Wollte dafür keinen eigenen Thread aufmachen, aber vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu? Bei uns scheint sich ein Problem aufzutun bezüglich Angst, ich vermute Geräusche als Ursache (die ich aber selbst nicht höre).
Wir hatten es jetzt heute Morgen das zweite Mal (das letzte Mal vor ein paar Wochen): alles scheint normal, ich lasse den Hund in den Garten zum pieseln, danach gibt’s Futter…er pieselt, läuft wieder Richtung Terrassentür und auf einmal gerät er in Angst. Will auf keinen Fall mehr das Haus betreten, drückt sich in die Hecke und zittert.
Habe erst versucht ihn an der Leine rein zu führen, keine Chance, massiver Rückwärtsgang. Also haben wir ihn rein getragen.
Drinnen hat er ganz normal sein Essen verputzt sich dann aber wieder ängstlich verhalten, kam auch nicht auf Zuruf. Also hab ich das getan was schonmal geholfen hat: leise Musik angemacht. Da wurde es sofort besser, er kam auch wieder als ich ihn gerufen habe.
Mir macht das Verhalten ein bisschen Sorge, da für mich kein Auslöser erkennbar ist. In der Situation ist er auch nicht mehr erreichbar, zeigt einfach nur meidende Angst vorm Haus. Da es mit Musik besser wird vermute ich tatsächlich eine Geräuschquelle irgendwo, er zeigt auch sonst Angst vor speziellen Geräuschen insbesondere elektronischer Natur: das piepsen eines Thermometers zum Beispiel, einmal auch das kurze Piepen einer sich leerenden Rauchmelderbatterie. Anderes wie knackender Toaster wurde sehr viel besser, Autos (Kleintransporter!) vor denen er Anfangs auch ziemlich Angst hatte sind jetzt mittlerweile völlig problemlos und Kaffeemühle und ähnlich lautes Zeug fand er immer schon überraschenderweise eher super und beruhigend. Was ich damit sagen will ist, er brachte diverse spezifische Ängste mit, hat sich bei manchen dieser Ängste aber sehr gut entwickelt, ist cool und umweltsicher geworden. Er kann also lernen.
Dafür treten jetzt, selten, diese neuen Ängste auf.
Naja, lange Rede kurze Frage: er ist jetzt bald sechs Jahre alt, seit knapp zwei Jahren bei mir. Ist das normal dass sich solche Ängste neu entwickeln? Wie hättet ihr reagiert, gibt es vielleicht noch andere Ideen um ihn in seiner Angst noch zu erreichen?
Zur Vorgeschichte ist nicht viel bekannt, außer dass er als ca. halbjähriger Stöpsel von Hundefängern gecatcht wurde, eine gewisse Zeit in einem grauenvollen städtischen Shelter überlebte und dann viele Jahre in einer privaten Tierschutzeinrichtung im Zwinger, in Grupppenhaltung lebte.
Er ist sonst ein sehr freundlicher und eher vorsichtiger Hund, Schäfer-Herdi-Multihofhundmix und ich suche eigentlich nur nach Anregungen ihm zu helfen.
Die meiste Zeit kommt er super klar, hat hier unglaublich viel gelernt, liebt es Gassi zu gehen, ist verschmust und freundlich zu Mensch und Tier. Wir leben mit ihm ein recht geruhsames Leben, geprägt von viel Routine und gleichbleibenden Abläufen, für Außenstehende wirkt er wie ein völlig „normaler“ Hund, was er in 95% der Zeit auch ist. Bis auf die (Geräusch-) Trigger ab und an…mit dem Begriff Trauma gehe ich nicht leichtfertig um, aber ich denke auf ihn trifft es zu.