Beiträge von Faesa

    Abrufen würde für mich heissen, dass Madam zu mir kommen muss und erst auf Befehl wieder weiter darf. Darum nutze ich eben "weiter". Da soll sie weitergehen, ihren jetzigen Gedankengang bitte bleiben lassen, aber darf dann weiter frei entscheiden, was sie macht. Das sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Jetzt wo ich hier so schreibe, fällt mir auf, dass es ein wenig wie "komm" ist. Komm nutze ich auch nicht zu mir zu kommen, sondern als "komm ein bisschen näher, du bist mir ein bisschen weit weg, hängst mir ein bisschen weit hinten" oder "komm, wir biegen hier ab", was aber eben nicht heisst, dass Madam zu mir kommen muss. Allerdings ist Komm halt eher ein "bewege dich weiter in meine Richtung" während "weiter" auch gilt, für vorauslaufen. Sie soll dann also ihre momentane Bewegungsrichtung beibehalten.

    Kann man zuviele Befehle haben? *grübel* Andererseits ich möchte in diesen Situationen eigentlich nicht Abrufen - was würde ich dafür sonst nutzen?

    Hmm da du den Napf auch schon woanders hingestellt hast, kannst du wohl die Umgebung des Fressplatzes ausschließen. Ist er irgendwann mal beim Fressen erschrocken worden durch irgendwas? Ein lautes Geräusch/Knall in der Wohnung oder draußen vor dem Fenster? Hunde verbinden ja die seltsamsten Dinge miteinander. Oder fehlt ein Freigabesignal von dir? Mein Hund hockt auch vor dem Napf und sabbert, wenn ich vergesse, "Nimms" zu sagen.

    Ich mache das ab und an, keinen ganzen Spaziergang lang, aber gerade wenn ich einen Spaziergang so beginne ist es immer herrlich zu sehen, wie Madam nach etwa 15 Minuten beim ersten Wort von mir sozusagen "Gewehr bei Fuss" steht und gespannt darauf wartet, was jetzt endlich spannendes passiert - wo sie die ganze Zeit drauf wartet.

    Bleibe ich irgendwo kommentarlos stehen, kommt sie schon immer angerannt, sitzt vor mir und wartet gespannt.

    "Weiter" nutze ich schon öfters, nämlich immer dann, wenn Madam irgendwo hin will oder stehen bleiben möchte, wo ich es nicht will. Ist zwar schön, wenn man wie Bolle sagen kann:

    Zitat

    Bubi kann meinetwegen solange rumschnuppern wie er will, aber muss selbst drauf achten wo ich bin. Wenn ich weg bin, bin ich weg. Pech

    Aber ich möchte gar nicht, dass Madam überall rumschnuffelt. Nicht, wenn ich um eine Strassenecke gehen möchte, oder sie mitten auf dem Weg steht und ein Radfahrer kommt oder z.b. ganz oft nutze ich es, wenn Leute irgendwo auf einer Bank sitzen und sie gerne gucken gehen würde. Da gibt es das Kommando "weiter" und dann hat sie gefälligst weiterzugehen und nicht die Leute die dort sitzen zu belästigen. Das Kommando hat für mich also schon eine Berechtigung.

    Oh Mann, das Adrinalin kann ich mir vorstellen. Zum Glück ist noch mal alles gut gegangen.

    Vor genau solchen Situationen habe ich immer Angst - und es erinnert mich gerade an den parallel laufenden Thread "leinenlos an der Straße". Man kann sich nie 100%ig sicher sein.....

    Es gibt eine einzige Strasse, wo ich ab und an mal leinenlos übe. Das ist eine Nebenstrasse, wo nur die Autos fahren, die auch dort wohnen. Dann auch nur tagsüber, wo eben kein Verkehr ist und ich rufe sie auch heran, sobald doch mal ein Auto sich dorthin verirrt. Der Grund ist, dass diese Strasse an nur einer Seite bebaut ist, und der Weg zu meinen Eltern. Sollte mir Lena irgendwo auf meiner normalen Gassirunde mal aus Angst weglaufen, würde sie je nachdem was näher ist, zu mir oder zu meinen Eltern heim laufen. Zu mir gehts übers Feld und zu meinen Eltern übe ich eben diesen Weg, dass sie die Strasse nicht überquert, sondern auf der unbebauten Wiesenseite am Bach lang läuft.

    Ansosnsten ist Strassenvekehr und leinenlos ein NoGo für mich.

    Was ich auch als Autofahrer immer ganz schlimm finde, sind Flexileinen und der Hund locker 5-7 Meter vor dem Hundehalter. Wenn dieser Hund losrennt, ist der auf der anderen Strassenseite bzw. vor meiner Stoßstange, bevor der Hundehalter das überhaupt realisiert. Reagieren kann er durch den Radius der ausgezogenen Flexi eh nimmer. Flexi find ich daher genauso schlimm wie Freilauf. Wobei ich bei einem freilaufenden Hund immer noch darauf hoffe, dass der Hundehalter weiss, was er tut, sprich, der Hund gewissermaßen im Kommando steht, bei einer Flexi denk ich mir immer, der Hund hängt da dran, weil er eben nicht hört, aber so mehr Freiraum hat. Ich hab da immer Bauchschmerzen bei, wenn ich an so einem Gespann vorbei muss.

    Mir ist auch schon ein Hund an der Flexi vors Auto gerannt - und das, unter einem parkenden durch, zum Glück hab ich abgebremst, weil ein Kind ebenfalls über die Strasse wollte. Sonst wäre der Hund Matsch gewesen. Unter einem Auto durch hat man keine Chance das Tier zu sehen. Und die Halterin an der Flexi war total perplex. Damals war ich noch keine Hundehalterin, sonst hätte ich der Dame wohl ein paar Takte dazu gesagt, so bin ich mit viel Adrinalin im Blut weitergefahren.

    Hey super!

    Ich arbeite gerade an den besonders fiesen Tricks "Peng" und "Stop" an der Frisbee.

    Bleib funktioniert zuverlässig. Auch "Nein" wenn sie an der Frisbee angekommen ist, sie nimmt sie dann nicht auf. Stop geht unter gewissen Bedingungen. Jetzt steigere ich den Schwierigkeitsgrad in dem ich sie bleiben lasse (Stresslevel ist dadurch ja erhöht), dann losschicke und dann stoppe. Hui ist das fies.

    Ebenfalls fies und sehr schwer für sie ist "Peng" in Verbindung mit der Frisbee. Peng (auf die Seite legen wie toter Hund) klappt in der Wohnung zuverlässig, im Garten und mittlerer Ablenkung (sogar andere Hunde in Sichtweite) sehr gut. An der Frisbee ist das heftig, Sitz und Platz sind alles Positionen, aus denen man sehr gut lossprinten kann, weshalb sie problemlos sind. Aber Peng, egal ob erst gefordert und dann fliegt die Frisbee und sie muss liegen bleiben oder erst werfen und DANN aus dem "bleib" hinlegen ist doch eine Herausforderung und erfordert oft noch einen zweiten, sehr nachdrücklichen Befehl, dass sie kapiert, Frauchen meint das wirklich ernst.

    Aber wir steigern uns.

    Die Polizei stellt sich bei meinen Eltern ins absolute Halteverbot um dann Knöllchen an die Autos zu hängen, die im Parkverbot stehen. Zu Regeln und Polizei sag ich mal nix mehr.

    Da aber im Zug der Schaffner "Hausrecht" hat, würde ich mich nie darauf verlassen, was andere machen. Letztlich wenn er genau deine Nase nicht mag, oder der neben dir sitzende etwas sagt, musst du das Ding aufziehen.

    Mal davon ab: Was ist daran so schlimm, einem Hund, der das gewöhnt ist, einen Maulkorb aufzuziehen? Mein Hund findet seinen Maulkorb nicht schlimm (eher sogar toll, da gibts immer die besonders guten Leckerlies) und ich hätte im Zug kein Problem, ihm diesen aufzuziehen.

    Ich denke, man kann einen Hund nur ein gewisses Pensum pro Tag beibringen, ohne zu überfordern. In dieses Pensum fällt für mich aber auch Umweltreize. Sprich: Es wäre mir wichtiger, dass mein Hund Rolltreppen, Bahnsteige, Züge, Autos, LKW, lärmende Kinder, andere Hunde am Gartenzaun etc kennt, als dass er auf Fingerzeig Männchen macht.

    Vielleicht macht die Dame mit ihrem Hund nur UO, aber der Hund hat noch kaum Umweltreize gezeigt bekommen. Reize später beizubringen ist wesentlich schwerer als irgendwelche Kommandos.

    Darum: Ich denke, es gibt kein "Soll" für einen so jungen Hund.

    Edit PS: ich denke auch nicht, dass man bei diesen jungen Hunden von gefestigten Kommandos reden kann. Das dauert sowieso noch und die Pubertät lässt vieles wieder vergessen.

    Ich finde das Beginnen mit so langen Leinen aber relativ gefährlich. Der Mensch muss den Umgang doch auch erst mal lernen und ein Hund, der in 15 Meter reinspurtet (am besten noch von 3 Meter hinterm Hundehalter), kugelt einem doch eher die Schulter aus, als dass es einen Lerneffekt hat - ausser der Hund hat nur 3 Kilo.

    Daher würde ich schon raten, erst mal mit einer kürzeren Leine zu üben, selbst wenn es nur ein paar Tage sind, damit man sich an das ewige aufnehmen etc, gewöhnt.

    Ansonsten sind die Überlegungen von Hunden mit großen Radien sicherlich richtig.

    Zitat

    ich seh keinen Grund darin mit 20m zu beginnen. Denn wenn ein hund es auf 2m und auf 5m nicht kann, was auch immer, wird ers wohl auf 20 auch nicht können.
    Dass natürlich irgendwann 20m bzw. Freilauf dran ist, ist ja klar. Aber ich steigere mich doch von Nahem zu Fernen, oder?

    So frag ich mich was der Grund ist mit so langer SL zu beginnen, wie ich hier schon oft jetzt gelesen hab.

    20 Meter habe ich hier noch nie als Empfehlung gelesen zum Beginnen. Wer nicht mit einer Schlepp gehen kann, bricht sich dabei alle Knochen. Was ich gelesen habe, wird immer maximal 10 Meter (eher noch weniger, 5-7 Meter) geraten zum Beginnen.