Ich finde die riesigen Ohren von Cockern und English Springern auch nicht so toll, aber wenn man sie nicht showgerecht frisiert ist es echt nur noch halb so schlimm, denn vieles der Länge ist schlicht nur Haar. Kann man auf Kontur des Ohrleders schneiden, und schon ist das Ohr nur noch halb so schwer. Unterseite wird eh ausgeschnitten/geschoren, da muss man nicht mal zupfen. Ist also nicht wirklich viel Aufwand. Qualzucht ist für mich was anderes als ein Hund, der regelmässige Fellpflege in moderatem Ausmass benötigt.
Ja, ich versteh schon was du meinst, deswegen schrieb ich ja auch, ich bin mir nicht sicher ob man das schon qualzuchtrelevant nennen kann.
Ich bin da vielleicht auch ein bisschen vorgeschädigt, weil ich eben so viele Hunde sehe, wo das mit der Pflege überhaupt nicht klappt.
Naja, aber wenn man Bock auf Pflege hat, ist gegen eine pflegeaufwendige Rassen (vor allem Fellpflege) nix einzuwenden. Solange die gepflegt werden, geht es ihnen ja gut. Und bei vielen Rassen hat man ja auch die Wahl den Hund in nem einfacher zu pflegenden Kurzhaarschnitt zu halten.
Die Ohren sind allerdings nicht immer nur durch Pflege gut hinzukriegen. Bei vielen Hunden wachsen die Haare so tief im Gehörgang, dass man da kaum im wachen Zustand zum zupfen rankommt. Wenn der Hund eher wenig Ohrenschmalz produziert und ansonsten einen schönen offenen Gehörgang hat, dann geht das alles irgendwie noch, spätestens wenn man vielleicht einmal die Woche was zum reinigen reinmacht und die Ohren ausmassiert.
Wenn aber noch ein tief angesetztes Ohr mit weichem Ohrknorpeln und engem, oben durch das Hängeohr praktisch wie abgeschlossenem Gehörgang dazukommt, wie es bei vielen Cockern ist, dann braucht man nichtmal Haare im Ohr - da kommt ja so schon keine Luft rein und Sekret kann nicht ablaufen. Das ist wie ne Brutkammer da drinnen.
Bei Basset Hounds und Bloodhounds hat man das auch. Beide Rassen haben den Ruf, oft unangenehm zu riechen, und ihre Ohren und die vielen Falten, besonders die Leftzenfalten im Gesicht, tragen da mMn nen guten Teil zu bei. Da winken dir die Hefepilze ja praktisch schon zu.
Das ist schon ne Sache, da sollte man mMn züchterisch drangehen. Wenn ich überlege, in 9 Jahren Hunde (die meiste Zeit davon mit 2-3 Hunden) hatte einer meiner Hunde einmal eine leichte Otitis externa, die nach 1 Woche Behandlung weg war und nie wieder kam. Und ich reinige und pflege die Ohren nie, außer das ich vielleicht mal etwas überflüssigen Ohrenschmalz aus der äußeren Ohrmuschel auswische.
Dagegen diese Modelle mit den ständigen Ohrentzündungen, die alle paar Wochen bis Monate wieder aufflackern und jedesmal mindestens zwei Wochen Behandlung brauchen, teilweise mit aufwendigem reinigen und so weiter - das ist sowohl für den Hund als auch für den Besitzer nicht lustig.
Es gibt auch welche, die haben die allerschönsten Stehohren und trotzdem solchefiesen Probleme, und Hunde mit moderaten, leichten, hoch angesetzten Hängeohren (Deutsch Kurzhaar z.B.) haben da meiner Erfahrung nach auch nicht häufiger Probleme mit als welche mit Steh- oder Kippohren. Aber so ziemlich jeder TA wird bestätigen, dass diese sehr großen, sehr schweren, tief angesetzten Ohren ein Risikofaktor sind.
Was ich übrigens auch noch nie nachvollziehen konnte ist die angestrebte Krallenfarbe. Meines Wissens werden rasseübergreifend einvernehmlich dunkle Krallen gewünscht.
Bei welchen Rassen ist das denn wichtig und wird da tatsächlich drauf geachtet oder steht es nur im Standard, ist aber in der Praxis eher irrelevant?
Bei Saluki und Greyhound wird die Krallenfarbe im Standard nicht erwähnt und ist auch weder beim richten noch bei der Zuchtauswahl entscheidend. Wäre auch albern bei Rassen mit vielen verschiedenen Farben und vielen Schecken bzw Hunden mit weißen Abzeichen an den Beinen, da hat man ja zwangsläufig helle und dunkle und gemixte Krallen.