Beiträge von wildsurf

    Ich habe einen sehr lebhaften Hund,(nicht zu vergleichen mit hyperaktiv) der aber jetzt mit 6.5 Jahren langsam normal wird ;)

    Als er jünger war hatten wir so unsere liebe Mühe, da uns ganz einfach die Trainer hier nicht weiter helfen konnten. Der Hund wurde dauernd als unfolgsam und schlecht erzogen hingestellt. Sätze wie: dem muss man mal sagen wo der Hammer hängt, der muss mal gehorchen lernen, der muss mal… hörten wir von allen Seiten. Wir waren fast am verzweifeln, denn unser Hund gehorchte prima - wenn er dann konnte. Er gab sich grosse Mühe, war ein Streber in der HuSchu - wenn er dann gelassen wurde.

    Bis Corinna hier im Forum mich auf einen entscheidenden Punkt brachte - Stressmanagement. Von da an ging es im Schnellzugtempo vorwärts und mein Hund dankte es mir mit mehr Ruhe und Ausgeglichenheit. Und mit weniger Übersprungshandlungen.

    Als verunsicherte Ersthundehalter verliessen wir uns damals nicht auf unser Bauchgefühl, sondern versuchten auf die Anderen zu hören - leidtragend war unser Hund. Aber jetzt passt's und wir haben es so gut wie noch nie zusammen.

    Zitat

    Hallo!
    Ich hab da mal ne Frage! Worann erkennt ihr, ob euer Hund wirklich sucht?


    Bei meinem Hund (das ist sehr individuell):

    - sehr starker Zug auf der Leine
    - Schwanz geht in einem ganz bestimmten Takt hin und her
    - Rücken wölbt sich leicht auf
    - Schulter driftet oft vor dem Kopf in die korrekte Richtung
    - Nase eher tief (aber je nach Witterung, alter des Trails, Gelände etc.!)
    - Körperspannung

    Das kann aber bei einem anderen Hund komplett anders aussehen!

    Das vermehrte Aufkommen bestimmter Rassen ist meiner Meinung nach sehr subjektiv. Je nach Region, Wohnort etc.

    Für die Schweiz liegen klare Zahlen für den Zeitraum von 1955 - 2008 vor:

    Hundebestand 1955: 309'000 Hunde
    Hundebestand 2008: 500'000 Hunde

    Tendenz: zunehmend, vor allem in Single-Haushalten.

    Die Häufigkeit der Hunderassen, sortiert nach Anzahl Tieren, häufigste zuoberst:

    - Labrador Retriever
    - Deutscher Schäferhund
    - Sennenhunde
    - Collies
    - Yorkshire Terrier
    - Golden Retriever
    - etc.

    Quelle: http://www.geo.uzh.ch/~sara/pubs/pospischil_etal13.pdf

    Rassen:
    Im Vergleich zu 1955 klar zugenommen haben:
    - Golden Retriever
    - Labrador Retriever
    - Yorkshire-Terrier
    - Jack Russel- Terrier


    Im Vergleich zu 1955 klar rückläufig sind:

    - Pudel
    - Deutscher Schäferhund

    Tuuka: Dann bezieh das Gelände mit ein. Übe einfache Sachen, Grundschritte sozusagen, aber in schwierigerem Gelände. Nur schon ein simpler Apport auf ein Mark gerade aus auf 20 m kann super spannend werden, wenn der Hund durch einen Gräben und über Baumstämme muss. Oder wenn ein niedriges Gestrüpp dazwischen liegt und der Hund sich überlegen muss wie er dahin kommt.

    Ich arbeite schon länger nicht mehr auf Distanzen, dafür beziehe ich das Gelände mit ein, suche Herausforderungen, verbuddle ein Blind unter Herbstlaub, werfe Marks in Mulden etc. Das macht viel mehr Spass ;)

    Hast du bis jetzt immer so trainiert, dass der Hund sich an einfachen optischen Geländepunkten orientieren konnte, wird er automatisch überfordert wenn er plötzlich ohne oder mit schwierigen Punkten arbeiten soll.

    Am einfachsten ist die Orientierung entlang einer Hecke, eines Waldrandes oder entlang eines Weges. Damit fängt man an um den Hund zu lehren, sich Distanzen zu merken, Flugbahnen zu beobachten und Marks sauber gerade zu arbeiten. Um den Hund mit der Zeit davon zu lösen muss man ganz kleinschrittig vorgehen und bei Fehlern sofort einen Schritt zurück gehen. Meistens macht man viel zu viel auf einmal, der Hund hat noch nicht erklärt bekommen worum es geht. Sobald man was neues übt, müssen die Distanzen wieder sehr klein sein! Sonst ist der Hund absolut überfordert.

    Das beinhaltet so vieles, das füllt ein eigenes Buch:

    Ich sage nur: die drei Apporte, das Arbeitsbuch! Alles erklärt, alles aufgezeichnet, Schritt für Schritt Anleitungen was man wann in welcher Reihenfolge übt.

    Da wo wir vorher gewohnt haben, wurden wir oft gefragt ob Caron ein Rüde sei. Anscheinend hatte es doch einige HH die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Einige entschuldigten sich schon fast für die Frage, das waren meist ältere Leute, deren Hund von einem anderen Rüden eins übergebraten bekam. Ich finde die Frage nicht komisch und kann ganz einfach mit - ja, ist ein friedlicher Rüde - antworten.

    Da Caron absolut friedlich ist, ist es mir selber egal was uns entgegen kommt, sollange "es" höflich bleibt.

    Hier wo wir jetzt wohnen wurde ich glaub ich noch nie gefragt. Schein hier kein Thema zu sein. Die Hundedichte ist aber auch massiv geringer.

    Es kommt doch extrem auf die Situation an. Hunde können auch aus Frust beissen, und zwar nicht nur schnappen sondern richtig zupacken und nachpacken. Haben wir leider so erlebt. Der Hund kriegte meinen nicht, weil dieser sich retten konnte, also packte der "Angreifer" den am nächsten stehenden Menschen. Da geht dann alles so schnell, dass niemand reagieren kann, bzw. hätte es nichts gebracht da das Ziel des Hundes in dem Moment eine Beschädigung war. Stopp mal 50kg Frust...

    Was dann?

    Hund sichern, damit er nicht weiteren Schaden anrichten kann, Opfer versorgen, Polizei einschalten (passiert automatisch wenn Opfer in Spitalpflege muss), Konsequenzen tragen, Hund in Zukunft sichern und abklären wieso es zum Vorfall kommen konnte, mit allen Beteiligten.