Gut, ob nun Krebs oder Entzündung, wenn die Vorbeugende Maßnahme die ist, dass man das betroffene Organ vorzeitig entfernt ist das für mich kein valides Argument.
Gings du jetzt auf meine Beiträge ein oder auf die von jemand anderem? Denn ich hatte nix von Kastration zur Krankheitsvermeidung geschrieben, sondern nur davon, dass ich wegen dem erhöhtem gesundheitlichem Risiko durch den Keimeintrag und Verletzungen beim Deckakt auch eine sterilisierte oder ovarschonend kastrierte Hündin sich nicht "aus Lust und Laune" paaren lassen würde, ebensoweing wie ich das bei einer intakten Hündin einfach so laufen lassen würde.
Prophylaktische Kastration ist in anderen westlichen Laendern ausserhalb Deutschlands die Regel.
Kommt drauf an. In Spanien oder auch in einigen skandinavischen Ländern ist es eher die Ausnahmen, von Norwegen weiß ich es jedenfalls sicher, dass da eher wenig ohne medizinische Indikation kastriert wird. Auch in unseren östlichen Nachbarländern sind viele ganz normale Familienhunden intakt. Kann aber nicht zu jedem europäischen Land was sagen...
Eigentlich ist dieser extreme Kastrationswahn doch hauptsächlich in den USA verbreitet.
Zitat
Und selbst in Deutschland ist es doch so, dass so ziemlich jeder, der sich jetzt nicht tierfegehnd damit beschaeftigt (so wie hier die Forennutzer) seinen Hund prophylaktisch unter das Messer legt. Bei so ziemlich allen Hundehaltern, die ich ausserhalb des Forums kenne sind die Hunde kastriert und wenn man nach dem Grund fragt kriegt man nicht mal eine Pseudomedizinsche Antwort (also es ist noch nicht mal weil man denkt man verringere das Krebsrisiko oder daemmt die Gefahr einer Gebarmutterentzuendung ein) es wird halt gemacht weil es gemacht wird.
Da kennen die meisten Leute nichts.
Eventuell wird dann noch darauf verwiesen, dass man das ja gemacht habe um weiter Vermehrung zu verhindern, es gaebe ja schon genug Hunde im Tierheim. Ganz abgesehen davon, dass man Vermehrung auch ohne Kastration verhindern kann, ist das meiner Meinung nach recht amuesant das zu Hauf von Leute mit Billigwelpen vom Vermehrer zu hoeren.
Allerdings. Ich bin ja Tierärztin und ich würde ja wirklich gern eine differenzierte Kastrationsberatung machen. Abgesehen davon, dass meine Chefin eher von der alten Schule ist ("Kastration hat gesundheitlich und für's Wesen nur Vorteile" und das sagt sie nicht nur so, das meint sie auch ganz ehrlich so) und ich mich daher schlecht weigern kann, ohne medizinische oder gründlich belegte verhaltensmedizinische Indikation zu kastrieren bzw nicht ständig davon abraten kann wenn die anderen Ärzte in unserer Praxis da sehr zu raten, wollen die meisten Leute sich auch gar nicht von ihrer Entscheidung abbringen lassen.
Ab und zu hab ich mal welche, denen ich es ausreden kann - z.B. wenn sie einen jungen Rüden mit überbordender Energieh haben und hoffen, dass der durch die Kastration ruhiger und braver wird, oder einen Leinenpöbler bei dem sie hoffen, dass sich das Thema ohne Eier erledigt hat, oder wenn sie eine Rasse haben, die wirklich zu diesem schrecklichen Kastraten-Babyfell neigt.
Aber die meisten wollen das rein aus Gründen der Bequemlichkeit. Die wollen kein Getropfe und "Dreck" in der Wohnung mit ner läufigen Hündin, die wollen ihre Hunde halt rund ums Jahr auf dem Hof/ihrem nicht eingezäunten Grundstück freilaufen lassen ohne aufpassen zu müssen, die wollen ünberhaupt NIE aufpassen müssen, die meinen, dass intakte Hündinnen zickig und intakte Rüden agressiv und wild wären, die meinen, dass intakte Hunde in der kritischen Zeit null komma gar nicht hören und man da mit Erziehung nix machen könnte, die finden das Sexualverhalten ihrer Hunde lästig oder ekelhaft ("Das sollen die Kinder nicht sehen müssen!"), die finden, dass kastrierte Hunde ein besseres Wesen haben (wtf?) und so weiter.
Neulich hatte ich eine Frau da, die wollte ihrer Katze kastrieren lassen (was ja nochmal ein anderes Thema ist als beim Hund). Im Zuge des Vorgesprächs meinte sie dann, das wär ja sowieso das einzig richtige, auch bei Hunden, ihre seien IMMER kastriert gewesen, wer meinen würde, er hätte einen unkastrierten Hunde unter Kontrolle, der wäre ja nicht ganz dicht, was sich diese Leute eigentlich einbilden würden, sowas von verantwortungslos wäre das!
Offensichtlich erwartete sie enthusiastische Zustimmung von mir und wurden dann ziemlich rot, als ich meinte, dass ich auch unkastrierte Hunde hätte, sogar beide Geschlechter (gut, dass mein Rüde noch zu jung ist hab ich nicht erwähnt
) und dass das durchaus ganz gut geht.
oh Gott, jetzt komm ich mir vor wie ein Tierquäler, weil mein Hund Deckrüde werden soll 
Das ist auch Quatsch. Vielleicht sind die ersten Deckakte etwas ungeschickt (muss aber auch nicht), aber ne Qual ist das nun wirklich nicht für die Hunde, ist schließlich auch ein natürlicher, instinktgesteuerter Akt.
Dass ein Rüde dabei noch "Spaß" haben kann, leuchtet mir aber noch ein, aber die Hündin?! Durch was soll denn das "Lustgefühl" ausgelöst werden?
Auch Hunde haben eine Klitoris. Ich glaube es ist nicht viel Forschung bisher gemacht worden bei Hunden zum Thema weiblicher Orgasmus ;), aber grundsätzlich ist dieses Organ da und ist gut innerviert, kann also durchaus sein, dass sich die Paarung auch für die Hündin zumindest streckenweise angenehm anfühlt.