die Frage ist eigentlich ganz leicht zu beantworten: weil es in einem Mietshaus nicht so gut rüberkommt, wenn ein Aussie seine ursprünglichen Anlagen voll auslebt
Ich habs ja vorher schon geschrieben: Hunde sollen nicht auffallen, die sollen nicht bellen, die sollen süß und lieb sein, das war's. Und da der Aussie sich so großer Beliebtheit erfreut, wird er eben so hingezüchtet, dass er in das gesellschaftliche Bild eines braven, stadttauglichen Begleithundes passt. Schließlich wohnt die Mehrheit der Bevölkerung in der Stadt, und nicht auf dem Land, auf einem Hof o.ä. Und da die Züchter ja nicht nur für ein ausgewähltes Publikum züchten (jeder soll so einen tollen, hübschen Aussie halten können/dürfen), muss der Aussie eben entsprechend modifiziert werden... Weil wenn man nämlich die Behauptung in den Raum stellt, dass der Aussie nicht unbedingt für jeden geeignet ist, dann wird laut aufgeschrien, wie völlig übertrieben das ist. Es ist aber nichts anderes als die Wahrheit.
Mein Bela wäre übrigens der perfekte Hofhund. Der liebt es, zu kontrollieren, zu bewachen und zu beschützen. Eben das zu tun, was ein Aussie u.a. tun soll. Das ist im Büro in einem großen Bürogebäude mit vielen Firmen drin einfach nicht angebracht. Aber da er so hartnäckig sein kann (auch das ist typisch Aussie), ist es nicht immer einfach, ihn von seinen Ideen abzubringen... Na ja, wahrscheinlich wird mir jetzt gleich unterstellt, ich wolle nur eine Ausrede für Belas schlechtes Verhalten finden. 
Und, Nathy, die Sache mit den Kindern..... Ich denke, es hat tatsächlich mit der niedrigen Reizschwelle zu tun, aber nicht nur, sie ist aber der entscheidende Faktor. Was noch dazu kommt, ist genau dieser Drang, zu kontrollieren und kleine Kinder sind manchmal einfach unkontrollierbar. Bei Bela stelle ich einen großen Unterschied fest zwischen einem Kind, das in einem Kinderwagen sitzt und einem, das "frei" herumläuft. Oder einem Kind, das von seiner Mutter an der Hand geführt wird und einem, das direkt ungebremst auf ihn zuläuft. Bei ihm kommt dann eben noch ein dritter Aspekt dazu: alles, was sich ihm unkontrolliert nähert, stellt eine Bedrohung dar. Das ist aber nicht nur bei Kindern so, sondern auch bei anderen Lebewesen. Erwachsene Menschen zB dürfen sich auch nicht zu ihm runterbeugen oder frontal auf ihn zu bewegen, in der Absicht, etwas von ihm zu wollen. Gehen sie einfach nur an ihm vorbei, ist es kein Ding. Stört ihn nicht die Bohne. Heute Morgen in der wirklich vollen S-Bahn lag er mitten im Gang (ging nicht anders) und hat gedöst. Die Leute sind massenweise über ihn rübergestiegen und er hat nicht mal den Kopf gehoben...... Ach ja, Bela ist, seit er bei mir ist, nicht permanent mit Kindern in engem Kontakt, somit gehören sie nicht zu seinem (weil nicht zu meinem) Leben. Ich kenne viele Aussies, die genauso drauf sind wie Bela. Nie ein schlechtes Erlebnis mit Kindern gehabt, aber trotzdem ist es ein Problem. Das ist aber nicht nur bei Kindern so, aber diese "Spezies" hat einfach alles an sich, was einen Hund dazu bringen kann (!!!), sich, sagen wir mal, unwohl zu fühlen. Ja ich weiß, es gibt auch ganz ganz viele Aussies, die mit Kindern keinen Stress haben. Aber die sind oft generell "dickfelliger".
Übrigens, Nathy, muss ich dir mal sagen, dass ich deine Beiträge (hier und im Aussie-netz) liebe! 