Beiträge von McChris

    Diese Meise hat es noch vergleichsweise gut - die ist durch den Nistkasten ein wenig geschützt.
    Für viele mag da einfach nur ein Vogel, noch dazu ein s. g. "Allerweltsvogel" hocken und sich das Geböller anhören.

    Wenn man aber genau hinschaut, sieht man das massiv aufgeplusterte Federkleid, die rasche Atmung, die Unruhe, alles Zeichen von Stress, den diese Lebewesen nicht gut und lange aushalten können, woran viele von ihnen auch sterben können.

    Wildvögel, die nicht solche etwas geschützten Bereiche haben, fliegen während der Knallerei auf, verbrauchen unglaublich viel Energie dafür, die kleinen Organismen sind voll Adrenalin im Panikmodus. Je länger sie gestresst hin und herfliegen müssen, weil die Böllerei lange anhält, umso gefährlicher wird das Ganze.

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    Betroffen sind auch alle anderen Wildtiere. Die Kombination aus Geräuschkulisse, Lichtreflexen und Geruch, noch dazu in einer Jahreszeit, in der das Überleben da draussen eh schon schwer ist, ist absolut ungünstig und mit nichts zu vergleichen, was sonst an Störungen auftritt.

    Gibt's hier denn was neues zu der entlaufenen Ziege?

    Nein, leider nicht. Zwischen Weihnachten und Silvester musste ich die "Suche" pausieren, weil hier wegen der Böllerei dann immer jemand am Hof bleibt und auch die Erreichbarkeit von Behörden (untere Jagdbehörde, Staatsforst) und Jägern etwas schwieriger war, aber in den nächsten Tage geht es weiter. Am Hänger war sie noch nicht wieder, allerdings liegt jetzt etwas mehr Schnee und ich hoffe, dass sie - falls sie überhaupt noch lebt - sich ans Futter erinnert, wenns draussen schwieriger wird.

    Vom Schreibtisch aus hab ich die weitere Suche schon vorbereitet und mir Areale auf der Karte rausgepickt, die ihren Vorlieben entsprechen können, dort will ich hin und auf den Zufall einer Sichtung setzen, aber auch mit Leuten, die dort unterwegs sind, reden, ob sie was wissen.

    Hat nochmal jemand einen Link zu dem Text, dass 200m um Stallanlagen nicht geböllert werden darf?

    So eine Regelung gibt es in D leider nicht. Tierhaltungen sind in der Sprengstoffverordnung immer noch nicht explizit erwähnt - wenn man die Polizei ruft, kann man mit denen langatmige Diskussionen führen, ob Stallungen zu den "besonders brandempfindlichen Gebäuden und Anlagen" gehören.

    §23 der Sprengstoffverordnung gibt nur das her:

    "(1) Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinderund Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten."

    Ich schreibe dazu Jahr für Jahr die Tierschutzbeauftragte der Bundesregierung an - aber es gibt immer nur bla-bla als Antwort.
    Vielleicht sollte die FN mal eine Petition dazu organisieren, dass es da eindeutige Regelungen für gibt, der Bauernverband hat da leider kein Interesse dran, obwohl Jahr für Jahr viele Nutztiere durch Stress in der Silvesternacht sterben, Schweine sind da besonders empfindlich.

    ....

    Hier haben wir es grundsätzlich gut überstanden, in den 20 Jahren hier war das das zweitruhigste Silvester, was die Böllerei im Dorf anging - die Rinder sind zwar natürlich aufgestanden und haben das Wiederkäuen gestoppt, aber nur eins von fünfen ist ein wenig nervös gewesen und wollte am liebsten auf den Schoß, was bei 900 kg etwas schwierig wird.

    Allerdings hat der arme McGyver die Geflügelwienerle nicht vertragen und so ging der Rest der eh schon kürzeren Nacht dann auch noch im Wachzustand vorbei, bis wir Bauchweh und Übelkeit wieder im Griff hatten und dann wenigstens der Hund noch schlafen konnte.

    Was mich richtig genervt hat, waren die Feriengäste nebenan, die zwar nicht geböllert haben, aber um Mitternacht zu einer Nachtwanderung in den Wald gestartet sind. Wie gedankenlos ist das? Das Wild eh schon verstört und dann rennen da sich laut unterhaltende Leuts mit Taschenlampengefuchtel durch den Wald - das gibts hier sonst nicht. (Die Rinder fanden das auch creepy, kein Wunder, auf die Entfernung hätten die dunklen Gestalten auf der hellen Schneedecke auch ein Rudel Wölfe sein können)

    Unseren Wintergast, den Raubwürger hab ich heute vormittag noch nicht gesehen, ich hoffe, er ist nicht wieder komplett weg, so wie schon so oft nach der Silvesternacht.

    Hier hat mich der Nachbar gerade im Garten mit dem Hund reden und pfeifen hören, ahmt mein Pfeifen nach, Monchi bleibt irritiert stehen, dreht sich um und der Arsch wirft einen Böller, der zuerst heult und dann kracht?!

    Sowas macht einfach nur fassungslos.

    Was stimmt mit dem nicht?

    Hier im Umfeld gehts nun auch seit 2 Stunden rund - die reine Böllerfraktion. Wir wechseln uns draussen ab.
    Dabei ist das Wetter sogar ziemlich mies - Schneefall, Nebel, Minusgrade und Wind mit stürmischen Böen.

    Hier ists noch relativ ruhig im Fichtelgebirge (wir hören das Geböllere ja kilometerweit, weil wir oben drüber thronen), ab und an Böller im Umfeld, aber im Dorf selbst noch nichts.
    Die Hunde bekommen wie jedes Jahr rein vorsorglich die Adaptil Chew und werden während der Böllerei um Mitternacht mit Käsestückchen und Gelfügel-Wienerle durchgefüttert. Damit klappt das bisher gut, ohne dass einer der Hunde Probleme bekommt. Im Stall - aus Holz - ist die Akustik ja leider ähnlich wie draussen, da sind wir lieber zu vorsichtig und zu präventiv unterwegs als es drauf ankommen zu lassen. Die Silvesternacht ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Mc`s Halsbänder tragen. Und sie kommen auch ab der Dämmerung in den Stall und bleiben nicht draussen. Alles nach dem Motto "better safe than sorry.

    Was dieses Jahr blöd ist, ist der starke Frost. Eigentlich steht im Stall (Holzscheune mit Heuboden voll Heu- und Strohrundballen und unten drin der Rinderoffenstall) immer ein Schlauchwagen bereit, falls eine Rakete es durch den WKFS-Streifenvorhang schafft, bei dem Frost geht das aber nicht. Im Fall X müssten wir ihn dann erst anschliessen.

    Die Feriengäste nebenan habe ich proaktiv angesprochen, damit bloss niemand auf die Idee kommt, genau neben den Rindern zu böllern, aber die haben gar nicht vor zu böllern, was es etwas entspannter macht. Bei den Amazonis sind kaum welche da und der neue Eigentümer der Hütte hat die auch weit besser im Griff als der Vorgänger. Mal sehen.

    Ich drück allen die Daumen!

    Hier sind noch zwei Artikel:

    Hundefreundlicher Campingplatz für Silvester

    https://www.br.de/nachrichten/ba…rstehen,V6qdCSo

    Ein Unbeteiligter ist durch Böller zu Schaden gekommen

    https://www.nordbayern.de/bayern/boller-…-ihn-1.14954792

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    Die meisten Tierhalter machen eh Stallwachen - aber eben in der Silvesternacht und nicht Tage vor- und nachher.