ich denke, das problem ist einfach die tatsache, dass viele menschen hunde nicht als das sehen, was sie sind: eben einfach hunde, caniden, beutegreifer, hochsoziale tiere, rudeltiere.
für einige sind hunde partnerersatz, kuscheltiere (für die kinder
), langeweilevernichter, der beste freund des menschen
etc.
für andere sind sie sportgeräte, spielpartner (ballspielen ist soooooooooooooooo toll für meinen jacky...was, der hat dabei stress???!!!) etc.
und wieder andere wollen einen gefährlichen beschützer-hund, den sie, obwohl er ein hochsoziales tier ist erst einmal vom rudelgeschehen ausschließen (der soll schließlich bewachen), damit er schön böse ist.
allen gemein ist die tatsache, dass menschen anderen wesen, egal ob mensch oder tier bestimmte idealisierte rollen übergestülpen, die rein gar nichts mit dem naturell dieser tiere zu tun haben.
es wird unreflektiert und vermenschlichend oder auch versachlichend mit diesen hochsozialen tieren umgegangen.
allgemeine umgangsformen werden nach gutdünken ausgewählt...viele menschen denken nicht darüber nach, warum der hund kläffend dem ball hinterherrennt, warum er wild bellend durch den agi-parcours läuft und wieso er seine familie wild bellend begrüßt, wenn diese auch noch genauso aufputschend reagiert. es wird erst erst recht nicht verstanden, warum der hund daraufhin aufgedreht durch die gegend hüpft, sachen zerstört, jagd, seine menschen nicht respektiert und überhaupt nicht mehr runterkommt...oder warum er in seiner völligen überreiztheit oder auch in seiner absoluten deprivation auf einmal neue jagdobjekte für sich entdeckt.
diese geschehnisse beschränken sich nicht auf soziale unterschichten oder bestimmte rassen. ich kann genau diese missverständisse jeden einzelnen tag auf dem hundespielplatz bei mir um die ecke beobachten:
da wird mit einer ganzen meute ball gespielt und damit dat ding richtig fliegt, wird noch ein wurfarm benutzt. da mobben sich die hunde untereinander ohne ende (was denn, die spielen sooo schöööön?"), aber wenn es dann knallt ist der vermeintliche angreifer der böse. die hunde spielen teilweise fünf stunden am stück auf dem platz, während die besitzer kaffeetrinkend denken, dass sie ihrem hund etwas besonders gutes damit antun...was ihre hunde dabei lernen wird nicht gesehen 
da wird aufgeritten, leckerlies in die menge geworfen usw. und manchmal kommen zu allem überfluss auch noch kinder auf den platz geprescht, die dann mit einem stock in der hand quer über den gesamten platz rennen, vorzugsweise sonntags.
und die erwachsenen sehen nicht das gefährliche potential dieser situationen...
einmal konnte ich beobachten wie eine frau mit einer staffmixhündin, ca. 1 jahr alt, und ihrer kleinen tochter (2 jahre alt) den platz betrat. es waren viele hunde da, unter anderem eine meute malamutes und huskies...
die staffmixhündin trug auf diesem platz ein anti-bell-halsband...
naja, auf jeden fall entfernte sich die kleine tochter bis zu dreißig meter von ihrer mutter und setzte sich dann in ein loch im sand zwischen die mobbenden und teilweise auch spielenden hunde...
ich bat die mutter mehrmals ihr kind zu sich zu nehmen, erst recht nicht in einem loch im boden spielen zu lassen (im prinzip wie ein kaninchen, das in einem bau sitzt)...ich versuchte ihr nahezulegen, dass mir dem anblick wirklich das herz stehenbleibt und es sein kann, dass ihr kind bei den hunden ein beuteverhalten auslöst und dann eventuell alle mitziehen könnten.
sie verstand es nicht, ich verließ den platz.
und das ist nun einmal alltag, die frau gehörte nicht zu irgendeiner unterschicht oder so...sie war eben eine unbedarfte hh...
ich betrete diesen platz generell nur noch zum üben.