Beiträge von McChris

    Zäune bei extremen Wetterlagen wie dem aktuellen Sturmtief sind eh schon eine Herausforderung - in Sachen Herdenschutz ists richtig schlimm:

    https://www.facebook.com/photo?fbid=962…52&locale=de_DE

    Hier hats ein paar ältere Holzpfosten abgebrochen - ist aber erstmal nicht dramatisch, der stabile Weidezaundraht hält die noch "hoch" genug, das meiste hier sind bereits T-Pfosten, die fangen den kaputten Nachbarn sozusagen ab. Ein paar Netze, die als Innenabtrennung dienen, hats einfach umgedrückt, aber auch das ist erstmal nicht dramatisch.

    Schon allein die Zaunkontrolle ist bei dieser Wetterlage unfein. Selbst im Mittelgebirge am Hang versacke ich knöcheltief im aufgeweichten Boden.

    Ich finde, Schild muss schon sein, bei den meisten steht ja auch irgendwo noch die Telefonnummer drauf, falls bei den Tieren mal was ist.

    Motzen tun die Leuts eh, ob mit oder ohne Schild. Ich zeige dann meistens vage in die Richtung, wo sie an so einem Schild vorbei gekommen sind und frage "das Schild haben Sie aber gesehen?".

    Bzgl. HSH auf Almen bzw. ohne den Hund schützenden Zaun und mit unbekanntem Publikumsverkehr. Nein, würde ICH mich nicht trauen.

    Ich fände das spannend. Aber nur in Behirtung. Eben, um die Hunde vor Deppen zu schützen.

    Deshalb machen sie manchmal seltsame Sachen.

    Grad aktuelles Beispiel.

    Die Wälder im Fichtelgebirge sind gebeutelt vom Borkenkäfer.

    Hier gibts hektarweise Kahlschläge, weil vieles nicht mehr zu retten war. Das sind gefundene Fressen für Böen, die da so richtig reingreifen können in die Lücken.

    Seit Wochen immer wieder Regen, Schnee, dolles Tauwetter. Die Böden sind maximal aufgeweicht.

    Fichten sind Flachwurzler.

    Sturmtief Zoltan mit bereits sehr stürmischen Böen.

    Geht man da in den Wald?

    Wer geht trotzdem in den Wald?

    Würde mir hier in der Buckelpisten-Hanglage eh nichts nützen, aber es gibt schon feine Sachen:

    https://www.lwk-niedersachsen.de/cache/images/6…14684E7DD35.jpg

    Für meine Zaunmäherei brauch ich Handsense/Motorsense (letztere aber mit Buschwerkaufsatz, sonst fliegen überall die abgefetzten Fäden rum) und vor allem: einen Spaten. Unter Elektro-Festzaun hat man nach wenigen Jahren nämlich die wahren Herrscher dieses Planeten, Ameisen. Die sind offensichtlich elektrophil veranlagt und bauen die unterste Litze hemmungslos mit in ihre Hügel ein. Und zwar in Windeseile, oft hab ich nur wenige Tage nach dem letzten Freimähen schon wieder Ameisenhügel im Zaun hängen.

    Ich habe die Agridea-Schilder, das LfU Bayern hat uns die in DIN A 3 zur Verfügung gestellt.

    Weil eh niemand Schilder liest, basieren die rein auf Piktogrammen, ist ja auch multikulti verständlich.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Es ist hier noch nie:

    ein Jogger langsamer geworden

    ein Radfahrer abgestiegen oder wenigstens langsamer geworden

    ein Hund angeleint worden (unten an der Strasse gehts dann plötzlich)

    jemand wegen des Schildes NICHT unmittelbar am Zaun lang (dabei ist da kein Weg), im Gegenteil, im Winter haben die Leuts den zwanghaften Hang dazu, sich an der Zaunstruktur entlang durch die unendlichen Weiten einer kleinen Rodungsinsel zu hangeln....

    Letzte Woche erst hat jemand 30 Meter unterhalb vom Zaun seinem Aussie gefühlt 300 Mal ein Frisbee geworfen.

    Mit Auto vorgefahren, wirklich genau unterhalb der Rinder und Mc`s losgelegt, vollkommen unbeirrt. Als der Hund dann endlich platt war, zack, wieder ins Auto und weggefahren. Mir und den Mc`s wäre es dahingehend erstmal egal, aber es gibt ja auch Leuts, die sich über das Bellen von HSH beschweren. Und kommt sowas unter Wolfsdruck mehrmals täglich vor, ists einfach nur arschig und unfair den HSH gegenüber.

    Keine Ahnung wie viel Wahrheit da auf dem Schild war. Das Elektrozäune nicht praktikabel sind leuchtet mir ein. HSH evtl ein Problem wegen der Touristen?

    Wieviel Jahre würdest Du brauchen, um - sagen wir - 4 Herdenschutzhunde so auszubilden, dass Du sie bedenkenlos in Freiweide auf Almen einsetzen kannst, wo Touristen, gern auch mit Hunden, rumlaufen?

    Wer soll das wie und wann leisten von den Tierhaltern?

    Noch dazu, wo sich die Alm-Aufenthalte der Herden im Jahresverlauf auf einen äusserst kurzen Zeitraum beschränken, Hunde, Hirte und Herde also den überwiegenden Teil des Jahres unter anderen Bedingungen unterwegs sind.

    Das ist überhaupt nicht fies gemeint, mehr als eine Art Realitäts-Check.


    Weiter vorne war schon ein Schild mit der Warnung vor den HSHs, Verhaltensregeln, und jeder hat sich dran gehalten. Also Touri Ausrede kann eigentlich nicht sein.

    Dieses "und jeder hat sich dran gehalten" ist aber mal so überhaupt gar nicht die Realität da draussen. Da kann Dir jeder einzelne Betrieb mit HSH im Einsatz zahlreiche Vorkommnisse erzählen, auf was für Klopfer die Leuts kommen.

    Es ist einfach mal so, dass Touristen sich in einem Umfeld aufhalten, mit dem sie eher nicht vertraut sind. Deshalb machen sie manchmal seltsame Sachen. Wie Kälber streicheln, zu weit und zu lang ins Watt rausgehen, in Turnschuhen auf Berge steigen und sich dann wundern, dass da oben Winter ist.

    Also ja, die Sache mit den Touristen muss man tatsächlich mit bedenken bei sowas. Es ist nicht ihr normales Lebensumfeld, da werden Fehler gemacht.

    Das gilt nicht allein für Touristen, auch die ansässige Bevölkerung ist nicht zwangsläufig "pro HSH" und bereit, kleine Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

    Meist sind diese Einsätze nur auf 2 Jahre begrenzt, was die Zusammenarbeit immer ein wenig schwierig macht, weil man sich regelmäßig an neue Leuts und unterschiedliche Vorgehensweisen gewöhnen muss. Aber z. Zt. haben wir bayerischen Tierhalter mit HSH im Einsatz wirklich mal Glück und eine sehr engagierte HSH-Beauftragte beim LfU.

    Danke dafür.

    Diesmal gabs sogar Weihnachtspost mit dem Schlußsatz:

    "Mögen die großen Beutegreifer sich von Ihnen fernhalten."