Beiträge von Marula

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    Ich hatte aber auch viele nette Telefongespräche mit Interessenten, die soweit ich mich erinnere, so ziemlich alle schon im ersten Gespräch nach dem Preis gefragt haben. Und ehrlich gesagt, fand ich das völlig normal und wäre nie auf die Idee gekommen, dass man "sowas nicht macht". Wenn jemand einen Welpen dann nicht bei mir kauft sondern irgendwo anders, wo der Preis niedriger ist, ist das sein gutes Recht.
    Auf der anderen Seite behalte ich mir aber z.B. vor, die Welpen durchaus den Interessenten zuzuteilen. Wenn ich einen Welpen aus dem Wurf behalten möchte im Hinblick auf meine Zucht, dann suche ich mir den nicht vor einem Alter von 6 Wochen aus und alle anderen könne bis dahin Wünsche äußern, bekommen aber keine festen Zusagen für einen bestimmten Hund. Und wenn ich der Meinung bin, dass ein Hund ein "richig Guter" in Hinblick auf mögliche Weiterzucht, Ausstellung, Sport was auch immer wird, kann es auch mal passieren, dass ein Interessent nicht den Welpen bekommt den er gern hätte sondern jemand, der mit dem Hund in Hinblick auf eben genanntes was machen möchte. Das nehme ich dann für mich in Anspruch mit dem Risiko, dass jemand dann woanders einen Welpen kauft. Aber einem Interessenten der mich danach fragt nicht den Preis zu nennen, auf so eine Idee würde ich nicht kommen, selbst wenn es die erste Frage wäre die er stellt (so lange er auch noch andere Sachen wissen möchte).

    Ich bin wirklich erstaunt, wie schwierig es bei manchen Rassen zu sein scheint, einen Hund zu kaufen.

    Kann ich nur zustimmen. Ich würde ja irgendwann auch gern mal züchten und die Preisfrage würde mich nicht im geringsten stören, auch nicht beim ersten Telefonat, solange auch noch andere Fragen kommen und man ehrliches Interesse bemerkt. (Auf Ein-Satz-Mails a la "Wie teuer sind ihre Welpen?" würde ich allerdings auch nicht antworten...).

    Grad bei Leuten, die mir in Sachen Rassehund ein bisschen unbedarft erscheinen, würde ich es glaube ich sogar sehr schnell selber ansprechen - wozu soll ich denn meine und die Zeit der Leute vergeuden, wenn man schon in diesem einfachen Punkt eh nicht zusammenkommen kann? Nachher telefoniert man erst 2 Stunden und dann sind die Leute erschrocken, weil man eine vierstellige Summe nennt. Viele Interessenten, die noch neu im "Hundegeschäft" sind, wissen aber vielleicht auch gar nicht, dass das so ein NoNo ist.


    Und erst bei Abholung oder kurz vorher den Preis zu erfragen weil der Preis ja eh zweitrangig ist, so hab ich auch mal gedacht. Aber inzwischen hab ich es schon ein paar Mal mitgekriegt, dass Rassehunde deutlich teurer verkauft wurden, als das normale Limit bei der Rasse, warum auch immer (oder zumindest hat der Züchter anfangs so einen Preis verlangt, ob er den dann am Ende auch gekriegt hat...).

    Da wurde dann auf einmal 3500 € oder 3000 € für Rassen verlangt, die sonst für 1200 - 1600 € gehen, weil z.B. besondere Farben im Wurf sind (wofür andere Züchter aber keinen Aufpreis nehmen). Oder Hündinnen oder zukünftige Hoffnungsträger für Ausstellungen kosten pauschal 500€ mehr und all solche Scherze.

    Sowas würde ich schon gern vorher wissen, denn ja, das spielt bei meiner Züchtersuche ne Rolle. Entweder ich müsste etwas länger sparen, wenn ich diesen Welpen wirklich will und er mir diesen Betrag wert ist, oder ich muss halt nen anderen Züchter suchen.
    So oder so wäre es doof, wenn mir dann zum Stichtag, wo ich eigentlich abholen kommen wollte, leider nen Tausender fehlt. Wer das einfach so auf dem Konto liegen hat, schön... aber ist wohl bei vielen nicht der Fall.

    Verkaufsmaschen a la "automatisch gesünder als ein reinrassiger Hund" oder "in jedem Fall allergikergeeignet" oder "pflegeleichter als ein reinrassiger Pudel" empfinde ich persönlich als unseriös. Ebenso wie wenn man den reinrassigen Pudel als automatisch allergikergeeignet oder den reinrassigen Labrador als immer nun kinderlieb verkauft, oder wenn man beide Rassen als praktisch selbsterziehend bewirbt. Soll's ja auch geben.

    Das wären dann (zur Abwechselung mal wieder...) die einzelnen Züchter als Person bzw eventuell Vereine, die mit sowas werben, unabhängig von reinrassig oder gemixt, wieder nicht die Praxis des kreuzens an sich, die problematisch wäre.


    Das lernen aus alten Fehlern bzw das umsetzen von Änderungen ist ja generell nicht so leicht, bei allen Rassen und darüber hinaus auch nicht nur in der Hundezucht. Theorie und Praxis halt.


    Und derartige Beispiele könnte man wahrscheinlich auch von reinrassigen Pudeln und von reinrassigen Labradoren sowie von allen anderen Rassenhunden aufzählen. Sogar auch aus VDH/FCI-Zucht oder ausländischer FCI-Zucht und erst Recht wenn man AKC und KC noch dazu nimmt, die ja bei vielen Rassen mit dem hiesigen Zuchtgeschehen eng verbunden sind und die man daher meiner Meinung nach nicht komplett außen vor lassen kann. Jedenfalls sind mir da bei meinen Rassen einige solcher "Kracher" bekannt und wenn ich andere Hundeleute so reden höre, dann ist das in anderen Rassen ähnlich.

    Wie gesagt, dass man es schlecht machen kann und dass es auch schlecht gemacht wird, macht meiner Ansicht nach die Sache an sich nicht verkehrt.

    Meine Greyjungs freuen sich über jeden Menschen. In der Regel fangen sie bei Fremden schon leicht an zu wedeln, sobald die Blickkontakt aufnehmen und sie fangen an sich den Hintern wegzufreuen, sobald man sie freundlich anspricht, je zuckriger desto besser.
    Wenn mich mal jemand nach dem Weg fragt, verstehen die beiden das als Begrüßung und schmiegen sich sofort ans Bein bzw würden am liebsten gleich durchs Autofenster einsteigen. Sie betteln auch bei völlig Fremden schamlos um Streicheleinheiten, legen ihren Kopf auf's Knie oder schieben ihn fordernd unter die tatlos rumbaumelnde Hand.
    Kurzum: Sie kennen keine Fremden, erwarten von Menschen grundsätzlich nur Gutes und sind komplett knuddel- und aufmerksamkeitssüchtig.

    Wenn sie mich, Familienmitglieder und Freunde begrüßen, freut der eine sich zurückhaltend, der andere wie Bolle (rumhüpfen wie ein Flummi, Küsschen geben wollen und wildes Rutenpeitschen).


    GANZ anders die Salukihündin. Die findet Fremde grundsätzlich scheiße, ihr Lebensmotto ist glaube ich "Traue niemandem". Dementsprechend irgnoriert sie draußen Fremde eiskalt, solange die sie auch ignorieren, und fängt oft (aber nicht immer... manchmal ignoriert sie auch weiter) an zu grollen, bzw wirklich unfreundlich zu verbellen, wenn sie angesprochen oder gelockt wird.
    Wenn mich draußen Leute ansprechen, dann haben die bei ihr die besten Chancen, wenn sie sie gar nicht beachten. Dann kommt sie meistens nach einigen Minuten mal schnuppern, will aber in der Regel nicht angefasst werden.

    Und wenn man sich bis zum anfassen dürfen vorgearbeitet hat, dann auch bitte nicht hemmungslos knuddeln, sondern höchstens mal höflich ein bisschen an der Schulter und über den Rücken streicheln oder ein bisschen am Ohr krabbeln.
    Richtig durchknuddeln (so mit auf den Rücken drehen und Bäuchlein rubbeln oder am liebsten in mich rein kriechen wollen) ist reserviert für mich und zwei bis drei weitere Personen.

    Sie sieht recht süß aus, halt cremefarben, mit Schlappöhrchen und großen dunklen Mandelaugen, so ein richtiges Puppengesicht. Dazu ist sie deutlich kleiner als die doch schon recht großen Greyhounds, was sie für viele wohl auch auf den ersten Blick etwas sympathischer erscheinen lässt.
    Fremde Leute sind dann aber wahlweise beleidigt, dass der Hund auf sie überhaupt nicht reagiert und sie nur scheel anguckt wenn sie schnalzen oder sie mit piepsiger Stimme ansprechen, oder sie sind entsetzt, was für ein tiefes, bedrohliches Grollen dieses zarte Hündchen hervorbringt.


    Wenn ich oder meine Eltern heimkommen, dann hebt sie bald ab, so doll wedelt sie, und es gibt jedesmal lautstarkes Begrüßungs Gebell/Geheul.
    Merkt sie, dass jemand Fremdes an der Tür ist, dann gibts Raudau, und kommt diese Person dann auch noch rein, dann würde sie ja, wenn's nach ihr ginge, gar keine Ruhe mehr geben bis der Eindringling sich verpisst hätte. Das darf sie natürlich nicht, und lässt dann auch nach (weil wir es geübt haben und was muss, das muss halt...).
    Aber eigentlich ist sie schon der Meinung, dass es ein Grund zum feiern wäre, wenn alle Menschen außer mir und meiner/ihrer direkten Familie jetzt gleich tot umfallen würden.

    Es gibt außer dem allerengsten Kreis (ich selber, meine Eltern) noch einige Leute, die sie inzwischen kennt und die nicht mehr wirklich unter fremd fallen (ein paar Freundinnen von mir, meine Oma, meine Brüder samt deren Freundinnen). Über die freut sie sich nicht groß, aber die dürfen hier zumindest reinkommen ohne mit dem bösen Blick belegt zu werden, und ab und an kommt sie sogar gnädig an und lässt sich ein bisschen streicheln. Aber nur, wenn der Pöbel nicht zu vertraulich wird.

    Leckerlies nimmt sie übrigens von fast jedem, das Aas. Aber halt von den meisten nur mit langen Zähnen und das heißt auch nicht, dass man deswegen gleich ihr Freund ist.

    Ausgehend von einem Posting in einem anderen Thema:

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    [...] möchte ich [...] noch eine Sache zu den 'falschen Versprechen' sagen.

    Ich finde die eigentlich auch in fast jeder Rassebeschreibung. Bei wirklich 'speziellen' Rassen mit hohen Ansprüchen wie Dobermann, THW, Cattle Dog usw gibt es ab und zu Hinweise, dass es nicht gerade Familienhunde sind, aber ansonsten?
    Ich hab noch auf keiner Aussi-züchterseite gelesen, dass der ach so hübsche Hund evt. keinen Besuch mehr zulässt - und da könnte ich Dutzende Beispiele nennen. Was da teilweise für ein Mumpitz steht - unfassbar.

    [...]

    Ich hatte mal überlegt einen thread zu machen wo die Leute ehrliche Rassebeschreibungen reinschreiben sollten, hab es dann aber gelassen weil ich das Protestgeschrei von vielen Foris schon hören konnte (Sturer Bock?!? Nein, niiiiemals! Mein Glückbutziwuffel ist der pflegeleichteste Hund überhaupt jemals weit und breit!)

    Aber nützlich wäre so was auf alle Fälle, nämlich für Leute wie mich vor 3 Jahren, die einen vagen Hundewunsch haben, keine Hilfe im Freundes- und Bekanntenkreis haben und ratlos im Netz rumstochern.

    Die Idee fand ich interessant.

    Was habt ihr damals so an Info gefunden? Wie und wo und wie lange habt ihr euch informiert? Könnt ihr den Beschreibungen (von wo auch immer) im Nachhinein zustimmen?

    Was würdet ihr Interessenten heute mit auf den Weg geben?
    Was sind die größten Nachteile eurer Rasse und waren euch die bewusst als ihr die Rasse angeschafft hab oder kam die wirkliche Erkenntnis, dass das (was auch immer) ja so einfach gar nicht ist erst später?

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    Marula, einerseits muss ich dir schon irgendwie recht geben.
    andererseits..... wieviele Doodlezüchter gibt es, die so handeln wie du?? Also mit astreinen Elterntieren züchten, etcpp?.... und wieviele gibt es, die einfach so halt mal nen Doodle züchten, weil Goldiebesitzer FranzHubert schon so oft gefragt worden ist und Pudelbesitzerin Anneliese Welpen ja sooooo goldich findet...... wieviele Doodlezüchter würden sich mit allem Brimborium dem VDH anschließen, gäbe es diese Möglichkeit? Ich befürchte, nur sehr wenige.
    Und das gilt doch nicht nur für Doodle. Ich habe zumindest das Gefühl, das kein bzw, die allerallerwenigsten Mischlingszüchter ihre Elterntiere anständig untersuchen lassen würden. Mir ist zumindest noch kein Mischling begegnet, bei dem das der Fall war.


    Ich züchte (noch) nicht, und wenn, dann ganz bestimmt keine Doodles, sondern eine bestimmte "Reinzuchtrasse". ;)


    Was ist denn das für ein Argument: "Die meisten machen es schlecht, deswegen ist es auch bei denen, die es gut machen, leider automatisch Mist"?

    Die meisten "Rassehunde", also Hunde, die wir als Hundekenner :p auf der Straße so als einer bestimmten Rasse zugehörig ansprechen, stammen auch nicht aus VDH-Zucht, besonders bei modischen Rassen. So wenige Labradore und Golden Retriever wie im VDH jährlich gezüchtet werden, würden wahrscheinlich nichtmal den jährlichen Bedarf an Labbis und Goldis in einem einzigen Bundesland decken. Ebenso bei Yorkies, Jack Russells, Chihuahuas, Französischen Bulldoggen...

    Wenn da einer kommt und sagt: "Alle Labradore die ich kenne haben Probleme mit den Gelenken und der Golden Retriever Züchter einen Ort weiter, von dem unsere Nachbarn ihren Welpen haben, der ist auch im Verein und dem seine Hündin hat jedes Jahr zwei Würfe!" dann würden hier auch alle sofort loslegen, dass man ja wohl ordentliche Züchter nicht mit irgendwelchen Vermehrern auf eine Stufe stellen könnte und das diese ganzen Dissidenz-Labbis, die allerorten die TA-Praxen füllen, nicht zu vergleichen wären mit untersuchten DRC-Labradoren.

    Was ja auch stimmt. Aber wenn man es da differenziert sehen kann, warum nicht anderswo auch? Dann gäbe es halt nur ein paar vernünftige Mischlingszüchter und viele beschissene. Na und, ist doch bei vielen populären Rassehunden nicht anders und macht die guten nicht schlechter.

    Das ist fast ein bisschen wie mit Leuten, die am liebsten jede Hundezucht verbieten wollen, weil die Tierheime voll sind: Weil es so viel Hundeleid gibt, kann es gar keine ordentliche Zucht geben, denn was es nicht geben darf, kann es auch nicht geben!

    Für den einen "darf" es halt keine verantwortungsvollen Züchter von Mischlingen geben, für den nächsten "darf" es keine verantwortungsvollen Züchter überhaupt geben. Bloß keine Grauzonen, das Leben ist schon kompliziert genug. :roll:


    Wo wir schon dabei sind: Wir sind uns doch wohl alle einig, dass sorgfältig gezüchtetet Rassehunde-Welpen nicht die Ursache von vollen Tierheimen sind?
    Warum sollten es dann ebenso sorgfältig gezüchtete Mix-Welpen sein? Mit ebenso sorgfältig meine ich, dass der Züchter sich im Voraus der existierenden Nachfrage versichert hat (vielleicht sogar eine Warteliste hat), das er sich Gedenken gemacht hat über die charakterliche Kompatibilität der Eltern und die zu erwartende Eignung der Welpen für ein normales Leben bei den beabsichtigten Käufern, sie dann auch gut aufzieht und im Hinblick auf ihr späteres Leben sozialisiert und so weiter. Wie das halt jeder Züchter von Rassehunden auch macht.
    Beides wären geplante, gewollte Hunde mit den gleichen guten Startvorraussetzungen.

    Und bitte, komm mir jetzt nicht mit unberechenbaren Charakterentwicklungen.
    Ja, wenn man nen Wolfhund mit nem Dobermann kreuzt, dann... wäre das tatsächlich schon nicht mehr die Art von guter Zucht von der ich spreche, weil da offensichtlich kein intelligenter Denkvorgang hinterstand.
    Aber Beagle/Mops-Mischlinge (auch wenn ich nicht weiß wozu man die "braucht"... aber hey, ich "brauche" auch keinen reinrassigen Mops oder Beagel) werden bei normalem, rassetypischem Temperament der Eltern wohl kaum unkontrollierbare Horrorbestien werden. Das schlimmste was einem da charakterlich passieren kann ist mehr Jagdtrieb als ein Mops, und darüber würde ein vernünftiger Züchter ja tatsächlich aufklären.

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    Die Nachkommnden zweier Linien mit hohem Homozygotiegrad sind ziemlich einheitlich und oft robuster als beide Eltern (Heterosiseffekt). In der Getreide- aber auch der Nutztierzucht macht man sich das seit langem zu nutze und setzt gezielt und sehr erfolgreich großflächig solche F1 Hybride ein.
    Natürlich steht und fällt das mit der Auswahl der Elternlinien. Die muss mit Sorgfalt getan werden, denn es gibt eben durchaus auch negative Heterosiseffekte..
    Aber eine sinnvolle Auswahl der Elternlinien ist bei Hunden ebenso machbar wie bei Schweinen - oder Weizen.
    Warum ist das in der Landwirtschaft so anerkannt und bewährt aber in der Hundezucht so verpönt? Das verstehe ich absolut nicht....obwohl ich Biologe bin.


    Das verstehst du nicht, WEIL du Biologe bist. Mit Logik oder Wissenschaft hat diese Hysterie wegen geplanter Mischlingswelpen wenig zu tun, eher mit Ideologie.

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    Wenn ich das lese, muss ich aber schon irgendwie den Kopf schütteln. Ja, das systematische Produzieren und clevere Vermarkten von Mischlingen hilft weder den Rassehunden, noch den Hunden im Tierheim, aber es ist auch kein Wunder, dass Otto-Normalverbraucher (also die, die keine drei Jahre warten und 600 Kilometer fahren, um an einen Hund zu kommen) das Vertrauen in Rassehunde verloren hat.
    [...]
    Das eine ansonsten tolle Hündin ihre Zuchtzulassung verliert, nur weil aus was weiss ich für einem Grund ein Mischlingswurf entstanden ist, ist mMn einfach genau die Art von Schwachfug, weswegen so viele Rassen mit ihrer Beschreibung auch eine ellenlange Krankheitsliste habe.


    Da kann ich nur zustimmen. Wobei ich in sowas weniger den Grund sehen, dass manche Rasse gesundheitlich nicht so toll dahstehen, sondern mehr den Grund, das außer ihnen selber und einigen wenigen Insider-Fans kaum einer Rassehundezüchter ernst nimmt. Was schade ist, weil gezielte Zucht an sich was feines ist.

    Es ist aber soweit ich weiß nicht so, dass die Hündin die Zuchtzulassung verliert, sondern das der Züchter mit Sanktionen zu rechnen hat, von Bußgeld und Disziplinarverfahren bis Zuchtsperre.

    Aber was geht es einen Zuchtverband überhaupt an, ob ein Züchter als Privatmensch mit seiner gekörten Zuchthündin einen Mischlingswurf machen möchte oder seinen Rüden fremd decken lassen will? Genau gar nix. Meine Meinung.
    Ja, man kann sich jetzt tausend Gründe einfallen lassen warum das ganz sinnvoll ist, aber letztlich läuft es auf Gängelung durch die Zuchtverbände raus und nix sonst.
    Genau sowas verhindert unter anderem auch verantwortungsvolle Mischlingszucht und erschwert sinnvolle Kreuzungsprojekte und es verhindert, dass sowas wenn, dann mit offenen Karten gemacht wird.

    Ich kenne, persönlich, eine langjährige Golden Retriever Züchterin im DRC, die mit einer ihrer Hündinen nach einem vernünftigen Wurf nach einem Goldierüden unter dem VDH, einen Goldendoodel-Wurf gemacht hat. Der Vater ist ein gekörter Großpudelrüde der auch schon zwei Würfe mit VDH-Papier gezeugt hatte, beide Hunde sind auf rassetypische Krankheiten getestet und beide sind geprüfte Therapiehunde, Geschwister der Mutter und Nachkommen des Vaters sind Besuchshunde im Altenheim.
    Sie erhoffte sich wesensstarke, gesunde Welpen in einer Optik, die ihr und scheinbar auch vielen Käufern gefällt, von Eltern, die sich ihrer Meinung nach charakterlich gut ergänzen würden.
    Beim Wesen ist genau das zugetroffen - und mal ehrlich, wenn man zwei nette Hunde verschiedener Rassen verpaart ist die Gefahr dass das Psychowelpen rauskommen nicht wesentlich größer als wenn man zwei nette Hunde der selben Rasse verpaart - es sein denn vielleicht, die Hunde hätten extrem unterschiedliche rassespezifische Veranlagungen, was aber bei Pudel und Labrador oder Golden Retrievern kein großes Problem zu sein scheint. Wie sie sich von der Gesundheit her entwickeln ist eine andere Frage, bisher ist aber alles in Butter.

    Jedenfalls, besagter Wurf fand im Haus der Tochter der Züchterin statt, die Hündin musste erst pro forma den Eigentümer wechseln, der Wurf wurde aber lieber trotzdem nicht an die große Glocke gehängt, und die Besitzer des Rüden bewahrten im Verein natürlich totales Stillschweigen über die Vaterschaft ihres Hundes, weil fremd decken lassen nicht erlaubt ist.
    Die Welpen waren größtenteils vorbestellt, die anderen waren auch ratzfatz weg, sie sind jetzt fast drei Jahre alt und bisher sind alle Beteiligten glücklich.

    So ein Aufwand um einen Wurf nette Hunde machen zu können, ohne aus dem Verein zu fliegen und seine reinrassigen Hunde ungestört weiterzüchten zu dürfen...


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    Man kann es nur immer und immer wieder sagen: Was nicht ok ist, sind falsche Versprechungen über die Hunde (wie auch beim ELO, der erzogen auf die Welt kommt :hust: ), und der Zuchteinsatz von ungeeigneten Tieren. Wird mit guen tieren gezüchtet und der Käufer nicht belogen - so what.


    Amen.

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    Ich sehe noch immer keinen Grund Hybriden bei Hunden zu erzeugen, da es genügend Rassen gibt, die jedem Ansspruch gerecht werden.


    Ich persönlich finde eine Menge Rassen komplett überflüssig, meinetwegen könnten die gleich morgen aussterben weil die Welt sie, finde ich, nicht braucht.
    Aber wenn jemand die mag... ist doch deren Sache, solange die Hunde nicht drunter leiden soll doch jeder den Hund haben, den er haben will, egal ob ich oder du das "nötig" oder "sinnvoll" finden.


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    Tolle Mischlinge gibt es allemal im Tierschutz, ohne große Namen und ohen Gedoodle.


    Das sind dann aber meist zufällig oder zumindest ziemlich planlos entstandene Welpen. Oft kennt man mindestens ein Elternteil gar nicht, und selbst wenn man die Eltern kennt weiß man nicht ob sie auf irgendwas untersucht sind, ob sie einen erstrebenswerten Charakter haben usw. Und die Aufzucht im TS, auch wenn die Leute sich sicher Mühe machen, ist mal mehr, mal weniger ideal.

    Und wenn man eine ganz bestimmte Mischung sucht, guckt man auch meistens in die Röhre.

    Warum sollte man gezielte Mischlinge nicht genauso züchten wie Rassehunde, ohne dieses dumme Stigma das ein Mischling zufällig entstanden sein muss? Eltern auf rassetypische Erbkrankheiten soweit als möglich prüfen, Charakter sorgfältig unter die Lupe nehmen sowohl individuell als auch im Hinblick auf die erhoffte Kombination, und dann Aufzuchtbedingungen, die im vernünftigen Verein gezüchteten Welpen ebenbürtig sind - sowas kann man vergleichen, aber nicht irgendeinen zufällig entstandenen, irgendwo übrig gebliebenen und irgendwie groß gewordenen Mix mit nem gut geplanten und gut aufgezogenen Rassehund.

    Und was ist schlimm dran, wenn das Endprodukte sind? Immer ausgehend von sonst der normalen, "seriösen" Hundezucht entsprechenden Bedingungen.
    Es ist ja nicht wirklich so, dass dadurch der Reinzucht großartig Tiere verlorengehen würden. Rüden können eh ohne weitere für beides eingesetzt werden, da ist das so gar kein Argument.
    Hündinnen theoretisch auch, durch die begrenzte Anzahl an Würfen ist es natürlich eingeschränkt. Aber es ist ja eh so, das selten alle Hunde mit Zuchtqualitäten in die Zucht gehen. Ich kenn so viele gekörte Hunde beiderlei Geschlechts, die dennoch nie in die Zucht gehen werden - bei Rüden z.B. weil einfach nach ihrer Linie, ihrem Typ, ihrer Farbe, ihrem whatever keine Nachfrage besteht, bei Hündinnen oft, weil die Besitzer vielleicht gern würden, aber es von den Lebensumständen her einfach nicht geht, oder weil es ihnen schlicht zu viel Aufwand ist.

    Meist behält sich ja der Züchter nen Hund zum weiterzüchten, manche werden an andere Züchter oder potenzielle Züchter abgegeben und wieder andere gehen halt auf "Sofaplätze". Wenn der eine oder andere von denen, die sonst in Nicht-Züchterhände gehen würde, halt statt dessen an einen Züchter von Mischlingen gehen würde, wo wäre da der großartige Verlust?
    Die meisten Rassehundewelpen sind in dem Sinne doch auch Endprodukte, nur ein Bruchteil der Käufer züchtet selber.

    In Spanien gibts alles an Gesellschaftshunderassen was es hier auch gibt, einschließlich Dackeln. Außerdem gibts eine sehr aktive Jagdszene, die Jagdhunderassen aus ganz Europa nutzt, und jede Menge Jagdgäste aus Rest-Europa die ihre Hunde mitbringt, von denen sicher der eine oder anderen mal Nachwuchs hinterlässt, ebenso wie der eine oder andere Urlauberhund.

    Vom Mix her kann es also wirklich alles sein, aus der Richtung her muss man sich nicht auf Podenco festlegen nur weil's aus Spanien kommt. Kann aber natürlich sein!

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    Die Leute, denen Spezialisten ausgeredet werden, sind meist Anfänger. Wenn jemand mit Erfahrung einen Border oder Dobermann oder so will, geht kein "Heulen und Zähenklappern" los. aber wenn jemand noch nie nen Hund hatte.

    Langweilig?
    Ich fänds langweiliger, wenn ich nicht mehr weggehen könnte, meinen Hund nirgends mit hinnehmen könnte, keine entspannten Spaziergänge machen könnte... weil ich mit dem Hund nicht klarkomme. Warum ein Hund eine "Herausforderung" sein muss, ist mir schleierhaft. Ich finds super, wenn Hund und Halter gemeinsam bei einem sport oder einer Aufgabe glänzen und beide Spaß dran haben - aber der Alltag mit dem Hund sollte kein Kampf sein und keine herausforderung. Das finde ich für den Hund unfair.

    Herausforderungen gibts genug, man kann immer was erarbeiten, lernen, und sich verbessern.


    Am geilsten find ich die beiden älteren Damen hier, die beide von den großen starken Junghunden komplett überfordert sind, körperlich nicht gewachsen sind, umgerannt und herumgezogen werden - aber unbedingt einen "richtigen" Hund haben mussten. Was mittelgroßes wäre wohl "langweilig" gewesen.
    (nein und lache sie nicht aus, habe beiden schon geholfen, den Hund einzufangen etc.)

    Manches kommt vielleicht erst mit der Erfahrung bzw bei manchen Sachen hilft generelle Hundeerfahrung. Aber auch mit noch so viel Erfahrung mit nem Pudel bereitet einen unzureichend auf den ersehnten heißblütigen Terrier vor.

    Das mit dem Russell war eine Studienkollegin von mir, die sich einen Parson wünschte, auf an- bzw abraten aller möglichen Leute dann einen Kleinpudel wählte und den Hund auch mag und mit ihm klarkommt, aber irgendwie den "Biss" und die Spritzigkeit vermisst, die der ein Jahr später angeschaffte PJR dann mitbrachte.
    Das hat einfach gepasst mit dem Terrier und das hätte auch zwei Jahre vorher als Ersthund schon gepasst.


    Ich hab als Anfänger auch eine tendenziell eher als "schwierig" betrachtete Rasse bekommen und es hat bestens geklappt. Und zwar nicht weil ich irgendwie was besonderes bin, sondern weil es der richtige Deckel auf dem richtigen Topf war.
    Dagegen finde ich viele der hier häufig empfohlenen Rassen völlig reizlos, und zwar nicht wegen fehlender Herausforderung (das ist meine Leben mit meinen Hunden für mich auch nicht, die sind Entspannung pur...), sondern wegen ihrer ganzen Wesensart, mit der ich nix anfangen kann. Müsste man sich von solchen "einfachen, entspannten, alltagstauglichen" Rassen zu den "schlimmen" Rassen vorarbeiten, ich hätte wohl gar keinen Hund.

    Was für den einen ein ewiger Kampf ist, kann für den nächsten genau wunschgemäßes und völlig entspanntes Zusammenleben sein, völlig ohne dass man versuchen muss sich den "schwierigen" Hund zurechtzubiegen.

    Und ich glaub sooooooo außergewöhnlich bin ich nicht. Nur merken viele vielleicht erst beim zweiten Hund oder so, was sie sich eigentlich wünschen - vielleicht traut sich mancher auch erst dann, mal über den Tellerrand zu den sogenannten schwierigen Rassen zu schauen?


    Das öfter mal völlig unpassende Rassen für die explizit geäußerten Wünsche der Nachfragenden empfohlen werden, ist ja ne andere Sache, da stimme ich Liv zu...
    Wobei es da auch noch Sache gibt, wo man finde ich eher mal Kompromisse machen kann als andere.