sie stand Silvester mit draußen und hat die BH mit Schuss absolviert, alles kein Thema. Dann fing die Zeit an, daß sie Panik kriegte und wenn sie nicht angeleint war, einfach Hackengas gab. Ne Zeitlang habe ich sie dann nicht mehr von der Leine gelassen, um dem wegrennen aus dem Weg zu gehen und sie durch zurück holen nicht noch zu bestärken, habe ihre Angst dabei ignoriert. Bei ihr war das völlig falsch. Ich habe gemerkt, daß ich auf sie achten muss. Wenn heute ein Schuss oder Knall ertönt, dann schaut sie mich an und in dem Moment kriegt sie von mir ein Feedback. Wenn wir spazieren gehen, dann sage ich ihr erst, daß alles okay ist und dann rufe ich sie ran. Sie steht zu dem Punkt total unter Stress. Durch meine körperliche Zuwendung fährt sie innerhalb von Sekunden runter und kann normal weiter spazieren gehen, was früher nicht möglich war, weil sie nur noch nach Hause rannte.
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Bei uns ist das so, dass nach JEDER negativen Störung als Korrektur eines unerwünschten Verhaltens eine Einladung an meinen Hund rausgeht zu mir zu kommen und sich erstmal "liebkosen" zu lassen.
Damit mein ich nicht ein normales komunikatives nein.
Finde ich sehr gut, denn mein Hund sollte wissen, daß ich es klasse finde, daß er die Korrektur angenommen hat. Allerdings würde ich das auch Situationsbedingt machen.
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Und was soll dein Hund dabei lernen? Er wird und kann die Schmuseeinheit nicht mehr mit der negativen Störung in Einklang bringen, denn ein Hund lebt im Hier und Jetzt. Um etwas zu korrigieren hast du 1-2 sec Zeit. Ist die Handlung vorüber und dein Hund tut inzw. etwas anderes und du meinst jetzt schmusen zu müssen, dann verknüpft das der Hund nicht unbedingt. Ist das jedoch sehr zeitnah und es war eine negative Geschichte, die von deinem Hund ausging, kann der Hund wieder einmal die Handlungskette erlernen und glaubt für den Mist, den er gerade gemacht hat, auch noch gelobt zu werden.
Auch das ist wieder zu allgemein in meinen Augen. Genau in so einer Situation muss man seinen Hund eben lesen können und erkennen können, was das Richtige ist. Natürlich leben die Hunde im Hier und Jetzt, aber trotzdem bin ich der Überzeugung, daß man sich keinen Zacken aus der Krone bricht, wenn man nach einer Negativeinheit, eine Positiveinheit einlegt. Ob das jetzt mehr dem HH oder dem Hund dient, ist doch dabei zweitrangig, oder?
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Weißt du wie mein Hund solche Liebkosungen empfinden würde? Als ein "Igitt, die biedert sich mir an, die kann ich nicht für voll nehmen!"
Finde ich schade, daß Dein Hund so über Dich denkt 
Rittho: Und warum soll man nur mit dem Hund drinnen kuscheln? Welchen Grund gibt es dafür? 
Gruß
Bianca