Beiträge von LaBellaStella

    Zitat

    Ich halte das Risiko für nicht besonders gross - Voraussetzung ist dabei allerdings, dass jeder HH seine Hunde im Auge hat, die Situation richtig beurteilt und eingreift, bevor ein kritischer Punkt erreicht ist an dem es zu kippen droht. Diesen Moment erkennen allerdings viele nicht.

    LG Birgit

    ja, so seh ich das auch.

    meine beiden "grossen" haben ein recht "kumpelhaftes" verhältnis. d.h, in der regel spielen sie recht rüpelhaft, ab und an recht laut und für unsere menschlichen augen auch recht wild und ungestüm miteinander. die kennen sich lang genug und gekippt ist die letzten jahre noch kein spiel.

    ein, zweimal wars kurz davor - aber bis jetzt haben wirs noch jedesmal kurz vorher bemerkt und die jungs aus der situation geholt. da gings dann aber auch jedesmal um eine ressource - spieli, was fressbares, ein mädel - das sind dann wirklich oft nur augenblicke, die man zeit hat, um zu reagieren.

    mit dem dackeltier gabs da noch nie probleme - der kippt nicht - der rollt höchstens ;)

    dennoch dürfen die beiden grossen miteinander toben - cinnemaus hat recht, das risiko, dass es ernsthaft kippt, halte ich bei meinen (!!) hunden für nicht sonderlich gross.

    hm, vielleicht wäre es für die TE hilfreich, in sich zu gehen und mal ganz ehrlich drüber nachzudenken, was sie unter "ich will meinen hund geniessen" versteht.

    ein kleiner tipp von mir, den ich sowohl meinen reitschülern als auch ab und an neu-hundehaltern gern mitgebe:

    vor der "leichtigkeit", vor dem "geniessen" oder dem "können" kommt meistens ganz ganz viel "arbeit", "übung" oder "training". je nach dem, was ich will oder nicht will ist der weg manchmal länger und manchmal auch steinig.

    dieses "ich schlendere mit meinem vierbeiner völlig entspannt durch die natur und ich kann dabei abschalten und "geniessen" kommt in der regel nicht ganz so einfach von allein.

    ich geniesse die täglichen gassirunden mit meinen drei jungs sehr - aber ein "abschalten" ist da nicht drinnen. der hase, der jogger, das auto, das kind, der mountainbiker oder die läufige hündin können theoretisch jederzeit "aus dem gebüsch hüpfen". damit ich bei solchen situationen immer noch richtig und rechtzeitig reagieren kann, muss ich mit dem kopf einigermaßen bei den hunden bleiben. und - natürlich - grade in "standartsituationen" (eben radfahrer, jogger usw usw) so gut wie irgend möglich vorbereitet sein und richtig reagieren. dazu gehört eben, dass ich, solange auch nur der leiseste zweifel besteht, wie mein hund reagieren könnte, ich ihn entsprechend sichere und solange trainiere oder übe, bis ich weiss, dass ich alles menschenmögliche getan habe, dass mein hund erwünscht reagiert.

    ein weg wär in der oben genannten situation z.b. dass ich mir zunächst als hh angewöhne, meinen hund anzuleinen und das eben grade nicht (!) als strafe (für mich und den hund) anzusehen (tun nämlich sehr viele hundehalter komischerweise) sondern eben als ganz normale alltagssituation und eben auch als gute übung.

    was ist denn immer so schlimm daran, wenn ich eh schon weiss, dass mein hund zwar 8x brav bei mir "bei fuss" bleibt, aber die nächsten 2x nicht, den hund schlicht bis er es - nach menschlichem ermessen- immer macht, anzuleinen? nix! denn auch das ruhige an der leine mitlaufen ist nichts anderes, als eine übung - die sogar, wenn mans mit der richtigen einstellung macht, spass machen kann.

    ich seh immer wieder hhs, die mit viel spass und unendlicher geduld mit ihren hunden mantrailen trainieren oder ZOS oder agi - aber wenns um schöde alltagssituationen geht, ums sichern an der leine z.b. - dann fällt ihnen das gesicht auf den boden und sie sind lustlos bei der sache.

    also, TE: das sichern und anleinen ist keine "strafe" - sondern eine absolut notwendige sache, wenn du irgendwann mal wirklich einen hund haben willst, mit dem du entspannte spaziergänge machen kannst - auch offline.

    aber bis dahin musst du eben "managen" - in deinem fall heisst das eben, den hund sichern und dir mit hilfe eines trainers die zeit nehmen, die eben genau dein hund braucht bis bestimmte situationen souverän gemeistert werden können.

    dann kommst du auch nicht mehr in solche dummen und unnötigen situationen und musst auch nicht mehr davon laufen.

    brazzi und najira haben das sehr gut ausgedrückt, das spart mir eine menge schreibarbeit.

    danke, ihr zwei.

    vorallem, da ihr die unterschiede zwischen "hund" und "hund" so betont habt. insofern kann ich mich euch nur anschliessen - grad mit meinen drei völlig und total unterschiedlichen jungs.

    nun, ich glaub, ich darf hier durchaus mitschreiben.

    Schlegel ist bzw. war die letzten jahre des öfteren hier im örtlichen sv und gab/gibt dort seminare und kurse, bei denen ich den praktischen teil meist als zuschauer direkt miterlebt habe.

    ebenso hab ich ihn (und andere) auf dem Fachsymposium 2010 in Teisendorf erlebt.

    ganz subjektiv - mein fall ist er nicht. die ganze schlauchwerferei und zischerei und das restliche gedöns mal ausgeklammert - mir ist er definitiv zu "einseitig" in seiner methode. mittlerweile kann ich schon fast vorhersagen, was kommt, wie er reagiert, was er empfehlen oder "zeigen" wird - im prinzip immer und überall das gleiche.

    egal, was für ein problem vorhanden (oder nicht vorhanden ist - was fast noch schlimmer ist) - er versucht es auf immer die gleiche art zu lösen - oder eben - so mein eindruck - das problem wird passend gemacht. auch die "diagnose" gleicht sich meistens.

    und da liegt er, meiner meinung nach, sehr oft falsch.

    jap, ganz ähnlich wie beim antijagdtraining - das ist ein gutes stichwort. auch "zeigen und benennen" (forensuche) könnte hilfreich sein.

    und - natürlich auch immer mal wieder ein bisschen impulskontrolle üben. kleinweise steigern - anfangs bei dingen, die ihm sowieso nicht so "wichtig" sind.

    gute erfahrungen hab ich genau in so einem fall mit "gestelltem" begegnungstraining gemacht. da kann man schon reagieren, bevor der hund merkt, dass da ein artgenosse kommt - dazu brauchst du natürlich einen figuranten - wenn möglich natürlich einen, der selber "cool" bleibt wenn er einen artgenossen sieht.

    du selber bist dann nicht total überrascht und kannst dir schon in ruhe überlegen, wie du reagierst (ob du ihn dann anleinst und ruhiges vorbeigehen übst oder ob du ihn ablenkst oder was auch immer - was halt am besten funktioniert), du bleibst selber ruhig und überlegt und "trainierst" dir dadurch auch selber gleich noch das richtige "handling" an.

    am besten ists natürlich, je mehr verschiedene "figuranten" du findest, desto besser - und je öfter du das üben kannst, desto schneller wirds vorwärts gehen.

    irgendwann ist das dann so "eingeübt" dass auch eine überraschende begegnung nichts grossartig aufregendes mehr ist - weder für dich, noch für deinen vierbeiner.

    da hat rotbuche völlig recht:

    innerhalb der verbleibenden zeit seh ich auch leider keine möglichkeit, dass so zu forcieren, dass es bis zu deiner fortbildung sicher klappt.

    also wäre mein rat: als notfallmaßnahme sofort mit der suche nach einem zuverlässigen sitter anfangen. vom schwarzen brett am supermarkt übers internet bis hin zu nachfragen bei tierärzten oder auch beim tierschutz. vielleicht findet sich ja ein tierlieber rentner, der gern mal für die zeit aushilft ?

    und danach einen guten trainer, der sich die sache mal anschaut und der dir vielleicht auch neue impulse geben kann fürs "alleinbleibtraining".

    Zitat

    Nuja ich lass nicht warten, ich balancier die Näpfe nach draussen, rufe den entsprechenden Hund ran und stell auf den Boden, nur wer geiert bekommt ein "Sitz" und muss warten ( kommt aber nur ganz selten vor)

    Dabei rauch ich mir dann gemütlich eine, beobachte wie die Bomber fressen und lass den lieben Gott ma 10 Minuten nen juten Mann sein ;)

    Ich finds ab und an etwas übertrieben dieses "warten um jeden Preis", klar hat man nen Hund der sonst schon beim fertigmachen im Napf hängt würd ichs auch tun aber da meine kleinen gewisse Kniggeregeln kennen gehts auhc so ganz easy

    jo.

    hier warten die drei schlicht in der küche bis ich das fressen hergerichtet hab, dann bekommt in einer fixen reihenfolge jeder seinen napf hingestellt, ich sag meistens sowas wie "an guaten" und dann frisst jeder in ruhe und frieden. ein "legeres ritual", dass sich mit der zeit einfach so eingespielt hat - ganz ohne, dass ich da viel "geübt" hätte. wiederholt sich lediglich tag für tag 2x, ohne hektik, ohne tragödien, ohne motzen oder drängeln.

    sogar das leicht autistische und verfressene schwiegerdackeltier hatte das nach ein paarmal verstanden. ändere ich die "napfausgabereihenfolge" mal zu probe - gucken sie zwar etwas doof aus der wäsche, aber auch dann gibts keine schnappantmung.

    ob da nun jemand am napf vorbeiläuft oder mal reinfasst ist den jungs recht wurscht - sie kennen es nicht anders, als dass sie normalerweise in absoluter ruhe fressen dürfen und dass ab und an mal noch was in den napf reingetan wird..

    genauso wie das rausgeben von was auch immer - da halte ichs wie so viele: sie spuckens aus, ich gucks mir an - und je nachdem bekommen sies wieder oder bekommen was anderes dafür - und wenns nur ein "faaiin" ist. auch das hab ich gar nicht mal so intensiv "geübt" - sondern einfach nur immer mal wieder zwischendurch mehr spielerisch gemacht - klappt dennoch. egal obs der pferdeapfel ist, irgend ein spielzeug,die tote maus, das weggeschmissene schinkenbrötchen oder das immer wieder gern geklaute haarband ;) von frauchen.

    Zitat

    Mir macht diese antiautoritäre Einstellung dem Hund gegenüber ehrlich gesagt wirklich Angst. Eine Partnerschaftlichebeziehung ohne einen Rudelführer?
    Wenn sich das wirklich durchsetzt, dann kann man sich bald echt nicht mehr auf die Straße trauen, ohne Angst haben zu müssen, dass der nächste Hund einen angreift oder einfach auf einen zugerannt kommt.
    Regeln kann man nur aufstellen und durchsetzen, wenn man der Rudelführer ist und nur dann ist der Hund in einer Beziehung drin, die er versteht und wo er seinen Platz in der Welt gefunden hat.
    Eine Partnerschaftliche Beziehung mit einem Rudeltier klappt meiner Meinung nach definitiv nicht. Einen Rudelführer muss es immer geben und ist nicht der Mensch das, so wird es der Hund sein.

    Das hat auch überhaupt nichts mit "deckeln" zu tun, sondern damit, dass der Hund eine Position finden muss. Diese muss und sollte natürlich nicht mit Prügel gefunden werden, aber direkt einen Rudelführer abschaffen zu wollen...wie artfremd wirds denn jetzt?

    artfremd weil man kein anhänger der "rudelführertheorie" ist? antiautoritäre einstellung weil man bereit ist, ein bisschen mit köpfchen statt mit irgendwelchen obstrusen "hau drauf methoden" mit dem hund zu arbeiten?

    zwischen antiautoritär erziehung und konsequenter, aber fairer erziehung liegen welten.

    ich bin kein rudelführer - ich bin ja schliesslich kein hund. für meine pferde bin ich auch nicht die "leitstute"...

    ich hab dafür ein hochentwickeltes primatengehirn zwischen meinen ohren, dass es mir ermöglich, meine hund eben auf konsequente und (!) faire weise völlig alltagstauglich zu erziehen. dazu brauchts wie gesagt nur ein bisschen grips, ein bisschen wissen über lernverhalten, ein bisschen geduld, eine portion humor und eine souveräne, verlässliche und verständliche kommunikation mit dem hund.

    auf die weise darf der hund hund bleiben (ich werd den teufel tun meinen hund zu vermenschlichen,in dem ich vorraussetze, dass mich meine hunde als "ranghöher" anzusehen haben - ich trete doch nicht in rangkonkurrenz mit meinen hunden! ) und ich bleib das, was ich bin, nämlich ein mensch.

    nicht "schmied", nicht "schmiedl" sondern die, die feste regeln aufstellt, und konsequent (!) dafür sorgt, dass sie jeder hier versteht und einhält.

    vermenschlicht werden meine hunde nicht - aber ich "verhundliche" mich genauso wenig.

    Zitat


    Ist schon komisch, ich darf ja auch mich wehren bei Einbrechern, aber meinen Hund darf ich nicht auf die hetzen? Das kann nur wieder Deutschland sein...
    Aber bei richtigen Wachhunden auf Firmengelände, wie sieht es da eig aus?

    hier heisst das zauberwort wie immer: "verhältnismäßigkeit"

    du darfst dich auch selber nur immer so wehren, wies die situation unbedingt zur gefahrenabwehr erfordert.

    du darfst meinetwegen den einbrecher, der dich bedroht mit der bratpfanne eins überbraten - aber wenn er dann bewusstlos zu boden geht, darfst ihm nicht nochmal eine aufn kopf geben.

    dein mann darf den einbrecher, der dich bedroht, k.o. schlagen (wenn er ihn nicht auf andere weise vertreiben kann) - aber er darf ihm nicht sämtliche knochen brechen.

    so - wenn du nun einen einbrecher entdeckst, der dich bedroht und dein hund kommt dir zu hilfe und beisst den einbrecher kräftig in den allerwertesten, der geht vor schmerz zu boden und du kannst ihn dann dingfest machen - dann wird dir und dem hund wohl wenig passieren (insofern dir das gericht glaubt) - wenn der hund allerdings anfängt, den einbrecher anzuknabbern und er richtet "grösseren schaden als es zur gefahrenabwehr notwendig ist" an, dann hast du ein problem. vorallem, wenn du den hund womöglich noch "los hetzt" - da wirds dann ganz brenzlig.

    das ist ziemlich schwammig - und immer eine einzelfallentscheidung. verlassen würd ich mich auf die "notwehr" eher nicht - da gibts alle möglichen seltsame entscheidungen.

    zum thema:

    in der regel gilt: ein hund muss stets so "gesichert" (also auf einem gesicherten, eingezäunten grundstück) sein oder so unter aufsicht sein (sprich: besitzer muss jederzeit eingreifen können) dass niemand durch den hund zu schaden kommen kann.

    das ist eine faustregel, die man unbedingt beherzigen sollte, will man ärger, wie die TE ihn event. jetzt hat, vermeiden will.

    grad wenn kinder involiert sind, wirds ganz ganz schwer, wenn denn eine anzeige erfolgt, noch was zu richten.

    ein zaun und ein gesichertes tor - ggf. noch mit einem hinweisschild - rettet einen auch nicht zu 100% vor einer haftung - aber unter umständen wirds da dann wenigstens nur eine teilschuld - je nach den einzelfallumständen eben.