Ich kenn eigentlich nur Podis, die im Haus ganz normal und "brav" sind. Halt ruhig, kaum zu bemerken, eigentlich meistens am pennen. Klar, die jüngeren haben das eine oder andere Kissen auf dem Gewissen, die schlimmeren auch ein bisschen mehr (kann einem aber mit jungen Hunden immer passieren...) und haben mal ihre wilden 5 Minuten im Haus und so, aber im großen und ganzen eigentlich zimlich unkompliziert.
Insofern halte ich so Sachen wie Einrichtung zerstören und generell unzivilisiertes Benehmen (mangelnde Stubenreinheit, kläffen, vor aller Augen auf der Küchenthekte rumspazieren, direkt vor dem Besitzer den Kuchen vom Teller fressen...) eher für Erziehungsfehler bzw. bei Tierschutzhunden halt auch für Ergebnisse der Vorgeschichte und früherer Erlebnisse.
Was halt recht ausgeprägt ist, ist, dass es fast alles "Springer" sind.
Klar steigen die nicht vor den Augen ihrer Besitzer auf den Schränken rum, aber wenn grad keiner im Raum ist, dann wird schon mal eben mit spielerischer Leichtigkeit auf den Küchentresen gehupft und da abgeräumt. Ich würd jetzt nicht so weit gehen, das als rassetypisch zu bezeichenen
, aber so gewisse opportunistische Tendenzen haben die schon öfter mal, und wenn es keiner merkt und das Esse da grade herrenlos steht...
Ich mein, viele Hunde würden ja gar nicht auf die Idee kommen mal eben so hoch zu springen. Meine Greys z.B. würden in meiner Abwesenheit klauen, wenn es so steht, dass sie mit allen 4 Pfoten am Boden drankommen, aber was so hoch steht, dass die Hunde es vom Boden nicht sehen, also deutlich über ihrer Kopfhöhe, ist sicher.
Die leben sozusagen in der Horizontalen (ok, die meiste Zeit des Tages sogar ganz wörtlich
), während für die Salukihündin und halt auch für viele Podis die Vertikale ganz selbstverständlich zum Bewegungsrepertoire dazugehört... und das bis zu nicht unerheblichen Höhen.
Apropos springen... ausbrechen ist auch sowas, was nicht wirklich was mit Erziehung zu tun hat, sonder mehr mit Glück welchen Hund man erwischt. Die meisten Podis können halt super springen, besonders die Ibicencos. Und viele tun es auch.
Manchmal auch dann, wenn sie vorher lange "brav" waren und 1,50 m Zaun dicke genug waren (wobei das ja nix ist, ein größerer Ibicenco hat ja schon um die 70 cm Schulter und wenn der sich aufrichtet kommt er ja schon mit den Vorderpfoten auf 1,50 m). Manchmal auch ohne "Grund", sonder einfach weil sie es können und ein lachhafter Zaun kein Hindernis ist wenn der Entdeckergeist einen ergreift.
Und wenn sie nicht springen, dann klettern sie auch gern. Oder quetschen sich durch winzige Lücken. Oder buddeln. Sind ja auch alles Eigenschaften, die direkt auf den jagdlichen Einsatz zurückzuführen sind und für einen arbeitenden Podenco sehr wünschenwert sind!
Also, ich kenne 2 Besitzer mit Ibicencos (ok, die anderen hatte auch mal Afgahnen, das ist in der Hinsicht ja auch oft eine Herausforderung), deren Garten eher ein Hochsicherheitstrakt ist und das nicht ohne Grund.
Buddeln ist auch so ne Podencoleideschaft die relativ erziehungsresistent ist - wenn der Hund auch mal unbaufsichtigt im Garten ist, kann es schon gut sein, dass er sich da selbst verwirklicht.
An Jagdersatzbeschäftigungen haben nach dem was ich weiß viele Podencos Spaß, sei das Fährten, Mantrailing, Apportieren, Futterbeutelarbeit, Reizangeltraining oder auch Rennbahn & Coursing. In meinem Bekanntenkreis machen die meisten zugegeben hauptsächlich letzteres, weil die meisten auch noch Windhunde haben. Aber die, die weniger aus der Windhundecke kommen, machen auch die anderen Sachen und teilweise gar nicht mal schlecht.
Naja, und Grundgehorsam... was man halt drunter versteht. Wie gesagt, zivilisiertes Benehmen in der Wohnung, auf jeden Fall.
Bei so "Tricks" (im Grunde ist es ja nix anders) wie exaktes Fußlaufen und promptes sitzen & platzen kann man sicher mit entsprechender Erziehung auch viel machen, warum nicht. Werden halt selten so super konzentriert wie ein Sheltie oder Pudle Unterordnung laufen, aber grundsätzlich können... wie gesagt, warum nicht...
Einzig, die Verlässlichkeit... nach allem was ich bisher gesehen hab heißt "können" und "in der Regel machen" bei den Podis dann am Ende nicht "zuverlässig machen, wenn es (dringend!) gebraucht wird".
Bei so Sachen wie Sitz und Platz und erst Recht bei irgendwelchen Tricks ist das sicher verzeihlich.
Wo das gern haarig und frustig wird ist beim Abruf.
Der kann man wirklich schön einüben, der kann dann "in der Regel" auch lehrbuchmäßig funktionieren... und wenn man ihn braucht, spricht wenn der Hund abgelenkt ist weil irgendwas anliegt... naja, dann ist der Hund halt abgelenkt.
Oft hat das dann ja doch mit Jagdverhalten zu tun. Das sollte hier ja eigentlich ausgeklammert werden, finde ich in dem Zusammenhang aber schwierig. Jagen beginnt ja für Podencos in der Regel mit den ersten Schritten im Jagdverhalten: Suchen mit allen Sinnen.
Und das machen viele Podencos halt draußen grundsätzlich bzw machen sie es halt auch mal "plötzlich" oder "wieder" in Situationen wo man nicht damit gerechnet hätte, und auch trotz aller Bemühungen ihnen Alternativverhalten und andere Beschäftigung anzubieten.
Und da ist dann halt Essig mit dem zuverlässigen Rückruf, so schön der unter Idealbedingungen auch funktioniert.