Was dabei immer wieder verdrängt wird ist das wenn sich die Selektion ändert auch das Wesen verändert wird. Nicht unbedingt zum besseren.
Ja, da dachte ich vorhin auch schon dran. Der britische Collie war verschrien für sein schlechtes Nervenkostüm, auch nicht unbedingt zu Unrecht.
Der amerikanische Collie galt als aggressiv.
Wobei der Wandel da schon wieder stattgefunden hat, die schlimmsten Zeiten sind vorbei.
Die Ursprünge beider Richtungen sind die gleichen. Die jeweiligen Collies wurden aber in unterschiedliche Richtungen gezüchtet.
Ganz sicher hat man dabei jeweils nicht alles richtig gemacht, der Modehund hat sein übriges dazu getan.
Aber es zeigt schön, dass man aus gleichem "Ausgangsmaterial" ungewollte Eigenschaften herauszüchten kann und es fällt erst auf, wenn das Kind schon im Brunnen liegt.
So rein theoretisch hab ich nichts gegen eine neue Rasse. Vielleicht ist es mal Zeit. Hat früher ja auch funktioniert, muß ja nicht schlecht sein.
Aber ich hab irgendwie trotzdem ein Problem damit. Wobei es da hauptsächlich um praktische Umsetzungsgeschichten geht. Und, gerade auch wenn es um Sporthund oder Familienhund geht, habe ich das Gefühl, dass man so ein Lebewesen nicht "perfekt machen" kann. Da fehlt mir das Vorstellungsvermögen oder ich ticke vielleicht anders. Für mich ist nie die Frage, ob alles perfekt an einem Lebewesen ist. Die Frage ist, komme ich mit allen Ecken und Kanten zurecht. Ich möchte auch vielleicht mal ne Kante, die mich ein bißchen fordert (nicht zu verwechseln mit einer möglichst schwierigen Herausforderung).
Und ich hätte mit der Entwicklung ein Problem. Ich würde erwarten, dass diese Hunde dann so perfekt beworben werden und dann gibt es den Run auf diese Hunde. Und wenn es dann nicht so klappt, dann gibt es halt die Version 2.0 oder so. Wie man halt auch immer das neueste Handy braucht.
Ja, wahrscheinlich gibt es auch ganz bodenständige Leute, die das natürlich nicht mitmachen. Aber dieser Anspruch an den perfekten, fehlerfreien Hund liegt mir ein bißchen quer und den bekomme ich auch gerade nicht aus dem Kopf.