Bei so kleinen Dingern IST die OP sozusagen die Probenentnahme.
Ist denn sicher, dass es überhaupt eine Narkose braucht? "klar abgegrenzt in der Oberhaut" klingt nicht zwangsläufig danach.
Bei so kleinen Dingern IST die OP sozusagen die Probenentnahme.
Ist denn sicher, dass es überhaupt eine Narkose braucht? "klar abgegrenzt in der Oberhaut" klingt nicht zwangsläufig danach.
Spinnen und Schnee konnte man doch immer im Benutzer*innenprofil -> allgemein deaktivieren, oder?
Ja, genau. Da ist jetzt aktuell auch das mit dem Laub zu finden.
Heute mal wieder ein Beispiel dafür, wie sehr sich solches Training "bezahlt" macht, am Beispiel meiner Rinder.
Heut war Booster-Impfung gegen Blauzunge.
Die Tiere sind freiwillig - also ohne getrieben werden zu müssen - in den Behandlungsstand gegangen.
Sie haben sich freiwillig in den leicht geöffneten Halsfang eingefädelt.
Der TA hat die ungefähre Injektionsstelle am Hals vorm Pieks mit den Fingerknöcheln abgeklopft, damit das Rind die Stelle weiss, wo jetzt was passiert.
Im Halsfang stehend können sie nach hinten nichts sehen.
Pieks angekündigt und geimpft.
Pro Rind keine Minute. Kein Stressdurchfall im Wartebereich, alles ganz entspannt.
Morgen gehen sie da wieder genauso freiwillig rein.
Früher sah das so aus:
Der Halsfang war auf Automatik-Betrieb, wo sich das Rind beim Durchlaufen selbst fängt, mit einem ordentlichen Rummser dagegen. Man musste mächtig Druck machen, damit sie da reinlaufen.
Beim Pieksen gabs eine explosive Gegenreaktion, so dass der ganze Stand gescheppert hat und manchmal auch der TA vom Panel geschmissen wurde.
Der Wartebereich war mit Stress-Fladen zugeschittert.
Ich habe Tage gebraucht, bis sie da wieder durchgelaufen sind.
Unterbrechen, ja. Aber doch nur für einen Moment.
Dann gehts wieder weiter.
Und genau das ist im tiermedizinischen Kontext wo es eh schon an personellen Ressourcen mangelt, regulär nicht möglich.
Doch, sicher ist das möglich.
Ich glaube, dass Du einfach eine falsche Vorstellung vom dafür nötigen Zeitaufwand hast.
Ob ich jetzt bei einem zappelnden Hund, dem der TA ins Ohr leuchten will, nachgreifen muss, um den Kopf zu fixieren oder ob ich nochmal bei TA klappt das Ohr um, Keks, anfange, macht zeitlich in dem Moment keinen Unterschied.
Und mal als Mod - vllt. machen wir an dieser Stelle einen Cut, wer noch Diskussionsbedarf hat, kann ja hier Medical- und Kooperations-Training: Allgemeiner Austausch
weiterschreiben.
Unterbrechen, ja. Aber doch nur für einen Moment.
Dann gehts wieder weiter.
Aber kein durchs Aufheben des Kooperationssignals ausgelöster kompletter Abbruch.
Ansonsten finde ich persönlich es fies, den Hund zu vermitteln, dass er ab einer bestimmten Belastungsstufe aussteigen kann und das auch kommunizieren darf und darauf eingegangen wird....nur damit man dann im Ernstfall alles übergehen muss.
Ah, ok, ich verstehe, was Du meinst.
Aber das ist nicht so. Tatsächlich steigt die Belastungsgrenze exorbitant an. Eben, WEIL der Hund die Kontrolle über die Situation bei sich behalten kann.
Die Emotionen in Bezug auf die Situation ändern sich durch die Anwendung von Kooperationssignalen, nicht die Situation an sich.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dein "aussteigen" richtig interpretiere. Deshalb zur Sicherheit: der komplette Abbruch ist nie eine Option. Es geht darum, dem Tier durch ein Aufdröseln in kleinste Schritte den Weg zum Ziel - z. B. eine Untersuchung, Blutentnahme, etc. zu erleichtern.
Das was Du in Bezug aufs Kooperationssignal befürchtest, ist nur in der kurzen Phase, in der ein Tier das Grundprinzip noch nicht verinnerlicht hat, ein "Problem". Da ist man dann bei dem hier:
Da ist es mir doch lieber wenn der Hund lernt..."es wird unangenehm, ich muss es aushalten, aber es hat ein Ende."
Da kann es also vorkommen, dass das ein Zwischenschritt ist, ja.
Das ist aber nicht schlimm und tatsächlich nur vorübergehend.
Behelfen kann man sich in dieser kurzen Phase damit, dass man die Übungsmomente klar als solche signalisiert. Und dieses Signal in einer dringend nötigen Zwangsmaßnahme eben nicht verwendet.
Hier im LK gehts immer weiter....
....
Meine Rinder sind grad geboostert worden.
Kooperationssignal aufbauen mache ich nicht, finde ich einen zu großen Vertrauensbruch.
Wo siehst Du da einen Vertrauensbruch?
.....
Grundsätzlich gilt beim MT mit und ohne Kooperationssignal, dass man die Schritte "alles, was daheim gut klappt" natürlich auch generalisiert in Bezug auf fremde Menschen und andere Umgebungen festigen muss.
Mit einem Hund, der das Grundprinzip verstanden hat, kann man akut notwendige Untersuchungen innert weniger Minuten auch in der TA-Praxis vorbereiten.
Ich habe z. B. für die HSH im Einsatz, die allesamt mit Kooperationssignal mitarbeiten, 2 völlig unterschiedlich vorgehende TÄ. Die eine kennt das Prinzip und macht das selbst mit dem Hund. Der andere steht unmittelbar neben mir, während ich den Hund kurz vorbereite und macht nur den letzten Schritt. Geht Beides.
Ich übe da mittlerweile kaum noch was prophylaktisch im Vorfeld, weil die Hunde das Grund-Prinzip verstanden haben. Da kann ich jederzeit binnen weniger Minuten das grad Erforderliche aufbauen. Mehr Vertrauen geht kaum.
Ein Bericht von der Vogelaufnahmestation Regenstauf, die sich um die eingesammelten, erschöpften Mehlschwalben gekümmert hat:
https://www.br.de/nachrichten/ba…ben-war,UOpXTl7
....
Frau Buntspecht
Und ein Dokumentations-Schnappschuss, gesehen (und vor allem gehört) hab ich die Mönchsgrasmücke schon häufiger, aber die ist immer schneller wieder weg, als ich fotografieren kann, diesmal hatte ich die Kamera schon in der Hand:
Alles anzeigenUnd dann kommt’s doch mal blöd:
Das Feini kennt die Tierarztpraxis von Anfang an, war beim Impfen und mit Husten dort, und auch ohne, dass was gemacht wurde nur zum gucken.
Tja und nun hat sie was am Ohr und nichts geht mehr.
Die lässt sich ( nur mit festhalten) nicht behandeln. Das ganze nette medical Training ist gelöscht😩
Sie is normal schnell überzeugt, aber ich bin grad etwas verunsichert. Hat einer ne Idee: Hund soll 2 mal am Tag Ohrentropfen bekommen. Und Ohrenpflege. Is nicht schmodderich, aber laut TÄ noch gerötet.
Soll ich was üben, oder einfach mal ruhen lassen und später weitermachen? Oder wie oder was?
Ich zitiere mich mal aus dem Medical- und Kooperationstraining-Thread, die vielen kleinen Einzelschritte klingen nach Stunden bis Tagen, aber dem ist nicht so, das kann man sich im Fall X auch akut innert einer Viertelstunde erarbeiten.
Alles anzeigenDarf ich fragen wie du beim Aufbau vorgegangen bist und was euer IBB-Signal ist?
Unser IBB-Signal ist etwas "schräg" - das haben wir selbst modifiziert.
Egal, in welcher Position der Hund ist, ob Liegen, Sitzen oder im Stand, halte ich ihm meine Hand mit etwas Abstand unters Kinn, der Hund drückt seine Schnauze fest in meine Hand und signalisiert somit, dass wir loslegen können. Bis dahin noch "normal", aber dann nehm ich meine Hand weg....und der Hund signalisiert mir, je nachdem was wir machen, auf dazu passende Art, dass er "Stop" sagt. Beim Thema Ohr wäre das z. B. eine ganz leichte Kopfbewegung.
Das mit der Schnauze in die Hand drücken stammte noch aus dem Anfang des Target-Aufbaus, da hab ich aber recht schnell gemerkt, dass die Target-Arbeit mit HSH im Einsatz einfach unpraktisch ist und wir haben es uns so ummodifiziert.
Und der Aufbau beim "Ohr" war etwa so: (beim Hund, der das überflüssig fand....)
Immer mit Click/Markerwort und Keks und sofortigem STop, sobald der Hund das signalisiert.
Hat der Hund "stop" gesagt, höre ich sofort auf. Kommentarlos und natürlich ohne Leckerlie.
Kurze Verschnaufpause und dann gehe ich immer ein, zwei Schritte zurück zu etwas, was er schon gut gemeistert hat. Und versuch es dann nochmal.
- Hand nähert sich Kopf
- Hand nähert sich Ohr
- Hand berührt Ohr
- Hand hebt Ohr leicht an
- Hand hebt Ohr mehr an
- Hand klappt Ohr um
- ich schaue ins Ohr
- ich leuchte ins Ohr
- Hund riecht am Suspensionsfläschchen (Utensilien dürfen hier immer inspiziert werden)
- Fläschchen nähert sich Kopf
- Fläschchen nähert sich Ohr
- Flächen berührt Ohr
- Fläschchen berührt Ohreneingang
- Fläschchen wird ein kleines Stück ins Ohr eingeführt
- und der letzte Schritt: Suspension wird ins Ohr geschlonzt, einmassiert, der Hund darf sich schütteln.
Und dafür gibts neben verbalem Freudentanz einen kleinen Leckerli-Regen. Hier dürfen sie dann immer die kleine Dose mit Leckerlis komplett leeren.
Bis auf die tatsächliche Gabe des Ohrenzeugs wird das Ganze auch noch im Schnelldurchlauf von der anderen Seite gemacht. Von rechts ist nicht identisch mit von links. (Sowas merkt man sich spätestens, wenn man mal versucht hat, von rechts auf ein Pferd aufzusteigen....)
Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll
Einfach mit irgendwas, sobald das Tier das Grundprinzip verstanden hat, nämlich, dass es "mitreden" darf, lassen sich Dinge, die man grad aktuell braucht, recht schnell erarbeiten.
Wer sowas komplett überflüssig findet, kann sich das hier auch noch durchlesen.
Es ist einfach ein angenehmes Arbeiten mit einem Tier, das freiwillig kooperiert. Es ist eine ganz feine Kommunikation miteinander.
Alles anzeigenIch hab das hier mal in meinem Pfoto-Thread geschrieben - hilft vllt. dabei, nachzuvollziehen, was in einem Tier vorgeht, mit dem so gearbeitet wird:
"Die kurzen Stichworte dazu, was das Training über die Kooperationsbereitschaft des Tieres angeht (IBB = ich bin bereit), sind vor allem: das Tier behält die Kontrolle über die Situation und kann sie, indem es sich aus der angelernten Kooperations-Haltung (Kinntarget, Platz, Sitz, Seitenlage, etc. was man braucht und was einem so einfällt) herausbegibt, jederzeit abbrechen.
Das klingt erstmal blöd - weil eigentlich soll das Tier ja still halten und man will ja Tropfen ins Ohr, ins Auge etc. befördern.
Aber indem man das Einhalten der Position beständig lobt und markiert und in allerkleinsten Schritten auf die endgültige Aufgabe zuarbeitet und anfangs immer nur so weit geht, wie das Tier es entspannt zulassen kann, ändert man die Emotionen in solchen Momenten. Das Tier behält die Kontrolle über seinen Körper, Manipulationen, auch schmerzhafte bekommen eine andere Wertung vom Tier, es wird nicht überrascht, überrumpelt, verkackeiert, sondern weiß durch kurze Vorarbeiten, dass gleich etwas Unangenehmes kommt. Weiß aber durch das Training genauso, dass es das kurz aushalten kann und dass es dafür eine hochwertige Belohnung bekommt.
Und der Witz ist - das alles klingt viel komplizierter, als es tatsächlich ist.
In dem Moment, in dem z. B. McGyver geschnallt hat, dass ich sofort aufhöre, wenn er das IBB-Signal unterbricht (Kopf vom Bein hebt), fällt es ihm um Klassen leichter, mich beim nächsten Versuch einen Schritt weitergehen zu lassen.
Als Beispiel das Mittel gegen Ohrenentzündungen. Den ersten Durchlauf im Dezember habe ich noch mit Kopf fixieren machen müssen, das fand er zunehmend doofer und weil er dabei nicht so still gehalten hat, wie es gut gewesen wäre, war das Procedere im Endeffekt für ihn unangenehmer, als es hätte sein müssen. Diesen Durchlauf waren wir mit dem IBB schon so weit, dass er frei vor mir stehen konnte, ich in Ruhe das Ohr hochklappen konnte, mit der Lampe reinleuchten und die weiche Spitze von der Ohrentropfen-Pipette in den Gehörgang einführen konnte, ohne dass da nur ein Zucker kam oder ich mir den Kopf vom Hund sonst wohin klemmen musste.
Wenn ein Tier beim Vorbereiten auf die grad benötigte Manipulation (man markert dann kurz die einzelnen Schritte, z. B. Ohr hochklappen, Flasche nähert sich dem Ohr, Flasche berührt Ohr, Flasche wird eingeführt noch ohne zu tropfen, etc.) das IBB-Signal aufhebt, macht das nix, in dem Moment passiert in Sachen Manipulation nichts weiter - aber es wird auch nicht gelobt und es gibt keine fressbare Belohnung. Man wartet einfach einen Moment und läd den Hund wieder ein, dass IBB-Signal einzunehmen und macht dann noch mal kurz einen Schritt vor dem weiter, der zum Abbruch geführt hat. Mehr als ein- bis zweimal unterbricht das Tier beim Aufbau einer medizinischen Praxisübung das IBB-Signal nicht - Vorraussetzung ist, dass man wirklich kleinschrittig vorgeht."