Ich finde es ziemlich schade und auch tragisch, dass im Veterinärmedizinstudium die Ernährungsphysiologie viel zu kurz kommt. Ich finde, das ist eines der wichtigsten Themen überhaupt...da viele Probleme doch erst durch falsche Ernährung entstehen.
Und ja, der Windhund braucht eben die schnelle Energie..
In Hannover wird sowohl die (Ernährungs)physiologie als auch die Tierernährung selber recht ausführlich gelehrt, ich kann das mit dem "Tierärzte lernen im Studium nur wenig über Tierernährung" nicht bestätigen.
Klar kann man das immer noch vertiefen, es ist im Studium ja nunmal ein Querschnitt durch alle Spezies und Kühe interessieren mich eher wenig.
Auf mein vom Internet versprochenes Sponsoring von großen Futtermittel- und Pharmakonzernen warte ich auch noch.
Jetzt nochmal zu der Kohlenhydratsache für schnelle Energie:
Grundsätzlich müssen ja eh alle Energieträger am Ende zu Glucose umgebaut werden, damit der Körper sie verstoffwechseln kann. Am wenigsten Energie braucht der Körper, um den Einfachzucker Glucose aus anderen Zuckern herzustellen (also z.B. auch aus komplexen Kohlenhydraten aus Getreide), am zweit-effizientesten ist die Umwandlung von Fett und als letztes kommt die aus Protein.
Für die ganz kurzfristige Energiebereitstellung z.B. während eines Sprints werden Zuckerreserven aus Muskel und Leber benötigt (Glykogen, eine Art "Speicherform" von Glucose). Dieser Glykogenspeicher muss also voll sein.
Glycogen kann im Prinzip auch aus Fetten und Proteinen stammen, die dazu umgebaut wurden und dann wenn der Körper sie braucht wiederum zu Glucose umgebaut und verbraucht werden.
Am effektivsten für den Stoffwechsel ist es aber, wenn Glucose aus anderen, komplexeren Kohlenhydraten gewonnen wird.
Aus der Hinsicht raus kann man Hunden (auch Windhunden) also getrost KH's geben um die Glykogenreserven aufzufüllen, auch komplexe - die müssen ja eh lange vor der körperlichen Leistung verdaut und verstoffwechselt sein, damit sie dann, wenn sie gebraucht werden, als Glykogen schon direkt für den Muskel verfügbar sind.
Im Darm nützen sie ganz akut bei Leistung noch nix, so schnell kommt die Energie nicht vom Darm ins Blut in die Zellen, dass das bei einem Sprinter was bringen würde.
Wenn man nun einen Mittel- oder Langstreckenläufer hat, dann kann der auch kurz vor der Leistung aufgenommene Nahrung noch nach und nach verdauuen und auch aus komplexeren, schwerer verdaulichen Zuckern (z.B. aus Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten) wird Glucose gemacht, die dann erst nach und nach zur Verfügung steht, was zur Folge hat, dass man nicht so schnell erschöpft.
Nur, bevor es soweit kommen kann, das man auf diese grade erst bei der letzten Mahlzeit verzehrten Reserven zugreifen kann/muss, ist der Windhund in der Regel schon fertig mit seiner Arbeit. Deswegen brauchen Windhunde nicht wie menschliche Ausdauersportler morgens vor dem Wettbewerb ein Müsli und zwischendurch noch ne Banane.
Aber in den Tagen davor schadet das nicht und satt machen tun komplexe Kohlenhydrate z.B. aus Vollkorngetreide durchaus, einmal durch größeres Volumen (viele Ballaststoffe, beim kochen wird viel Wasser gebunden) und dann auch eben durch diesen Effekt der langsamen, graduellen Glucosefreisetzung, was den Blutzucker über längere Zeit stabil hält und plötzliche "Hungerlöcher" verhindert.
Was meint ihr: sind 39-40 kg für einen Greyhound mit 80 cm Schulterhöhe okay? Ich schau mir Ares heute von der Seite an und denke mir: ganz schon probber! Vll. irre ich mich, aber in letzter Zeit habe ich öfters den Eindruck, er tendiert zu Übergewicht...er ist zwar ein Showtyp, aber das heißt ja nicht automatisch, dass ich einen Panzer an der Leine führe.
Ich würd da nicht nach Gewicht gehen, sondern nach Auge und Fingern. Mindestens die letzten drei Rippen, die Hüfthöcker und drei Lendenwirbel soll man gut erkennen können, mehr Rippen und Wirbel logischerweise gut fühlen und in Bewegung auch mindestens durchschimmern sehen.
Der Hund soll sich fest und sehnig anfühlen und die Konturen der Muskeln sollen sich abzeichnen. Ist der Hund im Gesamteindruck weich und sind die Ecken und Kanten alle abgerundet, ist er zu dick.
Mir fällt aber grade noch eine Frage ein, die mich jetzt schon ne Weile beschäftigt.
Bei besagtem Erste-Hilfe-Kurs, geleitet von der BARF-Frau und einer Tierarzthelferin, ging es auch um Magendrehungen. Haben den mit ein paar anderen Whippethaltern zusammen gemacht und wurden, wahrscheinlich deshalb, extra darauf hingewiesen, dass Windhunde (und Whippets im Speziellen) sehr dazu neigen... wegen des tiefen Brustkorbs. Dass so etwas passieren kann ist klar, aber dachte immer typische Rassen wären Boxer, Dalmatiner, Pudel, Dobermann usw. - also Hunde die zwar einen tiefen Brustkorb haben, wo aber der Bauchraum nicht ganz so straff aufgezogen ist wie bei den Windhunden. Hatte dazu nie etwas gefunden obwohl ich bei Toffees Einzug schonmal danach gesucht hatte. Ausnahme war halt der Irische Wolfshund, wo Magendrehungen wohl nicht ganz unüblich sind. Stimmt das so?
IW's, Deerhounds, Barsois und Greyhounds aus Showlinie neigen schon zu Megendrehern, grade bei IWs ist das extrem häufig und bei den anderen immer noch häufig. Auch bei Afghanen hab ich das eine oder andere Mal schon davon gehört.
Bei den anderen Rassen kann es auch vorkommen, aber nach meinem persönlichen Eindruck eher selten im Gegensatz zu vielen "normal" gebauten größeren Hunden (Schäferhunde, Deutsch Drahthaar usw) oder zumindest nicht häufiger.
Auch bei Greyhounds aus Rennlinie sind Magendrehungen ziemlich selten! Vielleicht wegen strafferem Bindegewebe/Bändern und weniger tiefen und schmalem Brustkorb?
Auf einer großen Salukiliste auf facebook mit viel internationaler Beteiligung wurde das Thema mal diskutiert und der Konsens war, dass einige Leute jemanden kannten, der schonmal einen Saluki mit nem Magendreher hatte, und eine ältere Züchterin auch selber mal eine bei einem ihrer Hunde hatte, aber dass das nsgesamt doch eine sehr exotische Diagnose für Salukis ist.
Also, ich glaub ja nicht an die Theorie mit dem tiefen Brustkorb + aufgezogener Tallie als begünstigend für Magendrehung - Bernhardiner oder Schäferhunde haben das nicht und trotzdem häufig MDs, Renngreys und Salukis haben es und eher selten MDs.
Und es ist schon auffällig, dass es unter den Windhunden vermehrt die sehr großen Rassen trifft, unter denen auch die "schwammigsten" Exemplare sind was die ganze Festigkeit und Straffheit des Körperbaus betrifft.