Hallo,
das, was Du momentan als mögliche Entgiftungserscheinungen bezeichnest, können genauso gut Symptome einer Futterallergie/mehrfach-Allergie sein.
Prinzipiell halte ich eine Ausschluss-Diät für die geeignete Methode, um Euer Problem anzugehen - aber dann auch "richtig".
Pferd/Kartoffel ist ja schon mal ein guter Anfang.
Aber dann musst Du dies auch einige Wochen ohne weitere Änderungen/neue Komponenten durchziehen.
Ein paar Wochen (6 - 8 - 10) kommt ein Hund damit zurecht, wenn er nicht optimal versorgt ist.
Deshalb musst Du nicht aus Sorge zahlreiche Zusatz-Komponenten ins Spiel bringen.
Pferdeknochen - was denn genau für welche? - sind nicht gerade die idealen Anfängerknochen. Wenn ein Hund damit Probleme hat, bedeutet das nicht, dass er Knochen an sich nicht verträgt, sondern lediglich, dass er mit den Knochen von meist ja älteren/erwachsenen Pferden noch überfordert ist.
Da würde ich an Deiner Stelle versuchen, Fohlenrippen/- brustbein zu besorgen. Das ist wesentlich weicher und auch für Anfängerhunde geeignet. Eine Anfrage beim http://www.rossschlachter.de/ könnte Dir bei der Besorgung helfen.
Auch, wenn der Hund während der Ausschluss-Diät irgendwelche Medis bekommt, ist es schon keine wirkliche Ausschluss-Diät mehr... denn wenn der Hund auf Konservierungsmittel reagiert - die sind in vielen Medis drin - woher soll man dann in dem Moment wissen, worauf die Reaktion erfolgt?
Dann hast Du Eierschalen-Pulver, Fischöl-Kapseln (auch keine "reine" Komponente), Leinöl..... - schon wieder neue Komponenten... Arsenicum Album - da ist Milchzucker drin... in Propolis ist Alkohol enthalten und ausserdem ist gerade Propolis eine fast unidentifizierbare Mehrfach-Komponente, die häufig Allergien auslöst (auch wenn sie durchaus zur Allergie-Behandlung überaus geeignet ist)...dann noch Terrakraft (Traubenkernextrakt)...
Ganz schön viele Einzel/Mehrfachkomponenten für einen Hund, der doch eigentlich nur Pferd/Kartoffel bekommt.
Ich würde jetzt, da das Ivomec erst einmal abgesetzt ist, nochmal ganz von vorn mit Pferd/Kartoffel anfangen, ehe ich diese beiden Komponenten "aussortiere". Und alles andere weg lassen.
Auch die homöpathischen Medis weglassen - die ganzen Sanierungsmaßnahmen können in aller Ruhe stattfinden, wenn Du ein verträgliches Futter gefunden hast. Vorher macht das noch keinen großen Sinn. Und dann muss man bei vielen Allergikern in akribischer Kleinarbeit allergiker-taugliche Medis finden, indem man sich die Zusammensetzung genau durchliest (dabei können nette Apotheker sehr hilfreich sein)
Und noch ein Extra-Tipp: Führ ein Allergie-Tagebuch. Wo alles drin steht. Was gefüttert wird, wie die Haut, der Juckreiz, der Kot ist. Denn so kann man über Wochen und Monate den Überblick behalten.
Mach Dir eine +/- Liste mit den Dingen, die offensichtlich vertragen werden und denen, die nicht vertragen werden.
Manchmal kommen mehrere Umstände zusammen und man ist sich nicht sicher, ob nun der TA-Besuch für den Dünnpfiff zuständig ist, oder die neue Futterkomponente. Dann setzt man diese auf eine ?-Liste und testet sie später noch einmal aus.
Neue Komponenten kommen immer erst dann dazu, wenn der Hund in einem guten Soll-Zustand, also möglichst beschwerdefrei, ist. Vorher macht es keinen Sinn.
Alles, was Du jetzt vermeintlich an Zeit sparst, um den Hund baldmöglichst mit allen Nährstoffen zu versorgen, holt Dich hinterher wieder ein, weil Du so wie jetzt niemals den Überblick bekommen wirst, worauf er wirklich reagiert.
Pferd ist eigentlich ein prima Anfangs-Fleisch - denn wenn das reine Fleisch vertragen wird, kann man nach und nach Fohlenrippen, Herz, Mini-Stücke Leber (weil beim Pferd durch die längere Lebensdauer doch mehr Schadstoffe sind als im jung gestorbenen Nutzvieh), Fett zufüttern kann. Damit ist man schon ganz gut abgedeckt....aber auch da gilt - langsam und in kleinen Schritten jede Komponente für sich austesten.
Wenn sich nach ein paar Wochen (mindestens 69 ) Pferd/Kartoffel gar nichts in Richtung Besserung tut - dann wird EINE Komponente ersetzt. Entweder Pferd durch eine andere Fleischsorte, die Kartoffeln dann aber weiter.
Oder die Kartoffel durch eine andere KH-Quelle (je "exotischer" desto unwahrscheinlicher ist, dass Hund da rauf allergisch reagiert, also z. B. Hirse, Quinoa, Amaranth).
Nach Möglichkeit nutzt man Angebote in Bio-Qualität, um weitere potentielle Allergene durch Spritzmittel, etc. zu meiden.
Das liest sich am Anfang vielleicht sehr kompliziert.
Ist aber gar nicht so schlimm, wenn man sich erst einmal damit befaßt, wieviele Lebensmittel heutzutage aus vielen Einzelzutaten bestehen.
Geduld und Zeit - das sind die wichtigsten Kriterien einer Ausschluss-Diät.
LG, chris
LG, Chris