Ich verstehe deinen Frust schon auch. Aber, wenn wir jetzt mal nicht von Schotterwüsten ausgehen, mit den Gärten ist das irgendwie wie mit den Hunden. Manche so, manche so. Und nicht alles, was nicht perfekt ist (egal ob nicht perfekt aussehend oder nicht perfektes Ökosystem oder nicht perfekt pflegeleicht oder nicht perfekt wasauchimmer), ist ein Desaster, das den Frust wert ist. Isser eh nicht, man kann ja niemandem was vorschreiben.
Dass so viele Gärten nicht ihr Potential in Bezug auf ökologischen Mehrwert entfalten, verstehe ich aber echt ganz gut. Ich hab in meinem Garten glaube ich 10 Pflanzen von der roten Liste geschafft anzusiedeln und trotzdem auch selbstgewählt Lupinen, weil ich einfach die Pflanzen meiner Oma im eigenen Garten haben muss. Ich hab nutzlose Zierpflanzen, zierlose Nutzpflanzen, ökologisch nützliche Pflanzen und einige invasive Neophyten. Ich hab den Totholzstapel und einen Rasenmäher.
Man muss da den eigenen Weg finden, was geht, was kann ich ertragen, welchen Teil kann ich abgeben, wie viel Pflege kann und will ich investieren... ist doch cool und mindert den Frust zu sehen, wie das hier gefühlt alle machen. Irgendwie so im Rahmen dessen, was man eben persönlich machen kann, so ist es wahrscheinlich auch in Bezug auf die Hunde, die Ernährung, alles irgendwie.
Ich freu mich, wenn in Gärten Brennesseln, Beinwell und Giersch wachsen dürfen und ich verstehe gleichzeitig voll, wenn jemand sagt, dass die bitte nicht da wachsen sollen, wo man ständig hinlangt oder wo man einfach jetzt unbedingt ne schöne Prachtstaude haben will, um damit der eigenen Seele was Gutes zu tun und um selbst gern im Garten auf Entdeckungsreise zu gehen. Und da entdeckt man dann, welche Insekten sich wo tummeln und zuppizuppi lässt man dem dann mehr Raum.
(Und dann ist der ganze Garten voll mit stechendem Hohlzahn und man will die Zeit zurückdrehen 😄)