Bobby Palmer – Isaac and the egg / Isaac und das Ei
Isaac Addy hat seine Frau verloren. Als die Tage ohne sie immer schlimmer werden, findet er sich schließlich auf einer Brücke wieder, klettert schon über die Brüstung und brüllt seine Wut und Verzweiflung über den Fluss in den angrenzenden Wald hinein. Da brüllt etwas aus dem Wald zurück und Isaac will nachsehen, was da zwischen den Wurzeln so weiß schimmert. Springen kann er später ja immer noch.
Auf einer Lichtung findet er ein Ei, gut einen halben Meter groß, übernatürlich weiß und flauschig mit einem wirren Haarschopf. Isaac nimmt "Ei" mit nach Hause und fortan treibt "Ei" sein Unwesen im Haus und Isaac an den Rand seiner weggeschlossenen Erinnerungen ...
Mit Debütromanen ist es ja manchmal so eine Sache, dass der Autor ganz viel sagen will und darüber Sinn und Struktur vergisst. Das ist hier nicht der Fall. Die Geschichte bleibt dicht bei Isaac und seinem Ei, hat wenige Nebencharaktere, was aber Isaacs Zurückgezogenheit geschuldet ist. Isaac geht es nicht gut, er trauert, er leidet, er vernachlässigt sich, er hat Gedächtnislücken, er will sich auch mit vielen Dingen nicht auseinandersetzen müssen. Der Tod seiner Frau hat ihn gebrochen und hilflos zurückgelassen, das Haus ist immer noch so voll von ihr und ihren Dingen. "Ei" zwingt ihn sich damit zu befassen, die Interaktionen zwischen den beiden sind saukomisch und die Wohngemeinschaft könnte nicht ulkiger sein.
Natürlich steht "Ei" für eine ganze Reihe an Dingen und Themen, die das Buch erforscht. Das ist nicht immer einfach, oft sehr herzzerreißend aber nie schwermütig. Die Aufklärung hatte noch mehr Facetten als ich vermutet hatte. Die letzten Seiten haben es dann noch mal in sich und die Geschichte findet ein rundes, überzeugendes Ende. Für ein Erstlingswerk großartig.