Zitat
Wie gehts euch mit euren Hunden? auch manchmal so? oder ganz anders?
Was macht ihr mit euren Windis?
Nee, mir gehts nicht so.
Ich mag die ganze Art meiner Hunde. Sie sind (wie Katzen) einfach immer schön anzusehn, ob in der Bewegung oder in Ruhe. Ich hab mehr Freude dabei ihnen zuzugucken wie sie Hundesachen machen als ich daran hätte einem Hund Menschensachen beizubringen.
Ich mag es, dass sie ein bisschen archaisch und anarchistisch sind. Wenn sie "ungehorsam" oder "stur" sind, kann ich ihnen einfach nicht böse sein, meistens muss ich lachen wenn sie die Arschkarte rausholen. Was jetzt nicht heißt, dass die hier auf den Tischen tanzen dürfen, aber ich find diese egozentrische Ader, diesen völlig bewussten "Ahhhhhh... NEIN, geht grad nicht!"-Blick (ohne "sorry") irgendwie reizend.
Das Zusammenleben ergibt sich einfach so, Stubenreinheit und so musste man mal üben wie mit jedem Hund, klaro, aber die Sachen die man im Alltag braucht und die ich im Haus erwarte, die haben sich eingentlich von selber ergeben.
Und bei mir ist es halt grade so, dass mir "Leg dich irgendwie hin" völlig reicht und mir ein exaktes Platz nicht egaler sein könnte.
Ich mag diese Mischung aus Sensibilität und Intensität... irgendwer meinte mal, ein Saluki wäre wie eine Rasierklinge in einem Samtumschlag und das trifft es ziemlich gut: Weiche Schale, harter Kern.
Im einen Moment stehen sie da und KÖNNEN sich einfach nicht hinlegen, weil das 10 cm dicke Schaumstoffbett DURCHGELEGEN und der Fußboden so HART ist. Und ne Stunde später brettern sie ohne Rücksicht auf Verluste über nen gefrorenen Acker oder durch die Dornen, weil sie einen Hasen im Visier haben. Zerschnittene Pfoten? Völlig egal...
Ich find das einfach Hammer, wie grade die Greyhounds solche sanften, verpennten Schmuser sein können und dann abgehen wie Dynamit, so, dass wirklich der Boden bebt (schonmal mehrere Greys im vollen Lauf vorbeidonnern gefühlt? Wie Pferde...), wie sich die Muskeln in der Bewegung unter dem Fell abzeichnen und wie der ganze Hund vor Erregung zittert und man das Herz durch die gespannte Leine in der eigenen Hand schlagen spürt weil der Hund einen Hasen gesehen hat.... ja, das geht wirklich, man kann den Puls durch die Leine vibrieren fühlen...
Wenn Hunde einen richtigen Job haben, finde ich das auch eine schöne Sache, gucke ich mir auch gern an. Hundesport zum Selbstzweck bzw nur um den Hund zu bespaßen finde ich nicht so interessant.
Soll nicht heißen das es was schlechtes ist, wenn man da Spaß dran hat, dann los. Aber ich brauchs halt nicht. Mir reichen schöne lange Spaziergänge, ich will mit meinen Hunden hauptsächlich einfach raus in die Natur.
Und genau das machen wir auch und sind allesamt damit ganz zufrieden.
Naja, und man muss halt auch gucken, dass der Sport rassegerecht ist. Es gibt ja nun ne ganze Hundsportsparte die einzig und allein für die Windhunde da ist und wo sie auch in ihrem Element sind: Rennen und Coursing.
Die Rassen haben halt alle ihren Verwendungszweck, mit nem Border Collie rückt man ja auch nicht auf ner Prüfung für Pointer an...
Wenn man nen Windhund will, der eventuell ein bisschen mehr Spaß an Tricks oder konventionellen Hundesportarten wie Obedience und Agility hat, dann hat man mMn noch am ehesten mit nem Whippet ganz gute Aussichten. Da gibts zwar auch mal "Null-Bock" Kandidaten, aber sie sind doch ein bisschen leichter zu motivieren als manche anderen Rassen.
Wie auch immer... ich habs nie bereut und für mich kommt nix anderes in Frage. Es gibt ein paar Rassen, die ich außerhalb der windigen Gruppe ganz interessant finde (Basenjis z.B.), aber das sind zum Großteil welche, die zumindest die wesentlichen Charakterzüge mit den Windhunden gemeinsam haben.