Beiträge von woodyfan

    Bei Zazi ist es so, dass sein Verhalten sich manchmal so schnell ändert als wenn man einen Schalter umlegt und er in einen Panik-Modus fällt! Dann geht nichts mehr, kein Lieblingsleckerchen, gutes Zureden, was auch immer, keine Chance.

    Ich vermute ähnliches wie dein zweiter Hundetrainer. Wisst ihr irgendetwas darüber, was er in Ungarn erlebt hat? Es gibt hier in Ungarn die abstrusesten Dinge, die die Ungarn im Umgang mit ihren Hunden für normal halten, daher kann es durchaus sein, dass Zazi vlt. relativ jung irgendetwas erlebt hat, was dieses Verhalten heute noch auslöst.

    Ich habe hier selbst ein Pony und seit vorigem Jahr einen Schäferhund, die mit Stromdrähten traktiert wurden und arge Probleme hatten. Und ich habe ebenfalls einen Hund, der ähnliches Verhalten zeigt wie Zazi. Bei Toffee - unserem Hund - weiss ich nicht, was er erlebt hat, er ist uns zugelaufen. Aber Toffee kriegts ohne weiteres fertig und geht am Tag für höchstens fünf Minuten aufgeteilt auf drei Mal nach draussen. Und den Rest des Tages verbringt er in einer Hundebox - die ist offen, er könnte raus, wenn er wollte. Will er aber nicht, eher bringt er sich um. An einem guten Tag rennt er freudestrahlend, gut gelaunt und fröhlich stundenlang im Garten herum - dank Hundeklappe in der Haustür ist der Garten immer zugänglich. Genauso verhält es sich, wenn er mit raus soll. Entweder freudestrahlend, manchmal aber nur für einige Minuten und oftmals nichtmal dann, wenn es ihn das Leben kostet. Aber das ist absolut und total tagesverfassungsabhängig, manchmal habe ich den Eindruck, der Hund ist autistisch...

    Ich würde es an deiner Stelle weiterhin mit positiver Verstärkung probieren - mit Druck kommt man da eher nicht weiter.

    Birgit,Toffee scheint einer ähnlichen Hölle entronnen zu sein wie Zazi. Du schreibst, er würde sich lieber umbringen, als die Box zu verlassen. Ich glaube auch, dass Zazi in seinem Panikmodus lieber an der Leine ersticken würde als auch nur einen cm weiter zu laufen. Es tut weh, so etwas zu erleben, daher haben wir uns auch entschieden, ihn nicht zu quälen oder ihn mit Zwang zum Laufen zu bringen. Hat Toffee Kontakt zu anderen Hunden? Wie ist seine Beziehung zu euch?

    Oh je, das hört sich ja traurig an. Du schreibst ja er hat keine Probleme mit Menschen oder Hunden. Wenn Du sagst er ist ein ängstlicher Hund, wovor hat er denn Angst ?
    Was passiert wenn ihr Euch draußen einfach auf eine Wiese setzt und die Welt betrachtet ?

    Ich hatte einmal ähnliches mit einer Angsthündin die panisch im Garten war, während Spaziergänge ok waren. War auch so eine merkwürdige Sache.
    Ich denke auch eine nette Gassibegleitung könnte bei Euch helfen.


    Im Haus oder bei Freunden ist Zazi ganz relaxt, sucht Körperkontakt, spielt mit seinen Schmusetieren. In unserer Fußball-Fangruppe ist Zazi quasi das Maskottchen...
    Er liebt es, in geschlossenen Räumen zu sein, da fühlt er sich ganz sicher. Er hat keine Probleme, ein paar Stunden allein zu bleiben, freut sich dann aber ein Loch in den Bauch, wenn wir wiederkommen.
    Es ist wahrscheinlich eine Verknüpfung verschiedener Gerüche, Geräusche, was auch immer, wie bei deiner Angsthündin der Garten Auslöser war. Ich hatte schon beschrieben, in welchem desolaten Zustand Zazi bei uns einzog, er war wirklich lebensbedrohlich abgemagert. Er ist aber extrem willensstark, deswegen hat er diese Hölle wohl überlebt.

    Je nach dem, wie alt er ist und wie stark die Augen beeinträchtigt sind, würde ich mir eher keine großen Hoffnungen auf Wanderurlaub oder fremde Umgebungen mit ihm machen. Wenn er zeitweise immer wieder bei deinem Partner wohnt, dann ist es doch kein Problem für dich, diese Sachen ohne ihn zu machen. Ich denke, damit tust du ihm einen größeren Gefallen.

    Was waren das für Ansätze? Vielleicht kann man über Ausschlussverfahren ja noch ein paar Ideen finden.Wenn die Nachbarshündin noch nicht die richtige ist, wäre vielleicht noch Suche nach dem passenden Therapiehund über Aushänge/Internet o.ä. möglich.

    Den Wanderurlaub habe ich gedanklich schon gestrichen ( zumindest in Zazi-Begleitung )... ich suche auch eigentlich Hilfe für Zazi, weil ich sehe, wie ungezwungen er draußen sein kann, wenn er frei von Ängsten ist.
    Hundetrainerin 1 hat mit Schleppleine gearbeitet. Wenn Zazi stehen blieb, hat sie die Leine leicht angezogen, so dass sich natürlich ein Druck auf den Hals entwickelt hat und er nicht weglaufen konnte. Das hat aber dauerhaft eigentlich nichts gebracht, es war immer eine unangenehme Übungssituation, und die Trainerin schätzte Zazi so ein, dass er dickköpfig und stur seinen Willen durchsetzen wollte.
    Trainer Nr. 2 war mir von seinem Verständnis für Zazi her sehr sympathisch! Es gab bestimmte Wiederholungen ( Zazi immer anleinen, bevor er aus dem Auto springt oder wir das Haus verlassen, ganz ruhige Abläufe, in Stressituationen stehen bleiben und abwarten etc. ) Zazi sollte an einer kurzen Leine eng geführt werden, aber keinesfalls gezogen oder gezerrt. Das hat sogar in der Trainingssituation einige Male ganz gut geklappt, aber eben nicht dauerhaft. Und längst nicht in jeder Umgebung...
    Bei Zazi ist es so, dass sein Verhalten sich manchmal so schnell ändert als wenn man einen Schalter umlegt und er in einen Panik-Modus fällt! Dann geht nichts mehr, kein Lieblingsleckerchen, gutes Zureden, was auch immer, keine Chance.

    HalloHallo ;) Zazi braucht eine TherapieHündin... könnte nicht eine würdige Nachfolgerin für Woody einziehen?!

    (Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass wir früher mal über vorab versteckte Leckerli auf der GassiStrecke gesprochen haben.)

    So ein richtiger "Sonnenschein", der bzw. die unbedarft (unbelastet) durch's Leben trampelt und Zazi könnte mitschlockern - wenn er auch dann die Kurve nicht kriegt hättet Ihr einen GartenHUnd und einen ähhh "normalen" Hund und Zazi wäre nicht alleine?!

    (meinen "neuen" Hund Konrad hattest Du noch mitgekriegt oder)

    Bis später - Erika!

    Grüß dich, Erika, du hast ja Zazis Einzug seinerzeit fast "hautnah" miterlebt. Dein grandioser Tipp mit dem Babybett für Zazi als Rückzugsort für die ersten Wochen hat uns das Leben sehr erleichtert....und Zazi hat sich zu einem wirklich tollen Kerl entwickelt. Er liebt alle Menschen und hat ein gutes Sozialverhalten Artgenossen gegenüber. Jagdtrieb gleich Null ( da waren wir von Woody ja Kummer gewohnt ), nur dieses leidige Laufen, da ändert sich einfach nix! Ein sehr einfühlsamer Trainer sagte über Zazi, da könne man einfach nichts tun, der Hund habe wohl fürchterliche Erfahrungen gemacht und wir sollten ihn, ähnlich lautet ja auch dein Vorschlag, immer wieder versuchen zu motivieren oder in den Garten lassen, wenn er sich verweigert. Das tun wir derzeit auch.
    Zazi hat zwei "Zuhause", er lebt abwechselnd bei mir und meinem Partner, damit kommt er aber gut klar. Ein Zweithund ist leider im Moment gar nicht möglich, ich bin mir aber sicher, dass ein nettes Hundemädchen viel bewirken könnte. Ich werde jetzt aufgrund eurer Anregungen doch einmal ausprobieren, wie Zazi auf die Nachbarhündin reagiert, die einen sehr coolen und gefestigten Eindruck macht.

    Das erste, was mir in den Sinn kam...Rucksack. Würde er sich eventuell tragen lassen? Dann könntet ihr in der Natur sein, er wäre dabei, aber könnte sich sicher fühlen?
    Nur so ein Gedanke :ka:

    Das haben wir bereits durch... Zazi wird ein Stück getragen, das lässt er auch ohne Stress über sich ergehen. Wenn wir ihn dann absetzen kannn es sein, dass er freudig losläuft, in der Regel folgt dann aber sofort hinwerfen, ganz vorsichtig aufstehen und Richtung Auto schleichen. Er ist zu schwer, um ihn dauerhaft zu tragen. Und er kann wunderbar und ausdauernd laufen, wenn er nicht gestresst ist.

    Seit 4 Jahren lebt Zazi bei uns, ein Deutscher Pinscher ( nicht ganz reinrassig... ) aus dem ungarischen Tierschutz. Bei der Übernahme fielen wir aus allen Wolken, der Hund wurde uns extrem abgemagert übergeben ( damals 8 kg, heute 12kg ), war voller Parasiten, kurzum, wir waren uns nicht sicher, ob er Überlebenschancen hat. Der kleine Kerl zeigte aber einen starken Willen, nach einer schwierigen Anlaufzeit mit intensiver tierärztlicher Betreuung hat er sich körperlich gut erholt. Leider stellte sich bei einer augenärztlichen Untersuchung heraus, dass er stark sehbehindert ist, in bekanntem Terrain findet er sich aber gut zurecht. Er belohnt uns täglich mit großer Anhänglichkeit und Lebensfreude, wobei die eindeutige Hauptbezugsperson mein Mann ist, den er wirklich abgöttisch liebt.
    Nun zu meiner Frage... Zazi hat in den ersten Monaten jede Aktivität außerhalb des häuslichen Umfelds verweigert. Wir vermuten, aus Angst bzw. Unsicherheit. Sobald ihm bewußt wurde, dass wir das Haus bzw. den Garten verlassen warf er sich auf den Rücken, knurrte und bewegte sich keinen Millimeter. Zunächst haben wir ihn nicht bedrängt, sondern versucht, ihn mit Leckerchen zu motivieren. Dies ist nach wochenlanger Testphase auch gelungen, so dass wir kleinere Runden mit ihm gehen konnten. Inzwischen, nach vier Jahren Erfahrung und Übung ( auch mit Hilfe eines Hundetrainers ) mit ihm, ist es immer noch nicht möglich, ihn einfach anzuleinen und unbeschwert zu laufen!
    Seine Verweigerung bezieht sich dabei nicht nur auf unbekannte Strecken, sondern auch auf die, die er seit Jahren kennt. Je nach Tagesform kommt er mit, es kann aber auch passieren, dass er das Auto gar nicht verlässt und sich sofort verweigert, sprich, auf den Rücken legt. Zwangsmassnahmen wie hinterherziehen gegen seinen Willen haben überhaupt nichts gebracht, war eigentlich schon im Vorfeld klar. Ich hatte sogar das Gefühl, er würde sich eher erwürgen lassen als mit zulaufen. Natürlich wurde ein solcher Versuch nicht wiederholt...
    Inzwischen hat sich Zazis Verhalten so verfestigt, dass an Wanderurlaube, Begleiten beim Joggen oder einfach nur ein netter Spaziergang mit ihm undenkbar geworden sind. Hinzu kommt, dass er eine extreme Panik bei Schüssen/Knallen entwickelt hat, das kommt noch erschwerend hinzu. Wir sind inzwischen ratlos, die Morgenrunde läuft er mit meinem Mann zwar mit, das wars dann aber für den ganzen Tag. Ich bin besonders frustriert, weil ich sehr gerne und viel in der Natur unterwegs bin und Zazi liebend gerne dabei hätte! Über einen Tipp oder einen Erfahrungsaustausch mit Hundebsitzern, die ähnliches erlebt haben, würde ich mich freuen.

    Habe jetzt den anderen Thread überflogen, das erklärt, warum hier außer mir keiner mehr antwortet... es ist eigentlich alles gesagt!

    Lasst den Hund in Ruhe ankommen, kein Programm, keine Denkspiele, beobachtet einfach sein Verhalten in Bezug auf euch. Meine beiden Tierschutzhunde haben ihr Befinden immer sehr deutlich gezeigt, ich würde nicht mechanisch ein "Hundebeschäftigungsprogramm" durchziehen, das von einer offenbar unqualifizierten Trainerin gegeben wird. Der Hund zeigt deutliche Stresssymptome, selbst in eurer Gegenwart, das würde mir schon zu denken geben.

    Klingt doch so weit ganz gut! Für einen Hund, der problemlos allein bleiben kann, finde ich 4-5 Stunden auch nicht zu lang. Aber Timo kommt offensichtlich nicht gut damit zurecht. Muß er im Haus immer im Körbchen liegen?

    Deine Infos sind leider sehr spärlich, aber ich versuche es noch einmal. Wenn ein Hund in ein neues Umfeld wechselt, so wie Timo, mit einer möglicherweise traumatisierenden Vorerfahrung ( Mißhandlung, Verwahrlosung etc. ) kann es sehr lange dauern, bis er Vertrauen aufbaut und allein bleiben kann!

    Wie gestaltet sich euer Tagesablauf? Wie reagiert Timo auf euch, auf andere Hunde? Wie reagiert er denn, wenn ihr nach Hause kommt?

    Was macht ihr, wenn er in eurer Anwesenheit Tapeten anknabbert?