Beiträge von Estandia

    Vorweg zur Erklärung: Bokey hat am Halsband dieses runde, schwarze, übergroße Adresstäschchen von more4dogs.

    Gestern auf ner Wiese. Wir treffen auf ein älteres Ehepaar mit aufdringlichem Doggenmischling, der ne "schöne" feingliedrige Kette trug.
    Der Halter schaut auf meinen Hund und fragt "Hat der so ein Halsband, damit der nicht bellt?"
    Ich dachte sofort, nee is klar, dass du sowas kennst :muede:
    Meine Freundin sagte gleich, "Nee, da ist die Adresse drin."
    Und ich sag, "Bellen darf der! Ist ja schließlich n Hund."

    Der Doggenmischling verfolgte uns dann auch wie erwartet, wahrscheinlich weil wir cooler waren, hatten ja ne Hündin dabei. Als ich ihn dann körpersprachlich zurückwies, protestierte er auch lautstark, hatte aber richtig die Hosen voll :hust:

    Zitat


    woran seht ihr, dass sie zu wenig Bewegung bekommen, zu wenig geistige Beschäftigung oder nicht ausgelastet sind?

    Ich seh's am Verhalten des Hundes und der Halter. Auch wenn der "erste Eindruck" ja häufig täuscht, werde ich hier in meiner direkten Wohngegend oft in meinen Vorurteilen bestätigt.
    Ein aktuelles Beispiel ist z.B. der schwarze Akita-Spitz-Mischling von "nebenan". Der Hund geht immer mit Herrchen+Frauchen+Kind im Kinderwagen "um den Block". Großes dickes Geschirr um, kurze Leine. Der Hund geht permanent auf zwei Beinen, tickt völlig aus bei anderen Hunden und ist unfähig irgendwelche Umwelteindrücke zu verabeiten. Er hört nicht, er reagiert auf nichts, er macht komplett sein eigens Ding an der Leine und das Einwirken der Halter ist sowas sinn- und planlos, da will man nur noch schnell weitergehen. Zudem wird der Hund in allem bestätigt, darf Kinder anspringen, die ihn auch noch streicheln etc. Und es hat sich über die Wochen nichts verändert. WENN der Hund irgendwie ausgelastet, beschäftigt, verstanden würde, dann sähe man doch irgendwelche Veränderungen, aber die Halter sind leider sooo lahm, da passiert wohl zuhause genausowenig wie auf auf dem Spaziergang :muede:

    Zitat


    - Ist es wirklich wichtiger, wie lange man aktiv Zeit hat, oder ist es nicht wichtiger, was man mit dem Hund macht, um die Bewegung zu beschaffen, die er braucht?


    Kommt auf den Hund an :D
    Ich persönlich bin gegen "erzwungene Komprimierung", weil ich vielleicht mal nur ne Stunde Zeit habe und dann ne Stunde mit dem Hund Rad fahre, damit der möglichst viel Bewegung in kurzer Zeit bekommt.
    Ich bin eher dafür, alles kann nichts muss. Ich nehme manchmal 2 Stunden Fahrtweg in Kauf, um dann doch nur 2 Stunden "stupide" durch Wiese und Feld zu latschen, OBWOHL ich Dummies und Clicker dabei hab. Ich habe immer ein Auge auf meinen Hund und wenn der wie ein Bekloppter rennt, springt, rennt, dann denk ich nichtmal daran stehenzubleiben und ihn aus seinem Rumgerenne rauszuholen.

    Zitat


    - Kann Kopfarbeit fehlende Bewegung ersetzen oder umgekehrt?


    Nein. Im Kopf laufen ganz andere Prozesse ab als im Körper. Kopfarbeit bzw. LERNEN geschieht ja heutzutage durch gezielte Belohnung, Verstärkung, Bestätigung und was nicht noch alles. Nur durch ERFOLG beginnt ja der Denk- und Lernprozess im Hund und ich glaube DABEI kann man viele Fehler machen bzw. ist es weiter und manchmal schwieriger Weg, je nach Halter und Rasse. Und Kopfarbeitet muss spannend bleiben und sich weiterentwickeln.
    Laufen, Rennen hingegen ist selbstbelohnend. Ab 20 Minuten stetigem Trab bauen Hunde Stress ab, lasten sich körperlich aus - ohne Zutun des Menschen.

    Zitat

    Wie versteht Ihr das mit der Bewegungsmenge?

    Die Menge an Bewegung für meinen Hund definiere ich über die Schnelligkeit.

    An einem freien Tag kann ich mit ihm bis zu 16 km spazieren gehen, das zählt für mich aber eher zu "wenig Bewegung über einen langen Zeitraum".

    Viel Bewegung wäre daher 1 Stunde (oder länger) am Rad traben, Agi, Longieren, Apportspiele über größere Distanzen. Wo der Hund halt vorwiegend trabt oder ausdauernd rennt. Ab dieser Geschwindigkeit lastet sich Bokey körperlich aus, der Erschöpfungsgrad ist höher und hält länger an.

    Daher ist es für mich und den Hund nur wichtig, dass die Abwechslung stimmt, nicht die gelaufenen Kilometer.

    Suchspiele :D

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    Zitat


    erwachsene Hunde spielen nicht zum Zeitvertreib oder weil es soviel Spass macht sondern es ist immer eine Kommunikation wo es um Rangfolge und Ressourcen geht.

    Wobei man betonen sollte, dass für jeden Hund andere Ressourcenwertigkeiten gelten. Mein erwachsener Hund spielt sehr gern. Mit sich. Mit anderen. Aber es muss halt stimmen. Gerät der an einen Hund, dem das "Oberhand behalten" wichtiger ist als "sinnfreies" Spielen, ist es kein Spiel mehr.
    Natürlich ist Spielen IMMER Kommunikation aber worum es letztendlich geht und ging ist doch für uns meist schwer einzuschätzen.
    Was ich für meinen Hund sagen kann, ist, dass es Spielesituationen gibt, die völlig albern und übertriebenst verspielt rüberkommen und dann natürlich Begegnungen, die ganz klar ein "ressourcengetriebenes" Spiel zeigen. Wichtig ist doch nur zu sehen, wann das Spiel zu Ende ist und der Ernst anfängt.
    WARUM der Hund spielt ist mir persönlich wurscht. WENN er es tut, sag ich mir nur, fein, dem geht's gut :D

    Dein Hund will dir sagen, dass dort etwas komisches ist. WARUM ist erstmal egal. Wenn sie bellt, gehe hin, schaue nach, befinde alles für okay und gehe wieder. Wenn sie ruhig ist kannst du sie loben. Aber normal. Dein Hund macht nur seinen Job und zeigt der Gruppe, dass was seltsames vor sich geht. Schaut der "Boss" nach und sagt "nix komisches hier" dürfte sich das bald gelegt haben.
    Es sei denn du machst da ein Trara daraus, weil du es schnell abstellen willst und es dir peinlich ist, dass dein HUND bellt :gott: