Beiträge von woodyfan

    Wenn du eine Bank fragst, ob du einen Kredit aufnehmen sollst oder nicht, ist die Antwort höchstwahrscheinlich : ja! Soviel zu der Frage an den Pensionsbesitzer, ob er einen Welpen aufnimmt...
    Hundepensionen möchten Geld verdienen, und nicht alle Betreiber beschäftigen sich im Vorfeld intensiv mit evtl. möglichen Problemstellungen.

    Bei Fremdunterbringungen von Hunden würde ich auf mein Bauchgefühl hören. Meine Hunde, beide traumatisiert und aus dem Tierschutz, würden eingehen in einer fremden Umgebung. Robuste Hunde hingegen, die ein positives "Probewohnen" absolviert haben, fühlen sich vielleicht sogar ganz wohl oder erleiden zumindest keinen Schaden. Letztendlich bist du für das Wohlergehen deines Hundes verantwortlich, und in eurem Fall scheint die Pensionsunterbringung nicht die richtige Lösung gewesen zu sein.

    Kleines Update zu Zazi... heute hatte meine Nachbarin die Idee, ihre Hündin mit Zazi wie ein Tandem anzuleinen. Matilda ist eine sehr vorsichtige, aber souveräne Tierschutzhündin, sie ließ sich durch das "Anhängsel"am anderen Ende ihrer Leine auch nicht irritieren. Zazi trottete zunächst mit, duckte sich dann aber wieder auf den Boden und wollte den Rückzug nach Hause antreten. Nach einem kleinen "Anschieber" am Hinterteil konnten wir tatsächlich eine größere Runde laufen, und Zazi später sogar ableinen!!! Ich wage vorsichtigen Optimismus :hurra: , morgen versuchen wir`s noch einmal.

    Danke noch mal für eure vielen interessanten Inputs! Die Sichtweisen über ein "glückliches" Hundeleben gehen natürlich auseinander, auch ich fühle mich in Bezug auf Zazi hin- und hergerissen zwischen "lassen wir alles so, wie es ist" oder " da muß doch mehr möglich sein".
    Ich denke, ich werde immer wieder versuchen, ihn zum mitlaufen zu motivieren! Gelegentlich funktioniert das ja, ohne das ich im nachhinein hätte sagen können, warum. Insofern bin ich da sehr auf Janas Seite, ich möchte Zazi auch fordern, aber ohne Druck und Stress! Der Gedanke, er liegt für den Rest seines Hundelebens überwiegend im Garten oder im Wohnzimmer auf seinem Kissen macht mich sehr unzufrieden... da geht bestimmt noch etwas! Aber in kleinen Schritten. Auch Alina hat mir einen Anstoß gegenben, mit dem Vorschlag, ihn kopfmäßig zu beschäftigen. Setzt allerdings eine kleine theoretische Fortbildung meiner Person voraus...
    Hat jemand Erfahrung mit DystoLoges? Eine Bekannte hat es mir empfohlen, nachdem sie sehr positive Erfahrung damit bei ihrem ängstlichen Bullterrierrüden gemacht hat.

    Arbeitet, clickert, trickst ihr irgendwas mit ihm zuhause außer Leckerlisuche? Leckerlisuche ist natürlich eine super Beschäftigung, aber so richtiger Zusammenarbeitswille inklusive Superbelohnung könnte noch mal anders helfen.

    Nein, das tun wir nicht. War auch bisher kein Thema, unser Ersthund wurde durch Laufen und Fährten ausgelastet, aber Zazi macht keinen unterbeschäftigten Eindruck. Er ist gerne da, wo wir sind, beobachtet das Geschehen um ihn herum aufmerksam und liegt extrem gerne auf seinem Kissen in unserer Nähe. Wenn es passt, nehmen wir ihn mit, auch wenn er als Einkaufsbegleitung im Auto auf uns wartet ( natürlich nicht im Sommer...).

    Ich fühl mich hier irgendwie unsichtbar. Hast du wirklich noch nicht probiert, zuhause was einzuüben, was du draußen abfragen kannst? Nur weil er in Paniksituationen kein Futter nimmt? Oder hast du das schon probiert und möchtest einfach nicht drüber reden, weil es nicht geholfen hat?

    Sorry, Alina, ich hatte nicht die Zeit, auf jeden Post einzugehen und habe erst die beantwortet, die mich spontan dazu inspiriert haben. Natürlich haben wir auch mit Leckerchen gearbeitet, mussten aber feststellen, dass es außerhalb des gewohnten Terrains wenig bringt. Ich lege ihm öfter Futterbrocken in den Garten, die er gerne und ausgiebig sucht. Und sich einfach mal den Wind um die Nase wehen lässt...
    Außerhalb des Hauses läuft bei ihm nur noch Spannung und Stress ab. Er springt ohne Probleme ins Auto, aber dann...wohin fahren wir, was passiert jetzt; ich kann förmlich sehen, wie sein Hundegehirn auf Hochtouren arbeitet. Ich habe noch keinen Weg gefunden, ihn in dieser Phase abzulenken oder den Stress zu nehmen.

    Sundri, wir versuchen, immer den selben Weg zu laufen. Da wir sehr ländlich wohnen wären verschiedene Runden ab der Haustür möglich, aber die läuft Zazi schon lange nicht mehr. Früher klappte das super, aber nachdem in ca. 1 km Entfernung ein Schießstand in Betrieb genommen wurde geht hier gar nichts mehr. Danke auch für deine virtuellen Umarmungen, die tun mir gut... wie auch der Hinweis von dir und anderen usern, dass das Wohlergehen des Hundes im Vordergrund steht und wir im Grunde schon so viel erreicht haben im Vergleich zu Zazis ersten Wochen bei uns.

    Danke für die Infos über das Thundershirt, ich habe auch schon ein wenig gegoogelt und werde mich weiter informieren. Einen Versuch ist es allemal wert!

    Ich würde gerne noch einige Fotos einstellen, klappt aber nicht, da ich kein Premiummitglied bin :shocked: .

    Wir haben natürlich versucht, mit Belohnung zu arbeiten, aber wenn Zazi im Panikmodus ist, verweigert er alles! Die Aussage der vermittelnden Tierschutzorga, er sei in dem ung. Tierheim fast verhungert wegen der Verweigerung von Futter, erscheint mir ansatzweise glaubhaft. Ich stelle mir das so vor, dass er in einer permanenten extremen Stressituation war, wie in einer Art Schockstarre. Insofern ist ein Training mit "Superbelohnung" bei ihm sinnlos.
    Die Ursache der Augenerkrankung kennen wir nicht. Es gibt noch ein Restsehvermögen, und tagsüber hilft das sehr.
    Thundershirt... hat jemand Erfahrungen damit gemacht?

    Bei Zazi ist es so, dass sein Verhalten sich manchmal so schnell ändert als wenn man einen Schalter umlegt und er in einen Panik-Modus fällt! Dann geht nichts mehr, kein Lieblingsleckerchen, gutes Zureden, was auch immer, keine Chance.

    Ich vermute ähnliches wie dein zweiter Hundetrainer. Wisst ihr irgendetwas darüber, was er in Ungarn erlebt hat? Es gibt hier in Ungarn die abstrusesten Dinge, die die Ungarn im Umgang mit ihren Hunden für normal halten, daher kann es durchaus sein, dass Zazi vlt. relativ jung irgendetwas erlebt hat, was dieses Verhalten heute noch auslöst.

    Ich habe hier selbst ein Pony und seit vorigem Jahr einen Schäferhund, die mit Stromdrähten traktiert wurden und arge Probleme hatten. Und ich habe ebenfalls einen Hund, der ähnliches Verhalten zeigt wie Zazi. Bei Toffee - unserem Hund - weiss ich nicht, was er erlebt hat, er ist uns zugelaufen. Aber Toffee kriegts ohne weiteres fertig und geht am Tag für höchstens fünf Minuten aufgeteilt auf drei Mal nach draussen. Und den Rest des Tages verbringt er in einer Hundebox - die ist offen, er könnte raus, wenn er wollte. Will er aber nicht, eher bringt er sich um. An einem guten Tag rennt er freudestrahlend, gut gelaunt und fröhlich stundenlang im Garten herum - dank Hundeklappe in der Haustür ist der Garten immer zugänglich. Genauso verhält es sich, wenn er mit raus soll. Entweder freudestrahlend, manchmal aber nur für einige Minuten und oftmals nichtmal dann, wenn es ihn das Leben kostet. Aber das ist absolut und total tagesverfassungsabhängig, manchmal habe ich den Eindruck, der Hund ist autistisch...

    Ich würde es an deiner Stelle weiterhin mit positiver Verstärkung probieren - mit Druck kommt man da eher nicht weiter.

    Birgit,Toffee scheint einer ähnlichen Hölle entronnen zu sein wie Zazi. Du schreibst, er würde sich lieber umbringen, als die Box zu verlassen. Ich glaube auch, dass Zazi in seinem Panikmodus lieber an der Leine ersticken würde als auch nur einen cm weiter zu laufen. Es tut weh, so etwas zu erleben, daher haben wir uns auch entschieden, ihn nicht zu quälen oder ihn mit Zwang zum Laufen zu bringen. Hat Toffee Kontakt zu anderen Hunden? Wie ist seine Beziehung zu euch?

    Oh je, das hört sich ja traurig an. Du schreibst ja er hat keine Probleme mit Menschen oder Hunden. Wenn Du sagst er ist ein ängstlicher Hund, wovor hat er denn Angst ?
    Was passiert wenn ihr Euch draußen einfach auf eine Wiese setzt und die Welt betrachtet ?

    Ich hatte einmal ähnliches mit einer Angsthündin die panisch im Garten war, während Spaziergänge ok waren. War auch so eine merkwürdige Sache.
    Ich denke auch eine nette Gassibegleitung könnte bei Euch helfen.


    Im Haus oder bei Freunden ist Zazi ganz relaxt, sucht Körperkontakt, spielt mit seinen Schmusetieren. In unserer Fußball-Fangruppe ist Zazi quasi das Maskottchen...
    Er liebt es, in geschlossenen Räumen zu sein, da fühlt er sich ganz sicher. Er hat keine Probleme, ein paar Stunden allein zu bleiben, freut sich dann aber ein Loch in den Bauch, wenn wir wiederkommen.
    Es ist wahrscheinlich eine Verknüpfung verschiedener Gerüche, Geräusche, was auch immer, wie bei deiner Angsthündin der Garten Auslöser war. Ich hatte schon beschrieben, in welchem desolaten Zustand Zazi bei uns einzog, er war wirklich lebensbedrohlich abgemagert. Er ist aber extrem willensstark, deswegen hat er diese Hölle wohl überlebt.

    Je nach dem, wie alt er ist und wie stark die Augen beeinträchtigt sind, würde ich mir eher keine großen Hoffnungen auf Wanderurlaub oder fremde Umgebungen mit ihm machen. Wenn er zeitweise immer wieder bei deinem Partner wohnt, dann ist es doch kein Problem für dich, diese Sachen ohne ihn zu machen. Ich denke, damit tust du ihm einen größeren Gefallen.

    Was waren das für Ansätze? Vielleicht kann man über Ausschlussverfahren ja noch ein paar Ideen finden.Wenn die Nachbarshündin noch nicht die richtige ist, wäre vielleicht noch Suche nach dem passenden Therapiehund über Aushänge/Internet o.ä. möglich.

    Den Wanderurlaub habe ich gedanklich schon gestrichen ( zumindest in Zazi-Begleitung )... ich suche auch eigentlich Hilfe für Zazi, weil ich sehe, wie ungezwungen er draußen sein kann, wenn er frei von Ängsten ist.
    Hundetrainerin 1 hat mit Schleppleine gearbeitet. Wenn Zazi stehen blieb, hat sie die Leine leicht angezogen, so dass sich natürlich ein Druck auf den Hals entwickelt hat und er nicht weglaufen konnte. Das hat aber dauerhaft eigentlich nichts gebracht, es war immer eine unangenehme Übungssituation, und die Trainerin schätzte Zazi so ein, dass er dickköpfig und stur seinen Willen durchsetzen wollte.
    Trainer Nr. 2 war mir von seinem Verständnis für Zazi her sehr sympathisch! Es gab bestimmte Wiederholungen ( Zazi immer anleinen, bevor er aus dem Auto springt oder wir das Haus verlassen, ganz ruhige Abläufe, in Stressituationen stehen bleiben und abwarten etc. ) Zazi sollte an einer kurzen Leine eng geführt werden, aber keinesfalls gezogen oder gezerrt. Das hat sogar in der Trainingssituation einige Male ganz gut geklappt, aber eben nicht dauerhaft. Und längst nicht in jeder Umgebung...
    Bei Zazi ist es so, dass sein Verhalten sich manchmal so schnell ändert als wenn man einen Schalter umlegt und er in einen Panik-Modus fällt! Dann geht nichts mehr, kein Lieblingsleckerchen, gutes Zureden, was auch immer, keine Chance.