"Das ist korrekt so"
So etwas habe ich tatsächlich noch nie zu meinen Hunden gesagt, glaube ich. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich das gesagt habe. Ich habe nämlich einen Supermarker, den ich dort wunderbar hätte verwenden können. ![]()
"Das ist korrekt so"
So etwas habe ich tatsächlich noch nie zu meinen Hunden gesagt, glaube ich. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich das gesagt habe. Ich habe nämlich einen Supermarker, den ich dort wunderbar hätte verwenden können. ![]()
Alles anzeigenAlles anzeigenAls ich mich Ende der 1990iger Jahre anfing mit Hundeernährung zu beschäftigen bestand das Futter (zumindest im westlichen Teil Deutschlands) noch überwiegend aus Fertigfutter mit hohem, oft minderwertigem Weizenanteil. Der Proteinanteil wurde in den billigen Fertigfuttersorten oft über den Proteinanteil des Getreides gedeckt und deklariert.
Daher kommt auch die heutige Irritation und das Narrativ, dass Hunde kein "Getreide" vertragen und als zusätzliche Verwirrung wird Getreide mit Kohlenhydraten gleichgesetzt.
Die Fakten sind: Der Proteinbedarf des Hundes sollte nicht überwiegend mit minderwertigen schlecht verdaulichen Proteinen aus Getreidabfällen bestehen.
Aber es entstand der Trend Hunde mit Massen an Fleisch zu füttern. Das wiederum wurde als Synonym für Barfen genommen und es entstand wieder ein Narrativ.
Um es rund zu machen: beim Barfen (ohne völlig irre Flesichmast) waren die Bedarfswerte an Protein immer identisch mit den üblichen Quellen (Meyer/Zentek ect.) und somit auch die Fleischmenge!
Wie es dann dazu kam, dass Hunde plötzlich mit weit über dem eigentlichen Bedarf an Protein mit Fleisch gefüttert werden und wurden, ist ein Mischung aus missverständlicher Prozentrechnung und dem Narrativ, dass Hunde angeblich keine Kohlenhydrate vertragen.
Dazu noch die Prise: der Wolf frisst dieses und jenes, und fertig ist eine komplett an wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbeigehenden "Märchengeschichten um Hundeernährung".
Genau so habe ich auch entsprechende Erfahrungen gemacht.
Ich habe mal eine Weile beim Fressnapf gearbeitet und war dort auch auf diversen Schulungen von Futtermittelherstellern. Verkaufsschulungen natürlichUnd dort wurde einem dann nahegelegt, wie man die Inhaltsstoffe jeweils gut dem Kunden erklärt. Das Ganze war allerdings um die Jahrtausendwende herum (wie sich das anhört :D) und da waren die großen Marken Eukanuba, Royal Canin, Hill's und Nutro. Eine Preisklasse drunter dann Mera Dog, Happy Dog und dergleichen. Nutro warb z. B. mit seinem speziellen Herstellungsverfahren, wodurch dem Futter eine überdurchschnittlich hohe Menge an "reinem Fleisch" erhalten bleiben sollte.
Die Kundschaft allgemein war voll auf Fertigfutter. Barf fand so langsam seinen Weg in die Futterhäuser, aber hier noch vermehrt in die "Kettenlosen". Bei den Kunden stand ein hoher Fleischanteil hoch im Kurs, die klassischen 4%-Inhalte waren verpönt, sichtbare Erbsen im Futter wurden jedoch gefeiert, Getreide, vor allem Weizen war böse und daher Kohlenhydrate allgemein.
Gekocht hat keiner. Menschenessen sei ja zu stark gewürzt und separat für den Hund kochen, darauf kam keiner (also keiner der klassichen Fressnapf-Kunden).
In der Zeit habe ich meine Hundehaltung und damit auch die Fütterung begonnen. Zunächst fütterte ich wie damals alle, die ich kannte, Trockenfutter. Als ich dann recht schnell begann das Futter selbst zusammenzustellen, prophezeite man den baldigen Tod meiner Hunde ... Zumindest in meinem Dunstkreis war damals Gertigfutter die einzig wahre Fütterungsform.
Es wird. ![]()
Ich glaube, es spielt echt eine Rolle in welchen Hundehalterkreisen man sich bewegt. Wenn ich so drüber grübele gibt es bei meinen Kunden grob eingeteilt zwei große Kategorien: Diejenigen, die Fertigfutter kaufen und sich von Marketinggedöhns was erzählen lassen und diejenigen, die es besonders gut machen wollen, deshalb barfen und dann Gefahr laufen irgendwelchen schrägen Futterplänen, zum Teil teuer von irgendwelchen Ernährungsberatern gekauft, auf den Leim zu gehen. Kochen ist fast nie dabei.
Es gibt übrigens eine aktuelle Dissertation über die Ursachen von "Barf-Abbrüchen".
"Ausstieg aus dem BARFen:Ursachen für Abbrüche der „Bone and raw foods“ Fütterung" - Baum_Lilly.pdf
Ach guck, was alles erforscht wird. Muss ich mal nachlesen. Obwohl ich den größten Teil meiner Hunde roh füttere, würde ich mich nicht zu den Barfern zählen, weil ich doch einiges anders mache als "üblich". Zum Beispiel gibt es bei mir niemals Gewolftes roh. Muss ich mal nachlesen, ob die das mit unterschieden haben in der Dissertation. Finde ich nämlich einen der wichtigsten Punkte vor allem im Bezug auf Problemen mit dieser Fütterung.
Aber hier soll es ja ums Kochen gehen, daher will ich gar nicht zu off topic werden. Da ist es ja wurscht in welcher Form das Fleisch in den Topf geworfen wird. Daher kaufe ich da auch ganz schmerzbefreit Hackfleisch, was ich niemals roh füttern würde.
Die großen Distanzen sind vermutlich gar nicht das Thema. Für mich liest sich das, als hätte er nie verstanden Blinds zu arbeiten. Wenn man Memories arbeitet, bringt man dem Hund Memories bei und keine Blinds. Noch mehr Memories zu arbeiten, hilft dann auch nicht.
Alles anzeigenMittlerweile wird Futter gehypt, das einen extrem hohen Fleischanteil und bestenfalls kaum oder keine Kohlenhydrate hat
Nä.....der Hype ist vorbei
Im Trend ist eher eine individualisierte, mengenmäßig moderate Ernährung mit frischen Zutaten, die das Kochen als Zubereitungsart beinhaltet.
Ehrlich gesagt, hatte ich eine Zeitlang die Befürchtung, dass auch die Hundeküche Opfer eines Trends wird und die Barfer ihre Fleischberge jetzt in den Kochtopf werfen
Das ist zum Glück nicht geschehen. Hätte wohl auch zu sehr gestunken
Ich fand (und finde noch) diese Diskussionen über "Artgerechte Hundeernährung" immer etwas toxisch. Oft sehr emotional geführt und wenig neutral präsentiert.
Ich bin eigentlich auch froh, dass die Hundeküche genug Spielraum für flexibel gestaltete Ernährungsmethoden lässt. Gekocht wurde schon immer für Hunde. Ist nicht neu und man muss sich auch nicht mit Trends herumschlagen, die kommen und gehen
In der Verhaltensberatung frage ich ja auch immer die Ernährung ab. Da ist tatsächlich der Trend zum vielen Fleisch noch deutlich vorhanden und das quer durch die Fütterungsformen. Ich würde aber sagen, dass das auch ein bestimmter Hundehalterkreis ist. Das sind Leute, die sehr bemüht sind um ihre Hunde und alles ganz, ganz korrekt machen wollen.
Aber, auch, wenn ich mal bei meinen Kursen quer durchfrage: Gerade bei denen, die das Futter selbst zusammenstellen ist der Fleischanteil oft extrem hoch.
Könnte es sein, dass Du Dich im Beschäftigungsthema verrannt hast und er schlicht überlastet und überdreht ist?
Mit sieben Monaten sind die meisten Hunde mit dem normalen Leben mehr als ausgelastet. Gerade reizoffene Rassen sind phasenweise allein damit schon schnell Mal über ihren Grenzen.
Meine werden in dem Alter mit gar nichts beschäftigt.
Das sieht aus als hätte der Hund Bewegungsdrang und ihm fehlt schlicht der Platz zum Rennen.
Erde neutralisiert Magensäure. Ich würde da an Sodbrennen denken.