Beiträge von malimuc

    Ich würde aber auch nicht alles was veterinärmedizinisch möglich ist heutzutage machen lassen, unabhängig vom Geld.


    es können auch veterinärmedizinische „Kleinigkeiten“ ziemlich rein hauen finanziell..

    Mias immunmediierte Thrombozytopenie war zb ziemlich teuer. In der Regel waren wir da bei deutlich über 500 € monatlich.
    Für Blutbilder als Verlaufskontrolle und Prednisolon als Medikation.
    Also relativ wenig medizinische Intervention, richtig gute Lebensqualität des Hundes.

    Und trotzdem ziemlich teuer.

    Das stimmt natürlich, gerade die chronischen Geschichten läppern sich dann.

    Ich hab mal kurz überschlagen, dass ich für die gesamte Lebenszeit meines letzten Hundes (15.5 Jahre) etwa 20.000€ bei TA und Kliniken gelassen habe (davon etwa 12.000 auf die letzten beiden Jahre, der Rest verteilt auf die 13 Jahre davor…und nicht alles an Behandlung und Intervention wäre wirklich zwingend nötig gewesen)…durch die monatliche „Weglegesumme“ von 100€ kamen etwa 18.000 zusammen. Das ging sich also zum Glück gut aus.

    Die Berechnung stimmt natürlich nicht immer, man kann Glück oder Pech haben, klar. Mit der neuen GOT dann auch vermutlich eher 150€. Aber wie gesagt, es ist eine Basis, ein ungefährer Anhaltspunkt.

    Aber ja, tierärztliche Behandlung ist mittlerweile schweineteuer und es wird vermutlich nicht besser. Ein Dilemma 🫤

    Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass mein System perfekt ist. Ist es ganz sicher nicht. Ich bin nur bisher, in zumindest über 20 Jahren autarker Hundehaltung, gut damit gefahren.

    Für alle Eventualitäten im Leben kann man nie gewappnet sein, leider. Aber es ist, finde ich, zumindest eine recht gute Basis.

    Ich würde aber auch nicht alles was veterinärmedizinisch möglich ist heutzutage machen lassen, unabhängig vom Geld. Das ist vermutlich auch nicht ganz unwichtig dazu zu sagen.

    Gute Frage…ich schau immer dass ich mindestens 3-5000 sofort bezahlen könnte, wenn‘s brennt. Das liegt aber in meinem Fall daran, dass ich bisher jegliche KV oder OP Kosten Versicherung bewusst vermeide.

    Das ist nicht jedem möglich, das ist mir klar - dann würde ich eine OP Versicherung als sinnvoll erachten. Zusätzlich würde ich jedem empfehlen pro Monat etwa 100 Euro zu sparen, als reine „Tierarztkasse“ (also soviel wie eine vernünftige KV etwa kosten würde). Das sollte mit Hund drin sein und ermöglicht zumindest eine solide Basisversorgung.

    Ich hatte mit meinen Hunden gesundheitlich bisher immer ein Riesenglück. Sie waren ihr gesamtes Erwachsenenleben eigentlich immer super gesund, noch nicht mal Bagatellkram war großartig zu vermelden. Und das, obwohl alle aus dem Tierschutz kamen und z. T. aus dem Ausland.

    Aber sie wurden bisher zum Glück alle auch ziemlich alt…und im hohen Alter, so grob die letzten zwei Lebensjahre, schossen die Kosten dann natürlich in die Höhe. Eigentlich immer und bei jedem Hund.
    Mein letzter Hund bekam so ab 14 relativ zeitgleich Einschränkungen der Hinterhand und Krebs. Er wurde dann fast zwei Jahre palliativ behandelt inclusive diverser (sehr teurer) Medikamente, Ergänzungsmittel und Physio.

    Ich weiß noch wie ich eine Zeitlang vor seinem Tod, emotional und finanziell etwas gebeutelt, sicher war, dass danach erstmal kein Hund mehr einziehen würde…tja, so zwei drei Wochen nachdem er gestorben war, war das obsolet. Geht nicht ohne, will nicht ohne.

    Dafür verzichte ich aber auf viel „gängigen“ Luxus: kein Urlaub, kein Auto, keine Restaurants. Fehlt mir auch nicht groß, ehrlich gesagt.

    Ich finde das kann man dann auch erwarten: Prioritäten setzen und ein bisschen was auf die Seite bringen, für medizinische Notfälle. Die hoffentlich nicht eintreten, aber man kann’s ja nie wissen.

    Eine medizinisch notwendige Behandlung an einem lebenden, fühlenden Tier empfinde ich ganz sicher nicht vergleichbar mit einer anderweitigen Dienstleistung. Tatsächlich wäre ich mir recht sicher, dass sich auch die Mehrheit der Bevölkerung damit identifizieren könnte, auf eine solche Leistung keine Mehrwert- oder Umsatzsteuer zu entrichten.

    Das ist ja in der Humanmedizin nicht anders.

    Abgesehen davon, dass durch Steuern der gesamte Haushalt gebildet wird, würde ich meine rechte Niere darauf verwetten , dass dem Großteil der Bevölkerung völlig schnurz ist ob irgendein Haustier zum TA muss

    Obwohl ich mir gemeinhin wenig Illusionen über die menschliche Natur mache, glaube ich das in dem Fall nicht. Alleine schon, weil in fast der Hälfte der bundesdeutschen Haushalte mindestens ein Haustier herumspringt.

    Aber sei‘s drum, ich befürchte dass selbst eine Senkung der Besteuerung in diesem Fall nahezu Null reale Kostensenkung der Endrechnung bedeuten würde. Vermutlich so ähnlich wie in der Gastro.

    Eine medizinisch notwendige Behandlung an einem lebenden, fühlenden Tier empfinde ich ganz sicher nicht vergleichbar mit einer anderweitigen Dienstleistung. Tatsächlich wäre ich mir recht sicher, dass sich auch die Mehrheit der Bevölkerung damit identifizieren könnte, auf eine solche Leistung keine Mehrwert- oder Umsatzsteuer zu entrichten.

    Das ist ja in der Humanmedizin nicht anders.