Ach Mensch,
ich kann verstehen, wie besch... es Dir gerade geht.
Vielleicht kann ich Dir ein wenig helfen, ein paar Gedanken ins rechte Licht zu rücken.
Ich bin auch aus der Krankenpflege, manchmal kommt einem das zusätzliche Wissen und die Erfahrung aus diesem Beruf eher vor wie eine Belastung als eine Hilfe - weil man immer NOCH weiter denkt als andere vielleicht.
Was ich mir zum Thema Einschläfern an Gedanken gemacht habe, schreibe ich Dir jetzt hier einfach mal auf.
Ich betrachte das Einschläfern als eine glückliche Möglichkeit für die ich überaus dankbar bin.
Wenn ein Hund schwer krank ist, hat irgendetwas schon längst die Entscheidung über Leben und Tod dieses Hundes getroffen. Nicht ich.
Mit der Option des Einschläferns habe ich aber die Möglichkeit, über das WANN und das WIE zu entscheiden, was den Tod meines Hundes angeht.
Da ich meinen Hund liebe, kann ich zuversichtlich davon ausgehen, dass ich IMMER eine Entscheidung zum Wohle meines Hundes treffen werde.
Und als Intensivpflegekraft emfpinde ich es wirklich als Gnade, bei meinen Tieren da ein wenig mitbestimmen zu dürfen.
Betrachte Dich als Anwalt für Deinen Hund. Ein Anwalt, der dafür sorgt, dass die Erkrankung nicht zuviel an Leid und Schmerzen verursachen kann.
Du bist grad hin- und hergerissen - aber weil Du auf jeden Fall bemüht bist, eine Entscheidung im Sinne Deines Hundes zu treffen und dabei Dein Möglichstes tust, es richtig zu machen, wird Deine Entscheidung auf jeden Fall, egal wie sie ausfällt, die absolut richtige sein.
Vertrau Dir. Du kennst Dich und Deinen Hund am besten.
Glaub mir, einem Hund ist es nicht so wichtig, noch eine Stunde mehr herauszuschinden.
Hunde leben viel mehr im Hier und Jetzt als wir Menschen.
Einen Tag zu früh einschläfern zu lassen (wobei man das nie so wirklich sagen kann), an einem Tag, der so gerade noch erträglich war an Schmerzen, ist für den Hund weniger schlimm, als einen Tag zu spät.
Manchmal haben wir das Glück und finden genau den richtigen Moment, den Moment, in dem der Zustand eines Hundes gerade kippt. Manchmal sind wir vielleicht einen Hauch zu früh - aber doch bloss, um dem Hund Schmerzen und Leiden zu ersparen. Dein Hund hadert nicht wegen einer Stunde, einem Tag mehr oder weniger.
Dein Hund möchte einfach ein gutes Leben leben.
Wenn er das vor Schmerzen nicht mehr kann - bist Du da und kannst in seinem Sinne Entscheidungen treffen.
Dass ein Tumor dieser Größe schon einiges an Beschwerden macht, ist nachvollziehbar.
Gerade das Hecheln, sei es durch rein mechanischen Druckschmerz durch die Raumforderung, sei es durch mangelnde Ausdehnungsmöglichkeit für das Zwerchfell, ist sicher tumorbedingt.
Lebermetastasen tun nicht weh. "Der Ikterus ist der *Schmerz* der Leber" - diesen Spruch kennst Du vermutlich auch.
Ein Milztumor an sich tut nicht weh - er macht Beschwerden durch Druck auf andere Organe, durch Atemschwierigkeiten
Lebermetastasen tun auch nicht weh. Die Wahrscheinlichkeit für Lebermetastasen ist mit diesen unauffälligen Blutwerten momentan eher klein - ausser, die Leber ist schon soweit angegriffen, dass kaum noch Gewebe zum Zerfall da ist und dementsprechend auch keine Leberzellnekrose laborchemisch nachzuweisen wäre. ABER das hätte man im Ultraschall sehen müssen.
Sind keine anderen Organe betroffen - fällt die Entscheidung während der OP für Dich leicht. Tumor raus und dem Schicksal Zeit abluchsen.
Ist die Leber schon soweit betroffen, dass die Leberwerte schon nichts mehr hergeben, fällt die Entscheidung dem Hund zu Liebe, ebenfalls ganz leicht. Dann ist das Einschläfern der bessere Weg.
Ist der Tumor aus welchem Grund auch immer, nicht mehr operabel - auch da fällt die Entscheidung dem Hund zuliebe leicht. Denn die Beschwerden, die sie jetzt hat, werden immer ausgeprägter werden.
Ich wünsche Dir und Deiner Maus, dass sich die von Dir genannte Möglichkeit 1 herausstellt. Wenn nicht, wünsche ich Euch zumindest, dass die OP ein ganz klares Ergebnis bietet, das Dir bei der Entscheidung hilft.
Deiner Maus zuliebe wirst Du die richtige Entscheidung treffen. Da bin ich ganz sicher.
Ich denk an Euch,
LG, Chris