Beiträge von Momo und Lotte

    Bewegungen nach oben und zur Seite vermeiden.

    das finde ich jetzt gerade richtig krass, weil ich in der Minute, bevor ich das gelesen habe, mein Protokoll verändert habe. Da stand fast überall "Wendung nach rechts" "Blick nach rechts" und jetzt ist mir gerade aufgefallen: es ist wahrscheinlich immer rechts oben, einfach nur nach rechts geht, rechts und hoch löst den Schmerz aus.


    Die Pausen machen wir einfach immer, wie er sagt. Ich wackele ihm einfach hinterher bis zum Häufchen. Außer, wenn es wieder reingehen soll, dann muss ich ihn locken.
    Dieser gleichzeitige Stress vom Schmerz bzw der Schmerzerwartung (nur meine Interpretation, er hat Angst, dass er wieder kommt, weiß aber nicht, wie er das vermeiden soll weil er kein Muster versteht und ist deshalb hilflos) und Stress vor Langeweile, das ist einfach schrecklich für ihn. Ich glaube, in gleichmäßigem Gehen ist halt noch nie eine Schmerzspitze gewesen, (auch) deshalb bewegt er sich draußen freier. Und die Ablenkung hilft wahrscheinlich auch.

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    Ich schlafe heute mit Alma und Bolle im Wohnzimmer, der arme Smutek muss drüben bleiben. Alma ist sensibel genug und geht nicht in Bolles Nähe. Der Wecker steht auf 4, dann gibt es die nächste Novalgin. Hoffentlich können wir morgen direkt früh kommen. Kriege schon wieder die Krise bei der Vorstellung. Die Tür geht nach außen auf, das ist eh immer ein Akt mit Hund, der partout nicht rein will. Und dann muss er getragen werden und auch das hasst er, weil er halt auf keinen Fall da rein will. Jetzt hab ich natürlich zusätzlich schreckliche Angst, ihm dabei weh zu tun. Bisher ist es gut gegangen, hoffentlich morgen auch.

    Bist du Physio oder so? Du klingst so mutig!
    Weil mein Impuls war gerade eher: Oh nee, von richtigen Runden bin ich meilenweit entfernt. Das trau ich mich derzeit wirklich nicht. Und Bewegung auch nur an der kurzen Leine, am weichen Geschirr und niemals soll da Zug draufkommen, so intuitiv.
    Die Leine dient mir auch nur als Absicherung, ich mach was geht über Stimme und was nicht geht über Leckerchen.
    Ich fragte mich eher: Maximal 10 Minuten, ist das schon zu viel? Darf er das nur drei Mal am Tag oder vielleicht auch fünf mal?
    So irgendwie. Bollerwagen haben wir gar nicht, käme mir aber auch gerade ganz abwegig vor (ich wohne im Wald, hier geht's überall über Stock und Stein und Hügel hoch und Hügel runter, die Erschütterungen wären mir glaub ich schon normal zu heavy)

    Wäre es mein Tier mit diesen Beschwerden, so würde ich wohl während der Schmerzspitzen insofern beruhigen, als dass ich sagen würde: 'ist gleich vorbei, mein Schatz, gleich vorbei...' und versuchen, dabei möglichst ruhig und zuversichtlich zu klingen. :roll:

    Aber Diagnostik würde ich dann auch betreiben wollen - und notfalls freundlich, aber bestimmt, darauf bestehen.

    danke dir. Sie sind ja auch schnell vorbei, das ist nicht mal gelogen. Ich glaube wir sind in so einem Tunnel aus Angst vor der nächsten Schmerzattacke.
    Eben bin ich mal nicht rüber gegangen und habe Freund das machen lassen. Aber es klappt nicht so richtig, Bolle traut ihm gerade einfach nicht.


    Mit der Bildgebung: ich bin da jetzt wirklich bereit, das morgen noch mal anzusprechen aber auch zu akzeptieren, wenn die wieder sagen, dass es nichts bringt. Hauptsache ist für mich, da bin ich mittlerweile emotional, dass wir einfach egal was tun, damit diese Schmerzspitzen aufhören. Ob das dann mit X, mit Y oder ohne alles passiert, überlasse ich letztlich den Profis.
    Ich hoffe allerdings auch darauf, dass morgen meine Lieblingsärztin da ist. Der vertraue ich 100% und mit der kann ich auch gut reden, glaube ich.

    Danke Tiggy !! Massieren traue ich mich nicht so recht, also nicht jetzt gerade. Aber Infrarot machen wir seit gestern und er findet es toll. Entspannt sich sichtlich. Ich hab damit nicht gerechnet, normalerweise mag er das nicht. Aber gerade scheint es viel Druck zu nehmen.

    Leider war es dann gestern so, dass er dabei so sehr entspannt hat, dass er sich auf den Rücken wälzen und sich mit den Pfoten so über Augen und Nase reiben wollte. Das macht er immer so ein bisschen süß und albern, wenn er sich gerade wohl fühlt und Körperkontakt toll findet. Gestern hat natürlich genau das, also die Bewegung, zu einer Schmerzattacke geführt. Deshalb höre ich jetzt auf, bevor er in diese völlige Entspannung kommt.

    Ich hab auch das Gefühl, dass Gehen ihm irgendwie gut tut. Ich weiß nicht, ob das stimmt, vielleicht will er einfach von zuhause weg, weil er den Ort mit Schmerzen verbindet. Oder ob er im Gehen wirklich vielleicht die Muskulatur lockert und deshalb gern spazieren gehen würde.

    Wir gehen derzeit nur bis zum Lösen und zurück, zum Glück ohne Treppen nur in den Garten. Wenn ich dann nach erledigter Mission auf kürzestem Weg zurück möchte, will er unbedingt weiter gehen oder draußen herumstehen und durch die Gegend schauen und schnuppern.
    Wir haben keine konkrete Zeitangabe für Löserunden bekommen, aber ich hab mir maximal 10 Minuten zurechtgelegt. Meint ihr, das passt? Hab ich gestern vergessen zu fragen.

    Ich glaube, hierauf hat noch niemand geantwortet? Dann mach ich mal.

    danke dir und allen, die darauf reagiert und geantwortet haben.

    Vielleicht ist es ja genau das, was angesprochen wurde. Als Notfall reingekommen, nicht als lebensbedrohlichen Notfall bewertet, keinen echten Vorteil in Bildgebung gesehen weil Behandlung sehr wahrscheinlich identisch und dann eben am Wochenende nur kleine Besetzung vor Ort, vielleicht hat das ja in die Entscheidung mit reingespielt, wurde aber nicht so kommuniziert.
    Ist schon vorstellbar. Tatsächlich waren die anderen Notfälle vor Ort sehr offensichtlich dramatisch...
    Wenn das ein Grund war, wäre es natürlich nett gewesen, das zu sagen, zur Einordnung.
    Aber ich muss sagen - ich bin ja echt sehr kritisch und vertraue ganz schlecht und stehe wahrscheinlich auf vielen Praxen und Kliniken auf der Liste der unbeliebten Patient:innen - in dieser Klinik fühle ich mich wirklich gut aufgehoben, gut betreut und ernst genommen. Deshalb vertraue ich denen jetzt einfach. Das ist super schwer für mich, aber ich muss da jetzt durch und einfach mal akzeptieren, dass die nicht pfuschen oder den Weg des geringsten Widerstands gehen, sondern wissen, was sie tun.
    Und wenn ich da bin, glaube ich das wirklich. Die Sorgen und Zweifel kommen ja immer später.

    Heute früh habe ich noch mal angerufen, um einen Termin für morgen für Bildgebung zu machen, da wurde mir gesagt, dass ich bitte morgen den Termin vereinbaren soll, gerade sei nur Notfallbesetzung da und die können jetzt keine Termine ausmachen, es sei gerade viel los. Das ist jetzt natürlich auch nicht sehr befriedigend. Aber verstehe ich. Und trotz der geringen Besetzung vor Ort und Notfällen wurde erst mal alles abgeklärt: was hat sich verändert? Gibt es neurologische Ausfälle? Ist er in gutem Allgemeinzustand? Dann bitte alles Weitere morgen.
    Finde ich richtig allen gegenüber, die da gerade vor Ort mit ihren Notfällen waren auch wenn es mich nicht happy macht, dass ich nichts mehr klären konnte.

    Ich habe das Gefühl, etwas verändert sich gerade. Schmerzen sind noch da, aber anders. Sie sind etwas schwächer, aber häufiger. Das Schreien war heute noch zwei Mal ein richtiger Schrei. Sonst eher ein Aufschrecken oder kurzes Fiepen.
    Schlimm genug.
    Ich hoffe, ich kriege morgen das Go für Pregabalin.

    Was gerade schwierig ist, sind die ganzen Verknüpfungen. Inzwischen scheint Bolle den Schmerz mit dem Freund zu verknüpfen, weil der einfach überproportional häufig in seiner Nähe ist. Dann kommt Bolle zu mir, da klingt der Schmerz dann ab, damit hab ich natürlich nichts zu tun, aber ich glaube, Bolle denkt das und klebt regelrecht an mir. Und weil im Garten bisher auch nie was war, will er am liebsten im Garten sein oder aufs Feld und spazieren gehen.
    Smutek dreht inzwischen komplett am Rad, er ist ja kognitiv sehr eingeschränkt und versteht die Welt nicht mehr. Das Trennen, dass ich manchmal mit Bolle in einem anderen Raum bin, dass die Routinen weg sind, dass er nicht zu Bolle darf... unheimlicher Stress für ihn.
    Und für Bolle auch, es bedingt sich ja alles gegenseitig.

    Ich hab gerade mit einer Humanmedizinerin gesprochen, die selbst auch Hunde hat. Für sie klingt das sehr klassisch nach akutem BSV, weil es wohl sehr typisch ist, dass der Schmerz als Spitze auftritt und der Hund zwischendurch unauffällig ist. Nervenwurzelentzündung durch BSV zwischen C6 und T4 tippt sie. Ist ja auch nur Orakel, ich weiß.
    Aber sie ist sich auch recht sicher, dass Novalgin und Rimadyl alleine die Schmerzspitzen nicht abfangen können.

    Wir werden es sehen.

    Gerade bin ich einfach nur angespannt und gestresst. Smutek ist bei mir, Bolle beim Freund. Alles ruhig. Und ich warte nur auf den nächsten Schrei. Horror.
    Dann will Bolle wieder zu mir, dann muss Smutek aber weg... dann wird das wieder stressig und Smutek kriegt die nächste Krise.

    Meint ihr, wenn Bolle eine Schmerzspitze hat, sollte ich dann überhaupt trösten? Ich hab das Gefühl, es beruhigt ihn, aber in Wirklichkeit mache ich ja gar nichts. Und es wäre eigentlich gut, wenn er auch mal Trost beim Freund suchen würde, aber der ist ja schon mit großer Skepsis behaftet.

    (Ist jetzt nicht medizinisch, aber vielleicht wüsstet ihr, wie ihr das machen würdet mit einem kranken Hund mit Schmerzen, den man sonst wegschicken kann, der aber gerade natürlich null aufnahmefähig ist und einem kranken, kognitiv und motorisch stark eingeschränktem Hund, der einfach wirklich gar nichts versteht, was sich nicht über Monate hinweg genau gleich abbildet)

    Hier schreiben doch manche Leute aus der Humanmedizin. Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit MRT?
    Ich höre gerade DLF "Sprechstunde" über Bandscheibenvorfälle. Da können, ist ja Radio, immer Zuhörer*innen anrufen und Fragen stellen.
    Ziemlich am Ende der Sendung (der Schiebregler ist ganz unten im Browserfenster) ruft eine Person an mit der Stimme von Claudia Obert (falls jemand den Originaldialog hören möchte, ca Minute 52 oder 53) und fragt die Chefärztin danach, ob es Sinn machen würde, ein zweites MRT anzufertigen, um zu schauen, ob die Behandlung erfolgreich war.
    Die Ärztin meinte, dass man das nicht machen würde und dann, dass die Symptomatik der Anruferin sich dadurch chronifizieren könne und ihre Schmerzen sich durch ein weiteres MRT verstärken könnten.

    Hab ich noch nie gehört. Hat jemand eine Erklärung dafür? Oder eine These?

    Ein paar Sachen abgeklärt.
    Bolle schüttelt sich ab und zu -> gutes Zeichen
    Bolle hebt Beinchen beim Pinkeln -> gutes Zeichen
    Bolle hat zwischendurch Schmerzspitzen bei bestimmten Bewegungen -> erwartbar, vor allem aus Ruhephasen heraus, weil die Bewegung dann unkontrollierter sei
    Bolle atmet ruhig und kommt zur Ruhe, schnarcht (macht er nur im tiefen Schlaf) -> gut, ruhen lassen, er braucht alle Ruhe, die er kriegen kann.
    Bolle dreht den Kopf freiwillig in alle Richtungen -> gutes Zeichen
    Reaktion auf Berühren der Pfoten und in der Flanke gegeben, Stellreflexe normal -> gut
    Das Aufquieken lässt sich nicht provozieren.

    Medikation soll so bleiben, ich soll weiter protokollieren, wann er Schmerzen zeigt und was ich an Mustern erkenne. Bisher ist schon klar: in der Nähe der rechten Schulter.


    Wenn es schlimmer wird (oder nicht besser wird) bis Montag Abend sollen bildgebende Verfahren herangezogen werden. Und wenn sich etwas verschlechtert natürlich sofort kommen bzw in eine andere Klinik fahren, aber davon sei nicht auszugehen, das wurde sehr betont. Vor Schmerzmittel und Ruhe für drei Tage soll nichts weiter gemacht werden.

    Es stimmt schon, bei allen Diagnosen, die jetzt erst mal wahrscheinlich sein könnten, die angesprochen wurden, wäre die Behandlung symptomatisch und identisch.
    Schmerzmittel, Ruhe.
    Ich schau gleich mal, wie er auf Infrarotwärme reagiert, das sollen wir mal ausprobieren, die Muskulatur ist extrem verhärtet und es wäre gut, die zu lockern.

    Alma sucht von sich aus keinen Kontakt, Smutek muss ich halt abhalten. Gerade liege ich mit Smutek in einem Raum auf dem Boden damit Bolle im Wohnzimmer komplett Ruhe hat. Aber es fällt mir saumäßig schwer, ich neige leider dazu, wie eine Zecke mit Argusaugen immer an den Hunden zu kleben, wenn ich mir Sorgen mache.
    Psychologisch weiß ich auch genau, woher das kommt. Aber ich krieg das bei aller Reflexionsfähigkeit nicht wirklich aus dem System. Es ist regelrecht pathologisch von mir.

    Ich bin jetzt total verunsichert und traue mir selbst nicht mehr. Zwei Tierärzte und der Freund meinen: abwarten, alles nicht schön, aber nicht so wild. Das wird wieder. Das tut jetzt weh, aber das wird schon wieder.
    Warum kann ich das nicht einfach annehmen und sagen, dass zwei von denen das studiert haben und Orthopäden sind und das tausendfach gesehen haben und es folglich besser wissen, als ich?
    Wieso denke ich die ganze Zeit, dass da mehr im Argen ist?
    Und wie macht ihr dieses "bestehen auf"? Ich hab ja keine Weisungsbefugnis, ich kann darum bitten, aber wenn es heißt, dass aller Wahrscheinlichkeit dabei nichts herauskommen würde, was am Behandlungsplan etwas ändern würde und das deswegen nicht gemacht wird, dann kann ich da auch nichts gegen sagen und lasse mich auf "drei Tage abwarten" ein.

    Ich krieg das nicht vereinbart. Es hört sich richtig an und ich vertraue den Leuten. Und Bolle schläft tief und fest und die Schmerzspitzen scheinen schwächer zu werden, wenn ich das richtig interpretiere. Aber was ist, wenn ich es falsch interpretiere und überhaupt alle falsch liegen? Und wenn man zwingend jetzt z.B. Kortison hätte geben müssen?
    Jetzt steigere ich mich schon wieder rein.
    Ich sehe uns da morgen wieder auf der Matte stehen. Aber ich kann Bolle jetzt auch nicht ständig Autofahren, getragen werden, Praxisbesuche antun, das ist das komplette Gegenteil von Ruhe.

    Mir kommt gerade einfach alles falsch vor. Alles ist gleich richtig und gleich falsch.

    Videos, ja, ich habe eins, da hab ich ihn direkt nach einer Schmerzspitze gefilmt, da bewegt er sich etwas gehemmt, die Schrittlänge ist kürzer, er steht länger, aber kein Hecheln, kein Schmerzgesicht, das war's auch schon.
    Deshalb soll ich auch kein hochpotentes Schmerzmittel geben, obwohl ich die sogar hier habe, noch aus anderen Zusammenhängen. Aber solche Sachen gebe ich nicht ohne veterinärmedizinisches Go weil ich weiß, dass ich Schmerzen bei Hunden so schlecht aushalte, dass ich keinen kühlen Kopf bewahre und Fehlentscheidungen treffe.

    Sorry, alles total wirr, ich bin einfach übernächtigt und sehr neben der Spur.

    Danke, dass du fragst.
    Es ist alles schwierig. Die Nacht war schlaflos.
    Gestern wollten wir ja um ca 23:00 schlafen gehen, er lag schon und war ruhig, plötzlich wieder ein Schmerzschrei und er rannte aus dem Schlafzimmer, hechelte. Also gab es die Novalgin doch schon früher.
    Danach legte ich mich mit Bolle in die Küche auf den Boden, denn das Schlafzimmer ging für ihn jetzt nicht mehr.
    In der Küche kam er schlecht zur Ruhe, er saß die meiste Zeit, hechelte, wollte zwischendurch in den Garten und pinkeln. Abwechselnd taperten Alma und Smutek durchs Haus, die das ja auch alles nicht verstehen, der Kühlschrank ratterte, die Heizung gluckerte, wir kamen nicht zum Schlafen.
    Um 4 sind wir dann ins Wohnzimmer umgezogen, Bolle kam zur Ruhe, glaube ich zumindest, er lag immerhin, und ich bin dann auch für 2,5 Stunden auf dem Sofa eingeschlafen. Dann kam Smutek, kletterte aufs Sofa, sprang dann aber wieder runter auf Bolle. Der schrie natürlich auf und floh in den Flur.
    Ich war völlig runter mit den Nerven.
    Dann legte sich Bolle in mein Kleiderschrankzimmer und ich ging ins Bett, Smutek und Alma bei mir, Freund im Wohnzimmer. Wir wollten eigentlich Schichtwechsel machen.
    Aber ging nicht, wenn Smutek aufstand, hatte ich Sorge, dass er zu Bolle geht und sich halb auf ihn drauflegt, ankuschelt... das macht er nämlich gerne.

    Also geschlafen hab ich fast nicht, geheult dafür sehr viel.

    Bolle ist seitdem aber unauffällig, er liegt und döst, auch relativ entspannt. Aber er meidet jetzt alle Orte, an denen ihn dieser Schmerz durchfahren hat und bewegt sich deshalb nur noch auf sehr kleinem Raum. Es bricht mir das Herz.

    Ich hab gerade den Bogen des Tierarztes gelesen, ich kopiere ihn euch mal in den Spoiler:

    Spoiler anzeigen

    Untersuchung:
    Allgemeinbefinden: munter, aufmerksam BCS 5/9,
    Pflegezustand normal
    SH rosa,
    KFZ prompt,
    periphere Lnn obB
    Herz auskultatorisch regelmäßig,
    HF 100/min, Lunge auskultatorisch obB, normale AF
    Abdomen palpatorisch weich, indolent,
    T: 38,4°C
    Orthopädische Untersuchung
    BWS/LWS ggr. angespannt und dolent Halsbiegung nach rechts ggr. verweigert sonst obB.

    Neurologische Untersuchung:
    Kopfnerven obB.
    Gangbild obB.
    PZ obB. TS obB.
    Reflexe obB.
    Pannikulus unauffällig
    Halsbiegung ggr. gesperrt - indolent

    weiterführende Untersuchungen:
    Es besteht der Verdacht einer Myopathie vs. Neuropathie
    Zum aktuellen Zeitpunkt ist keine Schmerzhaftigkeit darstellbar
    Daher ergeht der Rat zu symptomatischer Therapie und bei ausbleibender Besserung weiterführende Diagnostik mittels Röntgen.
    Folgende Medikamente wurden den Patientenbesitzern inkl. Chargennummer, Beipackzettel und eventueller Warnhinweise ausgehändigt:
    Rimadyl 50mg: 1x tgl. 1 + 1/2 Tabl. Novalgin 500mg: 2-3x tgl. 1 Tabl zusätzlich bei Bedarf
    Vitamin B-Komplex: nach Packungsbeilage dosieren
    Besitzerkommunikation: Es ergeht der Rat zu strikter Ruhighaltung. Kein Springen, Toben oder Treppen stiegen. kontrollierte Bewegung an der Leine Je nach Befinden sollte weiterführende Diagnostik erfolgen. Kommt es zu einer neurologischen Symptomatik ergeht der Rat zu vorzeitiger Kontrolle ggf. weiterführende Therapie.

    Nun hab ich gerade dort angerufen, ich wollte das mit dem Kortison noch mal erfragen. Mir wurde gesagt, dass Kortison und Rimadyl zusammen keinen Sinn machen, weil das Kortison das Rimadyl aufheben würde. Aber das war jetzt nur die Person am Telefon, die klang sehr souverän, aber war eben nicht der Arzt von gestern.

    Ich fragte, ob wir noch ein anderes Schmerzmittel bekommen könnten, da dies nicht ausreichen würde und beschrieb die Situation. Wir sollen heute um 15:30 noch mal vorbeikommen, es soll noch mal jemand den Hund ansehen.
    Ich sagte, dass genau das Gleiche wie gestern rauskommen würde, Bolle wirkt unter Aufregung ansprechbar, munter, aufmerksam (und in fremden Räumen vor allem auch panisch), nach wie vor ist neurologisch nichts auffällig. Eigentlich will ich doch nur ein stärkeres Bedarfsschmerzmittel.
    Aber er soll noch mal mit.
    Ich will ihm das eigentlich nicht antun weil ich weiß, dass er sich genau so zeigen wird wie gestern.

    Der Freund ist gerade auch keine große Hilfe. Er sagt, ich würde Panik und Stress machen und dass alles okay wäre, ich nur übermüdet bin und Bolle nicht geschlafen hat, weil ich so helicoptere und Bolle damit verrückt mache.
    Vielleicht stimmt das sogar.
    Aber eigentlich wünsch ich mir gerade, dass er mich in den Arm nimmt und mit mir gemeinsam überlegt oder mich beruhigt oder so. So, wie ich das bei ihm auch mache, wenn irgendwas los ist.

    Ich mach euch später mal ein Video von Bolle, dann kann man sich vielleicht besser vorstellen, wie er drauf ist.