Beiträge von Marula

    Nummer 1 zog, nachdem ich schon länger einen Hund wollte, mehr oder weniger spontan ein, war sozusagen Zufall oder wie manche sagen würde Schicksal. ;)

    Sobald Hund 1 eingermaßen im Lot war, also alltagstauglich erzogen, war sehr schnell der Wunsch nach einem zweiten Hund da. Sowohl als Gesellschaft für den ersten als auch für mich. Im Nachhinein kann ich sagen: Die Gesellschaft hat dem Ersthund nicht geschadet und ist in mancher Hinsicht auch positiv, aber wirklich gebraucht hätte er sie nicht. Ich denk nicht, das Mehrhundehaltung generell besser ist, Einzelhunde können genauso toll un glücklich leben.

    Die Überlegung war einfach: Ein Hund macht Spaß, zwei Hunde machen mehr Spaß. Hat sich auch voll und ganz bestätigt. :D


    Hund Nummer 3 war dann das erste richtige Wunschkind.
    Hund Nummer 2 war nämlich nicht sooooo gründlich ausgesucht - ich wusste welche Rasse ich wollte, dass ich lieber einen Rüden wollte und das ungefähre Altersfenster, aber sonst war mir eigentlich nur wichtig, dass er keine extremen Macken hat und sich mit dem Ersthund versteht.

    Naja, und nach ein paar Jahren Hundehaltung hab ich dann halt gemerkt, dass ich doch bestimmte Ansprüche hab bzw bestimmte Eigenschaften bei einem Hund gern hätte, dementsprechend wurde dann halt Hund 3 "maßgeschneidert" ausgewählt.


    Die Überlegung dabei war, dass ich zu dem Zeitpunkt wo Nummer 3 gekommen ist grade sehr günstige Umstände für einen jungen Hund hatte, das ist ja auch nicht immer gegeben.
    Und meine beiden anderen Hunde waren da halt schon etwas älter (sind inzwischen Senioren) und ich wollte nicht irgendwann nur noch Rentner haben... dann nur noch ruhige Bummelspaziergänge zu machen und gar keine richtige Action mit Hund mehr zu haben find ich schade.
    Deswegen war der Junghund dazu zu dem Zwitpunkt für mich schon passend und auch das hab ich bisher nicht bereut.


    Joa.
    Manche Sachen sind mit 3 Hunden natürlich komplizierter und werden mit noch mehr garantiert nicht einfacher, besonders die Wohnungssuche... aber auch anderes.
    Wenn es mehrere größere Hunde sind braucht man ja auch ein passendes Auto und die brauchen ja auch in der Wohnung dann signifikant Platz, das verdreifacht sich irgendwie nicht, das vervielfacht sich. :lol:

    Und teuer ist es auch, grade die Seniorhunde haben halt doch mal ihre Zipperlein und schon die normalen Futterkosten sind nicht ohne, dann Versicherung mal 3 - wird etwas billiger je mehr Hunde man hat, Steuer mal 3 - wird etwas teuerer mit jedem weiteren Hund, Wurmkuren oder Spot-ons immer mal 3... das sollt man sich schon gut überlegen.


    Trotzdem... kann sein, dass es sich mal ändert, ich bin ja noch jung, aber momentan ist Mehrhundhaltung für mich das einzig wahre, ich hab da einfach großen Spaß dran. Zwei sollten es für mich mindestens sein, ab 3 wirds erst richtig schön und so 1-3 weitere (also 4-6 insgesamt) kann ich mir sehr gut vorstellen.
    Allerdings dann nicht mehr in einer Mietswohnung ohne Garten...

    Mindestens ein weiterer Hund ist auch lose in Planung, allerdings wegen diverser Unabwägbarkeiten halt noch nicht fix.
    Es kann gut sein, dass bis es soweit ist dann einer oder beide von meinen Opis bereits nicht mehr bei mir sind. Das ist auch ok, dann nehm ich halt gleich noch zwei dazu! :p

    Diese Muzine sind Glykoproteine die auf der Oberfläche von verschiedensten Zellen abgesondert werden, hauptsächlich auf der Schleimhaut oder auf der Oberfläche von inneren Organen, aber die halt pysiologischerweise auch in der Haut vorkommen.
    Hyaluronsäure kommt ebenfalls natürlicherweise in der Haut und im Bindegewebe vor. Dieser Stoff hat die Eigenschaft, größere Mengen an Wasser binden zu können = vergrößertes Volumen = Weichteilschwellung. Kann man sich sehr vergröbert vorstellen wie ein vollgesogener Schwamm.

    Beides hat durchaus seinen Sinn, wird halt unter Umständen problematisch wenns eine Überproduktion gibt.

    Zum weiterlesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mucine
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hyalurons%C3%A4ure

    Zitat

    allerdings hat mein Hund dafür einen sehr niedrigen Inzuchtkoeffizienten


    Beim COI muss man immer gucken auf wie viel Generationen er angegeben wird.
    Generell nützt mir ein niedriger COI wenig, wenn die ganze Rasse von 20 Gründertieren abstammt, weil dann eh alle Hunde eng ingezüchtet sind, auch wenn 3 oder 6 oder 10 Generatioen zurück im Pedigree lauter unterschiedliche Namen auftauchen.
    Ist nicht als böse Kritik gemeint, ich finde es gut, dass Züchter zunehmen solche Methoden zur Einschätzung von Verpaarungen benutzen und sich Käufer dafür interessieren... es ist halt nur ... der Nutze ist da, aber die Methode hat ihre Grenzen.

    Zitat

    [...]sorgt die engere Verwandschaft hauptsächlich erstmal für die Festigung gewisser Merkmale und Eigenschaften, sie sind aber dennoch so weit auseinander, dass keine durch Inzucht bedingten Mutationen entstehen.


    Mutationen entstehen nicht durch Inzucht.
    Die Mutationsrate ist gleich, egal ob bei Inzucht oder Outcross.

    Mutationen können sich aber in kleinen, eng gezüchteten Populationen schneller verbreiten und es kommt schneller zur "Anhäufung" von immer den gleichen paar Allelen - da können dann halt auch leicht schädliche bei sein die, als sie noch relativ selten waren, sich still und leise weit verbreitet haben da in einfacher Form harmlos, um dann problematisch zu werden wenn Träger aufeinander treffen.

    Außerdem fixiert man zusammen mit den paar Merkmale die man gerne will (Aussehen, Charakter, Arbeitsleistung... gesehen aufs Gesamtgenom eine winzig kleiner Anteil), auch zig Gene, die man nicht bei der Arbeit sieht, die aber viel wichtiger sind:
    Gene die fürs Immunsystem, für die Embryonalentwicklung, für die Produktion von Veraduungsenzymen und und und wichtig sind.

    Durch Inzucht geht immer genetische Variation verloren, die Nachzucht wird immer homogener und das ist nur im Hinblick auf einige wenige Merkmale ne gute Sache und in allen anderen Fällen bestenfalls neutral und schlechtestenfalls sehr schädlich.

    Inzucht hat ihren Platz in der Tierzucht, aber das ist ein sehr scharfes, zweischneidiges Messer das auch heute noch von vielen verharmlos wird, weil man halt kurzfristig vor allem die positiven Effekte (schöne homogene Nachkommen mit genau den Eigenschaften die man wollte) sieht und ein Verlust an genetischer Vielfalt und damit einhergehende Probleme erst lange danach auftreten.
    Bei Nutztieren ist das auch weniger ein Problem, die verwertet man ja in der Regel frühzeitig und wenn Probleme auftreten kommt halt die ganze Zuchtlinie in die Wurst und man fängt von vorn an. Ist bei Hunden ja eher nicht der übliche Ansatz. Deswegen kann man in der Landwirtschaft da auch ein bisschen skrupelloser zu Werke gehen, das betrifft alle Zuchtpraxen.


    Geht nicht speziell an dich, Nightstalcer, war nur grad das richtige Stichwort. :D


    Ansonsten, my two cent zum Thema "Sind Rassehunde gesund?"
    Nein, nicht alle.

    Also, nicht alle Individuen, das ist sowieso schonmal klar. Der einzelne Mensch oder das einzelne Tier kann immer mal Pech haben, ganz egal wie gesund der Rest der Familie war.


    Aber auch nicht alle Rassen. Ich nenn hier jetzt keine bestimmten, es ist hier im Forum ja schon reichlich diskutiert worden dazu und Sendungen wie Pedigree Dogs Exposed oder der Blog dazu bieten auch jede Menge Ansatzpunkte für weitere Recherchen.


    Die meisten Rassen, auch die, dich ich generell als relativ gesund bezeichnen würde, haben die ein oder andere, mehr oder weniger häufige Erbkrankheit.
    Das es solche Prädispositionen gibt ist ja bekannt und wird auch keiner abstreiten. Bei Greyhounds z.B, da hier grade Krebs ein Thema war, hat man extrem oft Osteosarkome - nach US-Erhebungen die Rasse mit der höchsten Rate für diesen speziellen Tumor.
    Scottish Terrier haben das höchste Risiko aller Rassen für Blasentumore (ca. 20x höheres Risiko als andere Hunde).
    Und noch zig andere mögliche Dispositionen für ganz bestimmte Krebsarten bei verschiedenen Rassen sind bekannt.

    Grundsätzlich heißt das erstmal alles noch nix. Man muss es sich bei jeder Rasse im Einzelfall angucken.
    Wichtige Frage: Wie weit verbreitet ist der Defekt?

    Bei Whippets gibt es z.b. das sog. Bully-Gen, einen Defekt des Myostatingens, das die Muskelentwicklung regelt. Betroffene Hunde entwicken groteske Muskelberge, sehen aus wie Hulk auf Steroiden und haben schnell diveres Organ- und Gelenkprobleme und eine geringe Lebenserwartung.
    Schreckliche Sache. Ist aber sehr selten - wir reden von ein paar bekannten Fällen weltweit, was das ganze ein bisschen in Relation setzt.

    Nächste Frage: Kann man da drauf vernünftig screenen?
    Beim genannten Myostatingendefekt gibts seit 2 Jahren einen Test mit dem man Träger (die nie selber nie Probleme haben) sicher erkennen kann.

    "Myostatingen-Defekt" samt den Folgen klingt also erstmal hässlich wenn man es auf der Liste der Rassedispositionen liest, ist aber eigentlich kein Problem wenn man sich minimal informiert und dementsprechend kauft.


    Anders sieht das mit manchen anderen Problemen aus.
    Wenn man z.B. mal Herzerkrakungen beim Cavalier King Charles Spaniel nimmt... die Zahlen sind beeindruckend, informieren kann man sich z.B. hier:
    http://www.cavalierhealth.org/
    Mitralklappenerkankungen sind bei dieser Rasse die führende Todeursache. Im Alter von 5 Jahren sind um die 50% aller Tiere betroffen, im Alter von 10 Jahren nahezu 100% aller dann noch lebenden Hunde.

    Also... bei dem Durchseuchungsgrad schlechte Chancen einen Cavalier zu kriegen der bis ins hohe Alter ein tadelloses Herz hat, dafür sehr gute Chancen einen zu bekommen der genau daran sterben wird und zwar unter Umständen zu einem für so einen kleine Rasse recht frühen Zeitpunkt.

    Kann man darauf vernünftig testen?
    Nächste schlechte Nachricht - nein, so richtig effektiv ist das bisher nicht.
    Es ist nicht so schön einfach mit "Frei, Träger, Erkrankt", sondern wahrscheinlich polygen (durch mehrere Gene verursacht).
    Einen Gentest gibt es nicht und ob es in naher Zukunft dazu kommt steht in den Sternen, ist aber erstmal eher unwahrscheinlich.
    Man kann die Hunde schallen - allerdings ist die Auswertung immer abhängig vom ausführenden TA und leider können Zuchttiere halt auch Symptome erst dann entwickeln nachdem sie bereits in der Zucht waren. Grade bei Herzkrankheiten eher die Regel als die Ausnahme.


    Nach dem Schema würde ich bei jeder Rasse über die ich mich informiere vorgehen - wie oft tritt das eigentlich auf und wie sicher kann man das Auftreten ausschließen?

    Weiterhin ist zu bedenken, dass manche Krankheiten zwar erbliche Faktoren haben, aber wohl auch durch die Umwelt beeinflusst werden - klassisches Beipiel HD, aber auch andere Gelenkserkrankungen wie OCD oder ED. Da spielt auch die Ernährung und die Belastung im Jungendalter ne Rolle.


    Joa.

    Weiterer Punkt:
    Woran viele Rassehunde leiden und was man als Käufer wirklich leicht vermeiden kann sind anatomische Übertreibungen. Da gibt es wirklich zig Varianten, z.B.:
    - Extremer Zwerg- und Riesenwuchs
    - Bracycephalensyndrom (Kurzköpfigkeit mit insgesamt verengten Atemwegen)
    - Extreme Faltenbildung, oft zusammen mit Ektropium ("Hängelider")
    - Gar nicht vorhandene oder verkrüppelte Ruten
    - ...

    Nix dagegen wenn jemand gern großen Hunde haben mag, aber man sollte vielleicht mal überlegen ob es umbedingt am oberen Ende der Skala sein muss oder ob es auch ein paar cm/kg weniger tun.
    Nix dagegen wenn jemand kurze, runde Köpfe mag, aber ein Hund sollte auch bei Sommerhitze noch spazierengehen können ohne blau anzulaufen und Erstickungsanfälle zu kriegen.
    Nix dagegen wenn jemand gern einen kleinen Hund will, aber man sollte dem Zwerg doch so viel Substanz gönnen, dass er sich nicht beim Sprung vom Sofa oder beim ganz normalen Rennen auf einer Wiese die zarten Knochen bricht.

    Da helfen echt schon 3g gesunder Menschenverstand. Es gibt fast immer weniger extreme Linien innerhalb einer Rasse und wenn die so gar nicht aufzufinden sind... tja, dann sollte man manchmal halt ganz Abstand davon nehmen.


    In dem Fall (extreme Anatomie) und bezogen auf diese bestimmten Merkmale sind dann oft auch Mischlinge aus den betroffenen Rassen wirklich den reinrassigen Hunden überlegen.

    Ob die Kombi Beagel x Mops = "Puggle" vom Charakter her so einen glückliche ist sei mal dahingestellt. Es gibt Erbkrankheiten (z.B. HD oder Epilepsie) die diese Mischung von beiden Elterntieren mitkriegen kann - wurde ja auch schon geschrieben, dass sich Probleme bei Mischlingen nicht magisch in Luft auflösen wenn beide Elternrassen/Elterntiere ein bestimmtes Problem in sich tragen.
    ABER die Atemwege sind definitv wesentlich normaler/besser, auch wenn selbst manche Puggles noch Bracycephalensyndrom haben können.


    Also... man ist mit nem Mix nicht zwingend besser dran, aber mit nem Rassehund je nach Rasse auch nicht. Da muss man schon differenziren, die kann man nicht alle in einen Pott stecken a la "die Rassehunde" oder "die Mischlinge".
    Bei manchen Rassen ist es verhältnismäßig häufig, dass man nen Hund kriegt der den TA nur zum impfen sieht, bei anderen ist das eher die Ausnahme und man sollte bei Anschaffung schonmal ein paar 1000 für diverse sehr wahrscheinliche OPs und Behandlungen beiseitelegen.

    Zitat

    Und zum Thema "man weiß doch um seine Rasse Bescheid" muss ich Debby Recht geben. Klar, man kennt den Charakter, der einen erwartet, hat auch einige Individuen der Rasse kennengelernt, bevor man sich dafür entscheidet. Dann achtet man noch darauf, einen guten Züchter zu haben und möglichst gesunde Verwandschaft. Aber ob es DM-Träger gibt, die trotzdem erkranken, obwohl sie lt. Gentest, den es gibt, frei davon sein sollten, das erfährt man wenn man sich jahrelang damit befasst, tiefer wühlt, mit jahrelangen Haltern und evtl. sogar Betroffenen dieses Problemes redet. Das alles vor dem Kauf zu recherschieren ist utopisch...

    Ja, manche Sachen kriegt man erst volle Breitseite mit wenn man eine Weile in der Materie drinsteckt.

    ABER...

    Wir reden hier ja nicht nur von "unsichtbaren" Problemen. So Sachen wie DCM, Epilepie, MDR1 und was es nicht alles schönes gibt, das sieht man den Hunden erstmal nicht an der Nasenspitze an, und ob Verwandte betroffen sind oder der Hund "nur" ein Träger ist auch nicht.

    Wenns also nur um das Shar Pei Fever gehen würde wo der Welpenkäufer erstmal ratlos ist, da könnt ich verstehen wenn man als Käufer in gutem Glauben nen Griff ins Klo macht.

    Aber bei extremer Anatomie brauch man doch kein Studium um sich einfach mal zu überlegen was der Nomalzustand ist und wo die Wunschrasse und da der Wunschwelpe bzw seine Eltern und anderen direkten Verwandten davon wie abweicht. Das sieht man doch mit dem nackten Auge.

    In der Zwischenzeit sind wieder einige Beiträge dazugekommen, ich lass es jetzt trotzdem so stehen. Sind einfach nur die Beiträge die ich kommentierenswert fand seit ich gestern reingeguckt hab.
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    Grundsätzlich ist ein Import möglich und auch die Aufnahme in einen SP Club, aber.....
    es ist sehr schwierig an einen bone mouth zu kommen. Man braucht vor Ort geeignete Leute die bei der Suche helfen und erste Verhandlungen führen. Internetseiten wie wir sie kennen, gibt es dort meist nicht und chinesisch kann auch kaum einer lesen ;-)
    Wenn es dann um Import geht, lehnen viele Züchter wieder ab, weil sie das aus div. Gründen nicht wollen, unterstützen usw. Dazu kommt noch, daß nicht jeder Kennel in China eine saubere und mehrere Generationen umfassende Ahnentafel schriftlich festhält, zumindest nichts offizielles. Wenn man sich die Pedigrees der wenigen bone-mouths ansieht, dann sind höchstens 2-3 Generationen erfasst.
    Und die Chinesen sind oft ein wenig mißtrauisch was Ausländern gegenüber anbelangt die ihre Hunde wollen.

    Der Import-Vorgang selbst ist zwar nicht unmöglich, aber schwierig und oftmals langwierig. Das alles kann u.U. recht teuer und nervenaufreibend werden

    Dann hier in Deutschland mit einem bone mouth haste ein bißchen schlechte Karten. Maotai, der einzige bone mouth in Deutschland, bekam gerade mal so ein "genügend". Wie die Zuchtanfragen sind und wie er weiter vererbt wird sich zeigen.

    Wenn man Kompromisse schließen kann, dann findet man in Europa durchaus einen guten Züchter. Aber vielleicht kommt ja in 2013 / 2014 ein weiterer bone mouth nach Deutschland....


    Das erinnert mich alles sehr an meine eigene Herzensrasse. Gut, wir haben in der westlichen Population eigentlich nur wenig Probleme und keine davon wegen ungesunder Anatomie. Aber es waren halt immer wieder Importe und Einkreuzungen zur Blutauffrischung gewünscht und das war... nicht immer einfach.
    "Meine" Rasse wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa und USA gezüchtet und seitdem ist es ein fortwährender Kampf die Zuchtbücher mehr oder weniger offen zu halten, gute Importe aus nicht zuchtbuchführenden Ursprungsländern (also ohne Ahnentafel) in die Zucht zu bekommen, dann deren Nachkommenschaft auch da zu halten... Anfeindungen, Papierkrieg, aber, und das ist das schöne, auch einige wirklich tolle Erfolge... wunderbare Hunde die heute in Pedigrees auf 4 Kontinenten verankert sind.

    Mein nächster Nachwuchs wird auch wieder aus ähnlicher Abstammung kommen, schon allein um solche Züchter zu unterstützen die diese ganzen Kosten, den Papierkram, die Reisen, die Zeit, die Nerven... auf sich nehmen.
    Und natürlich weil ich die Hunde mag. :smile:

    Es lohnt sich.
    Also, go for it, wer auch immer da grade plant! ;) :gut:


    Zitat

    Ich glaube nicht dass der reinrassig ist. Dann müsste man ja einen mis nehmen. Mixen finde ich wiederum auch niht okay. Bewusst mixen


    Wenn man gute Hunde mit einer gesünderen Anatomie für einen Outcross auch innerhalb der Rasse finden kann (ist ja beim SP der Fall) wäre das meine erste Wahl.
    Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht geht oder einfach zu schwierig und teuer ist, dann seh ich überhaupt kein Problem damit eine andere Rasse einzukreuzen, idealerweise eine nahe verwandte Rasse, aber wenn das nicht geht halt eine andere.

    Hunderassen sind nicht reinrassig vom Himmel gefallen.
    Shar Pei haben nach allem was ich je gelesen hab im Westen eine extrem winzige Ausgangspopulation und es gibt immer wieder die Behauptung (wie viel da dran ist wissen andere besser), dass in der Anfangszeit der westlichen Zucht eh schon andere Rassen eingekreuzt wurden.
    Ob es sich bei den Peis ursprünglich um eine reingezüchtete Rasse handelt wäre eh zu prüfen, für die meisten Rassen war und ist das vor der Erfindung von Zuchtbüchern eher nicht der Fall.

    Interessant dazu (und auch der rest der Seite):
    http://sommerfeld-stur.at/population/kreuzungen

    Jedenfalls, wenn ich nen SP nehmen "müsste" würd ich rein vom Aussehen her den Mix oben einem großen Teil der reinrassigen vorziehen.


    Zitat

    Grundsätzlich gehört für mich eine Rasse so lange zur Qualzucht, bis die große Mehrheit der Nachkommen keine Qualzuchtmerkmale mehr aufweisen. Wenn jedoch bei jedem Wurf damit gerechnet werden muss, dass der Welpe, den ich mir anschaffe, solche Auswüchse hat, dann lass ich die Finger davon.


    Jup, mein Reden... nur etwas knapper und präziser ausgedrückt. :D

    Es geht mir nicht um "alle über einen Kamm scheren", sondern darum einfach darum festzustellen was der Ist-Zustand bei den meisten derzeit gezüchteten Hunden ist. Das der größtenteils für den Popo ist macht die paar "guten" Exepmlare doch nicht schlechter, sonder eher noch besser.


    Naja, wie dem auch sei... zum weiterlesen in die Richtung (verschiedene Rassen) einen Blick wert: http://pedigreedogsexposed.blogspot.de/

    Ich weiß das ist jetzt erstmal ein doofer Ratschlag, aber: Die Zeit wird vieles richten.

    Wenn sie besser angekommen ist und sich insgesamt sicherer fühlt, dann wird sie bestimmt auch etwas gelassener. Erziehung in Ehre, das ist sicher auch bitter nötig wenn sie noch gar nix kann, aber erstmal ist eingewöhnen und Beziehungsarbeit auch ganz wichtig.

    Bei uns ist es ebenfalls so, dass zwei von meinen drei Hunden in fremder Umgebung schlecht allein bleiben (jaulen und winseln), sicher auch weil es selten nötig ist... nur einer hat damit so gar kein Problem und pennt tiefenentspannt wo immer es ihn hin verschlägt.
    Und das ist in unserem Fall NUR der Umgebungswechsel der das Problem bedingt, nicht auch noch Wechsel der Bezugsperson und der ganzen Lebensumstände + ganz viele neue Regeln.
    Insofern... ganz normal was sie grade macht und ich finde für die kurze Zeit hört sich das schon gut an.

    Zum alleinbleiben lernen an sich gibts je genug Threads, da gibts leider keine Geheimtipps. Gewöhnung ist alles.


    Nachts mit im Bett schlafen bin ich ebenfalls zweigespalten... tendiere aber eher dahin es weiter zu erlauben. Wenn ihr das hilft sich zu entspannen und die Regeln klar sind (wirklich nur nachts zum schlafen und nicht auch tagsüber rumtragen und ständig auf dem Schoß, also im Prinzip genauso wie du es jetzt schon machst), dann seh ich das für den Bindungsaufbau eher positiv.
    Kontaktliegen ist was tolles, freu dich, bietet nicht jeder Hund von Anfang an an! :smile:

    Meine schlafen mal so, mal so.
    Mal mit dem Kopf vom Sessel oder aus dem Hundebett raus hängend (wie tot), mal mit dem Kopf auf der Sofalehne oder auf dem Rand vom Körbchen aufgestützt.
    Oder auch ganz klassisch zusammengerollt mit dem Kopf unter die eigenen Hinterläufe gesteckt... oder lang hingeklatscht auf dem Teppich... oder auf dem Sofa mit dem Kopf in der waagerechten und den Beinen stocksteif in der Luft...


    Ich hab zur Zeit (schon länger) einfach keine ordentliche Kamera mehr und nicht so Lust auf fotografieren. Dazu noch das trübe Wetter - nee, lass ma. ;)

    Zitat

    [...]die Bone Mouth sind in Ordnung, bei den Tweenern kommt's drauf an. Die Meat Mouths haben zT schwere Probleme - andere Hunderassen auch, aber das ist nunmal ein Pei-Thread.
    Die Rasse an sich ist nicht zu verurteilen, ebensowenig ihre Halter - aber bestimmte Auswüchse der Zucht sind eben 'Auswüchse' und man sollte daran arbeiten, durch Information Dritter und das eigene Kaufverhalten, dass diese Extreme reduziert/verboten/aus der Zucht genommen werden.[...]

    Wie ich ein paar Seiten vorher schon gesagt hab:
    Mit kommt es bei der Einordnung einer Rasse als Qualzucht (oder eben nicht) auch auf die Häufigkeit der Extremformen (Anatomie) und der rassetypischen Krankheiten in einer Rasse an.

    Wenn die meat mouths oder die extremeren Tweener mit allen anatomischen Übertreibungen & die sonstigen gesundheitlichen Probleme in der Rasse eine absolute Randerscheinung wären, die von 90% der restlichen Züchterschaft auf schärfste verurteilt werden, dann würde hier glaub ich keiner was sagen.
    Der aktuelle Stand sieht aber wohl eher umgekehrt aus.


    Wenn das dann in politisch korrektem Hundesprech heißt: "Die Rasse an sich ist völlig ok, aber es gibt ein paar Probleme", dann wundert es mich gar nicht, dass in der breiten Masse so viele Leute glauben Rassehunde seien per se einfach überzüchteter Schrott.


    Das soll nicht heißen, dass ich die Rasse so wie sie mal war oder wie sie ausnahmsweise auch heute noch ist schlecht finde - die Bone Mouths mit ihrem athltischen, straffen Körperbau und relativ normalem Gesicht finde ich sogar ganz hübsch, die erinnern mich vom Ausdruck her an die asiatischen Spitze, an Thai Ridgebacks und an asiatische Pariahhunde.
    Es geht mir halt drum - was ist die Ausnahme und was ist die Norm? Kann man das nicht einfach beim Namen nennen?

    Bei uns ist es auch nicht wirklich klar.

    Die beiden Altrüden leben friedlich miteinander, die mache sich gar nix streitig. Meiner Ansicht nach sind die noch am ehesten Kumpel in einer Zufallsgemeinschaft.

    - Ist der eine Platz besetzt, legt man sich auf den anderen, kuscheln tun sie nicht zusammen.
    - Spielzeug interessiert sie beide nicht groß.
    - Aufmerksamkeit können sie problemlos teilen, bin ich den einen am knuddeln und der zweite kommt dazu, dann gibt es keinerlei Anzeichen von Verstimmung.
    - Futter nehmen sie sich auch nicht gegenseitig weg, ich kann ihnen die Näpfe hinstellen und den Raum verlassen, ist einer fertig geht er weg von seinem Napf und der anderen kann hingehen und auslecken - sie tauschen meistens nach dem fressen einmal und gucken ob der andere was übrig gelassen hat.

    - Ebenso bei Kauteilen: Sobald einer was liegen lässt und weggeht, kann der andere es sich nehmen. Nur wenn einer noch ein Kauteil "in Arbeit" hat und der andere es sehnsüchtig anguckt, dann wird mal gebrummelt. Aber das machen sie beide, nicht einer gegenüber dem anderen. Das hat ja auch mit Rangordnung nix zu tun. Wirklich versucht sich was wegzunehmen haben sie noch nie.

    Nur zwei Mal in mehr als 4 Jahren haben sie sich ganz kurz wegen Futter in der Wolle gehabt. Beide Male war es, weil Robin, der sehr verfressen ist, in seiner Futterfixierung die Nase direkt rüber zu Lawrence gesteckt hatte bevor dieser fertig war mit einem "besonderen" Leckerbissen (in einem Fall ein Wiener Würstchen, im anderen Haut und Knorpel vom Suppenhuhn, beides kriegen sie eher selten mal und ist heiß begehrt).
    Das gab dann einmal kurz einen Anschiss von Lawrence, beim zweiten Mal mit einem kleinen blutenden Kratzer auf der Nase, und seitdem ist`s gut.


    Wer hier die Sache ein bisschen aufmischt ist die junge Hündin.
    Die beiden alten tolerieren sehr viel von ihr an Generve und Zudringlichkeiten und sie ist auch die einzige die mal versucht, die anderen von ihren Kausachen wegzuknurren wenn sie die haben will - mit wechselndem Erfolg.
    Ich lasse ihr das nicht durchgehen wenn ich es mitkriege, aber in der Regel lassen sich die Alten eh nich beeindrucken solange sie selber noch starkes Interesse an dem Ding haben. Das funktioniert nur, wenn sie es eh nicht mehr soooo dringend behalten wollten.
    Da hab ich so das Gefühl als wollten sie sagen: "Na gut Mädel, bevor es Streit gibt kriegst du halt deinen Willen."

    Andererseits ist sie in vielen Situationen (Umwelt und fremde Menschen) eher unsicher und versteckt sich hinter den Alten.

    Insgesamt hat ihr Verhalten daher für mich nix mit "ranghoch" zu tun, sondern sie ist halt der freche ewige Jungspund, dem die Alten viel durchgehen lassen und den sie nicht richtig ernstnehmen.
    Sie ist zwar schon 3, aber die anderen sind halt 9 und ca. 12 und benehmen sich immer noch ein bisschen so als wäre sie immer noch der Zwerg der hier mit 7 Monaten eingezogen ist.

    Zitat

    Was mich wundert ist das die welpen aus einem wurf derart heterogen sind.[...] klar gibt es unterschiedliche Vererbungen, aber Ziel eines jeden Züchters sollte ein extrem homogener Wurf sein


    Kommt drauf an. Früher war das DAS Ziel für viele Züchter und es gibt ja immer noch Zuchtgruppenwettbewerbe und Nachzuchtwettbewerbe wo genau das belohnt wird, dass ein Hund dem nächsten wie ein Ei dem anderen gleicht.

    Inzwische rückt man aber zumindest bei den moderneren Ansätzen in der Rassehundezucht von diesem Ideal langsam ab. Es geht zumindest in manchen Rassen wieder drum, etwas mehr Vielfalt im Äußeren zuzulassen, idealerweise zugunsten einer breiteren Genbasis.
    Die Landschläge und Arbeitsrassen aus denen unsere Rassehunde fast alle herausgezüchtet wurden, die waren selten so einheitlich wie die modernen Rassen die man draus gemacht hat.
    Typvoll und rassetypisch muss halt nicht immer heißen, dass die alle aussehen wie mit dem gleichen Förmchen gebacken.

    Und mal davon ab haben wir hier im Thread ja gesehen, dass es beim Shar Pei eine recht große Varianz im Äußeren gibt. Wenn da immer mal wieder verschiedene Linien gemischt wurden, dann hat man halt in den nächsten paar Generationen Nachwuchs mit größerer Streubreite.
    Das ist ja erstmal nicht schlimm, solange man dann versucht das "richtige" (Ansichtssache... für die meisten hier wahrscheinlich das gesundeste) weiterzuselektieren.

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    Zu dem Ding mit den Vergleichen mit anderen Rassen und wie unfair es ist dass manche kritisiert würden und andere nicht:
    Wir hatten hier schon einiges an allgemeinen Threads zum Thema Qualzuchten, manche davon ziemlich lang, man kann also über die Forensuche gut fündig werden und sich überzeugen, dass ne Menge Rassen da thematisiert wurden.

    Ich kann nur sagen, ICH hab mich da ebenso zu diversen anderen Rassen geäußert wie hier zum Shar Pei.
    Hier hab ich halt deswegen nix zu anderen Rassen geschrieben, weil es hier spezifisch um den SP geht. Manche anderen Rassen sehe ich aber kein Stück weniger kritisch und auch da halt ich meine Klappe bestimmt nicht.

    Was ich nicht mache ist Besitzer von Rassen die ich problematisch finde in ganz anderen Threads auf ihre Rassewahl, Qualzucht etc anzusprechen. Besonders nicht in Fotothreads und anderen "Spaßthreads". Aber in Threads die spezifisch für dieses Thema eröffnet werden... ganz andere Geschichte.

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    Es steht ja auch ausser Frage, dass es viel zu viele Shar Peis mit Problemen gibt, aber da muss doch das Ziel sein, züchterisch entgegen zu wirken und Extreme abzuschaffen. Bin ich absolut dafür. Aber das gilt doch für jede andere Hunderasse auch. Ich kenne nur Cane Corso mit Hängelidern, bin mir aber sicher, dass das so in keinem Standard erwünscht ist. Also bezeichne ich die Rasse an sich nicht als Qualzucht und ich finde, so fair könnten alle hier auch der Rasse Shar Pei gegenüber sein!


    Für mich ist das mit der Bezeichnung eine Sache davon, wie weit verbreitet bestimmte Probleme sind.

    Saluki z.B. können als bekannte Erbkrankheiten mal Herzkrankheiten haben (hauptsächlich DCM) und manchmal Autoimmunkrankheiten (da vor allem autoimmunvermittelte SDU).
    Das ist aber beides wirklich selten. Also, selten wie in SELTEN!!!
    Außerdem wird gegen die Herzgeschichten trotzdem das Problem bisher klein ist und die meisten Salukis Lebensalter von 12-14 Jahre erreichen und den TA hauptsächlich zum impfen sehen, bereits von Seiten der Zuchtverbände angegangen.
    Es wird im Standard KEIN EINZIGES Merkmal gefordert, das eine irgendwie problematische Anatomie bedingt, wirklich kein einziges, auch mit sehr lebhafter Fantasie nicht.

    Das ist bei so einigen Rassen so, ich nehm nur diese als Beispiel her weil ich sie einigermaßen kenne.


    Eine Qualzucht ists für mich dann, wenn dieser Zustand eher die Ausnahme als die Regel ist.
    Also...
    ...wenn im Standard Merkmale verlangt werden die problematisch sein können (da müssen schon eindeutige Formulierungen her, es hilft nix zu sagen "Aber das ist Auslegungssache!") oder die es auf jeden Fall sind.
    ...wenn man als Welpenkäufer nach einer moderaten und gesunden Verpaarung suchen muss wie nach der Nadel im Heuhaufen.
    ...wenn in Threads zu der betreffenden Rasse funktional gebaute Hunde extra lobend erwähnt und immer wieder als Beispiel vorgekramt werden müssen, statt dass man auf eine beliebige Züchterhomepage verweisen könnte weil die Mehrheit völlig unbedenkliche Hunde züchtet.

    Das ist für mich ne Qualzucht.