Zitat
Ich würde behaupten, dass man denen weit öfter begegnet, als solchen die wirklich Angst haben.
Ja, find ich auch.
Wirklich ängstliche Leute erkennt man mMn auch... an Körperhaltung, Tonfall etc. Nicht zuletzt auch, weil die meistens wirklich höflich drum bitten die Hunde anzuleinen und sich dann bedanken. So zumindest meine Erfahrung bisher!
Oft hatte ich es dann auch schon, dass die in einige Entfernung stehen geblieben sind und man ein paar Worte gewechselt hat, von wege wie nett es wäre das man die Hunde anleint, das es ja toll wäre das die gar nicht bellen würden usw.
Dagegen die motzende Nörgerlerfraktion... da ist "Ich hab Angst vor Hunden!!!" eher ne willkommen Ausrede um irgendwem den Spaziergang zu vermiesen.
Naja, für mich ist es völlig ok wenn Hunde sehr viel ohne Leine laufen wenn sie den gut genug hören.
Halt mit einer großen Ausnahme: Wo fließender oder schneller Straßenverkehr ist, gehören alle Hunde für mich ausnahmslos an die Leine.
Und bitte, ich red jetzt hier nicht von ner Spielstraße oder von ruhigen Landstraßen wo alle halbe Stunde mal ein Auto kommt das man meilenweit im Voraus sehen und hören kann.
Dachte ich früher auch mal anders drüber...
Hab dann 2 Fälle im Umfeld gehabt die meine Meinung geändert haben:
1. Älterer Hund einer Studienkollegin von mir, von mir viel bewundert wegen seines guten Gehorsams und seiner tollen Alltagstauglichkeit. Auch so das Format das ohne Probleme unangleint vorm Supermarkt wartet und so weiter. Ging einen Bürgersteig an einer mäßig befahrernen Straße runter. Aus einer Hofeinfahrt kam ein anderer Hund geschossen und machte eine Scheinattacke, der brave Köter machte vor Schreck einen kleinen Satz zur Seite und stand auf der Straße.
Er ist direkt HINTER ein vorbeifahrendes Auto gesprungen. Wäre das ne Sekunde früher passiert, der Hund wäre Matsche gewesen.
Seine Besitzerin sagte, ihr hätten gewaltig die Knie gezittert als ihr klar wurde WAS da grade passiert war.
Die ganze Angelegenheit selbst - völlig undramatisch, die Sache mit dem fremden Hund hat sich ganz schnell und harmlos geklärt. Aber der kleine Sprung zur Seite in der ersten Schrecksekunde hätte ganz leicht tödlich sein können. Dieser Hund ging für den Rest seines Lebens da wo Autos fahren dann doch an der Leine.
2. Die beiden Bearded Collies einer Kundin in einer TA-Praxis in der ich mal Praktikum gemacht hab. Ausgebildete Rettungshunde, beide super-duper zuverlässig, kannten fast keine Leine im Alltag.
Sie war nach dem Spaziergang wieder am Parkplatz angekommen, sah, dass ein dort parkender LKW grade anfahren wollte und wich mit ihren Hunden in einen Graben/eine Böschung runter aus.
Der LKW hat dieses zischende Geräusch gemacht das es manchmal bei Bussen und LKWs gibt, die Hunde haben sich erschreckt (weiß der Geier warum, haben sie sonst nie gemacht und waren "eigentlich" nicht besonders Geräuschempfindlich) und sind beide unter den anfahrenden LKW gerannt, direkt auf Augenhöhe der Besitzerin.
Die waren beide platt, die näheren Details erspar ich euch. Die Beistzerin hat uns das nachher sehr graphisch geschildert, weil die eine TA-Helferin in der Praxis ebenfalls Rettungshundeführerin in der selben Staffel war und die Besitzerin der beiden toten Hunde völlig unter Schock die erste Adresse in der Nähe angesteuert hat nach diesem Ereigniss.
Außerdem hab ich vor einigen Jahren leider mal ne Katze überfahren. Das war ekelig genug.
Wenn ich einen unangeleinten Hund an der Straße sehe (grade wenn er nicht im Fuß, sondern einige Meter vor oder hinter dem Besitzer läuft und der Besitzer ihn scheinbar gar nicht beachtet) wird mir immer ganz anders.
Nee, ich find ja auch, dass es viele Nörgeler gibt und dass man es mit der Rücksichtnahme aus lauter political correctness auch zu eng sehen kann.
Aber Straße ist Straße und Hund ist Hund und in jedem Auto sitzt jemand den man erstens gefährdet und der zweitens vielleicht auch wirklich nicht so gern einen Hund überfahren möchte.
So, und das dürft ihr finden wie ihr wollt, aber ich habe fertig. 