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Eben! Ist ja sehr schön für den Herrn Meier, wenn er mit seinem Frodo glücklich ist.Stellt sich nur die Frage, inwieweit sich "Glück" bei Herrchen und Hund decken - und das hängt dann halt von den Möglichkeiten, Fähigkeiten und der Empathie des Herrn Meier ab.
Wenn alles nicht vorhanden, hockt Frodo halt da mit seinem glücklichen Herrchen und kommt unter Umständen trotzdem viel zu kurz.
Ja... ich seh das beruflich bedingt (bin Tierärztin) jeden Tag.
Die meisten Hunde quer durch alle Rassenund Mixe werden angeschafft, weil sie a) optisch gefallen, b) man mal irgendwelche bescheuerten Versprechungen über den Charakter oder sonstige Eigenschaften gehört hat ("Ein Labrador ist automatisch immer Kinderlieb", "Mischlinge sind viel gesünder!") und/oder c) sie grade verfügbar waren.
Wenn der Nachbar einen Wurf Kleine Münsterländer x Beagle hat und sie sind süß und grade zu haben, dann wird sowas halt angeschafft, und mehr Hirn als man für "Oh wie süß!" braucht ist da wirklich, ehrlich nicht beteiligt. Teilweise glauben die Käufer sogar, weil es ein Mischling wäre, wäre es ja dann nicht so schlimm mit dem Jagdtrieb wie bei den "richtigen Jagdhunden".
Wenn der Hund dann noch billiger war als die unglaublichen, unverschämten 200 € Schutzgebühr im Tierheim, dann ist man noch besonders stolz auf das tolle Schnäppchen. 
Naja, und das Aussehen und Image spielt dann halt beim Weimaraner ebenso ne Rolle wie beim Pitbull. Der Hund soll halt zum Selbstbild passen wie die Handtasche oder das Sofa, der eine halt edel, aristokratisch, sportlich, der andere machomäßig, muskelbepackt, ein ganzer Kerl.
Die Wahrnehmung darüber, ob der Hund sich wohlfühlt und gut in Schuss ist, die geht dabei vielen Leuten komplett ab.
Es fängt an mit Übergewicht, zu langen Krallen, mangelnder Fellpflege (Rauhhaarhund und keine Ahnung was "trimmen" überhaupt heißt, niiiiiiiiiiie gehört das Wort... Langhaarhund und entweder alles alle paar Monate raspelkurz ab oder verfilzt samt Kotverklebungen am After und Filzballen unter den Füßen, hinter den Ohren und in den Achseln, weil man entweder gar nicht oder nicht ordentlich kämmt und auch kein ordentliches Zubehör für die Pflege besitzt, dafür auch kein Geld ausgeben willl...), keine Ahnung was ein hochwertiges Futter ausmacht und kein Wille, da mal Geld für auszugeben (Discounter ist grade so drin, aber wenn man es im Landhandel noch ein paar Cent billiger kriegt... siehe oben... was sind wir nicht alle für tolle Sparfüchse....).
Kausachen? Nix vernünftiges. Dementsprechend übel Zahnstein und zusammen mit der generell schlechten Pflege und Ernährung der dazu passende Geruch.
Aber mit im Bett schläft das wiederliche Schatzi (das bei mir erstmal ne Grundsanierung + intensive Reinigung kriegen würde, bevor es in die eigentliche Wohnung dürfte). Denn, man höre und staune: Auch diese Leute lieben ihren Hund und glauben, der wäre total glücklich bei ihnen und auf dem besten möglichen Platz.
Wenn man schon so offensichtliche Sachen nicht wahrnimmt, glaubt ihr, dass die Leute merken, dass dem HUnd geistig was fehlt und woran die diversen Probleme und Problemchen, die sie so haben, liegen? Rassetypische Eigenschaften, was ist das? Auslastung (gar noch rassegerechte), was ist das?
Ehrlich, bei den meisten Hundebesitzern außerhalb der Blase der Glückseeligkeit und Fachkompetenz, die Hundeforen, Hundeplätze und so weiter sind, ist es schon ne echte Glanzleistung, wenn sie zu nem richtigen Hundefriseur gehen statt ihren rauhhaarigen Hund mit Trimmfell alle paar Wochen mit dem Kurzhaarscheider nackig zu machen, oder wenn sie überhaupt jeden Tag spazieren gehen (und sei es mit dauerhaftem Leinenknast), statt ihren Hund einfach in den Garten zu schmeißen und zu erwarten, dass der sich selbst beschäftigt und selbst erzieht.
Also, in Kurzfassung:
Was ich sehe ist ein fetter, ungepflegter, müffelnder Hund, der wahlweise dauerhaft gestresst oder dauerhaft gelangweilt ist und sich deswegen und wegen nicht stattfindender oder nicht fachgerechter Erziehung benimmt wie Rotz am Ärmel.
Was die Besitzer selber sehn ist ein ganz normal aussehender (und normal "nach Hund" riechender...) Hund, der ein paar scheinbar angeborene Marotten hat, die man sich nicht erklären kann, an denen sich aber trotz aller "Erziehung" nix ändern lässt. Sie lieben ihren Hund und er liebt sie und die Welt ist in Ordnung.
Für einige Besitzer ist dabei das Ausmaß an Einschränkungen minimal, weil der Hund sich aufgegeben hat und/oder so fett ist, dass er eh nix schlimmes anstellen kann. Der wackelt dann halt stupide durch die Gegend und macht gar nix außer schlafen, fressen und scheißen.
Bei anderen ist es erstaunlich, mit welchem Maß an Einschränkungen sie sich arrangieren und trotzdem irgendwie noch Freude am Hund haben. Da kann der Besitzer dem Hund keine Zecke entfernen und ihn nicht kämmen, weil er einen sonst beißt, er ist total unverträglich mit anderen Hunden und nicht ganz koscher mit fremden Menschen und sie schwärmen trotzdem noch von wegen "einmal ein XY, immer ein XY!"
Warum zum Geier auch immer, denn wenn mein Hund sich so benehmen (oder so riechen) würde und ich der Meinung wäre, an dem Zustand ließe sich nix ändern, das wäre halt so und müsste so sein, dann würde ich mir freiwillig garantiert keinen zweiten anschaffen, egal welcher Rasse. 
Also, warum Jagdhund (oder irgendein anderer anspruchsvoller Hund) wenn man nix damit machen will: Weil Dummheit oder freundlicher ausgedrückt Naivität und Unwissenheit zwar nicht ansteckend, aber trotzdem Volkskrankheiten sind.