Also, ich find diverse Hunde, sowohl ganze Rassen in ihrer momentanen Ausprägung als auch manche Individuen, verdammt hässlich. Das ist ja erstmal nur ein Urteil über das Äußerliche - kann ja trotzdem ein gutes Wesen dahinter sein. Dann ist's halt ein hässlicher, aber netter Hund. Insofern weiß ich nicht, was so schrecklich dran ist, wenn man das so sagt.
Natürlich binde ich das fremden Leuten nicht auf die Nase (warum auch...) und sehe im Gespräch schon zu, wie ich das ausdrücke. Aber wenn man wirklich über dieses Thema redet, oder auch mit Bekannten, warum nicht. Den Hunden ist es eh egal was Fremde über sie denken.
Natürlich hab ich optisch einen gewissen Typ auf den ich total fliege und auf den ich mich wohl immer beschränken werde, wenn ich mir selber einen Hund hole.
ABER: Ich finde durchaus auch andere Typen ansehnlich, selbst wenn ich nicht mit ihnen zusammenleben will!!!
Ein harmonisch gebauter Hund, der sich kraftvoll und mühelos bewegt und der einfach sichtbar fit und vital ist, der macht immer was her, auch wenn er vielleicht ein Typ ist, den ich selber nicht haben wollen würde.
Z.B. Cane Corso oder American Bulldoggs oder Airdale Terrier oder Shelties oder Riesenschnauzer oder Tibet Terrier oder Jack Russells oder Border Collies oder Cocker Spaniel... alles keine Hunde, die ich haben wollen würde, alles optisch nicht wirklich mein Ding... aber, wenn es gesunde, gepflegte Rassevertreter sind, kann ich die durchaus gut angucken und verstehe auch, was andere daran toll finden.
Was ich absolut nicht nachvollziehen kann ist, wie man Merkmale, die dem Hund körperliche Einschränkungen auferlegen oder ihm Unbehagen bzw ständige Gesundheitsprobleme bescheren, schön oder beeindruckend oder niedlich oder was auch immer finden kann. Für sowas gibts genug Beispiele (extreme Brachycephalie, extreme Faltenbildung, starke Verzwergung und Gigantismus, fehlende bzw Korkenzieherruten, ungünstige Kopf- und Beckenform für natürliche Geburt...).
Was ist an sowas in irgendeiner Art und Weise begehrenswert? Macht es nicht mehr Spaß, einen Hund zu haben, der rundum topfit ist, ohne irgendwelche Einschränkungen und ohne dass er dafür erst regelmäßige Pflege oder häufige Rücksichtnahme oder gar tierärztliche Hilfe braucht?
Sowas kann ich nicht schön finden, wenn ich gleichzeitig weiß, dass es für den Hund ein Handycap ist. Das wäre ja, als würde ich den wackeligen Gang toll finden, den mein Senior aufgrund orthopädischer Probleme in den letzten Lebensmonaten entwickelt hat.
Ich glaub da siegen einfach Sehgewohnheiten und Gewöhnung. Ebenso, wie anderen die schleichende Verschlechterung des Gangbildes meines Seniorhundes anfangs stärker auffliel als mir, die ihn jeden Tag sah. Da reden sich die Leute dann auch viel schön - mir fallen so einige Hunde ein, die ich vom Typ her sehr extrem finde und wo die Leute meinen, der Hund hat null Probleme, weil ihnen so im Alltag halt nix auffällt bzw sie das, was MIR auffällt, schon gewöhnt sind und es gar nicht ungewöhnlich finden.
Mein Alterchen hatte ja auch wenig "Probleme". Er kam halt langsamer hoch als früher, ging langsamer und so, aber Schmerzen schien er nicht zu haben. Wenn man nicht aufpasst, findet man sowas schnell normal. Ist es aber nicht.
Die Hunde stellen sich halt klaglos auf vieles ein und kennen es ja wirklich nicht anders, aber das heißt nicht, dass sie mit einer normalen Anatomie nicht glücklicher wären.
Ein alter, kranker Hund ist eine Sache, aber warum muss man Hunde dazu verdammen, schon von Welpenbeinen an Mühe beim Atmen zu haben oder nur schwerfällig laufen und springen zu können oder ständig leicht entzündete Bindehäute zu haben weil ihre Augenlider lose hängen oder ständig tränende Augen?