Moin,
also, zuerst einmal, Alles Gute für Euch.
Jeder Hund ist anders, es kommt darauf an, welche Erfahrungen er gemacht hat und welchen Charakter er hat. ich glaub, da musst einfach abwarten und schauen, was der Hund DIR anbietet.
Manche Hunde sind sofort Stubenrein, weil sie Häuser nicht kennen und gelernt haben, sich draußen zu erleichtern, andere machen da keinen Unterschied - falls er es nicht kann - einfach wie bei einem kleinen Welpen üben.... und den Raum begrenzen, nicht alle Räume ohne Begleitung zugänglich machen und ihm die Möglichkeiten bieten, überall hinzukönnen. Das kann man dann, wenn er sich einlebt, steigern, aber zu Beginn wäre ich da vorsichtiger. Bei uns waren von Anfang an, manche Räume tabu und manche sind es noch.
Es mag sein, das er für Futter alles tun wird - ich würde nicht experimentieren und viel wechseln, sondern schauen, wie er Dein angebotenes Futter verträgt - vielleicht geht alles gut? Mag sein, das ihm die Umstellung sehr zu schaffen macht, hab einfach gaaaaanz viel Geduld mit ihm.
Wichtig, ein ganz sicheres Geschirr und, Doppelsicherung am Halsband, aus beiden sollte er nicht heraus schlüpfen können. Sehr viele Hunde kommen in den ersten Momenten zu Schaden, können flüchten und sie haben überhaupt gar keinen Grund, dann zu einem zu kommen. Als ich Lucas vom Flughafen geholt hab, hab ich die Box erst im verschlossenen Auto geöffnet, ihn dann angeleint und er durfte raus.... nicht, das er mir entwischt - man kenn den Hund ja nicht und kann ich daher nicht einschätzen. Lucas trug, von der Orga aus, Halsband und Geschirr und hatte sogar eine Leine dabei.
Das Wichtigste das Du ihm mitgeben kannst, ist Ruhe, Souveranität und Unaufgeregtheit. Lass ihn ankommen, das dauert seine Zeit, in etwa plus/minus 8 Wochen. Erschreck nicht, wenn er sich erschreckt.... bleib einfach so gelassen, wie Du es kannst, denn das wird ihm Sicherheit vermitteln. Sylvester - Lucas war schon irritiert, aber wir haben uns überhaupt nichts anmerken lassen (Knallerei) und haben weder aufgemerkt noch reagiert, sondern einfach weiter beieinander gesessen, nach einem Moment legte er sich dann schlafen..... gut, er ist auch sehr gelassen - aber ich glaub, wäre ich zusammen geschreckt - das hätte sich auf ihn übertragen.
Biete ihm einen Platz, an dem er ungestört sein kann, es ist möglich, das er die Box meidet, weil er sie durch die lange Reise als Ungut empfunden hat, dann stell sie weg - nimmt er sie als Zuflucht, räum ihr einen Platz frei - das wirst Du merken.
Ob er anderen Tieren aggressiv ist oder nicht, wird auch die Zeit zeigen, sei vorsichtig, manchmal zeigen sie das erst, wenn sie sich sicher fühlen. Denk daran, das er mit unserer Sprache nix anfangen kann und erst alles lernen muss, vielleicht kannst Du mit Zeichen arbeiten und vielleicht ist er so einer, der gut auf Futter anspricht.... dann wird er schnell lernen. Meine Spanier konnten in drei Tagen per Handzeichen "Sitz".
Schau, ob er besser Halsband oder Geschirr ganztägig trägt, nicht das er durch das Anziehen irritiert wird? Hab eine kurze Hausleine parat, möglicherweise brauchst eine?
Und ansonsten, Ruhe, Geduld, Geduld und noch einmal Geduld - schau, was er mitbringt..... nicht viel Besuch zu Beginn, keine Parties - vielleicht ein souveräner gelassener Hund bei den ersten Spaziergängen? Das kann ungeheuer hilfreich sein.
Alles Gute und viel Erfolg
Sundri
P.S. ach ja, zeig ihm trotz allem gleich, was Du nicht willst - klauen vom Tisch etwa - aber bei den meisten Hunden reicht da ein eher leises "lass das" als die gröbere Variante. Bei Lucas reicht ein ganz normal gesprochenes "Nein" und er hört mit seinem Tun gewöhnlich auf. Mein Liebster hat, aus Reflex heraus, mal sehr heftig reagiert - da war Lucas durchaus einen ganzen Tag sehr unterwürfig und vorsichtig und ging ihm aus dem Weg....