Beiträge von Lakasha

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    Ich habe das gehört, dass Hunde, wenn zuviel Reize vorliegen, ausblenden - also in der Stadt z.B.. Berichtigt mich, wenn ich falsch liege.


    Ich nehme jetzt mal Akasha: bei ihr würde ich sagen sie sortiert die Reize und entscheidet ganz individuell welcher Reiz interessant ist und welchen man einfach ausblenden kann. Sie ist dabei völlig ruhig und gelassen, sieht sich X mal an, aber sie zeigt absolut kein Anzeichen von Unsicherheit, oder Überforderung. Sie macht mir manchmal so nen richtig ignoranten Eindruck ;)

    Dies ist auch wichtig, weil sonst droht eine Reizüberflutung (gerade in der Stadt) und der Hund verfällt in Angst, Panik, oder auch Aggression. Selbstverständlich gibt es dazwischen noch alles mögliche und nicht jeder Hund reagiert gleich.

    Bei Balou ist das anders, der reagiert auf (fast) jeden Reiz und neigt dann zu Überreaktion und Übersprungshandlungen. Er kann nicht so gut sortieren und es einfach dabei belassen, er muß alles genau wissen. Dabei ist er dann schnell überfordert und verfällt dann in Unsicherheit und würde in solchen Momenten alles und jeden angehen. Wie stark das ausgeprägt ist, hängt widerrum von der Tagesform, des Stresslevels usw. ab

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    Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin

    Tryptophanhaltige Lebensmittel beeinflussen den Serotoninspiegel .... sowas wie den Glücksspiegel im Hirn.
    Trypthophanhaltige Lebensmittel sind z.B. Hüttenkäse, Nüsse, Haferflocken, Bananen ....


    Auch Edamer kann verfüttert werden. Ohne jetzt den Plan zu haben, glaube ich aber, dass man diese Lebensmittel zeitverzögert geben sollte. Müßte ich aber erst nachlesen

    Balou ist da auch recht unempfindlich, wenn der Kopf meint er müßte jetzt irgendwo Urlaub machen, dann brettert man schon auch gerne in Gegenstände.

    Letztens wollte er durch zwei Baumstämme springen, dumm nur, wenn man sich ablenken läßt und gegen einen Baumstamm knallt.

    Durch die Büsche flitzen macht Spaß, man sollte allerdings die Augen aufhalten und nicht gegen den Zaun rennen. Macht aber nix, da schüttelt man sich ab und flitzt weiter

    Wie er auf das Garagendach kommt, da muß ich noch genauer recherchieren. 2 Meter über den Tisch springen und dabei noch recht hoch zu bleiben ist ein Klacks. Wenn er total glücklich mit sich ist, dann springt er im Volllauf einem gerne in die Arme... hat eine umwerfende Wirkung

    Beim Spielen erweckt er gerne mal den Eindruck, er möchte absichtlich einem die Nase brechen, ob mit Kopf oder Pfote völlig egal.

    Ich habe Bäume gepflanzt, nur um zwei davon völlig zerfetzt im hinteren Teil des Gartens wieder zu finden. Er findet den Widerstand und die totale Zerstörung wohl toll. Er gibt auch gerne Küsschen beim Gassi gehen, so mitten unterm Lauf kommt ein Hundekopf in Augenhöhe gesprungen und steckt dir die Zunge ins Ohr....

    Die Liste läßt sich beliebig erweitern. Oft ist es lustig, aber auch stellenweise bedenklich

    Balou wird mittlerweile gebarft und frißt regelmäßig (war bei Fertigfutter vorher nicht immer der Fall). Er hat auch etwas zugenommen, so das die Knochen verdeckt sind und sieht jetzt wesentlich gesünder aus.

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    Wieso muss man eigentlich so ein Gesülze, was der "Trainer" da abgelassen hat, 30 Seiten lang diskutieren? Das ist einfach Bullshit und das weiß jeder halbwegs vernünftige Hundehalter. Trotzdem wird das Thema Seitenlang diskutiert? Kann mir einer erklären warum überhaupt ein Diskussionsbedarf da besteht bei Aussagen die bewiesenermaßen falsch sind?


    :gut:

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    Auf mich hatte sie eher einen aufgeregten und unsicheren Eindruck gemacht (lautes Gebelle), keinen aggressiven (Knurren oder Zähne zeigen).


    Knurren und Zähne zeigen sind nicht zwangsweise Anzeichen von Aggression. Es ist wie das bellen und das Schwanz wedeln eine Kommunikationsform.
    http://www.easy-dogs.net/typo3temp/pics/6f6e3c8e7f.jpg

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    Ich lese hier ab und zu Aussagen wie "Unverträgliche Hunde sollten nicht frei laufen" und gleichzeitig "Wenn er halt Rüden nicht mag, ist das halt so".

    Bedeutet das etwa, ich werde sie nie frei laufen lassen können? :mute: Das wäre äußerst traurig für uns beide.


    Ein unverträglicher oder bedingt verträglicher Hund bedeutet nicht, daß er ein lebenlang an der Leine bleiben muß. Mit Training kann man sehr viel erreichen, auch das der Hund ohne Leine an anderen vorbei geht und stellenweise kann man auch soweit trainieren, daß der Hund einen direkten Kontakt kurzzeitig toleriert.

    Maulkorb zur Vorsorge ist eine gute Wahl, wäre für mich aber immer nur die letzte Möglichkeit, oder wenn der Hund ernsthaft verletzen möchte. Ich würde eher dazu raten, erstmal selbst zu sehen wie sie sich gibt entwickelt.

    Gerade in den ersten Wochen und Monaten würde ich Hundebegegnungen erstmal langsam angehen lassen und den Hund genau beobachten. Wie verhält sie sich? Ab wann wird es ihr zuviel? Keinen Kontakt erzwingen, auch wenn der andere dies unbedingt möchte. Auch ruhig mal einen fremden Hunden vertreiben, wenn der eigene Hund ein Problem damit hat. Dadurch schafft man auch Vertrauen zum eigenen Hund und er lernt, daß er diesen Konflikt nicht austragen muß, weil der Mensch das entscheidet. und sich nicht verunsichern lassen, wenn andere Hundehalter das Gegenteil behaupten.

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    Vielleicht hat sie ja nur "Vorurteile", da sie in Griechenland schlechte Erfahrungen gemacht hat? Sie kam mit Bisswunden hier an.


    Wenn sie mit Bisswunden angekommen ist, dann sind das keine Vorurteile mehr, sondern einschlägige Erfahrunge, was auch ihr unsicheres abwehrendes Verhalten erklärt. Diese Erfahrungen kann man oft mildern, manche völlig beseitigen, andere nur halbwegs.

    Ein kompetenter Trainer kann euch mit Sicherheit sehr weiterhelfen. Nehmt euch selber Zeit und gebt dem Hund Zeit. An eurer Beziehung zu arbeiten ist wichtiger als Hundekontakte.

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    Da ich noch nie mit einem Hund dieses Kalibers zu tun hatte, war ich entsprechend verunsichert. Aber Frau wächst an ihren Aufgaben....


    :gut: und neben der unendlich großen Geduld und den extra starken Nerven, muß man auch noch eine große Portion Humor besitzen - mir fällt es so zumindest oft leichter, wenn ich über seine Aktionen lachen kann.

    Was mir im Moment allerdings etwas Sorgen macht, ist Balous Verhalten mir gegenüber. Hauptsächlich führt und kümmert sich meine Schwester um ihn, wenn wir unterwegs sind. Aber er hat immer wieder Phasen, in dem er meine Schwester völlig ignoriert und voll auf mich fixiert ist.

    Gestern abend war es wieder extrem: Meine Schwester läßt ihn Fuß gehen, tut er auch halbwegs, hält aber Blickkontakt zu mir. Meine Schwester ruft ihn, er kommt, brettert an ihr vorbei und setzt sich vor mich.
    Sie geht an mir vorbei und er stubst mich mit der Nase an. Meine Schwester fordert ein Sitz, führt er aus, kuckt aber mich an.

    Ich ignoriere ihn total und halte mich immer ein wenig abseits, aber entweder findet er das toll, oder ich mache anderweitig etwas falsch. Die Tage kommt mein Onkel, vielleicht kann er uns einen Ratschlag geben.

    Was ich für Balou sehr Schade finde, ist die Tatsache das Freilauf für ihn nicht überall möglich ist. Wir haben hier wunderbare Wege und Parks, aber er läuft immer an der Schleppleine. Die Gefahr das er etwas sieht und einfach Gas gibt ist bei Balou einfach viel zu groß. Hin und wieder hat er das Bedürfnis Radfahrer, oder Passanten zu verbellen und es ist unmöglich ein Muster zu entdecken. Ich habe auch zu viel Angst, daß er einen Hund sieht und einfach rennt. Mit seiner aufdringlichen, quierligen Art eckt er leider oft an und eine solche negative Erfahrung möchte ich ihm eigentlich ersparen.

    Wobei es, zumindest bei mir, viel Kopfsache ist. Mache ich mir viele Gedanken was da jetzt alles kommen könnte (Radfahrer, Kinder, Eichhörnchen usw.) und konzentriere ich mich zu stark auf sein Verhalten, dann funktioniert es garantiert nicht und Balou sprintet und hobst von einer Seite zur anderen.

    Bin ich so hochmotiviert, dass ich glaube alles im Griff zu haben - dann läuft es mit ihm wie am Schnürrchen.
    Er bleibt in der Nähe, kommt von selbst immer wieder angelaufen, geht stellenweise auch in Fußnähe, reagiert auf die bekannten Signale super schnell und korrekt.

    Leider kann ich diese Motivation nicht jeden Tag aufbringen. Was mich ärgert, weil Balou es sichtlich genießt. Nicht nur den Freilauf, sondern auch das Vertrauen. Wenn er nicht gerade überschnappt, dann ist er ein absolut klasse Hund :verzweifelt:

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    Andererseits fixiert er sich dann auch ganz schnell auf den Gegenstand.


    Das macht Balou GsD nicht. Er zeigt nach wie vor Interesse an seiner Umwelt, jedoch nicht mehr so extrem. Es ist einfacher ihn anzusprechen und er scheint mit dieser Aufgabe sehr viel entspannter zu sein. Er zeigt auch keine Aggression, wenn jemand seinem Gegenstand zu Nahe kommt, egal ob Mensch oder Hund.

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    Bei ihm ging es übrigens nur über diese Aversive Schiene, dass er überhaupt mal was wahrgenommen hat, wenn er in seinem Film drin war.


    Da haben wir noch keine Methode gefunden, außer Abstand vergrößern, abwarten und immer wieder korrigieren :sad2: Manchmal binde ich auch einfach die Leine irgendwo fest und geh weg, weil er mich manchmal an nen Punkt bringt, wo ich ihn sonst über den Haufen rennen :ops:

    Womit ich in den letzten 3 Wochen gute Erfahrungen gemacht habe: vor dem Spaziergang ne Runde mit dem Fahrrad, oder ein paar Minuten intensiv mit dem Dummy arbeiten, dann klappts auf den Spaziergängen etwas besser und er ist auch ansprechbarer.

    Wenn er einen Gegenstand tragen darf, fährt er auch leichter wieder runter, oder pusht sich erst gar nicht so extrem. Aber ob das der Weisheit letzter Schluß ist.... bin ich mir noch nicht sicher.

    Balou trägt zum Geschirr immer ein HB. Bei Bedarf wird er umgehängt, weil es mit dem HB wesentlich einfacher ist ihn zu kontrollieren.

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    Habt ihr Erfahrung mit euren Hunden in Hundeschulen? Ich bin am überlegen mit Yoshi eine Hundeschule zu besuchen die eine "Alltags-Gruppe" hat, wo also alltägliche Sachen geübt werden statt perfektes Fuß laufen usw., das würde mich schon echt interessieren, ich weiß aber nicht ob das zu viel für den Hund wäre. Und ich möchte auch nicht die ganze Trainingsgruppe in Unruhe bringen oder an die falschen Hundetrainer geraten


    Meine Schwester war mit Balou in der Huschu und wir sind geteilter Meinung.

    Bei einem kompetenten Trainer - könnte ich mir durchaus eine Verbesserung vorstellen. Ob dann allerdings in der Gruppe.... bezweifle ich einfach mal.
    Ich würde erstmal ein paar Einzelstunden nehmen und evtl. Trainingshunde dazuholen und dann erst später in die Gruppe wechseln.

    Aus unserer Erfahrung macht das aber nur Sinn, wenn der Trainer helfen kann und auch will. Unsere Trainerin machte zwar große Sprüche, konnte uns aber im Endeffekt auch nicht wirklich weiterhelfen.