Beiträge von Die Swiffer

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    Wenns richtig unverschämt ist (aufdringlicher fremder Hund mitten in der Großstadt ohne Leine, keine Leine dabei oder keinen Bock anzuleinen) und es gibt Geschrei und Gezanke deswegen - da brauch ich schon echt lange um von der Palme runterzukommen. Sowas geht mir echt nahe, weil ich meinen Hund einfach nur beschützen möchte und ich in der Stadt sicher nicht die Leinen fallen lasse, damit meiner dem anderen aus dem Weg gehen kann.

    Manchmal geht mir das bis abends im Kopf rum und ich muss dann stinkig einschlafen :lol: Aber wenn ich mir meinen Bub dann so anschau, dann weiß ich genau warum ich das auf mich nehme. :)

    Kann ich verstehen. In der Stadt würd ich erst Recht nicht die Leine fallen lassen... Wenn es ganz arg ist, dann mach ich mir auch so meine Gedanken und krieg sie lange nicht aus dem Kopf..
    Z.B. musste ich einmal eine Schimpfrede aufs Inchen anhören, als sie (ganz am Anfang noch hochaggressiv gegenüber Artgenossen) wie eine Furie an der Leine wütete, weil ein anderer Hund samt Halter an uns vorbei lief.. Von diesem Halter kam dann "Miestvieh! Scheißtöle! Sowas gehört eingeschläfert!"
    Ja, da war ich auch sauer, hab mich aber wieder beruhigt, weil ich ja wusste, warum Inchen so war, wie sie damals war..

    War es die Hitze?

    Ich war mit dem Inchen heute morgen bei uns in den Wiesen unterwegs (kein ausgewiesenes Hundefreilaufgebiet, eher Felder, Äcker und Weiden mit ein paar Wegen dazwischen) . Die Maus ist ja nun schon etwas älter, hitzeempfindlich, hat erste Beschwerden mit den Gelenken, nach ihrer Magen-und Darmerkrankung noch nicht wieder richtig fit und lässt derzeit alles sehr gemütlich und langsam angehen.

    Um ihre Kondition wieder aufzubauen, läuft die Maus z.T. an der Leine und ich schlage ein etwas schnelleres Tempo an.. So laufen wir dann auf einem breiten Weg, als uns eine Frau entgegen kommt.. 3 Chihuahua, 1 Schäfer, alle vier frei...
    Ich guck mir die Motte an, stell fest, dass sie sich schon steif macht und ich will ihr den Stress ersparen und werde keinen Kontakt zulassen.. Also bleibt sie an der Leine, während die Frau immer näher kommt. Netterweise leint sie ihre drei Kleinen auch an, die beim Ersichten vom Inchen anfangen zu kläffen. Ich denk mir: gute Entscheidung! 3 Kläffer und nen Schäfi - das wäre im Moment einfach zu viel Stress......

    Tja - Schäfi wird aber nicht angeleint, die Frau ruft von Weitem: "Ist der lieb?"

    Ich ruf zurück: "Das ja, aber ich will keinen Kontakt. Die ist schon alt!"
    Nein, die Frau ruft den Schäfi nicht ran... Schäfi brettert auf uns zu, ich Inchen hinter mich gebracht und mich aufgebaut... Ruft die Frau, während sie versucht, ihre Kleinen zu bändigen: "nu machen Sie den schon los! Da passiert doch nix!"
    Ich ruf zurück: "ICH WILL KEINEN KONTAKT! SIE IST SCHON ALT!"

    "Na los, da passiert doch nichts! Machen Sie ihn los!"

    "ICH WILL KEINEN KONTAKT!"

    Krawum, steht der Schäfi auch schon vor mir, wird abgeblockt und verzieht sich. Inchen sitzt still hinter mir, guckt einmal kurz an meinen Beinen vorbei und ich merke, wie sie sich wieder entspannt und so reagiert sie nur, wenn sie wirklich keine Lust hat, nicht fit ist und eigentlich mal ganz froh, sich hinter mir verstecken zu können (normalerweise, fit und gesund würd sie solche Sachen schon ganz gern mal klären ;) und da fällt es ihr schon schwer, hinter mir zu bleiben) ... Also gute Entscheidung, ihr den Kontakt zu "ersparen"...

    Da leint Fraule den Schäfi dann doch an und als wir dann aneinander vorbei laufen, kommen die Sätze, bei denen mir die Kinnlade runter gefallen ist:

    "So eine Unverschämtheit, dass Sie mit so einem Hund hier gehen, wo hier doch so viele Hunde sind! Eine Frechheit ist das! Verboten gehört das"

    "äh, ich wohne hier? Warum sollte ich hier nicht gehen?" (was anderes viel mir da echt nicht ein...)

    Schimpfend zog sie dann weiter, ich blieb stehen, sah meine Maus an, die sich an mein Bein drückte, hoch sah, ihren Stummelschwanz in Vibrationen versetzte und (ich kann mich irren) ziemlich erleichtert wirkte, kratzte mich am Kopf und dachte mir:
    "das war es wert. Wenn´s Inchen dann ihre Ruhe hat.." und ging, mittlerweile ohne Leine und am Fuße der Palme meines Weges.

    Hab dann noch überlegt, ob die Dame den Schäfi angeleint hätte, wenn ich auf die Frage, ob Inchen lieb sei mit "Nein" geantwortet hätte.. Entweder hätte ich mir dann anhören dürfen, dass Ina aber doch lieb sein muss, so wie süß, wie sie aussieht. Oder aber, dass es verboten gehört, mit bösen Hunden an der Leine spazieren zu gehen :p

    Wie macht ihr das? Wenn euch jemand so auf die Palme bringt? Zählt ihr dann bis drei und atmet tief durch?
    Was ist mit Rücksichtnahme und mit dem Respekt dem anderen gegenüber?
    Wenn ihr dem dann wieder begegnet und es wieder zu einer Konfrontation kommt, wie verhaltet ihr euch dann?

    Wenn ich sehe (ebenfalls heute morgen), wie eine Frau mit Baby im Tragetuch vor der Brust und Hund an der Leine einen Weg entlang läuft, eine andere HH mit frei laufenden Hund ihr entgegen kommt (auf einer von Radfahrern oft genutzten Strecke), der frei laufende Hund nicht mal rangerufen wird, dieser zu der Mutter mit Kind hinrast, ihr nix anderes übrig bleibt, als die Leine fallen zu lassen, weil die Hunde anfangen zu toben, in der Zeit vier Radfahrer sich dadurch kämpfen- da kann ich nur den Kopf schütteln! Und was wäre gewesen, wenn beide Hunde sich nicht verstanden hätten? :mute:

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mal schildert, wie ihr mit sowas umgeht, ob ihr euch dann den Kopf zerbricht, lange braucht, um von der Palme wieder runter zu kommen oder ob ihr euch schon Sätze ausdenkt, die ihr dem anderen HH beim nächsten Mal unter die Nase reibt.. :smile:

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    Gerade eben im Freilauf in der tiefen Pampa......junger Westi kommt urploetzlich aus dem Nichts geschossen und laut keifend schnurstracks auf meine Tochter zu....Besitzerin 10 Meter hintendran "Der tut nix"....."Maxim...komm's sofort zum Frauchen...Maxxxxiiiiiiiiem..jetzt! sofort!.." Maxim juckt's net.....bis er mit Karacho in Emma reinrennt und sich von ihrer stocksteifen Haltung verjagen laesst.

    Kommentar vom Frauchen nachdem sie Maxim'chen eingefangen hat?...."solch ein riesiger Kampfhund gehoert an die Leine, junge Frau! So geht das aber mal nicht!!"

    :roll:

    :hust: Aber deine Tochter darf er anmaulen oder wie? :???: Verstehe einer die Welt der HH...

    Jaul! Kein Platz, laut Mietvertrag nur zwei erlaubt, noch kein neues Heim in Sicht und dann lerne ich diese Schönheit bei der Raufergruppe mit Sam kennen: :herzen4:

    http://www.tierheim-spreng.de/con/cms/front_…t=62&idart=1647

    10 Monate alt, schwere Wachstumschäden, wird nie schell laufen können, vielleicht mit Physio und Medikamenten halbwegs schmerzfrei leben können, was wir derzeit nicht auch noch finanziell stemmen könnten...

    ABER: sowas von einfach nur lieb! Kuschelig! 1 Stunde lag die Dame auf meinen Füßen, hat die Nase in die Sonne gehalten, sich kraulen lassen, gegrunzt, sich geschubbert und war ziemlich enttäuscht, als ich gefahren bin, sie aber nicht mitnehmen konnte...
    :(

    GöGa will aber am Mittwoch mal mit zur Raufergruppe und das Mädel kennen lernen.. Wir haben zwar absolut keinen Plan, wie wir es anstellen können, aber als sie vor mir stand, hat es bei mir *klick* gemacht :verzweifelt:

    Aber dann scheint es nicht nur gravierende Unterschiede zwischen Hundemensch und Nicht-Hundemensch zu geben, sondern auch bei Hundemensch und Hundemensch :???: Es gibt welche, die sehen es als das, was es ist - eine durchaus hündische Handlung und welche, die das als absolutes No-Go verstehen...
    Ach, verstehe einer die Menschen... Da sind mir die Hunde lieber, immer ehrlich, immer direkt und geradeaus ;)

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    Mal zum beissen beim verarzten..

    Hund bekommt Kofferraumdeckel mit voller Kraft auf die Wirbelsaeule geknallt. Hund schreit wie am Spiess, kotet und pinkkelt unter sich und hat definitiv richtig ueble Schmerzen. Ich fass hin, Hund faehrt rum und schnappt nach mir (mehr als Abdruecke hatte ich nicht). TA macht das auch und sie schnappt -> kleine oberflaechliche Wunden. TA-Helferin haelt sie dann und die hat dann wirklich Loecher im Arm..

    Gleicher Hund, andere Situation. Ein Erwachsener aergert diesen Hund die ganze Zeit. Ich sag es tausendmal, nein man weiss es besser und Hunde haben nicht zu beissen. Hund geht weg, knurrt, fletscht, schnappt ab und der Mensch macht weiter. Bis er 4 Loecher im Arm hat :hust:

    Und nu? Der Hund ist ein wiklicher anstaendiges Vieh, die darf zu Kindern, usw. Ich hab sie nicht abgegeben, weil die Gruende vollstaendig verstaendlich waren und mein Koeter nunmal nicht am runden Tisch alles ausdiskutieren kann.. Das die Toele nun die Weltherrschaft will/hat, das bezweifle ich (und auch jeder andere, der meinen Underdog Pepper kennt)...

    Das sind in meinen Augen alles Situationen, in denen Hund durchaus zeigen darf, dass er Zähne hat :smile: Wäre für mich persönlich auch kein Grund Pepper abzugeben oder dran zu denken, dass die Weltherrschaft Ziel des Beißens war ;)
    Aber es gibt nun mal auch Menschen, die das leider, leider anders sehen oder einfach nicht so damit umgehen können... :verzweifelt:

    Wenn ein Hund richtig gebissen hat, dann kann ich jeden HH verstehen, dem das Vertrauen in die Beziehung zum Hund, in den Hund und in sich selbst fehlt, aber ich würde dem Hund nie die Schuld daran geben..

    Die Gesellschaft handelt, denkt und fühlt menschlich und erwartet vom Wesen Hund, dass er sich in unserer menschlichen Welt "menschlich angemessen" verhält :verzweifelt:

    Gut, in einer emotionalen Ausnahmesituation reflektiert zu denken und zu handeln fällt vielen schwer.. Aber ist das nicht einfach nur menschlich?
    Genauso wie es einfach nur hündisch ist, dass ein Hund in einigen Situationen seine Zähne einsetzt!

    Ich kann es nicht verstehen, dass Mensch nach einem Hundebiss die alleinige Schuld beim Hund sucht, aber rein menschlich kann ich nachvollziehen, dass eine Mutter, deren Kind nach einem Hundebiss gerad ins Krankenhaus gebracht wird, im ersten Augenblick dem Tier allein die Schuld gibt und dass erst einmal kein Platz für rationales Denken ist.

    Es ist sicherlich von Nöten beim Thema Beißen an den Verstand des Menschen zu appellieren, nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, aber sollte es nicht auch erlaubt sein, in der ersten Schrecksekunde menschlich und emotional zu sein? In der Hoffnung, dass sich die Gemüter dann wieder beruhigen und wieder rational sein können.

    Gut, viele Bisse geschehen aus mangelnder Erziehung, mangelnder Sozialisation, gesundheitlicher Probleme, mangelnder Kenntnis vom Wesen Hund etc. Aber zum Wohle des Hundes und des Menschen muss man in solchen Fällen schon sehr genau nachdenken, was machbar ist, was nicht, was man als Mensch leisten kann, was für den Hund erreichbar ist und welche Möglichkeiten es dann gibt. Nicht jeder kommt mit so einem Hund klar, was ich durchaus verständlich finde und wenn man dann so ehrlich ist, sich das das einzugestehen, dann ist eine Abgabe zum Wohle des Hundes m.M.n. durchaus legitim.

    Unser Troll z.B., keine Auslöser seiner Attacken, unberechenbar, hätten wir ihn nicht aufgenommen und es wäre für Sam weiter so gelaufen, dann wären Einschläfern oder für den Rest des Lebens Zwingerhaltung ohne Menschenkontakt die Alternativen gewesen, da er eben schon Menschen verletzt hat...
    Wenn ich an diese Möglichkeiten denke, wird mir schlecht! Denn ein toller, wunderbarer Hund wäre verloren gewesen!
    Ich kann jeden Menschen verstehen, der Angst vor Sam hat und bei ihm schon aufgegeben oder sich gar nicht erst zugetraut hätte, auch ich durfte seinetwegen schon zum Arzt :hust:

    Aber Sam wurde mit MK gesichtert, ich habe mit ihm gearbeitet (und arbeite immernoch daran), habe an mir gearbeitet, Sam hat sich entwickelt, ich hab mich verändert, wir sind beide gewachsen und zusammengewachsen.
    Für meinen Mann und mich gab es viele Tränen, Verzweiflung, Angst, Hoffnungslosigkeit und Zweifel - aber auch Spaß, Freude und Hoffnung! Nach etwa 8 Monaten bei uns trägt der Troll seinen MK nur noch beim TA und in der Sozialisierungsgruppe, er ist (zumindest für uns) führbar und kontrollierbar geworden, Passanten und Besucher werden nicht mehr attackiert. Er ist jetzt schon zum größten Teil ein wundervoller Hund (wenn uns seine Pubertät nicht gerad nen Strich durch den Tag macht) und ich bin stolz auf ihn, wie er sich gemacht hat.

    Allerdings werde ich - auch nur ein Mensch - für den Rest seines Lebens wohl nie die Hand für Sam ins Feuer legen, denn er ist eben auch nur ein Hund ;)