Seit wann habt ihr den Hund? Euch ist sicher klar, daß hier sehr viel Ruhe, Zeit und Gelassenheit notwendig ist? Und der Hund nichts tut, um euch zu "ärgern", sondern er ist ängstlich, verstört und unsicher.
Unser Zazi, ein "Deutscher Pinscher" aus einem ungarischen TH, wollte das Haus in den ersten Tagen überhaupt nicht verlassen. Wir haben ihn vorsichtig angeleint und mit einer Leckerchenspur gelockt, so konnten wir wenigstens ein paar Meter mit ihm laufen. In den ersten Wochen hat einer von uns mit ihm im Wohnzimmer geschlafen, weil er panische Angst vor Treppen hatte. Auch hier haben wir keinen Druck ausgeübt, hochheben z.B. ging gar nicht... mir war vorher nicht bewußt, dass ein realtiv kleiner Hund sich schwer machen kann wie ein Sack Zement!
Nach einigen Tagen lief er aus purer Neugier einige Stufen hoch, am nächsten noch ein paar, und irgendwann war die Treppe überwunden!
Mit Zwang, Druck, lauter Stimme, Gegenstände werfen etc. erreicht man bei traumatisierten Hunden gar nichts, sondern verschlimmert nur noch die Angstsymptome.
Erst muß Vertrauen und Sicherheit da sein, sonst geht gar nichts.
Anke, du schreibst, man solle auf keinen Fall "bemutternd und tröstend" mit dem Hund umgehen. Das finde ich zu pauschal. In einer angstauslösenden Situation kann es durchaus hilfreich sein, beruhigend auf den Hund einzuwirken.
Das sollte natürlich keine Dauerlösung sein. Bei Zazi kommt auch Lob und Anerkennung super an, er versteht es natürlich nicht, aber der Tonfall bei "Super, Klasse, toll gemacht" lässt ihn gleich zwei Köpfe größer werden...