@ Nalla
vorweg mal - ich flehe Dich an, drück bei so langen Texten mal die Absatztaste.... 
GANZ brisantes Thema in solch einem Forum.
Was mir aufgefallen ist - Ihr habt ja wirklich einiges vorher versucht, an anderen, vermeintlich humaneren Ausbildungsmethoden.
Was ich trotz 2 x Lesens nicht gefunden habe, war ein "Zeitfenster" in dem sich das Ganze (vorher) abgespielt hat. Einfach nur aus Interesse.
Was mir weiter aufgefallen ist - die deutliche Beschreibung Deinerseits, wie "normal" Lui weiterhin auf Euch reagiert - er sucht weiter Kontakt zu Euch, zeigt Euch gegenüber kein Angstverhalten, keine Beschwichtigung und kann jetzt entspannt danebenstehen, wenn Du unterwegs auf Menschen triffst. Das spricht für mich sehr dafür, dass Lui trotz seiner Erfahrungen in der Vergangenheit, mit dieser über einen recht kurzen Zeitraum sehr "hart" anmutenden Ausbildungsmethode (die situativ bedingt und nicht grundsätzlich angewandt wurde, wenn ich es richtig verstanden habe) klar gekommen ist.
Sicher u. a. deshalb, weil körperliche Maßregelungen im Unterschied zur "sinnlosen Gewaltanwendung" nicht den Eskalations-Faktor an sich haben - ich gehe davon aus, dass wenn bei Euch körperliche Einwirkungen situativ bedingt nötig waren, diese mit dem nötigen emotionalen Abstand (ohne blinde Wut) ausgeführt wurden, nur in der dazugehörigen Situation und Ihr das Timing dahingehend geschafft habt, bei akzeptablem Verhalten Luis sofort wieder umzuschwenken.
Für mich sind das durchaus Kommunikations-Mittel, die im Bereich der Lernvarianten eines Hundes liegen und deshalb so lange für diesen verständlich und unschädlich sind, wie sie an die Situation angepaßt, vom Timing und von der Einstellung des HH her stimmen.
Da aber die Erfahrungen zeigen, dass bei den meisten Menschen solche Teil-Methoden "entarten", indem sie falsch, zu oft, bei allen auftretenden Problemen, zu emotional, und und und angewandt werden, habe ich grundsätzlich die Einstellung, dass solche Methoden in der Hundeausbildung nichts zu suchen haben.
Allerdings mit der Einschränkung, dass es eben auch Problemstellungen gibt, die durch solche Methoden durchaus erfolgreich - vor allem erfolgreich im Sinne des Hundes - angewandt werden können. Bei Euch scheint das so zu sein, unter Anleitung eines Trainers, mit der richtigen Einstellung - aber Ihr seid wirklich eher die Ausnahme als die Regel.
Ich gebe Dir vollkommen Recht, es gibt nicht nur schwarz und weiß und ich freue mich für Lui, dass er allmählich wieder ein normaleres, entspannteres und fröhlicheres Hundeleben führen kann.
LG, Chris