Ich bin da jetzt nicht so anti Hund eingestellt, liegt evtl. daran das ich auch ein kleines manche würden sagen, größeres Problem habe, nicht das was die themenstarterin hier hat, aber im Grunde bin ich auch immer in dauertherapie gewesen (jetzt etliche Jahre nicht mehr nötig, viel mehr als der IST stand ist kaum rauszuholen und ich bin ziemlich stolz drauf, wie wenig man mir anmerkt). Und ich habe fünf Hunde. Keiner davon ist explizit zum assistenzhund ausgebildet, aber alle meine Hunde stützen mich und helfen mir.
Ich konnte früher kaum ohne Hund irgendwohin, ohne mich unwohl, unsicher und irgendwie scheu zu fühlen. Mittlerweile bin ich oft und viel ohne die Hunde unterwegs, ich brauche ihre stützende Wirkung nicht mehr immer und ständig. Wenn es um einen mir völlig zuwiderlaufenden Termin geht, reicht es, wenn die Hunde im Auto mitfahren und ich vorher mit ihnen gassi gehen kann, oder ich kurz vor dem Termin meine Nase in ihr Fell stecken kann, dann schaffe ich es auch alleine. Ohne das mein stresspegel zu körperlichen Symptomen führt.
Ich hatte auch immer die Hilfe und Unterstützung meiner Eltern mit einem Hund. Fünf Hunde sind in den Augen meiner Mutter 2-3 zu viel und ihre Unterstützung zu meiner Lebensrealität hält sich sehr in Grenzen. Selbst ihre Akzeptanz hält sich in Grenzen.
Aber mittlerweile schaffe ich es sehr gut alleine. Die Hunde haben mich stark/ stärker gemacht und glücklich.
Allerdings sind ein paar Punkte bei mir dann doch anders, ich bin voll erwerbstätig und lebe nicht mehr bei meinen Eltern.
Und ich bin mit Hunden aufgewachsen. Meine Familie mag Tiere sehr und ich habe Freunde, die ich mit meinen Hunden belasten darf.
Wenn du ein Netzwerk hast, Therapien machst, Unterstützung hast, und bedenkst, was alles an einem Hund hängt, könnte ich mir das schon vorstellen.
Mir tut es leid, dass du den Eindruck hast, dass dein Vater dich nicht mag. Väter, und ich spreche da aus Erfahrung, sind mit gewissen Dingen einfach überfordert, und können mit bestimmten Problemen, die ihre Kinder/Töchter betreffen, manchmal nicht gut umgehen. Und ihre Überforderung drückt sich dann in kühle, Unverständnis, Ablehnung aus. Been there, worked through that.
Die Generation Männer, der dein Vater entspringt, da war mentale Gesundheit noch kein Thema, bzw. mentale Schwierigkeiten wurden als Schwäche angesehen.
Aber das ändert sich Gott sei Dank gerade und für traumatische Erlebnisse, kann man meistens ja nichts.
Bedenke aber, dass ein Hund ganz eigene egoistische Bedürfnisse hat, die du immer befriedigen musst, egal wie es dir gerade geht.
Und sheltie halte ich jetzt auch nicht für mega passend. Ein golden retriever, ja, könnte gut passen.
Und arbeite weiter an dir, kämpf mit aller Kraft für ein gutes Leben für dich, Versteck dich nicht hinter deiner Diagnose. Und wenn du die Kraft hast, lass deine Diagnose nicht überall im Vordergrund stehen. Ich habe es mittlerweile geschafft, dass meine Diagnose nur noch in alten Berichten aus der Kindheit und Jugend steht. Ich werde sie nie los werden, aber ich muss sie auch nicht mehr nutzen.
Ich drücke dir die Daumen.
Denk dran, dass leben ist das, was wir draus machen und mehr Menschen wollen dich gewinnen sehen, als scheitern.
Ob ein Hund in dein Leben, deine Situation passt, kann ich so nicht beurteilen.
Übrigens sind Diagnosen nicht in Stein gemeißelt.
Lg