Beiträge von Marula

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    Wenn es ein Unfall ist, oder die Leute - bei denen die Welpen liegen - wirklich nichts dafür können, dann habe ich ganz persönlich kein Problem damit.
    Womit ich aber ein Problem habe sind die zig tausend Mixwelpen, die entstehen, weil die Hündin ja sooooo süß ist, sie einmal Welpen haben soll, blablablubb


    Jup, das seh ich ebenso.

    Ersteren Leuten würde ich gegen eine kostendeckende Schutzgebühr vielleicht einen Welpen abnehmen (wenn ich mal das brennende Bedürfnis nach einem Mixwelpen haben sollte), letzteren bestimmt nicht.


    Da seh ich dann halt auch den großen Vorteil beim Tierschutz: Wie hier halt schon erwähnt gibt man da (vorausgesetzt es ist eine seriöse Orga, mir persönlich ist es dann auch egal ob Ausland oder Deutschland) sein Geld an die richtige Stelle, während man es beim Vermehrer dem falschen in den Rachen wirft.

    Ansonsten sind Welpen aus dem Tierschutz sicher nur marginal besser als die gleichen Welpen direkt vom Vermehrer wären.
    Aber immerhin werden sie im seriösen TS entwurmt, entfloht, geimpft, gechipt und mit Pass und zum Zeitpunkt der Vermittlung einigermaßen gesund abgegeben. Was man ja von Vermehrerhunden nicht immer sagen kann.


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    Wir hatten dieses Jahr im TH mehrere Rassehunde mit Papieren, momentan sogar ein reinrassiger Border Collie.


    Habt ihr denn den Züchtern dieser Hunde Bescheid gesagt? Wussten sie, dass ein Hund von ihnen im TS gelandet ist?

    Hab vor einigen Monaten einen traurigen Fall mitbekommen, wo die Kinder eines älteren Herren dessen Hunde einfach ins TH gebracht haben als er pflegebedürftig wurde ohne zu beachten, dass sie samt und sonders von VDH/FCI-Züchtern waren und alle Verträge haben die dem Züchter ein Vorkaufsrecht einräumen bzw den Besitzer verpflichten den Hund zum Züchter zurück zu geben oder ihn bei Eigentümerwechsel zu verständigen.

    Als die Züchterin erfahren hat, dass einer ihrer "Welpen" (da schon 7 Jahre alt) im TH hockt, hat sie sofort Himmel und Erde in Bewegung gesetzt. Aber man wollte ihr den Hund nicht geben, bevor er nicht kastriert worden sei, denn, so der O-Ton "Sie wollen den ja nur haben um noch mehr Welpen zu produzieren!".
    Zu dem Termin als sie ihren frischkastrierten Hund dann abholen durfte, ist sie also fast 500 km einfachen Weg gefahren, um dann am TH gesagt zu bekommen, man habe den Hund doch schon anderweitig vermittelt.

    Wenigstens hat sie jetzt im Nachhinein noch Kontakt zu den neuen Besitzern bekommen. Die wussten überhaupt nicht, woher der Hund ist, man hatte ihnen nämlich vom TH aus weder den alten Impfpass noch die Papiere mitgegeben.

    Nur noch mal ein kurzer Einwurf:
    Ich bin NICHT gegen die Haltung von mehreren Hunden und NICHT gegen die Haltung von mehreren unkastrierten Hunden (ob nun gleich- oder gegengeschlechtlich).
    Das kann super gut gehen wenn die individuellen Charaktere stimmen.

    Und ob man sich das vom Arbeitsaufwand her zutraut kann man eh nur allein entscheiden.

    Wirklich das einzige was ich kritisch sehe sind zwei gleichgeschlechtliche Wurfgeschwister zusammen, weil das einfach ne Situation ist, bei der ich bisher schon mitbekommen hab, dass das im Erwachsenenalter eher mal Zündstoff geben kann.

    Es ist denke ich auch nochmal was anderes, wenn zwei gleichalte Hunde im Erwachsenenalter aufeinandertreffen, wenn sie beide schon gefestigt sind - selbst wenn es Geschwister sind. Da hat eine eventuelle Konkurrenz/Rivalität sich nicht über lange Zeit aufgebaut und die Hunde "sortieren" sich eher, wie halt fremde Hunde untereinander.


    Aber naja, wie ja hier auch einige Beispiele gezeigt haben, kann es auch sehr gut gehen.
    Insofern... probiert es halt aus wenn ihr meint das geht... könnte letztlich nur ihr und die Züchterin entscheiden. Wenn die allerdings abrät (aus welchem Grund auch immer) würd ich`s schon nochmal überdenken.

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    Ich kenne meinen Hund, aber ich kann es nicht einschätzen wenn es den tatsächliche Aggression ist, er grade so aus angst handelt oder ob es vielleicht doch der Jagdtrieb ist. :???:


    Das ist tatsächlich eher schwer zu unterscheiden. Ich hab selber einen Grey der anfangs gar nicht gut mit anderen, speziell kleineren, Hunden war.
    Das ist eine gefährliche Kiste und kann für den kleineren Hund durchaus tödlich enden, grade in aufgeheizten Mobbing/Hetzsituationen.
    Wäre absolut nicht das erste Mal das sowas vorkommt.

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    Der Größen und Gewichtsunterschied ist enorm, er ist nicht kastriert, das liegt daran das er fast 6 war als wir Ihn bekam und der TA uns geraten hat da unser Hund von Natur aus sehr ruhig ist und Hündin ihn nicht interessieren ihn besser nicht zu kastrieren allein schon wegen der Epilepsie. (wäre eine höhere Gefahr bei der OP)
    Eigentlich wollte ich einen Rüden aber die kleine Dame war die letzte im Wurf.


    Epi-Anfälle können grade auch durch Stress begünstigt werden/ausgelöst werden. Für viele Rüden ist eine läufige Hündin in der direkten Umgebung Stress. Nun wollt ihr ja kastrieren lassen, aber ein oder zwei Mal soll sie wahrscheinlich schon läufig werden, oder?

    Bin eigentlich nicht so für Kastration ohne medizinische Indikation und wenn, dann nur bei bereits ausgewachsenen Hund, bei Windspiel als eher frühreife Rasse also mit +16 Monaten.

    Unter dem Gesichtpunkt würde ich eher einen Rüden als Gesellschafter wählen, oder halt einen schon kastrierten erwachsenen Hund statt einen Welpen.


    Die Sache mit dem Größen-/Gewichtsunterschied die du ansprichst sehe ich ebenfalls nicht ganz unkritisch. Windspiele sind sehr zerbrechliche, empfindliche Hündchen, die brechen sich oft schon allein bei wilden toben oder beim Sprung vom Sofa die Beine.
    Das ist nicht übertrieben, da kann und wird dir jeder ehrliche Windspielzüchter ein Lied von singen und jeder langjährige Spielchenbesitzer kennt andere Spielchen die Platten in den Beinen haben.

    Daswegen finde ich die Rasse an sich schon fraglich, für mich persönlich ist das ein züchterischer Irrweg der nicht unterstützt gehört - Hunde sollte so stabil gebaut sein, dass sie normale "Hundesachen" machen können ohne sich die Gräten zu brechen.
    Die Kombi mit einer größeren Rasse finde ich in der Hinsicht ebenfalls nicht ideal. Ich weiß nicht, wie wild/rennfreudig/trampelig dein Grey ist, da gibt es ja individuelle Unterschiede und im Alter werden sie auch ruhiger.

    Was ich aber weiß ist, dass der durchschnittliche Greyhound, wenn einmal in Bewegung, nicht mehr allzu manövrierfähig ist und dass die auch ein gewisses Phlegma haben können von wegen: Wenn du mir nicht aus dem Weg gehst, mäh ich dich halt um! :D
    Meine machen zwar mit 11-12 und 9 Jahren keine wilden Dinger mehr, aber bei großer Begrüßungsfreude könnt ich mir schon vorstellen dass so ein Winzling unter die Räder kommt. Und die Rute kriegt man ja als Mensch schon nicht gern ab.


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    Das mit dem Welpen und der Entscheidung musste jetzt relativ schnell und kurzfristig gehen da es noch 3 andere Interessenten gab aber ich Vorrechte hatte weil ich schon die ganze zeit auf einen Welpen warte.


    Nö, das muss nicht schnell gehen.

    Ihr habt jetzt die Option auf diesen Welpen, aber es gibt immer wieder neue Würfe udn auch da werden wieder Welpen dabei sein die dir gefallen.
    Ich würde mich nicht übereilt entscheiden nur weil jetzt grade ein bestimmter Welpe zu vergeben ist, das ist keine einzigartige Chance oder so.

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    Ich hab viel danach gegooglt aber scheinbar gibt es diese Kombination nicht oft. oder gar nicht.


    Doch mir fällt mindestens eine Person ein, die ein Spielchen zusätzlich zu Grey, Galgo und Whippet hat und hier im Forum ist jemand mit einem Spielchen, das mit 2 Afghanen aufgewachsen ist.


    Vielleicht wäre es ganz gut, wenn du dich mit anderen Grey- und/oder Windspielleuten in Verbindung setzt, denn ich denke schon, dass beides recht "spezielle" Rassen sind und man über diese Kombi zwei oder drei mal nachdenken sollte.
    Ich schick dir mal Links zu 2 Foren wo du eventuell deine Fragen auch nochmal stellen könntest, auch im Hinblick auf Mobbing/Agression/Jagdverhalten.


    Kommt ein Whippet nicht in Frage? Leute mit der Kombi Whippet/Grey kenne ich viele, das ist vom Größenunterschied nicht ganz so extrem und Whippet sind auch nicht gar so zierlich und empfindlich und können mehr wegstecken. Sie halten einfach von den körperlichen Voraussetzungen mit einem Grey besser mit.

    Ich kannte jemanden mit zwei unkastrierten Wurfbrüdern. Die haben sich im Erwachsenenalter nicht mehr wirklich riechen können - genau gleich alt, gleich stark, gleich groß... das war eine für beide absolut stressige Konkurrenzsituation. Gab auch einige böse Beißereien und mMn hätte einer der beiden abgegebne werden sollen.

    Meine Junghündin war recht lange bei ihrer Züchterin (bis 7. Monat) und hatte sich so ab dem 5. oder 6. Monat ständig mit ihrer Schwester in der Wolle, die die Züchterin für sich selber behalten hat.


    Eine Bekannte von mir die PS macht für eine deutsche "Rasse-in-Not"-Orga meinte gleiches (hatte mich damals mit ihr über den oben erwähnten Fall mit den beiden Rüden unterhalten), die sagte, wenn sie Geschwisterpaar reinkriegen würde es anfangs immer heiße: "Oh neeeeeeein, die könnt ihr doch nicht trennen! Die waren doch immer zusammen!"
    Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass bis auf wenige Ausnahmen zumindest einer der Hunde nach einer Trennung richtig aufblüht, bei zwei Rüden noch häufiger als bei Hündinnen.


    Naja... also ich würde eher kein gleichaltes gleichgeschlechtliches Geschwisterpaar nehmen. Aber gibt bestimmt auch wieder Fälle wo es genau andersrum war.
    Vielleicht ist es bei euch auch unterschiedlich, weil die schon ne Weile getrennt waren?


    Zu dem ganzen anderen Kram von wegen ob man sich das insgesamt von der Erziehung her zutraut brauch ich ja nix zu sagen, da haben ja andere schon alles gesagt und müsst ihr selber wissen.

    Hi du. Ich hab selber keinen Silken, kenne aber ein paar (und "kenne" noch einige Besitzer aus Foren). Hier schwirren auch ein paar rum, per Forensuche solltest du ein fündig werden und kannst dann ja mal die Eigentümer direkt anschreiben.


    Was du dir bei den Silkens bewusst sein musst: Es ist bisher noch keine anerkannte und vor allem noch keine konsolidierte (züchterisch "fertig" entwickelte) Rasse.
    Deswegen muss man bei der Züchtersuche extra-gründlich vorgehen und kann selbst dann immer nochmal Überraschungen erleben was den Typ, die Größe, die Haarmenge/-qualität und den Charakter angeht. Sie sind halt noch nicht so gefestigt wie jahrzehntelang gezüchtete Rassen.


    Entstanden sind die, trotz manchmal gegenteiliger Behauptungen, aus einer Mischung von Whippets und Sheltie. Demenstprechend kannst du dir die Charaktereigenschaften auch ein bisschen zusammenreimen, guck dir erstmal die Charakterbeschreibungen beider Rassen gut an, dann hast du schonmal ne solide Basis was dich erwarten könnte.


    Direkt zu den von dir genannten Punkten:

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    - wie ist der Jagdtrieb ( sehr ausgeprägt oder eher weniger)


    Etwas unterschiedlich. Grundsätzlich sind es Windhunde bzw Windhundmischlinge mit überwiegendem Windhundanteil. Dementsprechend ist Jagdtrieb vorhanden, bei den meisten wohl hauptsächlich auf Sicht. Andererseits werden die Silkens in den meisten Fällen nicht leistungsorientiert selektiert, dh auf ausgeprägten Hetztrieb wird in den meisten Zuchten nicht gar so viel Wert gelegt.
    Bei der Kontrollierbarkeit kommt es halt drauf an, ob mehr das Whippet- oder mehr das Sheltieerbe durchschlägt. Grundsätzlich sind Kreuzungen aus Windhund x Hütehund grade deswegen beliebt (auf den britischen Inseln) weil sie im Vergleich zu reinen Windhunde etwas besser zu erziehen sind, aber trotzdem viele der angenehmen Windhundeigenschaften mitbringen.
    Ich hab jetzt noch nicht von ganz schlimmen Jagdschweinen unter den Silkens gehört, weiß, dass einige auf der Rennbahn laufen... naja, ich würde mich in Sachen Jagdtrieb wohl auf einen Whippet vorbereiten, damit dürftes du erstmal nix verkehrt machen.

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    - wie verhalten sich die Silken Windsprites gegenüber Artgenossen (spielen sie gern mit anderen)


    Whippets sind meist ganz gut verträglich mit Artgenossen, bei Shelties weiß ich jetzt nicht so genau, aber die zwei die ich kenne sind auch ganz nett und aufgeschlossen.
    Vom Spielverhalten weiß ich, dass sie Silkens sich da ganz gut bei den anderen Windhunden einreihen, dh bevorzugt Hetzspiele mit wenig Körperkontakt, handfestes kabbel und raufen und sich auf dem Boden rollen eher weniger.
    Aber da hast du bei allen Rassen einfach gigantische individuelle Unterschiede und es hängt auch viel von der Sozialisation ab wie verträglich ein Hund wird. Und wie verspielt er ist hängt doch auch viel vom Alter ab, die meisten Hunde werden irgendwann da doch ruhiger.

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    - mögen sie Wasser ( schwimmen sie gern)


    Sicher auch unterschiedlich. ich weiß, dass viele Wasser von oben nicht mögen. Sind jedenfalls nicht grade als wasserfreudige Rasse bekannt.

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    - sind sie verspielt ( kann man Hundesport z.b. Aportieren oder Trickdogging mit ihnen machen)


    Verspieltheit siehe oben. Ansonsten auch wieder individuell und wie stark welche Eigenschaften der Ausgangsrasse durchkommen.
    Grundsätzlich würde ich aber "ja" sagen, mit Whippets kann man ne Menge Quatsch machen und Shelties sind ja auch oft für sowas zu haben.

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    - bellen sie viel


    Weiß ich nicht. Shelties gelten ja als bellfreudig, Windhunde als eher schweigsam, wobei ich persönlich Whippets eher als ebenfalls bellfreudig kennengelernt hab, zumindest zu ihren großen Brüdern, den Greyhounds. Aber das ist auch zu einem großen Teil Erziehungssache.

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    - wie sind sie fremden Menschen gegenüber


    Eigentlich sollten sie unaufdringlich, aber freundlich und aufgeschlossen sein. Ich kenne zwei, die etwas mimosig sind: Bei Fremden die sie anfassen wollen die Rute klemmen und unwohl gucken, generell eher nicht von sich aus auf andere Leut zugehen.
    Das ist auch wieder viel Erziehung und Sozialisationssache. Da würde ich dann raten beim Züchter drauf zu achten wie die Eltern (und wenn man sie kennelernen kann vielleicht auch das eine oder andere Großelternteil) sich benehmen, wie die restlichen Hunde in der Zuchtstätte so drauf sind und was der Züchter mit den Welpen bis zur Abgabe macht.


    An Krankheiten muss man soweit ich weiß darauf achten, dass auf den MDR1-Gendefekt getestet wird und auf die erbliche Augenkrankheit CEA.

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    Und warum bezweifelst du das? Du beschreibst einen völlig normalen Hund - ich kann dies alles mit Rhian auch machen, die erst mit 18 Wochen zu mir gekommen ist. Es ging sogar leichter mit ihr als mit dem Welpen, der mit 9 Wochen eingezogen ist - das lag aber vermutlich am Temperament, nicht am Alter.

    Woher kommt nur diese fixe Idee, dass ein älterer Welpe nichts mehr lernt, oder dass ein Welpe überhaupt möglichst früh möglichst alles kennenlernen muss? Ich sage ja nicht, dass bei Übernahme mit 8 Wochen nicht auch ein top Hund entstehen kann, aber er hat einfach einige Nachteile, einige verpasste Lernschritte. Er kann die in den meisten Fällen kompensieren, klar - aber bei einer späteren Abgabe kriegt man diese Lernschritte gratis mit, und hat nichts, aber auch gar nichts verpasst. Wo ist das Problem? Umweltgewöhnung im Detail ist echt kein Problem, wenn der Welpe eine anregende Lernumgebung hatte. Das darf gerne auch Wald sein - es geht entgegen der gängigen Meinung nicht um Prägung, sondern um Etablierung von Problemlösungsstrategien. Das ist wesentlich hilfreicher für ein stabiles Wesen, und ermöglicht auch einem Waldwelpen später die erfolgreiche Auseinandersetzung mit urbaner Umgebung.

    Kein Welpe hat mit 8 Wochen schon ein echtes Erziehungsprogramm durch die Althunde erfahren, das beginnt erst. Und genau das kann der engagierte HH nur sehr schlecht ersetzen, auch nicht mit Gassihundekontakten (so wichtig die sind). DAS ist der Vorteil des längeren Verweilens im Familienrudel. Alles, was der HH macht, kann man genausogut auch 3-4 Wochen später machen. Trotzdem schaffen es viele Hunde gut, sozialverträglich zu werden, das spricht für sie. Aber man hätte es ihnen leichter machen können. Und die unglaublich zahlreichen Threads über Hunde, die eben nicht mit andern Hunden adäquat kommunizieren können sind schon auffällig. Da wird dann aus einer der unvermeidlichen schlechten Erfahrungen ein Trauma genacht, was noch Jahre später das ungenügende Sozialverhalten erklärt......

    Ich will echt niemandem auf den Schlips treten, der einen Welpen mit 8 Wochen übernommen und super hingekriegt hat. Aber der hätte den Welpen auch mit 12 Wochen super hingekriegt. Und wenn ich mir die Problem-Threads, und Aufreg-Threads anschaue, so geht es da sehr oft um letzlich ungenügende Kenntnisse der Hunde in ihrer eigenen Sprache, die zu unangemessenen Reaktionen führt. Bei der heutigen Hundedichte kann ein Welpe gar nie genug Hündisch lernen. Die Narrenfreiheit der Welpen endet etwa mit dem frühesten legalen Abgabezeitpunkt. Dann beginnen die Onkel und Tanten erst mit der richtigen Erziehung....

    Normalerweise zitiere ich so lange Beiträge nicht komplett, aber mit dem hier stimme ich ziemlich überein! Sehe ich wirklich ganz genauso.


    Ich denk ein Welpe kann auch mit 8 Wochen umgezogen ein toller Hund werden - Bekannte von mir in den USA haben sogar bisher JEDEN Welpen in ihrem langen Hundehalterleben mit 6-8 Wochen genommen und waren völlig zufrieden.

    Aber es gibt nix, was ein ordentlich aufgezogener Welpe mit 12 Wochen nicht mehr lernen kann, wo er einem 8-wöchigen dann lebenslang nachsteht.
    Dafür hat er eventuell den Vorteil, mehr Familienleben mitzubekommen. Das mag bei machen völlig egal sein und sie werden so oder so toll, bei anderen wäre das vielleicht wichtig.


    Aber vielleicht sieht man das auch etwas entspannter, wenn man schon erwachsene Hunde übernommen hat und die auch noch alles mögliche gelernt haben?

    Ich mein, ich habs ja weiter vorn erwähnt, dass meine Hündin einen Charakterzug hat, der vielleicht auf Versäumnisse bei der Sozialisation zurückzuführen ist (vielleicht auch nicht...).
    Aber bis auf diese eine Sache (Scheu vor fremden Menschen, bei der Rasse halt auch nicht ganz unbekannt) hat sie sich auch mit 7 Monten völlig nahtlos hier eingefügt, das war wirklich überhaupt kein Ding - vom Landei zum Großstadthund in wenigen Stunden, hat sich nach ein paar Tagen mit meinen erwachsenen Rüden sortiert gehabt, schlief von Anfang an hier im Bett, lief nach ein paar Tagen frei...


    Also ist mir das einfach ein bisschen fremd sich Sorgen zu machen was man in 4 oder 6 Wochen alles unwiederbringliches versäumt.


    Eine befreundete Züchterin hat grade einen Wurf liegen. Die sind jetzt 7, fast 8 Wochen alt. Die Mutterhündin ist seit ner Woche genervt und will nicht mehr so gern säugen. Ist das ein Grund/Zeichen, dass es jetzt soweit ist die Welpen abzugeben?
    Meiner Meinung nach nicht (der der Züchterin nach auch nicht, sie gibt gewöhnlich mit 10-12 Wochen ab) - dann zieht die Mutterhündin sich halt zurück oder knurrt/beißt die Welpen weg. Dazu hat sie die entsprechenden Möglichkeiten. Ist ja nicht so, als frisst sie die dann auf... und das ist auch ne Art von Frustrationstoleranz lernen.
    Auch hat sie den Vater- und Großvaterrüden sowie ältere Halbgeschwister im Rudel. Während sich die Halbgeschwister schon vor 2, 3 Wochen für die Welpen interessiert haben, beginnt Papa jetzt erst sich wirklich mit denen zu beschäftigen.

    Ob das nun so unwiederbringlich und wertvoll ist, das man gar keinen Welpen vor der 16 Woche weggeben dürfte... naja, seh ich dann doch nicht ganz so streng, da gibts schon Abstufungen. ;)

    Aber interessant finde ich es schon und ich seh für mich persönlich keinen Grund, ihnen das zu nehmen, weil für mich wie gesagt um die 12 Wochen eh ein gutes Übernahmealter sind.

    Also ich persönlich würde einen Welpen lieber mit 10-12 Wochen haben wollen als mit 8 oder 9 Wochen. Und in dem Alter sind 2-4 Wochen Unterschied schon eine Menge.
    Mit 8 Wochen sind es halt doch noch richtige Babys, mit 12 Wochen schon ein gewaltiges Stück weiter. Ich finde es einfach gut, wenn sie schon ein bisschen reifer sind und noch ein bisschen im Familienverband zu bleiben.


    Das setzt natürlich voraus, dass der Züchter auch ein ordentlicher ist, den ich sowas zutraue... wenn die Welpen bis zur 12 Woche nur auf Zeitungspapier pinkeln oder außer der Mutter noch keine anderen Hunde gesehen haben oder außer dem Züchter noch keine Menschenseele... nee, das ist nicht so im Sinne des Erfinders.

    Es GIBT durchaus Umstände, wo ich einen Welpen am liebsten schon mit 6-8 Wochen holen würde (jupp, ich weiß das das nicht erlaubt ist ;) ), das sind dann natürlich auch keine vernünftigen Züchter.


    Bis 16 Wochen... ok, kann man machen, muss man aber nicht, finde ich. Es stimmt wirklich, aber einem gewissen Alter beginnen die Welpen auch untereinander recht kräftige Konkurrenzkämpfe auszufechten usw, das ist für die dann auch gar nicht mehr so schön harmonisch mit den lieben Geschwistern... und das gibts nicht nur bei Malinois.

    Außerdem, wie ebenso schon erwähnt, kann ein Züchter dann irgendwann einfach die Arbeit nicht mehr leisten die bei einem normalgroßen Wurf anfällt... mit 12-16 Wochen sind das ja schon richtig mobile kleine Hunde, keine tapsigen Welpen mehr.
    Die wollen und müssen sich bewegen, neues kennenlernen, das auch mal alleine und nicht immer nur mit zig Geschwistern zusammen... wie soll man das machen wenn man noch ein Leben außer Hunden hat und zusätzlich noch ein paar Althunde zu versorgen?


    Ich hab meine junge Hündin (jetzt 3 Jahre und ein bisschen) mit 7 Monaten übernommen, ging nicht früher wegen Exportbestimmungen aus ihrem Herkunftsland.
    Die Züchterin hat 2 weitere Junghunde aus dem Wurf selber behalten und zwei weitere Welpen ebenfalls bis zu fast dem selben Datum für den Export da behalten wegen Quarantänebestimmungen.
    Also 5 Welpen einer mittelgroßen Rasse bis 7 Monate zusammen.

    Meine Kleine hatte sofort ne gute Bindung, und ich kann nicht sagen das sie groß getrauert hätte - im Gegenteil, ich hatte den Eindruck die war sehr froh, aus der Konkurrenz der Geschwisterhorde zu entkommen und ihren eigenen Privatmenschen für sich alleine zu haben.
    Im Alltag war es auch kein Problem, dass sie "meinen" Alltag nicht kannte, sie war ja im Haushalt der Züchterin normal aufgewachsen und hat sich bei mir lässige eingefügt, wie meine anderen beiden (erwachsen übernommenen) Hunde auch.

    Allerdings ist sie bei fremden Menschen recht misstrauisch und scheu.
    Das ist teils sicher auch rassetypisch und teils ihr idividueller Charakter... teils könnte ich mir aber schon vorstellen, dass es ein Sozialisierungsmangel ist den sie vielleicht nicht hätte, wenn ich sie früher bekommen hätte? Lässt sich jetzt im Nachhinein schlecht sagen.

    Die Züchterin hatte zwar bei sich zuhause viel Besuch, die Hündin hatte viel Umgang mit allen möglichen Menschen von Kindern bis zu Senioren im Rollstuhl.... aber die Züchterin hatte nicht die Zeit wirklich alle 5 Welpen über die ganzen Monate ausreichend mit nach draußen zu nehmen und sie auch gezielt an Kontakt mit Fremden im Alleingang zu bringen, ohne das ganze Rudel und die vertraute Umgebung im Rücken - was ich bei dieser Rasse eben wegen Neigung zur Scheu schon wichtig finde.

    Das sind halt so die Punkte, wo es sehr drauf ankommt, WIE der Züchter es handhabt, weniger WIE LANGE der Welpe da ist (auch wenn meine 7 Monate sicher viel länger sind als der Rahmen in diesem Thread gesteckt ist).

    Laufband zu Reha/Physiotherapie: Gar keine Frage, gute Sache.

    Laufband bei gesunden Hunden wenn man sportlich was vor hat als Ergänzung des sonstigen Programms... warum nicht...
    Es ist gut kontrollierbar und dosierbar, geht bei jedem Wetter und ist praktisch.
    Finde es aber wichtig, dass das wirklich nur ein Trainingsbaustein ist, und nicht freie Bewegung draußen oder Beschäftigung mit dem Hund ersetzt.

    Klar, man kann die selben Effekte auch draußen erzielen (z.B. Fahrrad, Tacho dran das man Geschwindigkeit und Strecken genau kennt, wenn man denn wirklich aus irgendeinem Grund so penibel sein will... oder Jogger mit Schrittzähler und was es da für Pipapo gibt...).
    An ein bisschen Bequemlichkeit find ich aber nix verboten solange der Hund sich wohlfühlt damit (kann man denk ich nur beurteilen wenn man es selber sieht), ansonsten zu seinem Recht kommt und trotzdem jeden Tag die üblichen schönen Hundesachen machen kann.


    Für meine Hunde und ehrlich gesagt auch wohl für die meisten 0815 Familienfifis fänd ich`s eher albern (für mich wär es gut :D ).

    Ich mein, wenn der Hund wirklich ein enormes, monstermäßiges Bewegungsbedürfnis hat, dann wäre es fies ihn das auf dem Laufband stillen zu lassen, ziemlich stumpf und ohne die ganzen Umwelteinflüsse die er draußen halt so hätte.
    Und wenn es sooooo monstermäßig dann doch nicht ist und er eh schon ganz gut Bewegung & Beschäftigung bekommt, wozu genau braucht man das dann?


    Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen... meins wärs eher nicht, aber ich finds auch nicht schlimm.

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    Für mich wäre es eine Enttäuschung wenn ich mir jetzt einen Hund vom Züchter holen würde und dann so eine Ausnahme hätte


    Joa, schon irgendwie... ich mein, wenn man den Hund erstmal hat, dann hat man ihn und meistens mag man sie dann ja doch.
    Aber wenn ich mir vorstelle ich kauf nen Saluki und der zeigt dann freudestrahlend wildfremden Menschen das Bäuchlein zum kraulen, aber guckt dafür nem weglaufenden Hasen auf dem Feld nur mit großen Augen hinterher... bitte nicht. Das ist ja peinlich. :lol:


    Was ich noch begrenzt verstehen kann ist, wenn man sich nach nem schon ausgewachsenen Hund einer bestimmten Rasse umguckt der vielleicht manche Eigenschaften nicht gar so ausgeprägt mitbringt.
    Wobei ich persönlich da auch denke, man könnte es sich einfacher machen und ne Rasse wählen bei der das was ich mir wünsche die Regel ist und nicht die Ausnahme.
    Aber gut, es gibt sie ja, die Ausnahmen, und es ist gut wenn sie irgendwo unterkommen.


    Was ich wirklich nicht ab kann, und zwar gar nicht, ist, wenn Welpenkäufer Rasse xy wollen, aber bitte ohne oder mit abgeschwächten rassetypischen Charaktermerkmalen oder Arbeitsanlagen. Damit macht man Rassen kaputt - meiner Meinung nach. Da bin ich echt allergisch drauf.
    Das Interieur, dazu gehören halt auch Arbeitsanlagen, finde ich bei Rassehunden noch 10x wichtiger als das Exterieur.
    Beim äußeren gibt es immer eine gewisse Streubreite an Formen die den Job erledigen könnten für den die Rasse mal gedacht war (weswegen echte Arbeitshunde im Aussehen meist auch variabeler sind als ihre Show-Gegenstücke gleicher Rasse), aber bei der Innenausstattung sieht es doch ein bisschen anders aus.
    Ein Windhund der kein Interesse an Wild hat und nicht hetzt, der ist für mich kein Windhund mehr, ebensoweing wie ein Labrador der nicht schwimmt oder nicht apportiert.


    Aber ich weiß schon wo der Fehler in meiner denke liegt ;) ... für die meisten Käufer definiert sich "der Border Collie" halt dadurch, dass er schwarz-weiß irish marked und püschelig ist, perfekte Kippohren und Knopfaugen hat. Eventuell auch noch dadurch, dass er unglaublich viele Tricks kann oder in Rekordgeschwindigkeit durch einen Wald aus bunten Stangen fegt.
    Nicht dadurch, dass er Schafe hüten kann.


    Irgendwo weiter vorn kam mal die Frage auf, ob Hunde aus "Schönheitszuchten" vielleicht häufiger ein untypsiches Wesen hätten.
    Zu weit will ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen.

    Was ich aber definitiv weiß ist, dass Ausnahmen was die rassetypischen Charakter- und Arbeitsanlagen angeht, in echten Leistungszuchten SEHR selten sind.
    Bei den Renngreyhounds gibt es z.B. immer mal wieder Hunde, die nicht in den Profisport gehen, weil sie sogenannte "non-chaser" sind, also Hunde die das Lockmittel auf der Rennbahn nicht verfolgen. Soweit so gut, da könnte man jetzt hergehen und sagen: Rasseuntypisch! Ausnahme!
    Ich kenne aber keinen einzigen Grey, der einen echten Hasen verschmähen würde. Auch solche, die die Atrappe nicht nehmen...
    Manche nehmen halt kein Plastik oder Kunstfell, aber welche die bei echtem Wild ebenfalls noch passionslos sind hab ich noch nicht kennengelernt, auch wenn es natürlich Abstufungen gibt wie "verrückt" die sind.

    Hab einen Kumpel der ist Jäger und da war die Spruchweisheit immer, dass man bei Deutsch Drahthaar oder Kurzhaar aus geprüfter jagdlicher Zucht eigentlich bei jedem Wurf in die Kiste greifen und aus einem beliebigen Welpen einen taugliche Jagdhund machen könnte (nicht jeder wird Spitzenklasse, klar...), so selten seien da die Ausnahmen von der Regel.
    Und selbst wenn so ein Hund dann mal als Jagdgebrauchshund nix taugt, dann selten weil er gar keinen Jagdtrieb hat, sondern eher weil er z.B. ein schlechtes Nervenkostüm (mangelende Schussfestigkeit, zu scharf, zu weich) hat oder körperliche Mängel.

    Also meine (2x Greyhound, 1x Saluki) haben ihre Rassebeschreibungen gelesen. Kleine Variationen gibt es schon, aber insgesamt passt das wie Ar*** auf Eimer.


    Ich hab ehrlich gesagt ein ziemliches Problem damit, wenn jemand bewusst ein bestimmte Rasse "aber bitte mit ohne Extra!" sucht.
    Wenns nur einzelene Individuuen wären... aber meistens ist das ja bloß ein Symptom, dass eine Rasse grade dabei ist in Mode zu kommen und das man zwar gern so einen "chicen" Hund hätte, aber bitte ohne die anstrengenden Begleiterscheinungen.